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Gaming-Headsets mit Surround-Sound ab 30 Euro

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Die Idee, durch Gaming Headsets mit Surround-Sound einen Vorteil beim Spielen zu haben, ist verlockend. TechStage zeigt, welche Unterschiede es gibt und was beim Kauf zu beachten ist.

Für Zocker sind Headsets ein Must-Have-Produkt – sowohl für authentischen Sound beim Spielen als auch für die Kommunikation mit Mitspielern. Neben klassischen Gaming-Kopfhörern mit Stereosound sind insbesondere Geräte mit 5.1- oder 7.1-Unterstützung sehr interessant. Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt Gaming. Dort haben wir neben einem Bauvorschlag für einen VR-tauglichen Gaming-PC unter 600 Euro auch Ratgeber zu Gaming-Monitoren, zu Grafikkarten oder zu Tastaturen für Zocker.

Echter Surround-Sound, also Raumklang, entsteht durch mindestens fünf getrennt im Raum aufgestellte Lautsprecher. Und genau so funktionieren auch die Gaming-Headsets mit dem Zusatz True Surround, wie beispielsweise das vorliegende Modell Kave XTD von Roccat.

In den beiden Ohrmuscheln arbeiten nicht nur zwei Lautsprecher, die sogenannten Treiber, sondern gleich mehrere. Die Funktionsweise ist vergleichbar zu einer klassischen 5.1 oder 7.1 Heimkinoanlage. Die einzelnen Soundkanäle sprechen die unterschiedlich auf der Ohrmuschel positionierten Treiber an und erzeugen so den Raumklang. Das funktioniert, der Effekt ist aber deutlich weniger stark als bei einer großen Anlage.

Das Kave XTD von Roccat hat True Surround (5.1) an Bord.

Da bei Kopfhörern nur ein sehr begrenztes Platzangebot zur Verfügung steht, fallen die Treiber kleiner aus als bei klassischen Kopfhörern. Während in Stereo-Kopfhörern meist Lautsprecher mit einem Durchmesser von 50 mm arbeiten, kommen hier mehrere Treiber mit lediglich 20 bis 40 mm zum Einsatz. Dies treibt zwar den Preis nach oben, geht aber dennoch zulasten der Soundqualität.

Deutlich häufiger als True-Surround-Headsets sind die Modelle mit sogenanntem virtuellen Surround-Sound. Beispiele für diese Geräteklasse sind das Logitech Gaming-Headset G432 (Testbericht) und das in der Redaktion befindliche XPG Precog. Diese Kopfhörer haben wie klassische Stereo-Modelle lediglich zwei Treiber integriert und nutzen einen Trick zur Wiedergabe des Raumklangs. Die einzelnen Ton-Kanäle werden zwar alle auf einer Membran wiedergegeben, allerdings mit einem minimalen Zeitversatz. Diese Latenz gaukelt dem Gehirn vor, der Sound käme aus unterschiedlichen Richtungen. Auch wenn der Klang hier nicht tatsächlich aus verschiedenen Richtungen kommt – in der Praxis hört es sich so an.

Das XPG Precog nutzt Virtual Surround (7.1).

Der Vorteil an dieser Variante ist, dass sie günstiger ist und die beiden Treiber mehr Platz zur Verfügung haben. So kommen hier üblicherweise die kräftigeren 50 mm Lautsprecher zum Einsatz.

Wer wie wir vermutet hatte, dass virtueller Raumklang niemals mit echtem Surround mithalten kann, irrt. In der Praxis funktionieren beide Varianten vergleichbar gut und ein Unterschied ist nicht hörbar. Die Erklärung hierfür ist einfach: Die einzelnen Treiber bei True-Surround-Modellen sitzen so nahe zusammen, dass die Differenzierbarkeit für das menschliche Ohr sehr schwerfällt. Bei einer guten Software-Umsetzung sind die virtuellen Surround-Headsets deshalb ebenbürtig.

Sowohl Headsets mit echtem Surround als auch jene mit virtuellem Raumklang funktionieren üblicherweise mit Hilfe einer integrierten Soundkarte und werden dementsprechend per USB am Rechner angeschlossen. Bei einigen virtuellen Surround-Headsets, wie dem oben genannten XPG Precog, ist die Soundkarte nicht direkt integriert, sondern optional nutzbar. Wer die kleine USB-Soundkarte weglässt, kann die Kopfhörer per Klinkenkabel anstecken – dann steht allerdings lediglich Stereoklang zur Verfügung.

Da der Effekt annähernd identisch ist und mehr Treiber lediglich mehr Gewicht und höhere Kosten bedeuten, bieten die meisten Markenhersteller wie Asus, Corsair oder Logitech hauptsächlich virtuellen Raumklang bei ihren Headsets.

In unseren Praxis-Tests ist der räumliche Effekt der Surround-Headsets im Vergleich zu Stereoklang deutlich spürbar. Allerdings sollte man sich hier nicht zu viel erwarten. Im Vergleich zu einer echten Surround-Anlage mit im Raum verteilten Lautsprechern fällt der Unterschied zu Stereosound deutlich geringer aus. Auch ob 5.1 oder 7.1 zum Einsatz kommt, ist praktisch nicht herauszuhören.

Bei schnellen 3D-Shootern ist der Raumklang zwar spürbar, im Eifer des Gefechtes geht der Effekt allerdings schnell verloren. Wer beispielsweise bei Battlefield 1 unter Beschuss gerät, ist sowieso meist in Bewegung und dann geht der räumliche Klang schlicht unter. Bei ruhigeren Games, wie Counterstrike Global Offensive, in denen der Spieler auch mal dem Gegner auflauert, kann die bessere räumliche Differenzierung von Schritten aber tatsächlich sehr hilfreich sein.

Auch in Einzelspieler-Games mit aufwendigen Zwischensequenzen sind die Surround-Headsets durchaus sinnvoll. Der Klang ist dann satter und macht einfach Spaß.

Da zwischen simuliertem Raumklang und echten Surround bei Kopfhörern praktisch kein Unterschied feststellbar ist, muss es kein hochpreisiges True-Surround-Headset sein. Virtueller Surround reicht aus unserer Sicht völlig aus.

Zusammen mit USB-Soundkarten beherrschen auch Stereo-Headsets virtuellen Raumklang.

Dank externer USB-Soundkarten lässt sich die 5.1- oder 7.1-Funktion auch bei jedem bereits vorhanden Stereo-Headset mit Klinkenkabel nachrüsten. Drei solche Geräte haben wir erst kürzlich im Ratgeber USB-Soundkarten: Besserer Sound für Zocker vorgestellt und verglichen.

Surround-Sound macht einen nicht automatisch zum besseren Zocker – aber der Effekt ist spürbar und macht bei einigen Spieletiteln richtig Spaß. Das haben die aktuell vorliegenden Modelle Roccat Kave XTD und XPG Precog während der letzten Test-Sessions eindrucksvoll bewiesen.

Wer sich für das Feature interessiert, muss kein Geld für ein teures True-Surround-Headset ausgeben. Eine Nachrüstung des vorhandenen Stereo-Headsets mit einer USB-Soundkarte funktioniert ebenso gut und ist deutlich günstiger. Die Kombination aus gutem Stereo-Kopfhörer und guter USB-Soundkarte ist zudem deutlich flexibler nutzbar.

Einige sehr gute Gaming-Headsets, meist mit Stereosound, zeigen wir im Artikel: Sechs Gaming-Headsets bis 75 Euro im Vergleich.

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