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Kaufberatung: DJI Mavic Pro oder DJI Mavic Air?

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Der Hersteller DJI bietet mit Mavic Pro und der Mavic Air zwei sehr ähnliche Video-Drohnen zu einem ähnlichen Preis. Wir vergleichen beide Modelle und erklären, wer sich welchen Multicopter kaufen sollte.

Die DJI Mavic Pro sorgte bei ihrer Markteinführung mit den klappbaren Armen und geringen Packmaßen von 83 × 83 × 198 mm für Furore. Bis dahin waren Video-Drohnen klobig und eigneten sich nur bedingt für spontane Aufnahmen unterwegs. Die Mavic Pro (Testbericht) passt hingegen in jeden Rucksack und ist ein guter Begleiter für Radtour oder Wanderung.

Das Gehäuse der Mavic Air ist in grau und als limitierte Version in weiß verfügbar. Die Top-Version, die Mavic Pro Platinum ist silbern. Im aufgeklappten Zustand beträgt die Motor-Diagonale 335 mm.

Die neue DJI Mavic Air (Testbericht) setzt in Sachen Kompaktheit nochmal einen drauf. Zusammengeklappt ist die High-End-Drohne gerade 49 × 83 × 168 mm groß. Das Gewicht von 430 g liegt deutlich unter den knapp 740 g der Mavic Pro. Neben der Drohne bleibt so noch genügend Platz im Reisegepäck.

Die Mavic Air ist in schwarz, weiß und rot erhältlich. Im aufgeklappten Zustand beträgt die Motor-Diagonale 213 mm.

Eine Versicherung und eine Plakette mit Namen und Anschrift des Piloten sind für beide Drohnen notwendig, da das Abfluggewicht über 250 g liegt. (Mehr Infos zur Drohnenverordnung)

Die Mavic Pro besitzt einen GPS- und Glonass-Empfänger, ein Barometer und optische Sensoren an Unterseite und Front. Die visuelle Überprüfung der Umgebung erlaubt eine stabile Fluglage und eine automatische Hinderniserkennung. Crashes im Vorwärts- und Sinkflug sind damit annähernd ausgeschlossen.

Im Sport-Modus erreicht die Mavic Pro eine maximale Geschwindigkeit von 65 km/h. Die maximale Steigrate beträgt fünf Meter pro Sekunde. Die Sinkgeschwindigkeit liegt bei drei Meter pro Sekunde.

Die maximale Flugzeit des Akkus mit 11,4 V und mit einer Kapazität von 3830 mAh liegt bei guten 27 Minuten. Die maximale Reichweite (für Europa) gibt DJI mit vier Kilometern an. Der im Ausland erlaubte FCC-Modus erlaubt sogar Distanzen von bis zu sieben Kilometern.

Bei der Mavic Pro sitzen die optischen Sensoren zur Hinderniserkennung oberhalb der Kamera.

Die Mavic Air ist technisch sehr ähnlich ausgestattet. Neben Barometer, GPS und Glonass sind auch hier optische Sensoren verbaut. Neben Vorder- und Unterseite sind diese zusätzlich auf der Rückseite vorhanden. Das verhindert Zusammenstöße im Rückwärtsflug. Im Sportmodus schafft die Mavic Air 68 km/h. Die Steigleistung ist mit maximal vier Metern pro Sekunde etwas geringer als bei der Mavic Pro. Beim Sinken sind Mavic Air und Mavic Pro gleich schnell (drei m/s).

Der Akku 11,55-V-Akku hat eine Kapazität von 2375 mAh und ermöglicht eine Flugzeit von 21 Minuten. Statt der OcuSynch-Technologie für Steuerung und Bildübertragung setzt DJI bei der Mavic Air ausschließlich auf eine WLAN-Verbindung. Die maximale Flugentfernung ist mit zwei Kilometern trotzdem mehr als ausreichend. Im FCC-Modus gibt DJI sogar eine Distanz von bis zu vier Kilometern an.

