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Kaufberatung Display-Zwerge: Android-Smartphones bis 4 Zoll

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Von 2,45 bis 4 Zoll – wir zeigen wirklich kleine Android-Smartphones zwischen 50 und 250 Euro und erklären, worauf es beim Kauf ankommt.

Welches ist die perfekte Displaygröße für ein Smartphone? An der Beantwortung dieser Frage scheiden sich die Geister. Für die einen kann es nicht groß genug sein. Sie konsumieren darauf Videos, schreiben lange Texte und surfen Webseiten im Desktop-Modus an. Anderen bevorzugen möglichst geringe Maße. Sie nutzen das Smartphone überwiegend pragmatisch und wollen vor allem, dass das Gerät klein und leicht ist. So stört es weniger beim täglichen mit sich rumführen.

Diese Kaufberatung zeigt Android-Smartphones ab 2017 mit einer Displaygröße von 4 Zoll. Wer das Display gerne noch kleiner hätte, sollte sich das Unihertz Jelly Pro und das Unihertz Atom anschauen. Beide Smartphones kommen mit einem 2,45-Zoll-Display. Das Unihertz Atom bietet die mit Abstand meisten Features, ist jedoch mit etwa 250 Euro auch das teuerste im Feld. Das Atom haben wir uns für diese Kaufberatung genauer angeschaut. Die anderen Geräte rangieren zwischen 50 und 115 Euro.

Die virtuelle Tastatur auf dem Unihertz Atom ist winzig.

Sowohl das Unihertz Jelly Pro als auch das Unihertz Atom bieten mit 2,45 Zoll das kleinste Display. Dabei sind beide Geräte voll funktionsfähig, genauso wie man es von größeren Android-Smartphones gewohnt ist. Surfen, Videos schauen, Chatten – alles kein Problem. Lediglich das Tippen auf der auf ein Minimum geschrumpften virtuellen Tastatur eines 2,45-Zoll-Displays stellt Nutzer mit normal-großen Daumen vor Herausforderungen. Doch auch wenn unser Daumen locker zwei Drittel der Tastatur bedeckt, trifft man mit etwas Übung die gewünschten Buchstaben. Wirklich Freude kommt dabei jedoch nicht auf.

Bei einem 4-Zoll-Display sieht das schon ganz anders aus. Die virtuelle Tastatur ist groß genug, um auch mal etwas längere Texte zu tippen. Dass hier auch das Anschauen von Videos, das Surfen im Netz und sogar das Zocken von Spielen mehr Spaß macht als auf einem Winz-Display, versteht sich von selbst.

Die beiden Unihertz-Smartphones mit 2,45 Zoll lösen beide mit 432 × 240 Pixel auf und kommen somit auf eine Pixeldichte von gut 200 ppi. Die 4-Zoll-Smartphones in dieser Kaufberatung kommen mit 800 × 480 Pixel auf 230 ppi. Als Faustregel gilt: Ab 300 ppi sind bei normalem Abstand zum Display keine einzelnen Pixel mehr zu erkennen. Entsprechend sind bei den Smartphones beider Größenkategorien deutliche Unschärfen zu erkennen. Schrift, die wegen der geringeren Displaygröße ohnehin recht klein dargestellt wird, wirkt so nochmal etwas unschärfer als auf größeren Displays mit einer ähnlich geringen Pixeldichte. Das ist schade, wir hätten uns wenigsten ein einziges Gerät gewünscht, dass hier eine höhere Pixeldichte bietet.

Einer der wichtigsten Gründe, sich für ein Smartphone mit 4 Zoll oder weniger zu entscheiden, sind die geringen Maße. So trägt es weniger beim Tragen in der Hosentasche auf und passt auch in die kleinste Clutch.

Das kleinste Smartphone ist das Unihertz Jelly Pro. Es wiegt nur 60 g und misst 92 × 43 × 13 mm. Unihertz selbst behauptet sogar, damit das kleinste 4G-Smartphone der Welt im Angebot zu haben. Dagegen wirkt das Unihertz Atom mit einem Gewicht von 108 g und den Maßen von 96 × 45 × 18mm fast schon klobig. Allerdings muss zu seiner Verteidigung gesagt werden, dass es neben dem Myphone Hammer Iron 2 das einzige Outdoor-Smartphone in dieser Kaufberatung ist.

Das Unihertz Atom wirkt hervorragend verarbeitet und als ob es auch ein paar härtere Schläge schadlos übersteht.

