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Kaufberatung Gaming-Monitore: Displays zum Zocken

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von und Moritz  // 

Gaming-Monitore kommen in allen Preisklassen und mit unterschiedlichster Ausstattung. Wir zeigen, worauf Spieler achten sollten und welche Kompromisse sie möglicherweise eingehen müssen.

Wer einen Monitor zum Zocken am PC erwerben möchte, steht vor einer Fülle potentieller Kaufkandidaten. Alle locken mit ganz eigenen Features und Versprechungen. Da ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten und das Gerät zu finden, das den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht. Soll der neue Bildschirm möglichst günstig sein? Oder eine besonders schnelle Reaktionszeit besitzen? Sich speziell für Shooter eignen? Oder auch für Anwendungen abseits des Gaming-Hobbys funktionieren? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich unsere Kaufberatung, die Gamern einen Überblick darüber gibt, auf was sie beim Kauf eines Spielemonitors achten müssen.

Klären wir zuerst die Frage: Wie groß muss ein Gaming-Monitor eigentlich sein? Die kurze Antwort: Am besten zwischen 24 und 27 Zoll.

Die Bildschirmdiagonale hängt zwar immer von den persönlichen Bedürfnissen des Käufers ab, allerdings lässt sich auf Basis einiger Parameter doch diese generelle Empfehlung aussprechen. Dabei hängt die Größe des Monitors wesentlich mit der Auflösung zusammen – denn wer Inhalte in 1440p oder besser darstellen lassen möchte, braucht auch entsprechend Platz für die erforderlichen Pixel. Ist das Panel aber zu groß, wird es auf dem Bildschirm schnell unübersichtlich, denn das menschliche Blickfeld kann nur einen bestimmten Größenbereich auf einmal erfassen.

Im Gegensatz zum Display eines Fernsehers, dessen Diagonale durchaus 65 Zoll und mehr umfassen kann, ergeben derartig riesige Bildschirmdiagonalen bei Gaming-Monitoren wenig Sinn. Die meisten Nutzer sitzen beim Spielen maximal eine Armlänge vom Bildschirm entfernt, entsprechend sehen sie einen entsprechend kleineren Bereich auf diese Entfernung. Deshalb sind Monitore mit einer Bildschirmdiagonale zwischen 24 und 27 Zoll am besten für Gaming-Zwecke geeignet. Im Einzelfall kann man auch zu größeren Bildschirmen greifen, sollte aber die Auswirkungen auf Auflösung und Übersicht im Hinterkopf behalten.

Aktuell können Käufer von PC-Monitoren zwischen drei verschiedenen Display-Typen wählen: IPS, (M/P)VA und TN. In Sachen Verfügbarkeit schlägt IPS die beiden anderen Varianten VA und TN deutlich, weshalb die Auswahl an verschiedenen Monitoren bei der Wahl eines IPS-Displays am größten ist. Allerdings unterscheiden sich die drei Panel-Arten deutlich voneinander und besitzen ihrerseits diverse Vor- und Nachteile.

TN-Panels („Twisted Nematic“) verwenden die älteste LCD-Technik und nutzt eine Schicht aus Flüssigkristallen, die im 90 Grad Winkel miteinander verdrillt sind. Diese Displays besitzen den Vorteil einer kurzen Reaktionszeit, in den meisten Fällen lediglich eine (echte) Millisekunde. Dadurch kann das Display wechselnde Bildinhalte zügiger als andere Monitore darstellen und minimiert den Ghosting-Effekt (eine Art Schleier, den sich bewegende Pixel hinter sich her ziehen). Der Nachteil eines TN-Panels besteht in der Farb- und Kontrastdarstellung sowie beim Betrachtungswinkel: Monitore mit TN-Display können Farben sauber nur in einem horizontalen Betrachtungswinkel von bis zu 150 Grad darstellen. Wer außerhalb dieses Winkels auf den Bildschirm schaut, muss deutliche Farbverluste in Kauf nehmen. In Teilen sind Bereiche des Bildes dann auch gar nicht mehr erkennbar.

