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Hue & Co: 5 Zigbee-LED-RGBs mit E27-Sockel im Vergleich

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Philips Hue ist zwar der Marktführer bei smarten LEDs, aber es gibt auch noch andere Anbieter. Wir haben fünf E27-RGB-Leuchtmittel mit Zigbee verglichen.

Smart Home fängt für viele Interessenten mit Lichtsteuerung zum Dimmen, Farb- und Farbtemperaturwechseln an. Derzeit gibt es dafür im wesentlichen drei Übertragungsstandards: Zigbee, WLAN und Bluetooth.

WLAN hat den Vorteil, dass entsprechende Leuchtmittel im Vergleich günstig sind, eine mittlere und erweiterbare Reichweite aufweisen und sich oftmals auch von unterwegs steuern lassen. Zudem benötigen sie keine Bridge, sondern nur einen WLAN-Router und lassen sich bequem über das Smartphone oder per Stimme steuern. Da sie kein Mesh aufbauen, sondern stattdessen jeweils einzeln mit dem Router verbunden sind, verstopfen sie mit steigender Zahl zunehmend das Netzwerk. Da entsprechende Leuchtmittel nur im 2,4-GHz-Band funken, kann das besonders in Ballungsräumen zu Überschneidungen mit Fremdnetzen führen. Das senkt Reichweite und Stabilität der Verbindung. WLAN-Leuchtmittel lassen sich zudem kaum vollständig direkt in Smart-Home-Systeme einbinden und verbrauchen im Standby vergleichsweise viel Strom. Das Angebot ist bei WLAN-Leuchtmitteln am größten.

Auch Bluetooth-Leuchtmittel benötigen keine Bridge und sind besonders einfach eingerichtet, allerdings ist die Zahl der Bluetooth-Lampen bei den meisten Anbietern auf rund 10 begrenzt. Negativ wirkt sich zudem die geringe Reichweite von rund 10 Metern aus. Eine Steuerung von unterwegs ist ohne weiteres ebenfalls nicht möglich. Der Stromverbrauch ist bei modernen Bluetooth-LE-Geräten mehr oder weniger moderat, Bluetooth wird trotzdem meist in Geräten mit direktem Zugang zum Stromnetz – etwa in Leuchtmitteln – verwendet. Der Preis der Lampen variiert je nach Hersteller von niedrig bis mittel.

Um Leuchtmittel mit dem Funkstandard Zigbee steuern zu können benötigen Nutzer normalerweise eine Bridge, die Signale vom (W)LAN-Router in Zigbee-Signale umwandelt und an entsprechende Leuchtmittel weiterleitet. Zugriff ist hier nicht nur aus dem gleichen WLAN möglich, sondern auch von unterwegs. Das heimische WLAN-Netzwerk wird nicht durch zahllose weitere Geräte verstopft, zudem ist Zigbee energiesparender, als WLAN und Bluetooth. Die Reichweite stellt ebenfalls kein Problem dar, da Zigbee-Geräte untereinander ein Mesh aufbauen und Befehle an nicht direkt mit der Bridge verbundene Geräte weiterleiten. Nachteil: Die Steuerzentrale kostet Geld, außerdem sind Zigbee-LEDs teuer in der Anschaffung.

Für unseren Test haben wir uns auf Zigbee-fähige Leuchtmittel mit E27-Sockel beschränkt. Neben Marktführer Philips Hue (Signify) haben wir Produkte von Osram (Ledvance), Ikea Tradfri, Innr Lightning und Müller Licht Tint in den Vergleich mit aufgenommen, die sich allesamt an die Hue-Bridge anlernen lassen. Ein Produkt von Paulmann erreichte uns leider nicht rechtzeitig. Andere Anbieter wie etwa Xiaomi mit seiner Aquara-Serie nutzen zwar auch Zigbee als grundlegendes Protokoll, sind aber nicht mit der Hue-Bridge kompatibel.

Wir haben uns für die genannte Vorgehensweise entschieden, weil Signify schlichtweg der Marktführer ist. Entsprechend werden viele Interessenten bereits Hue-Lampen und die Hue-Bridge besitzen, allerdings wegen des Preises auch mal nach günstigeren Alternativen schielen, zumal entsprechende Produkte technisch weitestgehend identisch zu sein scheinen. Übrigens ist es auch möglich, die Produkte in diesem Vergleich an ein anderes Zigbee-Hub zu koppeln. Wer ohnehin Sprachsteuerung haben will, sollte sich einmal die Amazon-Smartspeaker- und displays Echo Plus, Echo Show und Echo Studio mit integriertem Zigbee-Gateway anschauen. In unserem Artikel Licht steuern mit Alexa: Philips Hue und Alternativen sind wir bereits darauf eingegangen. Hier gibts außerdem Amazon Echos: Alle Modelle inm Vergleich.

