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Handynummer: Vorsicht vor falschen Facebook-Freunden

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Fake-Profile auf Facebook gibt es vermutlich schon so lang wie das Netzwerk selbst, doch seit einigen Wochen macht eine neue Abzock-Masche die Runde. „Mal wieder“, dachte ich mir, als ich darüber gelesen habe – ohne mich näher damit auseinander zu setzen. So lange, bis die Masche in meinem direkten Umfeld zum Einsatz kam.

Freundes-Anfragen von komischen Gestalten oder äußerst hübschen, leichtbekleideten und mir vollkommen unbekannten jungen Mädels gibt es immer wieder. Die kann man ja einfach ignorieren. Oder auch annehmen und dann eingehende Einladungen zu verruchten Video-Chats (vollkommen anonym und kostenlos gegen Angabe der Kreditkartennummer, ja klar) ablehnen und die Person wieder „entfreunden”.

Die aktuelle Masche ist aber deutlich besser: Betrüger suchen sich willkürlich Facebook-Profile, bei denen sie auf die Freundeslisten und die Fotos zugreifen können. Sie laden Bilder aus dem Account herunter und legen ein neues Profil an – mit dem gleichen Namen und den gleichen Bildern. Plötzlich gibt es also zwei Daniels auf Facebook, die auch noch gleich aussehen.

Dann wird die Freundesliste angegangen. Alle Kontakte des Originals bekommen eine Anfrage des Fake-Accounts, gerne mit fadenscheinigen Begründungen wie „ich habe mein Passwort vergessen, bitte füg' mich neu hinzu”. Viele Kontakte machen das: Schließlich stimmen Namen und Bild überein, und außerdem kennt man die Person ja wirklich. So bauen sich die Betrüger komplette Profile mit umfangreichen Freundeslisten auf.

Kurze Zeit später erhalten die echten Kontakte des falschen Freundes Anfragen per Facebook-Messenger. Es wird irgendein Notfall oder eine andere halbwegs glaubwürdige Begründung ausgepackt, um nach der Handy-Nummer zu fragen.

Mit dieser Nummer geht der Betrüger dann auf Shopping-Tour im Netz. Viele von Euch kennen das vermutlich von irgendwelchen Abo-Seiten: Handy-Nummer eingeben, dorthin wird ein Zahlen- oder Buchstabensalat per SMS geschickt und diese Zeichenfolge tippt man dann zur Bestätigung wieder im Browser ein. Die Zahlung wird autorisiert, die Kohle mit der nächsten Rechnung abgebucht.

Wer also seine Nummer an den vermeintlichen Freund geschickt hat, bekommt kurze Zeit später eine SMS mit diesem Code. Und prompt blinkt der Messenger wieder: „Sag' mir mal den Code, den Du eben per SMS bekommen hast”. Wer jetzt noch mitmacht, sitzt in der Falle – und die Kohle ist weg.

Schützen? Kein Problem. Die einfachste Möglichkeit ist es, den Code nicht herauszurücken – oder noch besser: gleich die Handy-Nummer geheim zu halten.

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, verhindert, dass Betrüger ein Fake-Profil anlegen können. Das klappt effektiv in den Datenschutz-Einstellungen der Freundschaftsliste: Wer dort verhindert, dass Fremde die Freunde einsehen können, verhindert so, dass Freunde angeschrieben werden.

In der Freundesliste könnt Ihr durch einen Klick auf den Bearbeiten-Knopf (in Stiftform) einstellen, wer die Liste sehen darf. Wer Fremde ausschließt, schützt seine eigenen Freunde vor Abzocke.

Bleibt nur noch eine finale Feststellung. Früher dachte ich häufig in solchen Fällen: „Selbst Schuld, wer darauf hereinfällt“. Inzwischen sind aber viele Maschen so gut gemacht, dass ich selber nicht mehr die Hand dafür ins Feuer legen würde, dass mir so etwas nicht passiert. Also: Aufklärung und Augen auf.

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