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GSM-Tischtelefone für Senioren, Camper und im Home Office

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Aktuelle Technik im Retro-Design: GSM-Tischtelefone mit großen Tasten, guten Antennen und Akku erleichtern die Mobilfunknutzung. Wir haben zwei Modelle ausprobiert.

GSM-Tischtelefone mischen Mobilfunktechnik mit der Optik und Haptik klassischer Tischtelefone. Damit bieten sie älteren Menschen einen einfachen Zugang zur Mobilfunktechnik. Und zwar deutlich einfacher als bei klassischen Senioren-Handys. Mit diesen setzen wir uns in der Kaufberatung: Was müssen Senioren-Handys können auseinander. Soll das Telefon dann auch noch Whatsapp und Co beherrschen, ist durchaus ein Mindestmaß an technischem Verständnis nötig. Damit beschäftigen wir uns im Beitrag Senioren-Smartphones: Kauf-Ratgeber für Silver Surfer.

Bei älteren Menschen lässt das Seh- und Hörvermögen nach. Auch Feinmotorik und Kraft nimmt genauso ab wie der Wille und die Geduld, sich mit neuem auseinanderzusetzen. Bereits Erlerntes ist jedoch häufig nach wie vor abrufbar. So fällt es Senioren oft erstaunlich leicht, das seit Jahrzehnten gewohnte Tastentelefon auf der Kommode im Flur zu bedienen. Noch ältere Semester bevorzugen vielleicht sogar ein Telefon mit Wählscheibe, wie es in den 60er-Jahren gang und gäbe war. All diese Varianten gibt es auch ohne Festnetz, sondern mit einem SIM-Karten-Slot.

Alternativ ist der Einsatz eines GSM-Tischtelefons auch im Home Office vorstellbar. Viele empfinden das Telefonieren mit einem klassischen Telefonhörer als angenehmer als mit einem Smartphone. Auch bieten einige GSM-Tischtelefone externe Antennen, die Leistungsstärker sind als die im normalen Smartphone. So kann man etwa im Keller sein Home Office einrichten, wo man bisher aufgrund zu dicker Wände keinen Mobilfunkempfang hatte. Hat das GSM-Tischtelefon neben dem Netzanschluss auch noch einen Akku, macht es seinen Einsatz flexibler. So bietet es sich beispielsweise für Schausteller an. Auch beim Camping oder im Schrebergarten könnte es viele Freunde finden.

Das Simvalley TTF-401 ist ein Dual-SIM-Tischtelefon mit einer großen Antenne an seiner Seite. Diese sorgt dafür, dass es einen deutlich besseren Empfang hat als normale Smartphones und Handys. Wir testen es im E-Plus-Netz. Während das Smartphone Xiaomi Mi 9T Pro (Testbericht) mit der SIM-Karte im Waschkeller keinen Empfang hat, war das Telefonieren mit derselben SIM-Karte über das 2G-Telefon Simvalley TTF-401 kein Problem. Die Sprachqualität ist hervorragend. So bietet sich das Tischtelefon überall dort an, wo man sonst eher schlechten Empfang hat, etwa auf dem Segelschiff, einer Berghütte, dem Camping-Platz – oder eben dem Home Office im Mobilfunk-armen Keller. Theoretisch kann man hier eine Außenantenne anschließen, um die Empfangsstärke weiter zu erhöhen.

Der Rest des Simvalley TTF-401 erinnert an ein klassisches Tischtelefon, wie es seit bald 30 Jahren auf den Bürotischen dieser Welt steht. Seine Tasten sind groß und deutlich beschriftet, mit einem Knopfdruck schaltet man auf Freisprechen, welches sehr laut ist und in beide Richtungen gut verständlich funktioniert. Duplex kann es jedoch nicht. Das hintergrundbeleuchtete vierzeilige Display ist mit einer Diagonalen von knapp sieben Zentimeter ausreichend groß und gut ablesbar.

Simvalley TTF-401 (12 Bilder)

Ebenfalls an klassische Tischtelefone erinnert die umständliche Menüführung. Etwa einen neuen Kontakt für das Telefonbuch anzulegen, ist derart kompliziert, dass man die gute und ausführliche Anleitung bemühen muss. Noch schlimmer wird es beim Verfassen von SMS. Es gibt neun verschiedene Klingeltöne, die mehr oder weniger nervig tröten, klingeln und flöten, auf jeden Fall aber laut genug sind.

Das Simvalley TTF-401 kann dauerhaft am Netz bleiben, das entsprechende Micro-USB-Netzteil liegt bei. Es hat zusätzlich einen leicht wechselbaren 3,7-Wattstunden-Akku, der das GSM-Tischtelefon drei Tage im Standby oder drei Stunden bei Dauertelefonie am Laufen hält.

Gestört hat uns das zu geringe Eigengewicht des Simvalley TTF-401. So zerrt man es trotz seiner Gummifüße beim schwungvollen Abnehmen des Hörers stets ein paar Zentimeter über den Tisch.