Diesen Nachteil gleichen Monitore mit IPS-Panel („In Plane Switching“) dadurch aus, dass sie die Flüssigkristalle parallel zueinander anordnen. Das wiederum sorgt dafür, dass die Kristalle sich immer in der für das menschliche Auge selben Position befinden. Auf diese Weise erhöht sich der mögliche Blickwinkel auf das Display auf maximal 178 Grad. IPS-Panels erreichen außerdem insgesamt deutlich bessere Farb- und Kontrastwerte als TN-Panels. Allerdings können sie mit der schnellen Reaktionszeit von TN-Displays nicht mithalten und bringen es in den meisten Fällen nur auf Werte zwischen fünf und neun Millisekunden, zu langsam für viele schneller Shooter. Weil IPS-Panels die Flüssigkristalle außerdem an der Rückseite des Displays anordnen, benötigen sie eine zusätzliche Hintergrundbeleuchtung, die wiederum den Strombedarf erhöht. Wie sich ein IPS-Panel in der Praxis schlägt, zeigen wir im Test zum günstigen LG 24MK430H-B.

Mit den VA-Panels („Vertical Alignment“) haben die Hersteller eine Display-Art entwickelt, die die Vorteile der TN- und IPS-Panels kombinieren soll. Während die Flüssigkristalle in einem IPS-Panel horizontal angeordnet sind, liegen sie bei einem VA-Panel vertikal an. Dadurch verbessern sich die Kontrast- und insbesondere die Schwarzwerte gegenüber den IPS-Panels, während VA-Displays ebenfalls einen Blickwinkel von bis zu 178 Grad ermöglichen. Um das Problem der höheren Reaktionszeit gegenüber TN-Panels zu lösen, werben viele Hersteller außerdem mit der sogenannten MPRT-Technologie („Moving Picture Response Time“). Die wiederum soll mithilfe von Backlight-Strobing (dem Aufblitzen der LEDs der Hintergrundbeleuchtung) auftretende Bewegungsunschärfeeffekte reduzieren und die Reaktionszeit auf Werte von einer Millisekunde reduzieren. Dass es sich dabei aber vor allem um eine Werbemasche handelt, die in der Praxis den Nachteil der nativen, langsamen Reaktionszeit von VA-Panels kaum kaschieren kann, zeigen unsere Tests der Gaming-Monitore AOC C24G1 (Testbericht) und Samsung CF24FG73 (Testbericht).

Preislich unterscheiden sich die Panels nicht mehr so deutlich, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war. Allerdings sind noch immer deutliche Tendenzen erkennbar: TN-Panels sind derzeit am günstigsten zu haben und lassen sich bereits ab 90 Euro erwerben. Außerdem verfügen sie über den niedrigsten durchschnittlichen Strombedarf. Die Preise für IPS-Monitore beginnen bei etwa 120 Euro. VA-Monitore fielen seit der ersten Version des Artikels im Preis und beginnen bei knapp 100 Euro.

Neben der Art des Panels und der daraus resultierenden Reaktionszeit spielt bei Gaming-Monitoren die Bildwiederholungsrate eine entscheidende Rolle. Je höher der in Hertz gemessene Wert der Bildrate ausfällt, desto häufiger baut das Display ein Bild pro Sekunde auf. Höhere Werte sollen ein Flimmern des Bildes verhindern und Bewegungen flüssiger darstellen.

Die meisten vom Hersteller als dedizierte Gaming-Monitore klassifizierten Bildschirme verfügen über eine Bildwiederholungsrate von mindestens 75 Hz; Werte von 144 Hz sind ebenfalls häufig vertreten. Darüber hinaus gibt es nur wenige, teure Modelle. Inwiefern das menschliche Auge derartige Unterschiede bei der Bildwiederholungsrate aber überhaupt wahrnehmen kann, gilt unter Forschern als umstritten und wird in Gaming-Foren heiß diskutiert.

Die Antwort auf diese Frage hängt unter anderem davon ab, ob es sich bei dem wahrgenommenen Inhalt um ein statisches Bild oder eine bewegte Abfolge von Bildern handelt. Außerdem beeinflusst unsere eigene Bewegung die Wahrnehmung von Bildern. Theoretisch kann das menschliche Auge unter den richtigen Bedingungen selbst bei einer Frequenz von 500 Bildern pro Sekunde (fps) noch Abweichungen erkennen. Auf der anderen Seite nehmen wir aber Bilder als fließende Bewegung wahr, die mit einer Frequenz von 18 fps vor unserem Auge erscheinen.

