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Kaufberatung: Mit Köpfchen zum passenden Fahrradhelm

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Wer beim Radfahren stürzt, dem drohen schwere Kopfverletzungen. Helme helfen, dieses Risiko zu mindern. Wir zeigen, worauf man beim Helmkauf achten muss.

Sicherheit ist die wichtigste Eigenschaft eines Helmes, er muss gut sitzen und den Kopf perfekt schützen. Getreu dem Motto, der beste Helm ist der, den man aufhat, ist das Ziel einen Kopfschutz zu finden, den man gerne trägt. Was nutzt ein Helm, der am Lenker baumelt, weil er drückt und zwickt oder alles andere als schick ist? Das gilt nicht nur für das klassische Fahrrad und E-Klapprad (Themenseite) sondern auch für E-Scooter (Themenseite).

Der erste Schritt beim Helmkauf ist die Überlegung, für welchen Einsatz der neue Kopfschutz gedacht ist: Kinder-, Jugend- oder Erwachsenenhelm; Alltag, Freizeit oder Sport. Denn für jedes Einsatzgebiet bieten die Helme Besonderheiten, die die Nutzung bequem und sicher machen. Hier die Helmkategorien im Überblick.

City- und Trekking-Helme gelten als Allrounder unter den Kopfprotektoren und sind für alltägliche Radfahrten geeignet. Sie sind leicht, bequem und unkompliziert aufzusetzen. Die Modelle zeichnen sich durch gute Sicherheitseigenschaften und ausreichender Belüftung aus. Manche Urban-Modelle haben ein transparentes oder getöntes Visier, welches das Gesicht vor Zugluft und Fremdkörpern schützt. Einige Varianten wie der Lumos Street (Testbericht) bieten integrierte Lichtsysteme sowie Blinker und App. Für Radfahrer die oft im Dunkeln unterwegs sind ein echtes Sicherheitsplus.

Eine Alternative zum herkömmlichen Helm ist der Airbag Helm, er wird um den Hals getragen und schützt im Falle eines Sturzes Kopf und Nacken. Sensoren lösen bei einem Aufprallunfall den Luftsack aus und er schützt den Träger auch bei mehreren, hintereinander auftretenden Stößen indem er den Druck gleichmäßig aufrecht hält.

Uvex Hlmt 5 Bike Pro

Der Helm mit Hartschale gefällt uns dank seines geringen Gewichts und der sehr guten Passform, die sich für verschiedenste Kopfformen eignet. Obwohl für Freerider und Dirtbiker konzipiert, schlägt er sich im Stadteinsatz ausgezeichnet. Er sieht schick aus und bietet mit seinen zehn Belüftungsschlitzen ausreichend Frischluftzufuhr. Die Kopfanpassung ist schnell und bequem mit dem Drehrad auf der Helmrückseite erledig. Das aufgeräumte Gurtsystem lässt sich leicht anpassen und der Kinnriemen schließt sicher über ein Ratschen-Steckschloss. Das kleine abnehmbare Visier-Schild verleiht dem Helm eine besondere Note. Alle Polster sind schnell zum Reinigen entnommen. Ein toller und recht günstiger Helm für City-Biker.

Uvex Hlmt 5 Bike Pro (8 Bilder)

Passt? Vor dem Kauf sollte der Helm unbedingt ausprobiert werden. Beim Online-Kauf gilt: Passt er nicht auf Anhieb perfekt, geht er zurück.

Uvex Finale Visor

Eine weitere Empfehlung kommt ebenfalls von Uvex. Mit dem klappbaren Visier schützt er die Augenpartie großflächig, was nicht nur bei Regen ein Pluspunkt ist. Eine Korrektur- oder Sonnenbrille hat problemlos darunter Platz. 20 Belüftungsöffnungen mit inneren Ventilationskanälen führen kontinuierlich Frischluft unter den Helm. Ein aufwändiges Gurtsystem und integriertes LED-Rücklicht sorgen für Komfort und Sicherheit. Tolle Motorradhelm-Technik mit Mehrwert für den Stadtradler und E-Bike-Pendler.