In Foren und Gruppen in sozialen Netzwerken tauchen Berichte von Nutzern auf, die sich über Reichweitenprobleme bezüglich der Videoverbindung der Mavic Air beschweren. Diese scheinen bereits bei Entfernungen mehreren hundert Metern aufzutreten. Allerdings tritt das Problem vor allem in Gegenden mit vielen drahtlosen Netzwerken auf. Auf freiem Feld fliegt die kleine Drohne deutlich weiter, als sie mit dem bloßen Auge zu erkennen ist. Die Drohnen-Verordnung erlaubt sowieso nur Flüge in Sichtweite, weshalb dieses Problem nicht überbewertet werden darf.

DJI setzt bei beiden Mavics auf den gleichen Kamera-Sensor, Unterschiede gibt es trotzdem. Während bei der Mavic Pro ein 26-mm-Objektiv mit einer Blende von f/2,2 zum Einsatz kommt, arbeitet die Kamera der Mavic Air mit einem 35-mm-Objektiv mit einer Blende von f/2,8.

4K-Videos sind bei beiden Modellen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde möglich. Die Bitrate der Mavic Air ist mit 100 MBit pro Sekunde deutlich höher als die der Mavic Pro (60 MBit pro Sekunde).

Bei 2,7K und Full-HD nimmt die Mavic Air sogar mit bis zu 120 Bilder pro Sekunde auf. Die Pro schafft hier nur 30 beziehungsweise 96 Bilder pro Sekunde. Wer actiongeladene Zeitlupenaufnahmen schießen möchte ist mit der neueren Mavic Air besser beraten. Im Gegensatz zur Pro ist außerdem ein 8 GByte großer Speicher verbaut – wer seine Speicherkarte zu Hause vergisst kann mit der Mavic Air trotzdem ein paar Aufnahmen machen.

Bei beiden Multicoptern kommt ein 3-Achsen-Gimbal zum Einsatz. Ruhige Kamerafahrten sind also bei beiden Mavics problemlos möglich.

Das Display am Sender fehlt bei der Mavic Air.

Beide Drohnen verfügen über einen kompakten kleinen Handsender. Der Hauptunterschied ist die verwendete Technik (Ocusync-Technologie bei der Pro und WLAN bei der Mavic Air) und die Tatsache, dass beim Sender der Mavic Pro ein LC-Display verbaut ist. Dank der kleinen Zusatzanzeige sind die wichtigsten Informationen wie Akkustand, Höhe oder Distanz ohne Smartphone ablesbar.

Beim Sender der Mavic Air kann der Nutzer dafür die Steuerknüppel abschrauben und die Fernsteuerung so noch platzsparender verstauen.

Dank ausgeklügelter Hard- und Software verfügen beide Drohnen über eine Vielzahl an unterschiedlichen Flugmodi. Im Standard-Modus halten beide Modelle auch bei Wind automatisch die Position und Höhe. Zusätzlich sorgen die optischen Sensoren dafür, dass der Multicopter Hindernisse erkennt und automatisch stoppt. Wer den Sportmodus aktiviert muss zwar auf die Hinderniserkennung verzichten, kann dafür aber die maximalen Geschwindigkeiten und eine weit höhere Agilität erreichen. Der zuschaltbare Anfänger-Modus begrenzt Reichweite und Höhe des Multicopters.

Ein großer Pluspunkt bei beiden Mavics ist deren kompakte Bauform.

