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Kaufberatung: 4K-TVs mit OLED ab 1000 Euro

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Bild: Pixabay

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Die Preise für UHD-Fernseher fallen. Das gilt nicht nur für LCD- oder LED-Geräte, sondern auch für Fernseher mit OLED-Panels. Wir zeigen, worauf man achten sollte.

OLED-TVs bestechen durch ihren sensationellen Schwarzwert, tollen Blickwinkel und ausgezeichneten Kontrast. Das zeigt stellvertretend unser Test zum Philips 55OLED803 (Testbericht). Dort liefert bereits die Standardeinstellung eine gute Helligkeit von 480 cd/m², der Kontrast schafft 470:1, ein ausgezeichneter Wert. Kein Wunder, dass Film- und UHD-Fans mit den OLED-TVs liebäugelnd. Und tatsächlich fallen auch hier langsam die Preise, die ersten Markengeräte mit 55 Zoll Diagonale haben die 1000-Euro-Grenze gerissen. In dieser Kaufberatung stellen wir die Vorteile von OLED vor und auf welche Funktionen man beim Kauf achten sollte.

Die Kaufberatung ist Teil unserer Themenwelt rund um UHD und 4K. Folgende Artikel sind bereits erschienen:

OLED steht für Organic Light Emitting Diode. Das organisch im Namen ist dabei etwas irreführend: Das Panel lebt nicht, es ist keine Schicht mit Algen o.ä. verbaut. Je nach Hersteller und Technik kommt eine schmale Schicht von Oligomeren, Polymeren oder anderen kleinen Molekülen zum Einsatz. Ihnen allen gemein ist, dass die Pixel selbstständig leuchten, wenn elektrische Spannung angelegt wird. Im Unterschied zu LED/LCD-TVs muss also keine Hintergrundbeleuchtung verbaut werden. Der Vorteil: Die Geräte lassen sich schmaler bauen, zudem gibt es keine Lichthöfe wie sie oft bei seitlich beleuchteten (Edge-Lit) TVs auftreten. Den zweiten Vorteil kennt jeder, der ein Smartphone mit OLED besitzt: Die Displays haben einen exzellenten Schwarzwert und einen tollen Blickwinkel.

Es gibt aber auch Nachteile. OLED-TVs kommen in der Gesamthelligkeit nicht an klassische LCDs heran. Sie produzieren zudem einiges an Abwärme, sollten also idealerweise freistehen. Und, es besteht das Risiko, dass sich ein Bildelement einbrennt. Die Hersteller versuchen, mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern. Pixelshift etwa verschiebt ein TV-Bild um wenige Pixel, damit etwa Logos nicht ständig an der gleichen Stelle stehen. Weitere Informationen zum Einbrennen von Bilden und Gegenmaßnahmen gibt es im heise-Artikel Ungeliebte Schattenbilder.

Wie die Unterschiede bei LCD- und OLED-TVs konkret aussehen, zeigt der heise+-Artikel 4K-Smart-TVs mit OLED- und LCD-Panel im Vergleich.

Nachdem das OLED relativ teuer ist, lohnt sich vielleicht erst einmal der Kauf eines Full-HD-TVs statt eines UHD-Geräts? Klare Antwort: Nein. Tatsächlich gibt es kaum noch Fernseher mit 1080p, in unserem Preisvergleich findet sich kein Gerät mehr. Entsprechend raten wir direkt zum Kauf eines UHD-TVs, der zukunftstauglicher ist.

Das andere Extrem sind 8K-Displays. Diese haben eine sensationelle Auflösung von 7680 × 4320 Pixeln (und den sensationellen Preis von knapp 30 000 Euro). Auch hier raten wir ab, es fehlt einfach an Inhalten.

Apropos Inhalte: So langsam wird es hier immer besser. Gerade im Bereich Streaming dürfte es hier ab Herbst/Winter nochmal einen Ruck geben, wenn der Dienst Disney+ an den Start geht. Der hat nicht nur Zugriff auf das breite Portfolio von Disney, sondern wird nach dem jetzigen Stand die Wiedergabe für 4K/HDR-Filme im Standard-Abo beinhalten.

Neben den Streaming-Portalen, die oft direkt in den TVs hinterlegt sind, gibt es noch weitere interessante Zuspieler. Da wären zuerst die klassischen UHD-Blu-Ray-Player. Diese spielen DVDs, Blu-Rays und UHD-Blu-Rays ab. Bereits ab 150 Euro bekommt man hier einen vernünftigen Player, wie unser Vergleichstest: 4 UHD-Blu-Ray-Player zeigt.

