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Kaufberatung: 4K/UHD-Blu-ray-Player ab 100 Euro

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Nicht nur 4K-TVs sind mittlerweile sehr günstig, auch 4K/UHD-Blu-ray-Player gibt es bereits ab 100 Euro. Das Wichtigste von HDR bis 4K-Upscaling erklärt die Kaufberatung.

Alle UHD-Player spielen 4K/UHD-Blu-rays ab, aber schon bei den Formaten, Streaming-Apps und Anschlüssen trennt sich die Spreu vom Weizen. Auch beim Bild muss man einiges beachten: Welche HDR-Version wird unterstützt? Welche Raumklangformate dekodiert er? All das sind entscheidende Faktoren, damit der Hollywoodblockbuster seinen Soundteppich richtig ausbreitet.

Im Rahmen dieser Themenwelt testen wir einzeln vier günstige UHD-Player und fassen die Ergebnisse anschließend in einem Vergleichstest zusammen.

Damit sich CD-, DVD-, Blu-ray-, Media- und 3D-Blu-ray-Player nicht im Wohnzimmer stapeln, sollte der UHD-Player zu möglichst vielen Formaten kompatibel sein und auch viele Bild-, Audio-, und Videoformate über den USB-Port von externen Festplatten und USB-Sticks einlesen. Ist er zu Miracast kompatibel kann man vom Handy oder Tablet Filme, Musik und Fotos sowie den Handybildschirm auf dem Fernseher oder Beamer ausgeben. 3D-Blu-rays und Miracast etwa beherrschen längst nicht alle Player der Einstiegs- und Mittelklasse.

Bei den Anschlüssen gilt es, zunächst die bestehende Hardware zu analysieren. Ist der AV-Receiver voll 4K-fähig, dann braucht der 4K/UHD-Player keinen zweiten HDMI-Ausgang für den Ton. Viele ältere AV-Receiver haben kein HDMI-Port, so dass der Player einen Digitalen Ausgang (Koaxial oder optisch) braucht. Die Player der Oberklasse haben oft zusätzlich einen analogen Ausgang. Das macht den Player teurer.

Bei der Bedienung des Players ist darauf zu achten, ob der Player ein Last Scene Memory hat. Dies sorgt dafür, dass der Film bei Unterbrechungen dort weiterspielt, wo er zuletzt unterbrochen wurde.

Komfortabel ist es auch, wenn der Player über eine Smartphone-App bedient werden kann. So kann die ganze Batterie an Fernbedienungen in der Schublade bleiben, wenn es auch für AV-Receiver und Fernseher eine App-Fernbedienung gibt. Die Player der unteren Preisklasse wie der Sony UBP-X700 und der LG UBK90 haben dieses Feature nicht.

Wie schnell startet der Player und wie lange braucht er, um die Ultra-HD-Blu-ray, die Blu-ray, DVD, CD oder Audio-DVD zu laden? Das ist ebenso ein wichtiges Kriterium wie das Laufgeräusch.

Die meisten Player haben kein Display in der Front, das Onscreen-Display übernimmt wie bei den meisten modernen Playern dessen Funktion. Das Display vermissen viele vor allem beim Abspielen von Audio-Medien. Ohne Display ist nicht ersichtlich, welcher Track gerade läuft. Fernseher oder Projektor will man beim Abspielen von Audio-Medien meist nicht einschalten.

Alle Player unserer Kaufberatung haben einen LAN-Anschluss für die Internetanbindung, einige auch WLAN. Ist ein LAN-Anschluss in Reichweite, ist das die stabilere Lösung. Für WLAN spricht, dass ein Kabel weniger das Wohnzimmer verunstaltet.

Auch die Xbox One X (l.) und die PS4 Pro (r.) können 4K streamen. Die Xbox One X und die deutlich günstigere One S bietet dazu noch ein UHD-Blu-ray-Laufwerk.

Wenn der eigene Smart-TV gut ausgestattet ist oder man ohnehin einen Streaming-Sticks wie Amazons Fire TV Stick 4K (Testbericht), Googles Chromcast, Apple TV beziehungsweise eine PS4 Pro (Testbericht) oder Xbox One X (Testbericht) nutzt, braucht man keinen größeren Wert auf viele Streaming-Apps des Players zu legen. Die Player haben in der Regel weder bessere noch vielfältigere Apps. Sie sollten bei der Kaufentscheidung für einen Player nur eine Rolle spielen, wenn der Fernseher keine oder wenig Apps hat oder man keine externe Streaming-Lösung nutzt.

HDR (High Dynamic Range Video, zu Deutsch: Bild mit hohem Dynamikumfang) bringt mehr Farben, bessere Schwarzwerte und vor allem einen höheren Kontrast als SDR-Bilder (Standard-Dynamic-Range). Bilder mit großen Helligkeitsunterschieden werden so besser dargestellt. Das Ergebnis sind brillantere, schärfere Bilder. Neben der höheren Auflösung ist HDR eines der wichtigen Eigenschaften von 4K-Blu-rays. HDR und HDR10 berechnen Helligkeit und Kontrast für den ganzen Film. Die aktuelleren, dynamischen HDR-Formate HDR10+ und Dolby Vision berechnen die optimalen Parameter für jede Szene.

