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Kaufberatung Kompaktkamera: Der Weg zur perfekten Kamera

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Bild: Canon, Sony, Rico, Schelhorn

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Sie sind klein, leicht und flexibler als eine Smartphone-Kamera: Kompaktkameras sind gute Begleiter beispielsweise für Urlaubs- und Familienfotos. Wir geben Tipps zum Kauf.

Noch nie war die Auswahl an verschiedenen Kameramodellen so hoch wie zurzeit. Smartphones-Kameras setzten das Brot-und-Butter-Segment der Kamerahersteller stark unter Druck. Davon profitiert der Verbraucher, da die Kamers dadurch besser und vielfältiger werden. Die Auswahl ist riesig. Neben Kompaktkameras, die ein fest eingebautes Objektiv besitzen, gibt es immer mehr Modelle mit wechselbarem Objektiv. Bisher sind hier die Spiegelreflexkameras am beliebtesten, diese werden aber zusehends durch die spiegellosen Systemkameras verdrängt. Darüber hinaus gibt es Actioncams, besonders kleine und robuste Kameras für Sportler und Flugdrohnen mit Kameras. In diesem Artikel dreht sich zunächst alles um die Kompaktkamera.

Für gelegentliche Schnappschüsse ist eine Smartphone-Kamera der ideale Begleiter. Gerade Geräte wie das Huawei P20 Pro (Testbericht) liefern gute Ergebnisse. So wundert es wenig, dass immer weniger klassische Kompaktkameras verkauft werden. Allerdings stoßen die Smartphone-Kameras schnell an technische Grenzen. So bieten sie nur ein Objektiv mit Festbrennweite, einen optischen Zoom gibt es nicht. Der Digitalzoom vergrößert Objekte zwar, doch die Bilder verlieren dadurch schnell an Qualität. Die Spitzenmodelle der Smartphone-Kameras gleichen diesen Umstand dadurch aus, dass sie eine weitere Kameraeinheit mit höherer Brennweite nutzen. Beim iPhone Xs Max (mac & i Testbericht) beispielsweise ein Weitwinkel- und eine Porträt-Brennweite. Hier sind Kompaktkameras flexibler und bieten in der Regel Zoomobjektive, die einen deutlich höheren Bereich abdecken.

Die Beschränkungen einer Smartphone-Kamera hat eine Kompaktkamera nicht. So bieten viele Kompaktkameras ein Objektiv, das einen großen Bereich von Weitwinkel bis Tele abdeckt. Bereist einfache Modelle sind mit Zoomobjektiven ausgestattet, die nicht selten mindestens einen 10-fachen Zoombereich bieten – und das nahezu ohne Qualitätsverlust.

Zudem gibt es sogenannte Superzoom-Kompaktkameras, die oft einen 40-fachen Zoom besitzen. Spätestens hier muss sich auch die beste Smartphone-Kamera geschlagen geben. Nur die Spitzenmodelle der Kompaktkameras – die Klasse der Edelkompakten – nutzen nur ein Objektiv mit fester Brennweite, dafür punkten sie mit der Qualität einer DSLR-Kamera.

Mittlerweile sind fast alle Kameras mit einem WLAN-Modul ausgestattet. So können sie sich mit einer passenden App mit einem Android-Smartphone beziehungsweise iPhone verbinden. Auch die drahtlosen Schnittstellen Bluetooth und NFC sind weit verbreitet. Über Bluetooth lassen sich Bilder zum Smartphone übertragen und von dort aus über das Internet teilen. Auch lassen sich die Bilder auf dem Smartphone bearbeiten.

Auf dem Datenblatt lesen sich viele Megapixel beeindruckend. Doch das allein ist kein Gradmesser für eine gute Bildqualität. Einen besseren Anhaltspunkt für eine gute Bildqualität ist die Fläche, die ein Bildsensor aufweist. Je größer, desto mehr Platz haben die lichtempfindlichen Sensoren und um so weniger stören sie sich gegenseitig. Gerade bei schwachem Licht macht sich das schnell bemerkbar. Die relevante Einstellung ist der ISO-Modus.

Ein Größenvergleich der gängigen Bildsensoren. Kompaktkameras nutzen in der Regel Bildsensoren ab 2/3 Zoll, die Spitzenmodelle ab einem Zoll Diagonale.