Eine massiv wirkende Gummiummantelung soll beide Geräte gegen Schläge und Stürze unempfindlich machen. Außerdem sind sie Staub- und Wasserdicht nach IP68. Das Myphone Hammer Iron 2 ist dabei mit 282 g und 136 × 76 × 16 mm das schwerste und größte Smartphone bis 4 Zoll.

Auch wenn sich die 4-Zoll-Geräte bezüglich ihres Gewichts und ihrer Maße sehr ähneln, setzt sich das mit 55 Euro sehr günstige Alcatel 1E knapp an die Spitze der kleinsten 4-Zoll-Smartphones. Es wiegt 103 g und misst 121 × 64 × 9,7 mm.

Das es noch viel, viel kleiner geht, zeigt unsere Kaufberatung: Die kleinsten Handys unter 50 Euro. Android sucht man hier jedoch genauso vergeblich wie bei unserer Kaufberatung: Notfallhandys bis 20 Euro.

Das Unihertz Atom bietet als einzige eine 16-Megapixel-Knipse. Wirklich gut ist jedoch auch diese nicht.

Die kleinsten Smartphones habe die Kamerasensoren mit überraschend vielen Megapixeln. So bietet das Unihertz Atom hinten 16 und vorne 8 Megapixel. Deren Bilder sind okay, vergleichbar mit größeren Geräten der Mittelklasse. Die Rückkamera des winzigen Unihertz Jelly Pro kann immerhin noch 8 Megapixel unterscheiden, die Frontkamera 2. Die Hauptkamera der 4-Zoll-Geräte knipsen je nach Modell entweder mit 2 oder mit 5 Megapixel. Die Selfie-Kamera entweder mit mageren 0,3 oder mit 2 Megapixel.

So oder so: Wer gute Bilder knipsen will, sollte sich ein hochwertiges Foto-Smartphone holen. Unsere Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass gerade gute Kameras den Preis eines Smartphones ordentlich in die Höhe treiben können. Alternativ greift man gleich zur Kompaktkamera. Dafür hilft unsere Kaufberatung Kompaktkamera: Der Weg zur perfekten Kamera.

Zwischen Giganten: Das Unihertz Atom ist ein echter Android-Zwerg.

Bezüglich der Akkulaufzeit schlagen diese Geräte keine Rekorde. Die größte Kapazität bringt der Akku des Myphone Hammer Iron 2 mit 2400 mAh. Direkt dahinter ordnet sich das Unihertz Atom mit einer Akkukapazität von 2000 mAh ein. Das ist zwar verglichen mit den meisten Android-Smartphones immer noch nicht wirklich viel, sollte aber in Verbindung mit dem kleinen 2,45-Zoll-Display für lange Akkulaufzeiten sorgen. Das hofften wir zumindest.

Im Einsatz zeigte sich, dass das Unihertz Atom wie die meisten Android-Smartphones bei normaler Nutzung am Ende des Tages leer war und ans Netz musste – eine kleine Enttäuschung. Der Akku benötigte für eine volle Ladung fast zwei Stunden. Das ist für einen doch recht kleinen Akku ungewöhnlich lang. Immerhin setzt Unihertz beim Atom auf den zukunftssicheren USB-C-Anschluss. Alle anderen Smartphones hier laden ihren 1300 bis 1500 mAh großen Akku mit Micro-USB. Lediglich das Unihertz Jelly Pro fällt mit seinem 950-mAh-Akku aus dem Rahmen. Wechselbar sind die Batterien außer beim Unihertz Atom alle.

Wer wirklich lange Akkulaufzeiten will, muss die Android-Welt verlassen und zu einem Feature-Phone wie dem Nokia 8110 4G (Testbericht) greifen. Geräte dieser Klasse sind vergleichsweise günstig und laufen viele Tage.

Gegen das Unihertz Atom wirkt selbst das 4-Zoll-Smartphone iPhone 5c riesig.

Das Unihertz Atom bietet mit dem 2-GHz-Octa-Core Mediatek Helio P23 MT6763 unterstützt von 4 GByte RAM noch die flotteste Hardware. Tatsächlich lässt sich das Gerät dank dieser Ausstattung im Alltag sehr gut nutzen. Alle Apps öffnen flott und auch sonst kommt es kaum zu merklichen Verzögerungen. Die Hardware der günstigeren Geräte fällt dagegen deutlich ab. Auf dem Papier markiert das Wiko Sunny 2 Gold das Schlusslicht. Hier sind vom 1,2-GHz-Quad-Core-Prozessor unterstützt von mageren 512 Mbyte RAM keine Spitzenwerte zu erwarten.