Wieviel Hertz wir beim Spielen also tatsächlich benötigen, ist von einer Reihe an Faktoren abhängig, die sowohl das eigene Sehvermögen als auch die persönlichen Bedürfnisse miteinbeziehen müssen. Weil wir bei besonders schnellen Bewegungen auch bei hohen Hertzzahlen noch Abweichungen sehen können, empfiehlt sich beispielsweise für First-Person-Shooter ein Monitor mit besonders hoher Bildwiederholungsrate. Wer hingegen eher statische Spiele konsumiert, etwa Echtzeitstrategie oder Rollenspiele, muss beim Kauf eines Monitors weniger stark auf den Hz-Wert achten. Wichtig: Je höher die Bildfrequenz sein soll, desto mehr muss die Grafikkarte arbeiten. Hier lohnt sich das Spiel mit den Auflösungen: 144 Hz bei 1440p können angenehmer sein als 50 Hz in einer UHD-Auflösung.

Für den Praxistest haben wir zwei Displays ausprobiert, ein Asus PB287Q mit 60 Hz und einen AOC 27G2U mit 144 Hz. Als Spiel nutzten wir Deus Ex: Human Revolution. Ja, das ist älter, erfüllt aber seinen Zweck dafür ideal: Moderne Grafikkarten schaffen in Full-HD mit dem Titel locker mehr als 200 Frames pro Sekunde (fps), selbst wenn alle grafischen Features aktiviert wurden. Dazu wechselt das Spiel immer wieder zwischen vorberchneten Zwischensequenzen und Spielgeschehen. Und nicht zuletzt ist die Geschichte gut.

Während des Spiels wurde schnell klar: Bei den reinen Missionen hatten wir sehr selten Tearing, unabhängig von den Frames pro Sekunden. Das mag daran liegen, dass Deus Ex kein schneller Shooter, sondern eher ein Schleichspiel ist – zumindest in unserer Spielweise. Wo der Unterschied zwischen den Displays dann aber enorm auffiel, war in den Zwischensequenzen. Hier sprang die FPS-Zahl locker über 250 bis fast 1000 fps und vor allem beim Asus PB287Q mit 60 Hz machte sich ein deutliches Tearing im unteren Drittel des Bildes bemerkbar. Mit aktiviertem VSYNC im Spiel wurden die Frames bei 60 mehr oder weniger eingefroren. Damit war das Problem des Tearings vorbei, allerdings sah das Spiel im direkten Vergleich deutlich weniger flüssig aus.

Gut zu sehen: Passen fps-Rate und die Wiederholfrequenz des Bildschirms nicht zusammen, sind solche Risse im Bild (Tearing) ist das Ergebnis.


Ein anderes Bild lieferte der AOC 27G2U. Dank der 144 Hz sahen die Videos butterweich aus, komplett ohne Tearing oder andere störende Artefakte. Wichtig ist, dass die passenden Treiber zum Display installiert sind und man sich nicht nur auf die automatische Erkennung von Windows verlässt.

Unser Zwischenfazit fällt dementsprechend geteilt aus: Wer ein System hat, das bei den meisten Spielen, die man spielt, locker die 80 bis 120 fps knackt, der sollte in einen Monitor mit 144 Hz oder höher investieren. Das Bild sieht einfach glatter und „echter“ aus, nerviges Tearing fällt weg. Wer ein Gaming-System hat, das um die 70 fps oder weniger liefert, der kann auch zu einem günstigeren Monitor greifen und notfalls VSYNC aktivieren, um Tearing zu vermeiden.

Als das Gaming-Feature schlechthin werden die Technologien Freesync und G-Sync beworben. Jeder Hersteller von Gaming-Monitoren, der etwas auf sich hält, bewirbt seine Geräte mit einem der beiden Merkmale. Sowohl Freesync als auch G-Sync sollen durch eine flüssigere Darstellung von Bildinhalten für eine Verringerung von Tearing-Effekten (sogenanntem „Bildzerreißen“) sorgen. Tearing tritt unter anderem dann auf, wenn Grafikkarte und Monitor Bilder mit unterschiedlichen Wiederholungsraten darstellen und Inhalte dann zu verschiedenen Zeitpunkten auf dem Display erscheinen.