Doch auch, wenn die Bildqualität großflächiger Bildsensoren besser ist. Zwei große Nachteile bringt das mit sich: Der erste ist der Preis. Je größer der Bildsensor einer Kompaktkamera ist, desto teurer wird das Gerät. Der zweite Nachteil: ein großflächiger Bildsensor braucht auch eine größere Optik. Somit geht ein großer Vorteil verloren, den gerade eine Kompaktkamera hat – die kleinen Maße. Daher muss man oft einen Kompromiss aus Bildqualität und kompakten Zoomobjektiv eingehen. Denn je höher der Zoombereich der Kamera, desto kleinflächiger muss der Bildsensor sein, soll die Kamera zugleich möglichst kompakt sein.

Der Trend bei Kompaktkameras geht hin zur besseren Bildqualität. Und so verwenden gute Modelle einen Bildsensor mit mindestens einem Zoll Diagonale. Herkömmliche Kompaktkameras nutzen in der Regel einen 2/3 Zoll großen Bildsensor, während der Bildsensor eines Smartphones ungefähr 1/2,7 Zoll oder kleiner misst.

Für das Verhältnis aus Baugröße und Sensorfläche gibt es ein breites Angebot an Kompaktkameras. Angefangen bei handlichen Kameras mit Zoomobjektiv bis zur großen Kamera, die wegen dem großflächigen Bildsensor nur ein Objektiv mit geringem oder gar kein Zoom nutzen. Diese Spanne an Kameras kann man grob in fünf Gruppen einteilen, die hier vorgestellt werden. Zu jeder der Kameras stellen wir passende Vertreter ihrer Gattung vor, um eine preisliche Einschätzung zu liefern.

Simple Kompaktkameras sind schon für wenig Geld zu haben. Die Bildqualität unterscheidet sich nur gering von der eines höherwertigen Smartphones. Dafür bieten diese Kameras ein Zoomobjektiv, das nicht selten einen zehnfachen Bereich abdeckt - also vom Weitwinkel für Landschaftsaufnahmen bis hin zum Telebereich, um weiter entfernte Motive groß abbilden zu können. Geeignet sind solche Kameras für diejenigen, die eine kleine Immer-dabei-Kamera suchen, die man auch im Urlaub bequem in der Hosentasche tragen kann.

Einfache Kameras
Vorteile Nachteile
klein, handlich Bildqualität meist nicht besser als die einer Smartphone-Kamera
genügend Zoombereich des Objektivs
Canon Digital Ixus 285 HS schwarz (1076C001)

Canon IXUS 285 HS

Nikon Coolpix A300 rot (VNA963E1)

Nikon Coolpix A300

Sony Cyber-shot DSC-WX220 schwarz

Sony Cybershot WX220

Wie der Name es schon andeutet, nutzen Superzoom-Kameras Objektive (auch Megazoom genannt), die ein besonders weites Spektrum abdecken. Oft sind diese Kameras mit 40-fachem Zoomobjektiv oder höher ausgestattet. Das reicht aus, um beispielsweise Landschaften im Weitwinkel und den Mond bildschirmfüllend zu fotografieren. Somit ersetzt eine Superzoom-Kamera theoretisch die ganze Objektivsammlung einer Kamera mit Wechselobjektiv.

Doch mit einem ein Superzoom-Objektiv muss man auch Kompromisse bezüglich der Abbildungsleistung in Kauf nehmen. So sinkt im Telebereich die maximale Blendenöffnung teils spürbar ab. Das bedeutet, dass man im Telebereich schlechter bei wenig Licht fotografieren kann. Dafür ist die Ausstattung einer Superzoom-Kamera ansonsten gut. Obligatorisch ist ein mechanischer Bildstabilisator, der ohne Qualitätsverlust wackelfreie Bilder ermöglicht.

Superzoom
Vorteile Nachteile
hoher Zoombereich Meist wenig lichtstark im hohen Telebereich
Canon PowerShot SX740 HS silber (2956C011)

Canon Powershot SX740 HS

Panasonic Lumix DC-TZ91 schwarz

Panasonic Lumix TZ91

Nikon Coolpix P1000 schwarz (VQA060EA)

Nikon Coolpix P1000

Das Gehäuse einer Bridge-Kamera ist meist schon so groß wie jenes einer Spiegelreflex-Kamera. Dafür steckt in einer Bridge-Kamera oft auch die Qualität einer „großen“ Kamera, dafür eben ohne Wechselobjektiv. Geeignet sind solche Kameras für diejenigen, die eine kompaktere Kamera als eine Spiegelreflex-Kamers suchen, aber die gleiche Art der Bedienung möchten.

