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Fünf smarte Bluetooth- und WLAN-Waagen im Vergleichstest

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Wer abnehmen will oder Sport macht, profitiert von einer smarten Waage. Die Geräte messen nicht nur das Gewicht, sondern auch weitere Körpereigenschaften wie BMI und Körperfettanteil, protokollieren die Daten und machen sie in einer App zugänglich. Wir haben fünf Geräte verglichen.

Bei den Testkandidaten handelt es sich um smarte Waagen mit App-Anbindung zwischen 40 und 130 Euro. Sie kommunizieren direkt über Bluetooth mit dem Smartphone oder via WLAN mit dem Internet. Sie erkennen mindestens acht verschiedene Benutzer und speichern Gewicht, Verlauf und Entwicklung.

Garmin Index
Garmin Index

Mit einem Einstiegspreis von etwa 40 Euro ist die Mi Smart Scale (Testbericht) des chinesischen Anbieters Xiaomi die günstigste Personenwaage im Vergleich. Sie ist in Weiß gehalten und fällt durch ihr klinisches Aussehen auf. Die Eufy Bodysense Smart Scale (Testbericht) des Smartphone-Zubehörs Anker ist der Preis-Leistungs-Sieger, ohne viel vorwegnehmen zu wollen. Bis auf das Fehlen der WLAN-Schnittstelle ist sie die perfekte Waage und mit 50 Euro erfreulich günstig.

Die Body+ von Nokia Health geht als Testsieger aus diesem Vergleichstest hervor. Technisch beherrscht sie alles, aber sie ist nicht billig: Für die Nokia Body+ (Testbericht) wurden anfangs noch 150 Euro fällig, mittlerweile gibt es sie schon für knapp 90 Euro. Die Fitbit Aria 2 (Testbericht) sowie die Garmin Index (Testbericht) liegen im Preisbereich von 110 bis 130 Euro.

Der Lieferumfang ist bei allen fünf Waagen nahezu identisch. Nur bei der Xiaomi Mi Smart Scale sind ab Werk keine Batterien dabei – schade, jeder von uns kennt den enttäuschen Gesichtsausdruck am Weihnachtsabend, wenn man das Geschenk nicht in Betrieb nehmen kann. Die Batterien sollen laut Herstellerangaben bei allen Geräten etwa ein Jahr halten, im Rahmen unserer Tests gab es keine Auffälligkeiten. Langzeitnutzer sprechen in Foren und sozialen Netzwerken in der Praxis von 10 bis 11 Monaten.

Lieferumfang der Nokia Body+
Lieferumfang der Nokia Body+

Die Waagen sind für den Einsatz auf hartem Boden wie Parkett, Fliesen oder Stein ausgelegt. Wer eine smarte Waage auf Teppich platzieren möchte, braucht in der Regel speziell angepasste Füße. Bei Nokia und Garmin sind diese Untersetzer für einen weichen Grund dabei; Anker, Fitbit und Xiaomi liefern nichts dergleichen mit.

Anker Eufy Bodysense
Eingelassene Elektroden in der Eufy Bodysense von Anker.
Xiaomi Mi Smart Scale
Xiaomi Mi Smart Scale

Alle fünf Waagen sind identisch aufgebaut und aus den gleichen Materialien gefertigt: Gehäuse aus Kunststoff, darauf eine dicke Glasplatte. Die Unterschiede liegen bei Farben und Dimensionen. Die kleinsten Produkte mit 300 × 300 mm sind die Eufy Bodysense Smart Scale und die Xiaomi Mi Smart Scale. Auch die Fitbit Aria 2 ist mit einer Kantenlänge von 312 mm quadratisch aufgebaut. Lediglich Nokia und Garmin sind rechteckig, letztere besitzt ein besonders ausgeprägtes Format (350 × 310 mm).

Die Verarbeitung bei allen fünf Waagen ist hochwertig. Falsch kann man da auch nicht viel machen. Bei Anker, Fitbit, Garmin und Nokia sitzt ein Metallstück auf der Glasplatte – meistens als Designelement kaschiert – und ragt wenige Millimeter heraus. Es ist für die Verbindung der eingelassenen Elektroden zuständig.

Alle fünf Waagen beherrschen ihre Kernfunktionalität, das Messen von Körpergewicht. Die Ergebnisse einer Person sind überall identisch weichen nur um wenige Gramm ab. Die Resultate sind selbst mit geeichten Waagen übereinstimmend. Mit der Angabe der Körpergröße in der zugehörigen App berechnet das System den Body-Mass-Index des Nutzers.

