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Kameras im Test: Galaxy S4 vs. HTC One vs. iPhone & Co.

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Von iPhone 5 und Galaxy S4 über HTC One und Xperia Z bis hin zu Lumia 920 und Optimus G: Bei aktuellen Smartphones gehört die Kamera inzwischen zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen. Wir haben die sechs eben genannten Modelle von Apple, Samsung, HTC, Sony, Nokia und LG im Testlabor gegenübergestellt. Zum Vergleich waren noch die älteren Modelle Samsung Galaxy S3 und HTC One X+ dabei.

Leider machen uns die Handy-Hersteller einen Strich durch die Rechnung, was systematische Kamera-Tests angeht. So erlaubt das iPhone es beispielsweise nicht, die ISO-Empfindlichkeit festzulegen, um im Labor schlechte Lichtbedingungen nachzuahmen. Bei den HTC-Smartphones gibt es diese Einstellung zwar, aber sie tut leider nicht, was sie verspricht – trotz des Fimware-Updates. Und damit ist auch beim One und beim One X+ keine systematische Messung möglich.

Wir haben uns daher fürs erste entschieden, im Automatik-Modus zu fotografieren. Damit erhalten wir mit allen Smartphones Ergebnisse, die von den Lichtbedingungen her Tageslicht entsprechen. Leider ist es mit dem Labortest nicht möglich, einfach das Licht dunkler zu drehen, um schlechte Lichtverhältnisse zu simulieren. Für eine zuverlässige Auswertung durch die Software muss der Versuchsaufbau mit mindestens 1200 Lux ausgeleuchtet sein. Ein systematischer Test, der schlechte Lichtverhältnisse simuliert, muss daher anders aussehen – und diesen werden wir daher noch nachliefern.

Das Testfeld haben wir eingangs schon einmal aufgelistet, an dieser Stelle zeigen wir Euch noch einmal alle Smartphones auf einen Blick.

Hersteller Apple HTC HTC LG Nokia Samsung Samsung Sony
Modell iPhone 5 One One X+ Optimus G Lumia 920 Galaxy S3 Galaxy S4 Xperia Z
Preis ab 575 Euro ab 580 Euro ab 420 Euro ab 455 Euro ab 390 Euro ab 335 Euro ab 550 Euro ab 490 Euro
Auflösung 8 Megapixel 4 Megapixel 8 Megapixel 13 Megapixel 8 Megapixel 8 Megapixel 13 Megapixel 13 Megapixel
Bildstabilisator digital optisch nein nein optisch nein nein
nein

Die Bestwerte bei der gemessenen Auflösung erreichen das Samsung Galaxy S4 und das Xperia Z – keine große Überraschung, haben sie doch beide 13-Megapixel-Sensoren. Das LG Optimus G mit gleicher Auflösung fällt dahinter deutlich ab.

Bei den 8-Megapixel-Smartphones liegt das iPhone 5 mit Abstand vorne: Es übertrumpft das Optimus G und erreicht beinahe sogar die 13-Megapixel-Konkurrenten Galaxy S4 und Xperia Z. Hinter dem iPhone 5 reihen sich schließlich Galaxy S3 und Nokia Lumia 920 auf einem Niveau ein. Schlusslichter bilden das ältere HTC One X+ und das HTC One. Dass das HTC One hier den letzten Platz belegt, ist keine Überraschung: Schließlich hat es den mit Abstand am niedrigsten auflösenden Sensor.

Hier sind 100-Prozent-Ausschnitte der diversen Smartphones zu sehen – das HTC One haben wir mit neuer und alter Firmware getestet. Je höher die Auflösung, desto stärker ist der Bildausschnitt herangezoomt. Mehr Pixel bedeuten aber nicht zwangsläufigerweise mehr Details.

Was bedeutet das jetzt in der Praxis? Je höher die Auflösung, desto mehr Details sind auf den Fotos sichtbar. Allerdings bringen es Full-HD-Fernseher auf gerade einmal 2 Megapixel, und selbst das Retina-Display vom neuen MacBook Pro stellt "nur" vier Millionen Bildpunkte dar.

Wer sich seine Handy-Fotos also nur auf dem Fernseher, dem Notebook-Display oder dem Smartphone selbst anguckt, der kann über die Auflösung hinwegsehen. Wichtig hingegen ist die Bildpunkte-Zahl für diejenigen, die die Bilder bearbeiten wollen, Ausschnitte verwenden oder die Aufnahmen in großen Formaten abdrucken möchten.

Hier haben wir die Ausschnitte der höher auflösenden Smartphones auf das Niveau des HTC One herunterskaliert. Die Unterschiede sind teilweise extrem, und deutlich höher auflösende Handys kommen signifikant schlechter weg als das One.

An dieser Stelle ist noch ein Vergleich zwischen den Messwerten und den realen Ergebnissen interessant. Das Xperia Z fällt im Labor durch eine hohe Auflösung auf, kann in Real-Life-Situationen aber nicht unbedingt glänzen. Eine mögliche Erklärung ist es, dass Kameras teilweise von Herstellern auf die Labortests optimiert werden, um hier bessere Ergebnisse zu erzielen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der vergleichsweise hohe Kurtosis-Wert des Xperia Z. Dieser Messwert gibt einen Hinweis darauf, wie stark die Kamera bei der Datenverarbeitung an den Fotos schraubt. Die widersprüchlichen Ergebnisse können beispielsweise auch eine natürliche Folge bestimmter Kantenschärfungsalgorithmen oder dergleichen sein – Absicht wollen wir Sony keinesfalls unterstellen.

Neben der Auflösung haben wir auch die Farbtreue der Smartphones und deren Leistung beim Weißabgleich gemessen.