Die Hue-E27-RGB verbraucht 9,5 Watt, schafft bis zu 806 Lumen und kann eine Farbtemperatur von 2000 bis 6500 Kelvin darstellen. Die durchschnittliche Lebensdauer gibt der Hersteller mit 25.000 Stunden Dauernutzung oder 50.000 Schaltvorgängen an. Auffällig ist im Vergleich zum restlichen Testfeld der oben abgeflachte Lampenkopf, der je nach Anwendungsfall für eine leicht ungleichmäßige Lichtausbeute mit oben mehr und unten und an den Seiten etwas weniger Lichtabstrahlung sorgt. Einzeln kosten die Leuchtmittel im freien Handel rund 40 Euro. Mehr Infos zu smartem Licht per App mit Hue gibt es hier.

Das Osram-Leuchtmittel konsumiert nach Herstellerangaben mit 10 Watt minimal mehr als die Hue-Lampe und bleibt mit 800 Lumen Leuchtkraft trotzdem nominell dahinter. Auch das Spektrum an darstellbarer Farbtemperatur ist mit 2700 bis 6500 Kelvin etwas eingeschränkter und auch bei der Lebenszeit hat Osram mit 20.000 Stunden das Nachsehen. Die Lampe kostet etwa 25 Euro. Wichtig ist hier noch zu erwähnen, dass der Hersteller ab 2021 alle Dienste rund um seine smarten Leuchtmittel einstellt. Der Betrieb an anderen Bridges sollte aber weiterhin kein Problem darstellen. Osram-Produkte haben wir bereits hier getestet.

Das Produkt von Innr erinnert bei den technischen Daten stark an die Spezifikationen der Hue-Lampe. So liegt der Verbrauch ebenfalls bei 9,5 Watt, die Helligkeit ist mit 806 Lumen angegeben und die Lebenszeit mit 25.000 Stunden. Bei der Farbtemperatur liegt Innr sogar vorn, hier ist von 1800 bis 6500 Kelvin die Rede. Das Innr-Produkt liegt mit etwa 30 Euro im Mittelfeld, außerdem bietet der Hersteller eine eigene Bridge an.

Noch größer ist die Übereinstimmung der technischen Daten zwischen dem Produkt von Müller Licht und Innr. Auch hier lauten die Angaben 9,5 Watt Verbrauch, 806 Lumen Helligkeit, Farbtemperatur 1800 bis 6500 Kelvin und 25.000 Stunden Lebenszeit. Wie bei Hue gibt es eine Angabe zu den Schaltvorgängen, die werden hier sogar mit 100.000 angegeben. Die Tint-Lampe kostet um 22 Euro.

In unserem Testfeld ist Ikea der größte Abweichler. Trotz eines Stromverbrauchs von 8,6 Watt liegt die maximale Helligkeit bei 600 Lumen und die Leuchtmittel können nur rund 10 Farben darstellen. Die Farbtemperatur darf zwischen 1780 und 6000 Kelvin gewählt werden, die Laufzeit wird mit 25.000 Stunden angegeben. Mit etwa 20 Euro bietet Ikea die günstigste Lampe im Vergleich und hat auch ein eigenes Gateway im Angebot. Das System haben wir hier bereits ausprobiert.


Generell lässt sich das Hue-Leuchtmittel am meisten abdunkeln, was als Nachtlicht sehr angenehm sein kann. Farben werden im Schnitt sehr intensiv und passend zu den gewählten Farben in der Hue-App dargestellt. Besonders Lila leuchtet im direkten Vergleich sehr intensiv. Die Helligkeit liegt auf einem Niveau mit den Produkten von Osram, Innr und Tint. Das Ansprechverhalten, also An- und Ausschalten oder der Wechsel zwischen verschiedenen Farben, gelingt mit den Philips-Leuchtmitteln am weichsten und angenehmsten.