Der Speicher rangiert von 64 GByte bei Unihertz Atom bis 4 GByte bei zwei 4-Zoll-Geräten. Glücklicherweise ist er bei allen Smartphones unserer Kaufberatung erweiterbar. Dual-SIM, GPS und UMTS haben sie ebenfalls alle. Wer LTE will, greift zu den Display-Zwergen von Unihertz. Das Unihertz Atom bietet als einziges im Feld zusätzlich NFC und sogar einen Fingerabdrucksensor, der sich jedoch im Einsatz als eher unzuverlässig entpuppte.

Das Unihertz Atom kommt mit Android 8.1, welches glücklicherweise lediglich etwas an den kleinen Screen angepasst, ansonsten aber kaum verändert wurde. Ob das Gerät ein Update auf Android 9 erhält, ist unklar. Auch das Wiko Sunny 3 Mini kommt mit Android 8.1, allerdings in der für schwächere Hardware optimierten Go-Edition. Das ist auch gut so, verfügt das Gerät doch nur über 512 Mbyte RAM. Die meisten anderen Geräte hier bringen Android 6. Der Ausreißer nach unten ist das Energy Sistem Phone Neo Lite mit Android 5. Obwohl keines der Geräte vor 2017 auf den Markt kam, rechnen wir (außer vielleicht beim Atom) nicht mit einem Update.

Unihertz bietet gleich zwei Geräte mit den winzigen Displaymaßen von 2,45 Zoll an.

Unihertz Atom schwarz

Unihertz Atom schwarz

Unihertz Jelly Pro schwarz

Unihertz Jelly Pro schwarz

In der Kategorie der 4-Zoll-Geräte gibt es viele Anbieter. Ihr prominentester in unserer Reihe ist wohl Samsung. Leider ist kein einziges Gerät mit Flaggschiff-Hardware dabei.

Wiko Sunny 3 Mini anthrazit

Wiko Sunny 3 Mini anthrazit

Samsung Galaxy J1 Mini Prime Duos J106H/DS schwarz

Samsung Galaxy J1 Mini Prime Duos J106H/DS schwarz

Acer Liquid Z220 schwarz

Acer Liquid Z220 schwarz

(Kein Produktbild vorhanden)

Alcatel 1E schwarz

myPhone Hammer Iron 2 schwarz

myPhone Hammer Iron 2 schwarz

Energy Sistem Phone Neo Lite schwarz

Energy Sistem Phone Neo Lite schwarz

Wiko Sunny 2 gold

Wiko Sunny 2 gold

Auch wenn wir uns in diesem Beitrag bisher ausschließlich mit Android-Smartphones bis zu 4 Zoll beschäftigt haben, soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch durchaus sinnvolle iOS-Alternativen mit 4-Zoll gibt. Hier sticht besonders das iPhone SE heraus. Es kommt in der Optik eines kompakten iPhone 5, bringt aber die Technik eines iPhone 6s. Das iPhone SE ist seit Anfang 2017 auf dem Markt und kostet relativ konstant um die 300 Euro. Das deutlich ältere iPhone 5C (Testbericht) bietet ebenfalls ein 4-Zoll-Display, allerdings weniger potente Hardware. Dafür wechselt es bereits für 90 Euro den Besitzer.

Apple iPhone SE  32GB grau

iPhone SE 32 GByte grau

Apple iPhone 5c  8GB blau

iPhone 5c 8 GByte blau

Apple iPhone 5c  8GB grün

iPhone 5c 8 GByte grün

Apple iPhone 5c  8GB rosa

iPhone 5c 8 GByte rosa

Apple iPhone 5c  8GB gelb

iPhone 5c 8 GByte gelb

Apple iPhone 5c  8GB weiß

iPhone 5c 8 GByte weiß

Es gibt sie, die wirklich kleinen Android-Smartphones. Dabei sind sie mit einem Startpreis von 50 Euro nicht einmal besonders teuer. Allerdings besteht ein Problem weiterhin: Ab 2017 gibt es quasi keine Flaggschiffmodelle mit 4-Zoll-Displays mehr. Das Unihertz Atom bietet noch die meisten Features, ist aber mit 250 Euro nicht wirklich billig. Außerdem kann man auf dem winzigen 2,45-Zoll-Dispaly zwar alles machen, wirklich Freude kommt dabei aber nicht auf. Wir hoffen darauf, dass sich ein Hersteller ein Herz fasst und wie damals Sony mit seiner Compact-Reihe ein Android-Smartphone mit kleinem Display und dennoch Top-Hardware baut. Denn ein Markt ist dafür vorhanden.

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