Lumos Street

Auf den ersten Blick ist ein blinkender Helm vielleicht eine nette Kuriosität, die man zunächst belächelt. Tatsächlich macht der Lumos Street (Testbericht) aber den Straßenverkehr sicherer. Das gilt nicht nur für alle, die einen E-Scooter (Themenseite) nutzen und den Arm nicht einfach zum Abbiegen heben können. Auch für alle, die mit Longboard, E-Skateboard (zum Pendeln?), Inline-Skates, normalem Fahrrad oder einem Lastenrad in der Stadt unterwegs sind, verschafft der Helm zusätzliche Aufmerksamkeit. Da er höher getragen wird als die meisten anderen Rücklichter, sehen ihn auch hoch sitzende Fahrer von LKWs oder SUVs deutlich. Der Preis ist dafür stattlich. Da sollte man die Funktionen auch regelmäßig nutzen.

Immer mehr Pedelecs und E-Klappräder (Themenseite) sind auf den Straßen unterwegs und werden als Transportmittel zur Arbeit verwendet. Im Wesentlichen gelten für diese Helmkategorie die gleichen Kriterien wie für City- und Trekking-Helme. Sie sollen kompakt, modern und alltagstauglich sein. Hoher Wert liegt zudem auf dem Schutzfaktor, ist man doch mit Motorunterstützung im Schnitt schneller unterwegs – da kann ein Sturz fatale Folgen haben, wenn der Kopf nicht ausreichend geschützt ist. Bei S-Pedelecs, die mit Tretunterstützung bis zu 45 Kilometer pro Stunde schnell sind besteht sogar eine Helmpflicht. Wer viel mit Motorunterstützung unterwegs ist, soll auf besonders robuste Helmtypen zurückgreifen. Es muss nicht unbedingt gleich ein Motorradhelm sein, viel zu schwer und zu warm. Viele Helmhersteller haben mittlerweile für Pedelec- und S-Pedelec-Fahrer spezielle Modelle im Programm, die den speziellen Anforderungen der E-Biker gerecht werden.

Abus Pedelec 2.0 ACE

Eine robuste Bauweise, ein tief heruntergezogener Seitenschutz, die gute Sichtbarkeit durch Reflektoren und ein aufladbares Rücklicht stehen für Sicherheit. Ein feinjustierbares Verstellsystem, das strapazierfähige Kopfband und die gute Ventilation dagegen für Komfort. Ein besonderes Merkmal ist etwas mehr Freiraum im Helm für Zopf-Träger/-innen. Ein Helm speziell für Pedelec-Fahrer mit viel Ausstattung. Durchdacht zeigt sich das klappbare Visier, unkompliziert und super-bequem schützt es die Augenpartie. Wer es einmal gewöhnt ist, möchte es nicht mehr missen.

Mountainbike-Helme sind unter erschwerten Bedingungen im Einsatz. Passform und Schutz stehen ganz oben auf der Anforderungsliste. Die Helme dürfen daher gerne etwas voluminöser und schwerer ausfallen und müssen ein robustes, gut anpassbares Gurtsystem haben. So bleibt der Helm auch im rauen Gelände bombenfest sitzen. Ein verstell- und abnehmbares Visierschild ist Pflicht. Dieses Feature schützt im Gelände den Fahrer gegen tiefhängende Äste, Sonnenlicht und hochspitzenden Schmutz.

Für rasante und herausfordernde Downhill-Fahrten empfiehlt sich ein Helm mit besonders umfassendem Schutz. Die geschlossenen Integral- oder Fullface-Helme schützen daher nicht nur den Kopf von allen Seiten, sondern auch die empfindliche Kinnpartie.

Urge Supatrail

Ungewöhnliches Design und ein ausgeklügeltes Verstellsystem machen die Helme der Marke Urge nicht nur zum Hingucker, sondern verhelfen ihnen zu außergewöhnlich guter Passform. Erwähnenswert ist die solide Verankerung der Helmgurte in der Helmschale. Massive Metallstifte fixieren die Gurtenden im Helm. Der Clou, die Metallstifte können entfernt und das gesamte Gurtsystem zum Waschen abgenommen werden. Zusammen mit den mitgelieferten Ersatzpolstern kann der Helm so einfach sauber gehalten werden. Solide ist auch das Visierschild mit vier Schrauben befestigt.