Die Ergebnisse beim Weißabgleich-Test geben Aufschluss darüber, wie gut sich die Kamera in der Lage ist, die Farbtemperatur der aktuellen Lichtbedingungen zu analysieren – und die Farben im Foto korrekt anzupassen. Hier sind die beiden Samsung-Smartphones am akkuratesten, das Feld folgt ohne allzu großem Abstand und ohne gewaltige Ausreißer. Lediglich das Nokia Lumia 920 hat im Test Probleme und liefert von Bild zu Bild teilweise deutlich unterschiedliche und farbstichige Ergebnisse.

Während der Weißabgleich eine Verschiebung aller Farben bedeutet, gibt die Farbtreue (DeltaE) an, wie akkurat das Smartphone die einzelnen Farben trifft.

Hier sind ein paar herunterskalierte Ausschnitte aus unserer Fotostudio-Testszene zu sehen.

Dass "akkurat" nicht unbedingt mit "schön" gleichzusetzen ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Viele HTC-One-Käufer und -Tester bemängelten die langweilig wirkenden Fotos. Das von HTC nachgeschobene Firmware-Update sorgt für hübschere, da lebhaftere und kontrastreichere Bildchen, verschlechtert allerdings die Messwerte bei der Farbwiedergabe. Das iPhone 5 schneidet hier übrigens mit am schlechtesten ab, was aber, wie gesagt, nicht unbedingt unansehnliche Fotos bedeutet.

Auch hier wandelt sich das Bild noch einmal bei schlechten Lichtverhältnissen – insbesondere bei schummrigem Kunstlicht neigen viele Kameras dazu, Gelb- oder Grünstiche auf die Fotos zu bringen. Wie sich die diversen Smartphones hier verhalten, gilt es ebenfalls noch zu überprüfen.

Der Dynamikbereich einer Kamera sagt aus, wie gut diese mit kontrastreichen Motiven zurechtkommt – also mit Motiven, die hohe Helligkeitsunterschiede aufweisen. Billige Knipsen haben üblicherweise einen niedrigen Dynamikumfang. Damit passiert es schon einmal, dass der eigentlich strahlend blaue Himmel auf einem Foto auf einmal nur noch hässlich weiß abgebildet ist.

Das folgende Vergleichsbild demonstriert die Unterschiede beim Dynamikbereich ebenfalls recht eindrucksvoll. Zu achten ist hier auf die rosafarbenen Blüten des Baumes, die von der Sonne angestrahlt werden. Ist der Dynamikbereich der Kamera zu niedrig, werden Teile überbelichtet und somit weiß abgebildet.

Wenn die rosafarbenen Blüten des Baumes überbelichtet und somit weiß werden, zeugt das von einem schlechten Dynamikumfang.

Bei der Beurteilung dieses Bilds ist ein wenig Vorsicht geboten. Wir mussten uns nämlich beim Fotografieren mit den Smartphones mangels manueller Einstellungsmöglichkeiten zu Blende und Belichtungszeit auf die Automatik verlassen. Und damit gibt es leider auch geringe Unterschiede bei der allgemeinen Bildhelligkeit. Bei einem insgesamt heller belichteten Bild kommt es natürlich auch schneller zu Überbelichtungen in den Blüten.

Allerdings decken sich die Beobachtungen aus diesem Foto ziemlich gut mit den Labor-Messwerten bezüglich Dynamikumfang: An der Spitze stehen hier die beiden Galaxy-Smartphones und das iPhone, das HTC One findet sich am Ende des Felds wieder.

Bei guten Lichtverhältnissen haben die Smartphones erfreulicherweise kaum mit Bildrauschen zu kämpfen. Daher ist dieses Thema auch bei diesem "Tageslicht-Vergleichstest" nicht so brisant. Nur wer ganz genau und bei starker Vergrößerung hinsieht, kann bei vielen Aufnahmen auch bei niedrigen Empfindlichkeiten ein paar Störungen ausmachen.

Spannend wird es dann aber, wenn wir unsere Tests für schlechte Lichtverhältnisse durchführen. Denn je dunkler es ist, desto stärker macht sich das Rauschen bemerkbar. Und hier könnten ein paar Kandidaten, die bei Tageslicht eher durchschnittlich abschneiden, noch ordentlich Gas geben – das HTC One und das Lumia 920 haben hier außerdem mit ihrem optischen Bildstabilisator noch einen Trumpf im Ärmel.

Die Labortests liefern zu guter Letzt noch ein paar Werte zu den Objektiven. Diese sind zwar eher für "richtige Kameras" mit Zoom und/oder Irisblende interessant, der Vollständigkeit halber wollen wir diesen Bereich hier aber auch kurz anschneiden.

Gemessen haben wir hier die Randabschattung/Vignettierung, die Objektivverzerrung und die Farbsäume. Erfreulicherweise gibt es hier keine großartigen Ausreißer und alle getesteten Geräte bewegen sich auf einem vernünftigen Niveau, was sich auch auf den von uns geschossenen Fotos nachvollziehen lässt.

Jede Smartphone-Kamera hat ihre Stärken und Schwächen. Im Großen und Ganzen gefällt mir jedoch das Galaxy S4 am besten. Es liefert saubere und detailreiche Fotos. Zudem ist der Dynamikbereich sehr ordentlich.

Wie eingangs schon erwähnt: Die Bedingungen, unter denen wir hier getestet haben, entsprechen Tageslicht. Daher ist auch kein Rückschluss darauf möglich, wie sich die diversen Kameras bei schlechteren Lichtverhältnissen schlagen. In einem demnächst folgenden Low-Light-Test könnten sich die Kräfteverhältnisse also schnell umkehren. Wer nur bei Tageslicht fotografiert, dürfte seinen Favoriten jedoch schon gefunden haben.

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