Das Simvalley TTF-401 kostet etwa 50 Euro. Simvalley verkauft mit dem TTF-402.hs auch ein etwas hochwertigeres Tischtelefon, welches ein deutlich schickeres Display hat und zusätzlich als Hotspot verwendet werden kann. Dafür will das zu Pearl gehörende Unternehmen dann aber gleich mal gut 110 Euro.

Etwa 70 Euro geben Käufer für das Maxcom MM29D aus. Dafür funkt es im 3G-Netz. Das Yealink SIP-T42S kostet 80 Euro. Es hat hintergrundbeleuchtete Tasten, eine Voll-Duplex-Freisprechfunktion, kann VoIP und bringt gleich eine Skype for Business Firmware mit. Damit bietet es sich weniger für Oma und eher für das Home Office an.

Wer es nostalgisch mag, sollte sich Opis 60s Mobile anschauen. Das Tischtelefon nimmt an seiner Unterseite neben dem Ein-/Aus-Schiebeschalter und drei Status-LEDs eine SIM-Karte auf und funkt anschließend im 2G-Netz. Das besondere ist seine an ein Telefon aus den 60er-Jahren erinnernde Form. Es besteht komplett aus einem hochwertigen Kunststoff und kommt wahlweise in den Farben Rot, Grün, Orange, Weiß oder Schwarz. Gewählt wird ganz klassisch über eine Wählscheibe auf seiner Front. Wer diese nicht gewohnt ist, wird sie bei der Eingabe einer langen Telefonnummer verfluchen. Die Omi im Altersheim dagegen fühlt sich möglicherweise sofort zu Hause und kann es wahrscheinlich besser und einfacher bedienen als ein Tischtelefon mit Tasten – von Senioren-Handys oder -Smartphones ganz zu schweigen.

Opis 60s Mobile (12 Bilder)

Die Sprachqualität ist sehr gut und das Telefonieren macht dank seines großen und griffigen hand- und ohrschmeichelnden Hörers deutlich mehr Spaß als mit einem scharfkantigen Smartphone. Über eine Freisprecheinrichtung verfügt es nicht, auch nach einem Display sucht man vergeblich. Trotzdem kann man dank vieler Codes, die in der ausführlichen Anleitung übersichtlich aufgezählt sind, einiges Einstellen. So besitzt es unter anderem neun Schnellwahloptionen, die Mikrofonempfindlichkeit ist justierbar und der Käufer kann die Lautstärke der herrlich altmodisch klingende Metallglocke anpassen.

Opis 60s Mobile kommt zusammen mit einem Netzteil, welches über einen Rundhohlstecker am Telefon hängt. Dabei hat es auch einen integrierten Akku, der es eine Woche im Standby und fünf Stunden beim Dauerreden mit Strom versorgt, bis er wieder geladen werden muss.

Leider ist es mit 130 Euro recht teuer. Laut dem Preisverlauf auf Geizhals war es im Februar mal für ein paar Tage für 100 Euro erhältlich. Wer hier ein Schnäppchen schießen will, den empfehlen wir das Setzen eines Preisalarms.

GSM-Tischtelefone bieten sich zum Beispiel für Senioren an, die sich mit neuer Technik schwertun und dennoch mit ihren Liebsten in Kontakt bleiben wollen. Aber auch beim Camping, auf der einsamen Berghütte oder im Home Office haben die Tischtelefone mit SIM-Kartenslot ihre Daseinsberechtigung. Einige ältere Semester werden sich beim Bedienen des Opis 60s Mobile dank dessen Wählscheibe an längst vergangene Zeiten zurückerinnert fühlen. Für alle anderen ist die Wählscheibe zwar witzig, aber in seiner Nutzung deutlich zu umständlich. Deshalb und wegen des fehlenden Displays disqualifiziert es sich für den Einsatz im Home Office. Das Simvalley TTF-401 dagegen spielt gerade im Arbeitseinsatz seine Stärken voll aus. Es läutet laut, zeigt gut lesbar die Nummer des Anrufers, hat eine ordentliche Freisprechfunktion (ohne Duplex), eine sehr gute Telefoniequalität und bietet sich dank seines bequemen Hörers auch für Marathontelefonate an. Weniger gut ist seine umständliche Menüführung und das zu geringe Eigengewicht.

Das Simvalley TTF-401 ist auch für Senioren mit geringem technischen Verständnis gut geeignet. Eingerichtet werden sollte es jedoch von technikaffineren Personen. Sollte sich der Best-Ager für Technik interessieren, empfehlen wir jedoch eher ein Senioren-Handy (Kaufberatung). Bei noch mehr technischem Verständnis raten wir zu einem Senioren-Smartphone (Ratgeber). Hier können die Enkel via Whatsapp und Co aktuelle Bilder aus ihrem Leben schicken und Oma und Opa so stets auf dem Laufenden halten. Ansonsten gibt es zusätzlich die Möglichkeit über Amazon Echo Show & Co mit den Großeltern in Kontakt zu bleiben.

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