Urge Supatrail (11 Bilder)

Bell 4Forty

Mountainbiking ist eine anspruchsvolle Sportart – in Sachen Ausrüstung muss alles sitzen, was besonders auf den Helm zutrifft. Der 4Forty ist mit 310 Gramm so gut wie nicht zu spüren, was auch der glänzenden Passform zu verdanken ist. Selbst nach drei Stunden harter Bike-Arbeit fällt er nicht unangenehm auf. Besonders gefällt die saubere Integration der Polster in der Innenschale und das aufgeräumte Gurtsystem mit leichtgängigem Steckschloss. Eine Besonderheit ist die Höhenverstellbarkeit des Kopfbandes am Hinterkopf, so ist er individuell nach Wunsch einstellbar. Ein unkomplizierter Begleiter auf allen Trails und unser Preistipp.

Bell 4Forty (10 Bilder)

Rennradhelme orientieren an den Anforderungen, die hohe Fahrgeschwindigkeiten stellen: Hochwertige Modelle verbinden daher hervorragende Schutzeigenschaften mit geringem Gewicht und guter Aerodynamik. Die Helme sind mit glatten Oberflächen, durchdachten Belüftungsschlitzen und flatterfreie Gurten auch für professionellen Radsport geeignet.

Die Ansprüche an einen möglichst geringen Luftwiderstand gipfeln bei den Rennradhelmen in den futuristisch anmutenden Zeitfahrhelmen. So manches Zeitfahrrennen wurde dank der entscheidenden Sekunden, die eine optimierte Aerodynamik spart, gewonnen.

Alpina Valparola

Die Valparola-Serie von Alpina ist auf die Bedürfnisse von Rennradfahrern zugeschnitten: Geringes Gewicht, große, strömungsgünstige Belüftungskanäle und gute Aerodynamic lassen kaum Wünsche offen. Eine besondere Schwierigkeit bei der Entwicklung von Rennrad-Helmen ist die Kombination von Aerodynamik und Belüftungsöffnungen, ohne die Stabilität der Helme zu schwächen. Alpina gelingt der Spagat durch eine Inmould-Fertigung bei der Innen- und Außenschale, in drei Bereichen, thermisch verklebt sind und so die Helmpartie stabilisiert. Gurtsystem und Anpassung ist variabel und einfach. Antibakterielle Polsterung, Fliegengitter und ein kleines Steckschild gehören ebenfalls dazu.

Dirt- und BMX-Helme für den Fun-Sport setzen weniger Wert auf Aerodynamik, aber dafür auf Style und robusten Schutz. Diese Helme verbinden hohe Sicherheit mit einer kompakten Optik. Diese Kategorie ist gerade bei Jugendlichen für den Alltagseinsatz sehr beliebt.

O'Neal Dirt Lid ZF

Der Dirt-Helm O'Neal Dirt Lid ZF sieht trendig aus und sitzt fantastisch. Die breiten hochwertigen Gurte sorgen für einen bequemen Halt. Das Magnetschloss rastet schnell ein und ist mit etwas Übung mit nur einer Hand zu bedienen. Die Kopfanpassung erfolgt über ein Rad am Hinterkopf und ist auch mit langen Handschuhen sicher zu betätigen. Viele Designs für Jugendliche und Erwachsene, gepaart mit guter Passform und Rundumschutz machen den Helm zum Style-Tipp.

O'Neal Dirt Lid ZF (6 Bilder)

Magnetschloss und aufgeräumtes Gurtsystem zeichnen die Dirt-Lid-Modelle von O´Neal aus.

Kinderhelme werden in kindgerechten Größen und Designs angeboten. Ideal sind helle auffällige Farben, die die Sichtbarkeit erhöhen. Motto-Helme wie Schildkröte- oder Dino-Designs erhöhen die Akzeptanz. Denn Kinder sollten so früh wie möglich ans Helmtragen herangeführt werden, damit der Kopfschutz selbstverständlich wird. Insektengitter an den Frontöffnungen sind gerade bei Kinderhelmen eine nützliche Zusatzausstattung.

KED Meggy II Trend Kinderhelm

Der Passform- und Ausstattungstipp ist der kleine MTB-Helm Meggy II Trend von KED. Er ist in vier Helmschalengrößen erhältlich. Coole Designs sollen für Spaß und Individualität für die kleinen Biker sorgen. Clever ist der Drehverschluss im Nacken: er ist Einstellrad, Rückstrahler und ein doppeltes LED-Rücklicht in einem, leicht bedienbar und mit erhöhter Sichtbarkeit. Insektenschutznetz und viele erhältliche Ersatzteile runden das Angebot ab. Mit 250 Gramm in Größe S ist er angenehm leicht.