Die Technologien setzen an dieser Stelle an und passen die Bildrate des Monitors flexibel an die der Grafikkarte an, um Tearing zu verhindern. Beide unterscheiden sich dabei nicht nur in Bezug auf die Firmen, die sie entwickelt haben, sondern auch in Bezug auf ihre Implementierung als Monitor-Feature. Während AMD das hauseigene Freesync als Softwarelösung mit offenem Standard entwickelt hat, handelt es sich bei Nvidias G-Sync um eine Hardware-Variante, bei der ein spezielles Modul im Monitor verbaut wird.

Die Frage, welche der beiden Technologien in der Praxis besser abschneidet, lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Sowohl Freesync als auch G-Sync besitzen Vor- und Nachteile: Freesync steht Monitorherstellern kostenlos zur Verfügung – ergo gibt es eine deutlich größere Auswahl an Monitoren, die Freesync unterstützen. Allerdings kommt Freesync ins Stottern, sobald die von der Grafikkarte ausgegebene Bildrate unter den von dem jeweiligen Monitor dargestellte minimale Bildwiederholungsrate sinkt. Das ist besonders bei Spielen ärgerlich, die bei einer bestimmten Framerate gedrosselt sind. Bei einigen Monitoren tritt außerdem anstelle von Tearing-Effekten verstärktes Ghosting auf (siehe oben).

G-Sync hat ebenfalls mit besonders niedrigen Bildraten zu kämpfen, bei denen es zu Flackern kommen kann. Allerdings hat Nvidia hier bereits nachgebessert. G-Sync kommt dabei zugute, dass es deutlich länger auf dem Markt ist als Freesync. Die Bedingungen, die Hersteller erfüllen müssen, um ihre Monitore G-Sync-fähig zu machen, sind allerdings deutlich anspruchsvoller als bei AMDs Freesync. Dementsprechend kosten G-Sync-Monitore durchschnittlich mehr als Freesync-Bildschirme. Allerdings hat sich Nvidia mittlerweile dazu entschieden, ausgewählte Freesync-Monitore als kompatibel zum G-Sync einzustufen. Und AMD? Die haben zwei neue Stufen (Freesync Premium und Freesync Premium Pro) eingeführt, um eine bessere Übersicht zu den Funktionen der Geräte zu geben. Mehr dazu im Artikel Gaming-Monitore: AMD führt FreesyncPremium und FreeSync Premium Pro ein bei heise online.

Freesync Anforderungen an den Monitor
Freesync Freesync Premium Freesync Premium Pro
Kein Tearing Mindestens 120 Hz bei mindestens Full-HD-Auflösung Mindestens 120 Hz bei mindestens Full-HD-Auflösung
Niedrige Latenz Untersützt Low Framerate Compensation (LFC) Untersützt Low Framerate Compensation (LFC)
Niedrige Latenz Niedrige Latzen in SDR und HDR
Unterstützt HDR


Apropos unterstützen: Wer einen Monitor mit G-Sync oder Freesync kauft, muss darauf achten, dass dieser auch mit der eigenen Grafikkarte kompatibel ist. Ein Freesync-Monitor funktioniert sowohl mit Grafikkarten von AMD als auch von Nvidia, während ein G-Sync-Gerät nur mit Nvida-GPUs läuft. Nivdia liefert ((auf dieser Seite)) eine offizielle Übersicht an Monitoren, die G-Sync unterstützen oder zu G-Sync kompatibel sind. Und eine weitere Hürde: Einige Monitore können Freesync nur per DisplayPort, einige können nur HDMI, einige schaffen es bei beiden Anschlüssen. Eine Übersicht gibt AMD auf dieser Seite. Nvidia auf der anderen Seite präferiert DisplayPort als Anschluss, kennt aber Ausnahmen, wenn es sich um OLED-TVs von LG handelt. Denn dann wiederum ist eine Übertragung per HDMI möglich. Sprich: V orher auf dieser Nvidia-Seite checken und notfalls einfach mal das Kabel tauschen.