Zu den interessantesten automatischen Flugmodi gehören der Point-of-Interest-Modus (POI), der Follow-Me-Modus und der Waypoint-Modus. Im POI-Modus umkreist die Drohne einen vom Piloten definierten Punkt und visiert diesen während des Fluges permanent mit der Kamera an. Perfekte Rundum-Flüge sind damit unkompliziert umsetzbar. Im Follow-Me-Modus verfolgt die Drohne den Piloten selbstständig, perfekt um sich beispielsweise bei einem Spaziergang am Strand selbst zu filmen. Im Waypoint-Modus fliegt die Drohne automatisch vorher festgelegte Punkte ab und der Pilot kann sich auf die Kameraführung konzentrieren. Das Aufzeichnen der Wegpunkte funktioniert allerdings nicht mit Hilfe einer Karte. Der Pilot muss stattdessen eine Strecke abfliegen und einzelne Punkte speichern. DJI stellt damit sicher, dass die Flugroute tatsächlich frei ist. Nicht auf der Karte verzeichnete Hindernisse sorgen so nicht für eine unangenehme Überraschung.

Wer möchte, kann beide Modelle per Gestensteuerung bedienen. Das klappt in der Praxis erstaunlich gut, ist allerdings rechtlich bedenklich. Laut Drohnen-Verordnung muss der Pilot ständig die Kontrolle über sein Fluggerät haben – was letztlich nur dann gewährleistet ist, wenn die manuelle Steuerung genutzt wird.

Die neuere Mavic Air verfügt über noch ein paar zusätzliche Flugmodi, die bei der Mavic Pro nicht verfügbar sind. Dazu gehören die sogenannten Quick-Shot-Modi, bei denen die Drohne den Piloten oder andere Personen automatisch in Szene setzt. Dabei kombiniert die Mavic Air beispielsweise ein 360-Grad-Foto mit einem Video. Die vordefinierten Manöver sehen sehr gut aus – mit der Zeit verlieren sie aber an Reiz, weshalb sie zwar ein nettes Extra, nicht aber kaufentscheidend sind.

DJI Mavic Pro

DJI Mavic Pro

DJI Mavic Air arctic white

DJI Mavic Air

DJI Mavic Pro Platinum

DJI Mavic Pro Platinum

DJI Mavic Pro Fly More Combo

DJI Mavic Pro Fly-More-Combo

DJI Mavic Air Fly More Combo arctic white

DJI Mavic Air Fly-More-Combo

DJI Mavic Pro Platinum Fly More Combo

DJI Mavic Pro Platinum Fly-More-Combo

Sowohl Mavic Pro wie die Mavic Air haben ihre Vor- und Nachteile. Letztlich sind beide Drohnen annähernd gleichwertig. Die Kaufentscheidung hängt somit von den persönlichen Präferenzen ab.

Wer keinerlei fliegerische Erfahrung mitbringt, möglichst unkompliziert an eindrucksvolle Aufnahmen kommen und sich an die Drohnen-Verordnung halten will, der sollte zur neueren, etwas günstigeren Mavic Air greifen. Auch wer den Multicopter unterwegs einsetzen will, ist mit der kompakten und deutlich leichteren Mavic Air besser beraten.

Wer seine Drohne ans Limit bringen will und auf automatisierte Flugmodi und rückwärtige Hinderniserkennung verzichten kann, sollte zur Mavic Pro greifen. Gerade bei großen Distanzen ist die ältere Mavic durch die Ocusynch-Technologie klar im Vorteil. Das zusätzliche Display im Sender ist ein echter Pluspunkt, da selbst bei Problemen mit dem Videosignal immer alle relevanten Informationen verfügbar sind. Wer etwas tiefer in die Tasche greift, bekommt mit der Mavic Pro Platinum sogar noch etwas längere Flugzeiten. Auch der Fluglärm ist nochmal deutlich reduziert.

Beide Drohnen sind alternativ im Paket, der sogenannten Fly-More-Combo, mit zwei zusätzlichen Akkus und einer praktischen Tasche verfügbar.

Die weit günstigere DJI Spark (Testbericht) kann von der Videoqualität nicht mit den beiden Mavic-Modellen mithalten. Für die Aufnahme von Fotos ist die kleine GPS-Drohne aber trotzdem eine interessante Alternative.

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