Im Apple-Umfeld kommt man kaum am Apple TV 4K (Testbericht) vorbei. Das kleine Kästchen kann nicht nur Streamen, sondern hat zudem Zugriff auf die iTunes-Bibliothek. Dazu kann es Filme offline speichern – gerade bei langsamen Internetverbindungen ist das ein großer Pluspunkt. Dieser Speicher fehlt dem Fire TV 4K Stick (Testbericht) von Amazon und dem Chromecast Ultra von Google.

Eine weitere Alternative sind die Konsolen von Microsoft und Sony. Die aktuelle Generation der Xbox One (Testbericht) und PS4 Pro (Testbericht) sind in Grundzügen schon auf UHD getrimmt. Spätenstens die nächste Konsolengeneration sollte es dann als Standard an Bord haben.

Die verschiedenen TVs sind sich ziemlich ähnlich, sie alle sind voll mit sinnvollen Funktionen. Es gibt ein paar Punkte, auf die man beim Kauf achten sollte, damit die Geräte zukunftssicher sind. Das beginnt bei den HDMI-Anschlüssen, diese sollten sowohl HDMI 2.0a und den Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützen. HDMI 2.0a sorgt für die notwendige Grundlage, um Bilder in HDR und UHD zu sehen, ist also ein absolutes Muss. Das kleinere Update HDMI 2.0b erweitert den Standard um die Funktion Hybrid Log Gamma (HLG). HLG ist vor allem für die Übertragung von Fernsehsignalen gedacht, ist aber derzeit größtenteils noch Zukunftsmusik. Da Fernseher aber deutlich länger in Betrieb sind als etwa Smartphones, macht es Sinn, gleich auf HDMI 2.0b zu achten. Wer zudem eine Soundbar (Übersicht) nutzen möchte, sollte auf HDMI ARC oder einen optischen Anschluss achten.

Hersteller wie Philips legen inzwischen eine zweite Fernbedienung zur Sprachsteuerung bei.

Ein großer Vorteil von UHD-TVs ist High Dynamic Range, kurz HDR. Diese Techniken sorgen für einen großen Kontrastumfang und Farbraum – kompatible Filme sehen damit meist sehr, sehr gut aus. Bei den HDR-Formaten sollten es idealerweise HDR10+ und Dolby Vision sein. Der Unterschied: HDR10+ wird von Samsung vorangetrieben, Dolby Vision ist ein konkurrierendes Verfahren. Einzelne Filmanbieter, etwa Warner, pressen beide Formate auf die UHD-Blu-Rays (heise-Meldung). Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Fernseher beide Formate unterstützen.

Dazu bieten fast alle Hersteller eine Sprachsteuerung an. Dabei gibt es zwei Typen: Verbaut oder kompatibel. Ist sie verbaut, bringt der TV eine eigene Spracherkennung mit, die etwa über ein Mikrofon in der Fernbedienung aktiviert wird. Kompatible Geräte arbeiten mit Amazon Alexa oder dem Google Assistenten zusammen.

Der Markt für OLED-TVs ist relativ übersichtlich. Lange Zeit kamen die notwendigen Panele von nur einem Hersteller: LG (heise-Bericht). Das änderte sich 2018, als mehrere chinesische Hersteller in die Produktion größerer OLED-Panele eingestiegen sind (heise-Bericht). Die neue Konkurrenz wirkt sich auf den Preis aus – er geht nach unten.

Wie bei den LCD/LED-TVs ist die Display-Diagonale der Geräte der wichtigste Preisfaktor. Das untere Preissegment beginnt bei 55 Zoll Bildschirmdiagonale. Sowohl Platzhirsch LG wie auch Toshiba haben jeweils ein Gerät unter 1000 Euro. Bei LG ist es der OLED 55B8SLC, bei Toshiba der 55X9863DA. Knapp 200 Euro teurer ist der kürzlich mit sehr gut getestete 55OLED803 von Philips (Testbericht). Dieser hat neben einem guten Bild auch noch den Vorteil von Ambilight, bei dem LEDs hinter dem TV das Bild an der Wand vergrößern. Andere relevante Hersteller in diesem Segment sind Grundig, Sony und Panasonic.