Aber was ist besser, Freesync oder G-Sync? Im direkten Vergleich empfinden die meisten Tester G-Sync als die qualitativ überlegene Technologie. Allerdings müssen Käufer neben dem bereits erwähnten Kostenfaktor auch bedenken, dass die tatsächliche Auswirkung von Freesync und G-Sync in der Praxis stark von dem persönlichen Gaming-Gewohnheiten des Nutzers abhängig ist. Ähnlich wie bei der Bildrate lohnen sich Monitore mit einer der beiden Adaptive-Sync-Versionen vor allem bei Shootern. Allerdings ist in vielen Fällen mit bloßem Auge kaum ein Unterschied zwischen aktiviertem und deaktiviertem Free- oder G-Sync sichtbar. Deshalb sollten diese beiden Technologien nicht das entscheidende Kriterium beim Kauf eines Gaming-Monitors darstellen. Übrigens: Die MPRT-Funktion vieler VA-Panels arbeitet nicht mit den Sync-Techniken zusammen, es gilt eins oder das andere.

Wer auf mehr als einem Monitor spielen will, für den wird der Rahmen der Geräte wichtig. Den sind diese zu dick, zieht sich ein fetter Balken mitten durch das Spiel. Dabei hat es noch kein Hersteller geschafft, einen komplett rahmenlosen Monitor zu liefern, dessen Bild wirklich bis zum Rand geht. Es gibt aber Bildschirme mit Slim Bezels, also Rahmen, die so dünn wie möglich sind.

Links das Slim-Bezel eines AOC-Monitors, rechts der normale Rahmen eines Asus-Bildschirms.

Konkret bedeutet das: Bei einem LG 27UD68 ist der Rahmen knapp 1,6 cm breit. Bei einem Slim-Bezel-Monitor wie dem AOC 27G2U ist er nur 0,02 cm breit. Diese Art von Monitoren ist nicht unbedingt unbezahlbar teurer. Geräte mit einer Reaktionszeit von bis zu 3 ms starten um die 120 Euro, allerdings nur in Full-HD-Auflösung.

Mehr Platz auf dem Monitor bekommt man entweder, indem man die Auflösung nach oben dreht oder das Gerät selbst breiter macht. Hier kommt das Seitenverhältnis ins Spiel. Im Gaming-Umfeld hat sich 16:9 mehr oder weniger fest etabliert, was auch daran liegen dürfte, dass Konsolenspiele einfach für dieses TV-Maß optimiert werden. Wer aber ein breiteres Gerät, etwa mit einem Seitenverhältnis von 21:9 anschafft, der hat einige Vorteile.

Er hat nicht nur mehr Platz um Arbeiten, etwa um drei oder mehrere komplette Webseiten oder Word-Dokumente auf einen Blick anzuzeigen. Das Sichtfeld, Field of View (FoW), in Spielen wird breiter, ohne dass dafür das eigentliche Bild verzerrt wird. Das funktioniert allerdings nur dann gut, wenn die Entwickler diese Formate auch unterstützen. Wir hatten beispielsweise Probleme in Saints Row IV oder Borderlands 2, hier wurden Optionen oder Teile von Zwischensequenzen nicht oder nicht korrekt angezeigt. Im Forum meldet ein Leser, dass man für Fallout eine Mod benötigt, damit das Spiel mit anderen Seitenverhältnissen klarkommt. Das Wide Screen Gaming Forum hat eine gute Liste zu zahlreichen Spielen, in der man sehen kann, wie sie sich auf Bildschirmen mit Seitenverhältnissen wie Ultra Wide (UW, oft 21:9) oder Super Wide (SW, oft 32:9) verhält.

Besonders immersiv kann es sei, mit einem breiten Monitor zu zocken, der noch dazu gekrümmt (curved) ist. Dann ist der Fokus auf der Mitte des Bildschirms und dank des großen Blickwinkels sieht man auch aus den Augenwinkeln unterbewusst die Spielewelt. Man wird also nicht aus der Simulation gerissen, weil die Augenwinkel statt eines Weltraums in Elite: Dangerous eine weiße Wand sehen. Wer sich fürs Spielen mit breiten Monitoren interessiert, sollte also gleich zu einem Curved Modell greifen. Anders als bei Fernsehern hat man kaum Nachteile. Ja, der Blickwinkel bei Curved-Geräten ist meist enger, da aber beim Zocken nur selten jemand seitlich zusieht, kann man das verschmerzen.


Extras am Monitor sollten die Kaufentscheidung nicht maßgeblich beeinflussen. Denn ähnlich wie bei der bereits erwähnten MPRT-Technologie handelt es sich hier in vielen Fällen um vernachlässigbare Details, die man haben kann, aber nicht haben muss.