Die Osram-E27 stellt Orange am gelblichsten dar, echtes Gelb ist mit am kräftigsten im Vergleich. Das wirkt sich auch auf Rot und Grün aus, beide sind eher blass. Blau ist ebenfalls etwa hell, aber sehr intensiv, Lila wirkt eher blau und gleiches gilt für Rosa. Das wirkt sich auch auf Hue-Szenen aus, so wirkt das Licht in der Energie-tanken-Szene sehr bläulich statt weiß, bei der Szene Lesen tendenziell etwas zu lila und die Szene Gedimmt gerät zu Rosa.

Auffällig: Die Hue-E27 ist oben abgeflacht

Die Innr-Lampe dimmt über die Hue-Bridge recht grobstufig. Während andere Leuchtmittel feinfühliger wirken und mehr Helligkeitsstufen darstellen, passiert bei der Innr-E27 im Bereich zwischen 30 und 60 Prozent wenig. Grün wirkt beinahe Neon-artig, Türkis recht bläulich, blau eher hell und kühl und Lila eher rosa. Dennoch sind die Abweichungen von der Hue-Vorgabe geringer als bei Osram.

Das Tint-Produkt stellt Orange am rötlichsten dar, Grüntöne werden etwas zu gelb. Auch bei Blau kommt das Konkurrenzprodukt nicht an die Hue-Lampe heran, der Farbton ist recht hell. Lila und Rosa werden wie bei Osram zu blau dargestellt. Die Szene Energie tanken wird etwas zu warm wiedergegeben.

Die Tradfri-Birne ist im direkten Vergleich sichtbar dunkler und kann auch weit weniger gedimmt werden, als die Konkurrenzprodukte. Da der Hersteller darauf hinweist, dass das Leuchtmittel weniger Farben als die Konkurrenzprodukte darstellen kann, verzeiht man die zu gelbe Darstellung von Grüntönen und schwach ausgeprägte Blauwiedergabe über die Hue-Bridge am ehesten. Lila und Pink werden hingegen intensiv dargestellt. Auffällig sind auch die Unterschiede in den voreingestellten Szenen in der Hue-App. Energie tanken ist sichtbar dunkler als beim Rest, Nachtlicht immer noch deutlich heller. Generell werden Farbübergänge mangels Zwischenfarben deutlich sprunghafter ausgeführt.

Für die Osram-Leuchtmittel gab es ursprünglich ein eigenes Gateway, allerdings ist das schon seit geraumer Zeit vom Markt. Neu kommt da auch nichts mehr, 2021 schaltet der Hersteller seine Server für die Smart+-Produkte ab. Da die Leuchtmittel an anderen Zigbee-Bridges weiterbetrieben werden können, gibt es aber kein grundsätzliches Abraten vom Produkt. Ikea und Innr bieten eigene Gateways an, mit denen die Leuchtmittel möglicherweise noch besser funktionieren könnten. Bei Müller Licht ist das anders, hier gibt es nur eine Fernbedienung, über die etwa noch Szenen abgespielt werden können. Eine echte Bridge fehlt hingegen. Da verwundert es umso mehr, dass die Tint-E27 nicht besser an die Hue-Bridge angepasst ist.

Wir raten auf jeden Fall von der Verwendung unterschiedlicher Leuchtmittel-Hersteller innerhalb eines Raumes ab, sofern einheitliche Farbeffekte erzielt werden sollen. Ansonsten spricht eigentlich wenig dagegen, etwas Geld zu sparen und zur Konkurrenz von Philips zu greifen, sofern man mit den genannten Beobachtungen leben kann. Außerdem gibt es weitere mehr oder weniger kleine Einschränkungen. So bekommen Fremdhersteller-Lampen über das Hue-Gateway normalerweise keine Firmware-Updates und sie lassen sich auch nicht in Entertainment-Zonen der Hue-App integrieren. Die braucht man etwa für Philips Hue Sync im Test: Das Nachrüst-Ambilight. Dazu passend: Hue Play Lightbar im Test: Smarte Leuchtleisten.

Klarer Sieger nach Punkten ist das Philips-Leuchtmittel – Kunststück, schließlich war das ein Heimspiel mit eigener Bridge und perfekt darauf abgestimmter Hard- und Software. Am nächsten heran kommen danach die Produkte von Innr und Müller Licht, die im Schnitt die geringsten Farbabweichungen aufwiesen, aber ein gutes Stück günstiger als Hue-Produkte sind. Bei Osram und Ikea müssen Interessenten mit teils deutlichen Farbabweichungen leben.

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