Bei der Auswahl des Players sollte auf HDR, HDR10+ und Dolby Vision vor allem dann geachtet werden, wenn dies auch der Fernseher unterstützt. Bei den bisher publizierten Filmen ist der Unterschied zwischen HDR, HDR10+ und Dolby Vision allerdings gering und kaum zu sehen. Die Formate sind zudem abwärtskompatibel, so dass ein in Dolby Vision kodierter Film auf einer Player/Fernseher-Kombination mit HDR oder HDR10 im vom Player und Fernseher unterstützten Format ausgibt.

4K-Fernseher gibt es mittlerweile für unter 400 Euro. Worauf man beim Kauf achten sollte, verrät unsere Kaufberatung UHD-TVs: 4K-Fernseher für jeden Geldbeutel. Bei Beamern muss man noch etwas mehr zahlen, aber auch die sind nicht mehr teuer, wie unsere Marktübersicht: 4K-Beamer werden bezahlbar zeigt.

Bild: c't 4K ist eine andere Auflösung als UHD, wie diese Grafik anschaulich zeigt.

Beim 4K-Upscaling werden Videos in SD- oder HD-Auflösung auf 4K hochgerechnet. Aus den 2 Millionen Pixel (ca. 2 Megapixel) etwa eines Full-HD-Videos werden über 8 Millionen Pixel (8.3 Megapixel). Die fehlenden Bildpunkte errechnet eine Interpolations-Technik. So verbessert sich das Bild von Video-CDs, DVDs oder Blu-rays merklich.

Einige Player beherrschen diese Disziplin gar nicht, andere rechnen nur Full-HD-Inhalte hoch. Wer eine große Filmbibliothek sein Eigen nennt und viele SD- oder Full-HD-Filme ansehen will, sollte hierauf achten. Das Ergebnis kommt naturgemäß nicht an die Schärfe und Brillanz nativer 4K-Bilder ran, trotzdem ist das Bild deutlich satter, schärfer und weniger pixelig, als wenn man es in 240p, 360p, 480p, 720p oder 1080p ausgibt.

Ältere AV-Receiver können das 4K-Bild nicht in der Ultra-HD-Auflösung durchschleifen, deshalb haben einige Player einen zweiten HDMI-Ausgang nur für den Ton. Bei diesen AV-Receivern wird der Player zum einen direkt an den 4K-Fernseher und über den zweiten HDMI- oder einen digitalen Audio-Ausgang (per Cinch-Kabelverbindung S/PDIF oder Lichtwellenleiter TOSLINK) an den AV Receiver angeschlossen. Analoge Tonausgänge haben nur Player der oberen Preisklasse.

Kann der Ton nicht mit HDMI auf den AV-Receiver übertragen werden, werden höherwertige Raumklangformate wie Dolby True HD, DTS HD, Dolby Atmos oder DTS:X nicht an den AV-Receiver übertragen, das geht nur per HDMI. Auch beim Tonformat gilt, nur Formate, die der AV-Receiver wiedergeben kann, muss der UHD-Player unterstützen.

Der Sony UBP-X700 bietet viel Player fürs Geld. Er spielt praktisch alle Discs ab – auch 3D Blu-rays – und das mit minimalen Laufwerksgeräuschen. Mit Miracast werden auch Handy und Tablet zum Zuspieler. Zudem punktet der Sony mit seinem scharfen, farbgetreuen Bild. Das liegt nicht zuletzt an der HDR10 und Dolby Vision-Unterstützung. Das Bild kann mit mehreren Presets und in der Preisklasse ungewöhnlich umfangreichen manuellen Bildeinstellungsparametern angepasst werden. Soundformate (Dolby Atmos) meistert der Player wie eigentlich alle UHD-Player.

Das externe Netzteil ist kein Hingucker und auch das fehlende Display ist beim Abspielen von Audiomedien etwas unpraktisch. Dafür bietet der Sony-Player alle notwendigen Anschlüsse plus WLAN gegen den Kabelsalat. Wer einen mager ausgestatteten 4K-Fernseher oder 4K-Beamer hat, freut sich über die zahlreichen Streaming-Apps. Installation und Bedienung ist beim sehr kompakten Sony UBP-X700 unkompliziert und das alles für einen günstigen Preis. Deshalb ist der Sony UBP-X700 unser Preisleistungstipp im unteren Preissegment.

Der LG UBK90 bietet sich dank seiner einfachen Bedienung vor allem für Einsteiger an.