Giro Tremor MIPS

Ganz wie die Großen: Der Giro Tremor steht in Punkto Sicherheit den Erwachsenenhelmen in nichts nach. Eine voll abgedeckte EPS-Schale macht ihn schmutzunempfindlich und robust. Die MIPS-Ausstattung erhöht die Sicherheit bei bestimmten Unfallszenarien. Insektenschutznetz, abnehmbares Visierschild, Reflektoren und Ratschenverschluss machen ihn zum attraktiven Kopfschutz.

Im Folgenden zeigen wir, anhand welcher Punkte man zum perfekten Helm findet. Zunächst unsere Kurztipps:

  • Helmgröße passend zum eigenen Kopfumfang wählen.
  • Helm ausgiebig Probetragen, idealerweise auch auf dem eigenen Fahrrad probieren. Testen Sie dabei die Funktionalität der Anpassung des verstellbaren Kopfbandes.
  • Achten Sie auf den Kinnverschluss, ist er leicht zu bedienen und macht er einen soliden Eindruck.
  • Probieren Sie den Helm unbedingt auch mit einer Brille aus, selbst wenn Sie keine optische Brille benötigen.
  • Achten Sie auf das Herstellungsalter des Helmes. Helme müssen ein Herstellungsdatum aufweisen, wenn es nicht erkennbar ist Finger weg.
  • Hitzestau vermeiden, bei Sporthelmen auf große Belüftungsöffnungen achten.
  • Eine hochwertige separat waschbare Polsterung dient der Hygiene.
  • Auf die Ersatzteilversorgung wie Verschluss, Innenpolster und Schild achten.
  • Manche Hersteller bieten Vergünstigungen beim Neukauf nach einem Sturz (Crash-Replacement), daher unbedingt den Kaufbeleg aufbewahren.

Ist die richtige Kategorie gefunden, geht es ans Ausprobieren. Der Fahrradhelm muss perfekt passen, damit er auch richtig schützen kann. Er muss waagrecht über Stirn und Hinterkopf platziert sein und darf weder zu hoch noch zu tief über der jeweiligen Kopfpartie sitzen. Auch darf er seitlich nicht verrutschen und er muss bleiben, wo er hingehört. Gerade für Kinderhelme ist das entscheidend, da die Kleinen nicht unbedingt darauf achten, dass der Kopfschutz immer richtig sitzt.

Die Auswahl der Helmschalengröße bestimmt grundlegend, wie gut der Helm passt und schützt. Also Kopfumfang messen und den Helm suchen, der die ermittelte Größe abdeckt. Ideal ist es, wenn gleich mehrere Schalengrößen zur Auswahl stehen. So gibt es bei Erwachsenenhelmen in der Regel S, M und L, in Zentimeter ausgedrückt von 51 cm bis 63 cm, da sollte für jeden Schädel was dabei sein. Bei Kinder- und Jugendhelmen bietet der eine oder andere Helmhersteller sogar bis zu vier Schalengrößen an.

Cube Badger (9 Bilder)

Wird der Helm in Uni Size angeboten, ist darauf zu achten, dass die Größenanpassung über ein robustes und gut verstellbares Kopfband erfolgt. Von Helmen, die die Größenanpassung nur mittels Schaumpolster bewerkstelligen, ist in der Regel abzuraten. Je genauer also die Helmschalengröße zum Kopf passt desto besser werden die Aufprallkräfte absorbiert und schützt so optimal die wertvolle Füllung.

Und so wird der Kopfumfang gemessen: Mit einem Maßband den größten Kopfumfang über Stirn und Hinterkopf, direkt oberhalb der Ohren, ausmessen. Am leichtesten geht das zu zweit oder vor einem Spiegel.