In Zeiten der kompakten spiegellosen Kameras schwindet der Vorteil dieser Bridge-Kameras, da es nun genügend Alternativen gibt. Interessant sind vor allem die Bridgekameras, die mit Superzoom-Objektiven ausgestattet sind. Ansonsten sind die Vorteile dieser Kameras dünn gesät. Erwähnenswert ist, dass im Gegensatz zu Kameras mit Wechselobjektiv kaum Staub in das Objektiv eindringen und sich auf dem Bildsensor als dunkle Flecken bemerkbar macht.

Bridge-Kameras
Vorteile Nachteile
je nach Modell Superzoom-Objektiv Große Gehäuse
Canon PowerShot G1 X Mark III schwarz (2208C002)

Canon PowerShot G1 X Mark III

Sony Cyber-shot DSC-RX10 IV schwarz (DSC-RX10M4)

Sony CyberShot RX10 IV

Panasonic Lumix DMC-FZ2000 schwarz

Panasonic Lumix FZ2000

Besonders die hochpreisigen „Edelkompakten“ sind im Kommen. Denn diese bieten gegenüber einer Smartphone-Kamera eine deutlich bessere Bildqualität. Interessant sind diese Modelle für Fotobegeisterte als Zweitkamera, die anstatt einer klassischen Kompaktkamera ansonsten mit einem Smartphone fotografieren. Edelkompakte nutzen einen großflächigen Bildsensor überwiegend mit einer Fläche des APC-C- oder sogar Kleinbild-Formats, das in der digitalen Welt auch als Vollformat bekannt ist. Da der Bildsensor dieser Kameras großflächig ist, brauchen sie ein größeres Objektiv.

Die Modelle mit Vollformat-Bildsensor nutzen daher in der Regel ein Festbrennweiten-Objektiv, da dieses am wenigsten Platz beansprucht. Da sich diese Kameras an erfahrene Fotografen richtet, lassen sie sich auch manuell steuern und bieten in der Regel viele Einstellräder. Auch das Speichern im Raw-Format ist bei diesen Kameras möglich.

Edelkompakt
Vorteile Nachteile
beste Bildqualität aller Kompaktkameras teuer
hochwertige Verarbeitung für Fotoerfahrene
große Gehäuse
oft nur Festbrennweite-Objektiv ohne Zoom
Leica D-Lux 7 silber (19115)

Leica D-Lux 7

Sony Cyber-shot DSC-RX1R II schwarz (DSC-RX1RM2)

Sony RX1R II

Panasonic Lumix DMC-LX100 II schwarz

Panasonic Lumix LX100 II

Wenn es rau zugeht, es nass und dreckig wird, dann möchte man in diesen Bedingungen kaum mit einer normalen Kamera fotografieren. Für diese Aktivitäten sind die Outdoor-Kameras gedacht. Sie sind allesamt wasserdicht und eignen sich sogar zum Schnorcheln oder für Sporttaucher (hier unbedingt die maximale Wassertiefe beachten). Außerdem sind sie robust gebaut und überstehen auch Stürze und Erschütterungen besser als herkömmliche Kameras.

Da das Objektiv bei diesen Modellen nicht aus dem Gehäuse fährt, ist der Zoombereich eingeschränkt. Dieser reicht bis zum 5-fachen Zoom. Geeignet sind diese Kameras daher für alle Action-Freunde, die am Strand, im- oder unter Wasser oder unter sonstigen rauen Bedingungen auch Fotos erstellen möchten. Canon, Olympus, Pentax und Nikon haben solche Kameras im Programm. Eine Alternative dazu sind die kleineren und ebenfalls robusten wie auch wasserdichten Actioncams (Übersicht), die mit der Gopro bekannt geworden sind.

Outdoor-Kamera
Vorteile Nachteile
sehr robust maximal 5-fach-Zoom
wasserdicht
griffiges Gehäuse
Olympus TG-5 schwarz (V104190BE000)

Olympus Tough TG-5

Ricoh WG-60 rot (03832)

Ricoh WG-60

Fujifilm FinePix XP130 gelb (16573401)

Fujifilm FinePix XP130

Die Spannweite an Kompaktkameras ist weit und deckt die unterschiedlichsten Anforderungen ab. Sollte man bereits mit einem Smartphone fotografieren, dann ist eine Kompaktkameras als Ergänzung ideal. In diesem Fall ist eine Kompaktkamera noch so handlich, dass man sie auch wirklich auf Ausflügen, Urlaub oder Familienfeiern mitnimmt. Hier scheitern Spiegelreflex- oder Systemkameras oft schon an ihrer Größe, obwohl sie die bessere Bildqualität liefern.

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