Auch der LG UBK90 ist ein guter Einstiegsplayer zu einem vergleichbaren Preis wie der Sony UBP-X700. Dabei ist der LG etwas sparsamer ausgestattet, so beschränkt er sich auf zwei Streaming-Apps und hat kein Miracast. Ansonsten ist er ein solider 4K/UHD-Player, der auch 3D-Blu-rays liest und mit HDR10 als auch Dolby Vision das 4K-Bild zusätzlich aufwertet. Zu empfehlen ist der LG UBK90 für alle, die auf Schnickschnack verzichten können und eine selbsterklärende Bedienung zu schätzen wissen. Die Bedienungsanleitung kann man beim LG getrost in der Schublade lassen, das gilt auch bei der Nutzung des integrierten Media-Players.

Samsung sticht beim UBD-M7500/ZG mit dem curved Design hervor. Ihr günstigster 4K-Player kann im Gegensatz zu LG und Sony keine 3D-Blu-rays lesen und hat auch nur einen HDMI-Ausgang sowie kein WLAN. Dafür bringt er die meisten Apps im Preissegment mit. Die Bedienung mit der schmalen minimalistischen Fernbedienung ist Samsung-typisch – man kennt diese auch von den Fernsehern des koreanischen Herstellers. Man braucht etwas Zeit, um sich die Kontextmenüs einzuprägen. Die Fernbedienung kann so ziemlich jeden Fernseher steuern, dafür gibt’s in der Bedienungsanleitung eine lange Codetabelle.

Er kann entsprechend kodierte Videos mit HDR-Unterstützung ausgeben, HDR10-, HDR10+- oder Dolby Vision-Formate unterstützt der UBD-M7500/ZG aber nicht. Beim Ton lässt der Samsung mit Dolby Atmos und DTS:X hingegen keine Wünsche offen. Der Samsung UBD-M7500/ZG empfiehlt sich für Käufer, die das Design des Players und die zahlreichen Apps schätzen. Zudem ist er recht günstig.

Der Anfang 2019 auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas vorgestellte Panasonic UHD- Blu-ray-Player DP-UB154 unterstützt als einziger Player unserer Kaufberatung neben HDR10 auch den mit Dolby-Vision vergleichbaren dynamischen HDR-Standard HDR10+. Bilder mit geringer Auflösung werden durch das 4K-Upscaling auf UHD aufgeblasen. Für den Raumklang sorgen immersive Soundformate bis Dolby Atmos und DTS:X. Der günstige Universalplayer spielt Ultra-HD-Blu-rays, Blu-rays, 3D-Blu-rays, DVDs und CDs – dazu Bilder-, Video- und Audiodateien von USB-Sticks und externen Festplatten über den frontseitig verbauten USB-Port.

Sony UBP-X700 schwarz

Sony UBP-X700

LG Electronics UBK90 schwarz

LG Electronics UBK90

Samsung UBD-M7500 schwarz

Samsung UBD-M7500

Panasonic DP-UB154 schwarz

Panasonic DP-UB154

Im Gegensatz zum kleinen Bruder UBP-X700 kommt Sonys UBP-X800M2 in der klassischen Hi-Fi-Größe und Bauform mit integriertem Netzteil. 4K-Upscaling, HDR10, Dolby Vision und Hybrid-Log-Gamma pimpen das Bild. Dolby Atmos und DTS:X sowie High-Resolution-Audio und DSEE HX-Upscaling für Audiophile machen klar: der Player ist im mittleren Preis- und Ausstattungssegment verortet.

Audioübertragung per Bluetooth ist nicht möglich. Der passive Kühlkörper hält die Discs kühl und die Laufgeräusche niedrig. Der Player schluckt so ziemlich alle Discs – inklusive 3D-Blu-rays – so dass kein zweiter Player das Wohnzimmer zustellt. Der UBP-X800M2 erfüllt gehobene Ansprüche und kostet deshalb auch etwas mehr.

Sony UBP-X800M2 schwarz

Sony UBP-X800M2

Yamaha BD-S681 schwarz

Yamaha BD-S681

Onkyo BD-SP353 silber

Onkyo BD-SP353

Die Zeit des Wartens auf günstige 4K/UHD-Blu-ray-Player ist vorbei. Endlich gibt es auch im unteren und mittleren Preissegment genügend Modelle. Dabei bietet der Sony UBP-X700 besonders viel Player fürs Geld.

Doch mittlerweile bieten die meisten 4K/UHD-Blu-ray-Player eine hohe Funktionsfülle, auch 3D-Blu-ray-Disks können einige Modelle lesen. Für die Kaufentscheidung am besten erst mal die gewünschten Features aussuchen und mit der bestehenden Hardware abgleichen, um Fehlkäufe zu vermeiden. Der eine kann Miracast, der andere ist besonders leicht zu bedienen, der dritte bringt eine große Auswahl an Apps mit. Es lohnt sich genauer hinzusehen.

In den kommenden Wochen werden wir einige Player in Einzeltests und einem abschließenden Vergleichstest genauer unter die Lupe nehmen.

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