Hat man seine Wunschkandidaten gefunden, geht es ans Ausprobieren und die Feinanpassung. Helm auf und das verstellbaren Kopfband so zudrehen, dass der Helm fest, aber noch bequem sitzt, ohne Druckstellen an Stirn, Schläfe oder Nacken zu bilden. Kopf schütteln und nach vorne überbeugen, dabei darf der Helm auch mit offenem Kinnriemen nicht abfallen. Bei der Gelegenheit lässt sich auch gleich ausprobieren, wie gut man mit dem Verstellsystem zurechtkommt. Ob Drehrad, Schieber oder Klettband, je leichter und robuster das geht, desto schneller ist der Helm aufgesetzt und bleibt sicher an Ort und Stelle. Jetzt Kinnriemen auf die richtige Länge bringen und schließen. Mit beiden Händen versuchen, den Helm auf dem Kopf zu verdrehen und abzuheben. Lässt er sich nicht zu weit abheben und verdrehen, passt er richtig. Nach ein paar Anproben hat man den Dreh raus und ein Gefühl dafür, welcher gut sitzt und welcher nicht.

Zum Schluss wird noch der Kinnriemen richtig positioniert. Über ein verschiebbares Klemmstück auf jeder Helmseite werden die von der Helmschale kommenden Gurten so positioniert, dass sich das Klemmstück auf Wangenhöhe befindet und der Kinnriemen nicht auf die Kehle drückt. Trotzdem sollte er auch nicht über das Kinn nach vorne rutschen. Jetzt noch die Länge des Kinnriemens einstellen und dabei knapp einen Finger breit Luft zwischen Riemen und Kinn lassen.

Die individuelle Kopfanpassung mittels Drehrad hat sich als Standard durchgesetzt. Es ist einfach zu bedienen, so lässt sich der Helm schnell anpassen. Die Besonderheit beim Bell Super 2 ist, dass das Öffnen durch Hochdrücken des Drehrades erfolgt. So lockert sich der Helm auch im Einsatz nicht.

Die Anprobe zeigt auch gleich, wie man mit dem Verschlusssystem des Kinnriemens zurechtkommt. Es sollte leichtgängig und blind zu bedienen sein. Üblich sind drei Verschlussarten: Am weitesten verbreitet ist das klassische Steckschloss aus Kunststoff. Es ist einfach zu betätigen. Zum Schließen muss man zwei Hände benutzen, das Öffnen geht einhändig. Die Weitenverstellung erfolgt durch das Verschieben auf dem Kinngurt, dazu muss der Helm aber abgenommen werden.

Beim Kinnriemenverschluss lautet die Devise: Ausprobieren. Ob klassisches Steckschloss, variabler Ratschenverschluss oder seltenes Magnetschloss – der Helm muss halten. Nur die Bedienung und der Sitz unter dem Kinn muss individuell getestet werden.

Die zweite Variante ist der Ratschenverschluss. Hierbei wird mit beiden Händen eine längliche Lasche in ein mit Druckknopf versehenes Schloss gesteckt, was geübt sein will. Die Feinverstellung der Kinngurtweite erfolgt über die Einstecktiefe. Öffnen geht mit einer Hand.

Seltener vertreten ist der Magnetverschluss. Hier führen Magnete die Gurtschlösser zusammen und rasten formschlüssig ein. Mit etwas Übung kann man das Schloss nicht nur mit einer Hand öffnen, sondern auch schließen. Die Kinngurtweitenverstellung erfolgt, wie beim Steckschloss, über Verschieben der Schlossenden auf dem Kinngurt.

Ganz wichtig für den optimalen Sitz des Helmes ist die Platzierung des seitlichen Gurtdreiecks. Mit dem aufgefädelten Schieber werden die Gurtlängen so eingestellt, dass der Kinnriemen zwischen Kinn und Kehle verläuft. Er darf weder auf den Kehlkopf drücken noch über das Kinn vorrutschen. Wie die exakte Anpassung bei den einzelnen Helmmodellen erfolgt, ist in der Bedienungsanleitung nachzulesen.

Helme brauchen regelmäßige Pflege, damit ihre Schutzwirkung auch nach längerem Einsatz nicht nachlässt. Kunststoff altert bei hohen Temperaturen schneller, daher sollte man den Helm nie im heißen Auto oder in der Sonne liegen lassen. Temperaturen über 60°C zerstören binnen kurzer Zeit jeden Helm. Auf keinen Fall Aufkleber aufbringen oder den Helm bemalen. Die darin enthaltenen Lösungsmittel können die Helmschale angreifen und schwächen. Besonders Klebehalterungen für die Helmkamera können bei einem Sturz einen Initialriss verursachen.