Einige Gaming-Monitore werben zum Beispiel mit einem aktivierbaren Fadenkreuz oder RGB-Beleuchtung im Gehäuse. Manche Hersteller lassen außerdem beim Design des Standfußes ihrer Kreativität freien Lauf. Wer einen Gaming-Monitor kauft, sollte sich nicht von derartigen Äußerlichkeiten blenden lassen, die meistens rein dem optischen WoW-Effekt dienen. Es lohnt sich stattdessen, bei der Wahl des Monitors auf folgende – der Art des Displays und der Bildwiederholrate nachgeordnete – Details zu achten:

  • Zahl und Art der Anschlüsse: Unterstützt der Monitor HDMI und Display-Port? Kann ich möglicherweise Kopfhörer oder externe Lautsprecher anschließen?
  • Ergonomie: Lässt sich der Monitor in der Höhe/Neigung/Ausrichtung (Hoch- und Querformat) verstellen?
  • Standfuß: Wieviel Platz nimmt der Standfuß auf dem Schreibtisch ein? Wie stabil steht der Monitor?
  • Bedienung: Wie intuitiv funktioniert die Steuerung des Monitors?

Alle diese Faktoren richten sich nach den persönlichen Bedürfnissen des Anwenders, weshalb wir an dieser Stelle keine spezifischen Empfehlungen abgeben. Wer sich unsicher ist, sollte sich das Gerät der Wahl aber nach Möglichkeit in Natura anschauen und vielleicht sogar direkt mit anderen Displays vergleichen, um eine informierte Kaufentscheidung treffen zu können.

Wie oben erwähnt, hängen die Kosten je nach Ausstattung, Typ und Hersteller von unterschiedlichen Faktoren ab. Um eine besser Übersicht zu haben, geben wir für jeden Panel-Typ verschiedene Bildwiederholfrequenzen und jeweils die Auflösungen Full HD (1920 × 1080), WQHD/1440p (2560 × 1440) und UHD (3840 × 2160) an.

Was man hier ganz gut sieht: Bei TN-Panels klotzen die Hersteller vor allem mit der Größe. Wer viel Fläche sucht und mit den Nachteilen von TN leben kann, der sollte hier suchen.

Auch bei den VA-Panels geht die Größe schnell nach oben. Wer UHD-Auflösung sucht, der findet kein Display unter 31,5 Zoll. Das ist zum PC-Spielen fast schon zu groß, mit knapp 80 cm Bildschirmdiagonale ist das Blickfeld normaler Zocker mehr als ausgefüllt.

Es kann ziemlich herausfordernd sein, sich am Markt für Gaming-Monitore zurechtzufinden. Viele Hersteller setzen auf blumige Marketing-Formulierungen, um ihre Geräte als für Gamer besonders geeignet herauszustellen. Bei näherem Hinsehen und mit etwas Hintergrundwissen entpuppen sich viele Behauptungen aber als leere Versprechen. Deshalb lohnt es sich, im Vorfeld des Kaufs bestimmte Prioritäten zu setzen und dementsprechend den passenden Monitor auszuwählen. Insbesondere, wenn die Größe des eigenen Geldbeutels begrenzt ist, muss man Kompromisse eingehen. Die müssen aber den Spielspaß nicht zwangsläufig trüben, denn auch günstige Monitore können einen ordentlichen Gegenwert bieten.

Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, ob man den Monitor beispielsweise ausschließlich für schnelle Spiele wie Shooter nutzen möchte, oder ob einem eine dementsprechend geringe Reaktionszeit weniger wichtig erscheint – etwa, weil man das Display auch für Bildbearbeitung benötigt und daher mehr Wert auf möglichst natürliche Farben und guten Kontrast legt. Die einer jeden Kaufentscheidung zugrunde liegende Frage muss sich also zuerst auf die Art des Bildschirms beziehen. Hat man sich für eine Display-Technik entschieden (VA, TN, IPS) ist die weitere Auswahl bereits deutlich eingeschränkt und man kann das Gerät der Wahl anhand weiterer Kriterien wie Preis und Extras auswählen.

Die erste Version dieses Beitrags ging am 21.04.2019 online. In der aktuellen Version haben wir ihn mit neuen Informationen und Anregungen aus den Kommentaren ergänzt.

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