LG Electronics OLED 55B8SLC

LG Electronics OLED 55B8SLC

Toshiba 55X9863DA

Toshiba 55X9863DA

Grundig 55 GOB 9990

Grundig 55 GOB 9990

Philips 55OLED803

Philips 55OLED803

Panasonic TX-55FZ800

Panasonic TX-55FZ800

Sony KD-55AF8

Sony KD-55AF8

Seit der ersten Version dieses Artikels sind im 65-Zoll-Bereich die Preise angestiegen – und zwar teilweise mehrere hundert Euro. Grundig, bislang der günstigste Hersteller, wurde von LG abgelöst. Deren 65-Zoll-OLED 65B8SLC kostet 1599 Euro und wurde damit seit der Markteinführung im Februar 2019 rund 600 Euro billiger. Grundig hat offenbar seine Gerätegeneration erneuert. Größter Unterschied: Das Betriebssystem SMART Inter@ctive wurde durch das ebenfalls proprietäre Vision ausgetauscht. Leider hat sich die App-Verfügbarkeit nicht gebessert, immer wieder melden Nutzer fehlende Streaming-Apps. Als Workaround kann man die App vom Handy oder Tablet auf den TV per WLAN streamen oder man nutzt einen Streaming-Stick wie den Amazon Fire TV Stick 4K. Setzt sich die aktuelle Preisentwicklung fort (seit der Einführung sind die Grundig-TVs teilweise mehr als 1300 Euro billiger geworden), dürfte der Hersteller bald wieder die Preiskrone von LG abluchsen.

Den Preisverfall gibt es auch bei anderen Herstellern, dort aber in deutlich geringerem Maße: Der Panasonic TX-65FZW804 wurde im letzten halben Jahr knapp 845 Euro billiger, der Philips 65OLED803 verliert um die 440 Euro. Wer einen Sony-TV möchte, der muss immer noch mehr als 2000 Euro auf den Tisch legen.

LG Electronics OLED 65B8SLC

LG Electronics OLED 65B8SLC

(Kein Produktbild vorhanden)

Grundig 65 VLO 9895 BP

Philips 65OLED803

Philips 65OLED803

Panasonic TX-65FZW835

Panasonic TX-65FZW835

Sony KD-65AF8

Sony KD-65AF8

Philips 65OLED873

Philips 65OLED873

Etwas Bewegung gibt es im 77-Zoll-Segment. So verlor der LG OLED 77C8LLA knapp 600 Euro seit dem letzten Update. Mit 4269 Euro ist er der günstigste große OLED-TV. Überhaupt ist das Feld sehr übersichtlich, es teilt sich unter LG, Sony, Panasonic, Sony und (der leider insolventen) Loewe auf.

Preislich gesehen geht es auf hohem Niveau nach unten. Der Sony KD-77AG9 etwa verbilligte sich von 7999 Euro auf knapp 6110 Euro. Der (schicke) LG Signature OLED 77W8PLA kostete vor einem halben Jahr noch regelmäßig mehr als 10 000 Euro, aktuell ist er bei 5999 Euro. Wer einen so großen TV möchte, sollte die Preise also im Blick behalten, sie dürften sich Richtung Weihnachten (und vor allem nach der IFA und neuen Produkvorstellungen) weiter nach unten bewegen.

LG Electronics OLED 77C8LLA

LG Oled 77C8LLA

Sony KD-77AG9

Sony KD-77AG9

Panasonic TX-77EZW1004

Panasonic TX 77EZW1004

LG Electronics Signature OLED 77W8PLA

LG Signature Oled 77W8PLA

Loewe bild 7.77 grau (56437D50)

Loewe bild 7.77

Der Vollständigkeit halber nehmen wir den 8K-TV OLED 88Z9PLA von LG mit in den Artikel auf. Vorgestellt auf der CES 2019 kommt der TV nicht nur mit einem fetten Bildschirm. Das Highlight ist, dass er sich in den Standfuß einrollt. Die Kollegen von heise online hatten den TV damals kurz begutachten können und ein Video gedreht. Wer den TV unbedingt haben möchte, muss sich aber noch etwas gedulden. Immerhin, die ersten Verkäufer nehmen Vorbestellungen an, möchten dafür aber fast 30 000 Euro.

Der Preisverfall bei OLED machte die Geräte immer interessanter. Gerade im 55-Zoll-Segment gibt es gute Angebote und immer wieder Preisaktionen. Hier lohnt es sich, einen Preisalarm zu setzen, um über günstige Deals informiert zu sein. Ähnliches gilt für die 65-Zoll-TVs. Auch hier geht es nach unten.

Riesen-TVs mit 77 Zoll und mehr kosten meist ein Arm und ein Bein. Gerade bei den älteren Geräten ist es aber inzwischen nur noch ein Bein. Leider sind diese Geräte sehr selten in Preisaktionen zu finden, was auch an der mit acht Geräten recht geringen Produktauswahl liegt. Noch gedulden sollte man sich bei den 88 Zoll Geräten. Es fehlen sowohl die Inhalte für 8K, außerdem sind die Preise für das erste Produkt noch viel zu hoch.

Wer seinen alten Fernseher ausmustern möchte, der kann sich also auf interessante Angebote gefasst machen – und bekommt mit etwas Geduld ein echtes Schnäppchen.

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