Nach dem Einsatz den Helm mit lauwarmem Wasser waschen und im Schatten trocknen lassen. Die Innenposter gelegentlich entnehmen und per Handwäsche mit etwas Seifenlauge und warmen Wasser auswaschen. Beim Entnehmen der Innenpolster darauf achten, wie sie angeordnet sind und dass sich die eingeklebten Klettpunkte nicht ablösen, damit hinterher wieder alles passt. Sind die Polster einmal verschlissen, gibt es oft vom Hersteller originalen Ersatz oder von Drittherstellern Universalpolster in verschiedensten Ausführungen. Spezielle gepolsterte Helmbeutel oder Taschen schützen vor UV-Strahlung und Staub.

Tests haben gezeigt, dass selbst ein zehn Jahre alter, gut gepflegter Helm kaum an Schutzwirkung einbüßt. Doch in so langer Zeit kann viel passieren. Nach einem Sturz oder heftigem Schlag muss der Helm unbedingt getauscht werden. Äußerlich sind oftmals kaum Spuren zu sehen, doch innen kann die Helmschale gebrochen sein und die Schutzwirkung ist passé. Zudem macht die Technik Fortschritte. Neue Materialien, Extras und Design machen die Helme sicherer und attraktiver. Der alte Helm ist nicht unbedingt schlecht geworden, doch der neue kann vieles besser und sieht zeitgemäßer aus. Die Gesundheit sollte ab und an einen neuen Helm wert sein.

Für „Crash-Piloten“ gibt es bei einigen Herstellern kostengünstige Möglichkeiten, einen durch Eigenverschulden beschädigten Helm zu ersetzen. Meist erfolgt dies in Form von vergünstigten Einkaufskonditionen bei der Neuanschaffung. Informationen und Bedingungen über die mögliche Crash-Replacement-Optionen kann man auf den Webseiten der Helmhersteller einsehen oder beim Kauf erfragen. Daher sollten Käufer den Beleg aufbewahren.

Die Helmanbieter sind per EU-Richtlinie und Norm zu einem Hinweis auf die Verfallszeit verpflichtet. Dabei handelt es sich um die Norm EN 1078 und Richtlinie 89/686 für persönliche Schutzausrüstung. Diese besagt, dass neben Hinweisen zu Pflege und bestimmungsgemäßem Gebrauch eine Verfallszeit oder Verfallsdatum angegeben werden muss. Die Uhr tickt ab dem Herstellungsdatum, weshalb ein Blick auf das Alter des Helmes vor dem Kauf ratsam ist. Zu erkennen ist das Helmalter an einem kleinen Aufkleber oder Einprägung mit dem Herstellungsdatum im Inneren des Helms.

Auf keinen Fall lebenslänglich. Ein Blick vor dem Kauf der sich lohnt. Ein kleiner Aufkleber verrät das Herstelldatum des Helmes.

Bis zu zwei, drei Jahre alte, sachgerecht gelagerte Helme sind unkritisch. Ab drei Jahren sollte man genau hinsehen und über den Kaufpreis nachdenken. Dabei muss der Helm nicht schlecht geworden sein. Aber es gibt in der Regel neue Modelle, die in der Technik vorangeschritten sind und deren Nutzungsdauer länger ist. Ein genaues Alter, ab dem man Helme ausmustern muss, gibt es nicht. Doch es gibt Empfehlungen. Als Faustregel gilt: Abhängig von der Nutzung und Lagerung sollte man nach etwa fünf Jahren über einen Neuen nachdenken.

Fahrradhelme, die in der Europäischen Union auf den Markt kommen, müssen die Prüfnorm EN 1078 erfüllen. Unabhängige und zertifizierte Institute können diese bestätigen. Als Zeichen für das Bestehen tragen die Helme einen entsprechenden Aufkleber. Zentraler Bestandteil dieser Prüfung ist der Test des Stoßdämpfungsvermögens. Der Helm muss dazu auf einem mit Sensoren ausgestatten Prüfkopf zwei Aufschlägen standhalten und darf dabei eine maximale Beschleunigung von 250 g (250-fache Erdbeschleunigung) nicht überschreiten. Beim ersten Test fällt der Prüfkopf mit festgeschnalltem Helm mit 5,42 m/s (knapp 20 km/h) auf eine flache Stahlplatte. Beim zweiten Test prallt er mit einer Geschwindigkeit von 4,57 m/s (knapp 17 km/h) auf eine Stahlkante, die eine Bordsteinkante simuliert. Die beiden Aufschlagspunkte müssen mindestens 150 mm voneinander entfernt liegen. Der Prüfer wählt dabei die Prüfzonen per Augenschein so aus, dass es die vermeintlichen Schwachstellen, wie große Lüftungsöffnungen, trifft.

Ein moderner Fahrradhelm hat eine feste, glatte Außenschale und eine dämpfende Innenschale, die aus expandiertem Polystyrol (ESP) besteht. Das Rohmaterial dafür liegt in Pellets vor. Unter Druck und heißem Dampf in Form gepresst, blähen sich diese um ein Vielfaches zu Kügelchen auf und verkleben miteinander zur fertigen Schale. Bei einem Unfall absorbiert der innere Aufbau des Helmes die Aufprallenergie, indem die Kügelchen platzen und an ihrer Klebestelle abscheren. Die Außenschale verhindert das Eindringen von scharfkantigen Gegenständen und hält die innere Schale zusammen, auch wenn diese durch die Wucht des Aufpralls bricht.

Ein Actionvideo beim Downhill beeindruckt Freunde und Familie. Aber wohin mit der Kamera? Dazu gibt es Helmmodelle, die mit einem Halter für gängige Action-Kameras ausgestattet oder nachrüstbar sind. Hier wählt der Helmhersteller die beste Platzierung. Bastellösungen und selber aufgeklebte Halter sind tabu, zu hoch ist das Risiko den Helm gefährlich zu schwächen.

Lumos Street: App (11 Bilder)

Licht ins Dunkle bringen Beleuchtungssysteme mit Front-, Rück-, Brems- und Blinklicht. So ausgestattet sind diese Helme ein Plus bei Nachtfahrten. Konnektivität ist nicht nur beim Auto ein Stichwort, auch Fahrradhelme warten inzwischen mit SOS-Systemen, Bluetooth, Lautsprecher und Mikrofon auf. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich unseren Test des Lumos Street durchlesen.

Bell Super 2 (13 Bilder)

Wenn eine Helmkamera eingesetzt wird, dann bitte keine Selbstbaulösung. Der Bell Super 2 wird mit einer passenden Kamerahalterung ausgeliefert. Vorsicht bei tiefhängenden Ästen.

Ausgiebiges Probetragen ist Pflicht. Denn auch wenn Helmgröße und Gurtsystem passen, kann es unangenehm werden und sogar Kopfschmerzen verursachen. Denn zu unterschiedlich sind die individuellen Kopfformen. Idealerweise testet man den Helm auf dem eigenen Fahrrad und mit Brille. Nur dort hat man die typische Körperhaltung und bemerkt sehr schnell, wo der Helm drückt. Jeder sollte sich die Zeit nehmen, Helme durchzuprobieren. Unterschiede in Qualität und Passform erkennt man recht schnell. Ein hochwertiger Helm hat ein gut verstellbares Gurtsystem, ein solides Schloss und hochwertig verarbeitete Polster. Fühlt man sich nicht 100 Prozent wohl mit einem Modell, sollte man das nächste ausprobieren. Ein Helm, der nicht von Anfang an perfekt sitzt, passt sich nicht an, wird schließlich nicht gerne aufgesetzt und baumelt nur am Lenker.

Bei den bekannten Herstellern wie Alpina, Bell oder Met findet man tolle MTB- und Rennradhelme. Aber auch weniger bekannte Helm-Marken wie Urge und Mavic bieten außergewöhnliches Design und Leistung. Beim umfangreichen Programm von Abus hat man eine große Auswahl an Kinder- und Cityhelmen. Im Preisbereich zwischen 50 und 150 Euro findet man sicher den passenden Helm. Darunter ist oft mit Abstrichen bei Design, Passform und Ausstattung zu rechen.

Helme empfehlen sich bei alle Fahrradfahrten, auch beim E-Klapprad. Wer sich für den einen Kauf eines E-Klapprads itneressiert, sollte sich den Test des Fiido D4S durchlesen. Für etwa 700 Euro eines der E-Klappräder mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch beim Fahren von E-Scootern sollte man einen Helm aufsetzen. Die Modelle, die uns besonders beeindruckt haben küren wir in unserer Bestenliste: Top-10-E-Scooter mit Straßenzulassung.

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