Bis auf die Xiaomi-Waage, können die restlichen vier auch weitere Parameter des Körpers abbilden, zum Beispiel Körperfettanalyse. Die Nokia Body+ und die Eufy Bodysense ermitteln darüber hinaus Muskel-, Knochen- und Fettmasse sowie Wasseranteil. Alle Werte bis auf Gewicht und BMI sind relativ ungenau und können nicht mit der Exaktheit von medizinischen Geräten mithalten, wie sie etwa beim Sportarzt oder im Fitness-Studio zum Einsatz kommen. Grund hierfür ist die Art der Messung: Weil die Waagen lediglich über die Füße den unteren Körperbereich messen, schätzen sie den Oberkörper. Akkurater ginge es unter anderem mit zusätzlichen Elektroden an Händen und Brust.

Alle Waagen zeigen das Körpergewicht in einem zeitlichen Verlauf in der Applikation an. Die Nokia Body+ setzt noch einen drauf und zeigt als einzige die Information mit einer Gewichtsprognose an, außerdem gibt es einen Blick auf die Wettervorhersage im integrierten Display. Das ist ein nettes Gimmick, aber kein Kaufgrund. Apropos Display: Beim Fitbit Aria 2 kommt eine runde Anzeige zum Einsatz, beim Rest ein rechteckiger Bildschirm.

Die Anker Bodysense und Xiaomi Mi Smart Scale übertragen die Daten zu einem Smartphone über Bluetooth. Das hat den Nachteil, dass sich das Gerät in der unmittelbaren Nähe befinden muss. Deutlich unabhängiger sind da Nokia, Fitbit sowie Garmin: Die Waagen verbinden sich mit dem heimischen WLAN und übertragen die Daten in die Konten der automatisch erkannten Nutzer. Letztere Methode fanden wir auf Dauer komfortabler – wobei hier natürlich auch immer der Datenschutzaspekt eine Rolle spielt. Wer sich damit unwohl fühlt, muss einen großen Bogen um diese Art von Produkten machen.

Für alle fünf Waagen gibt es kostenlose Apps für iPhone und Android. In den Apps konfiguriert man die Waagen, legt Nutzer an, sieht deren Daten ein und aktualisiert bei Bedarf die Waagen-Firmware. Sehr gut gefallen haben uns die Apps von Nokia, Anker und Fitbit. Sie sind intuitiv aufgebaut, ansprechend gestaltet und verständlich.

Dass unter den Herstellern große Konkurrenz herrscht, ist vor allem bei Fitbit, Nokia und Garmin sichtbar. Keiner der drei Anbieter will das andere Ökosystem und die daran angeschlossenen Fitness-Tracker unterstützen. Bei Nokia klappt der Import aus Apple Health, Myfitnesspal, Runkeeper oder Nest. Auch Garmin holt sich Infos über die gegangenen Schritte und die Herzfrequenzmessung über Apple Health. Bei Fitbit lassen sich gar keine Drittprodukte verbinden, lediglich MobileTrack. Dies sind die zurückgelegten Schritte, die mittels Sensorik im Smartphone gezählt wurden.

Bis auf Xiaomi haben alle Waagen in der App ein umfangreiches Dashboard mit den wichtigsten Kennzahlen. Sie geben dem Nutzer auf einen Blick Überblick über seine Entwickung und seine Gesundheitsdaten, sofern vorhanden.

Bei Nokia, Garmin und Fitbit ist das Thema Gamification stark präsent. Der Nutzer verbindet sich über soziale Netzwerke mit seinen Freunden und vergleicht seine eigene Leistung mit anderen. Persönliche Gesundheitsdaten mit klaren Werte zu Gewicht & Co. sind selbstverständlich nicht einsehbar. Es gibt Abzeichen, sogenannte Badges, die sich mit absolvierten Herausforderungen sammeln lassen. Ziel ist die zusätzliche Motivation, schneller abzunehmen oder gesünder zu leben.

Garmin Index (Schwarz)

Garmin Index (Schwarz)

Garmin Index (Weiß)

Garmin Index (Weiß)

Fitbit Aria 2 (Schwarz)

Fitbit Aria 2 (Schwarz)

Fitbit Aria 2 (Weiß)

Fitbit Aria 2 (Weiß)

Nokia Body+ (Schwarz)

Nokia Body+ (Schwarz)

Nokia Body+ (Weiß)

Nokia Body+ (Weiß)

Eufy Bodysense Smart Scale

Eufy Bodysense Smart Scale

Xiaomi Mi Smart Scale

Xiaomi Mi Smart Scale

Wir haben fünf smarte Waagen getestet. Die Eufy Bodysense Smart Scale von Anker überzeugt mit ihrer souveränen Leistung und dem günstigen Preis von 50 Euro. Wer mit Bluetooth kein Problem hat und auf WLAN verzichten kann, sollte hier zugreifen. Geht es nur um das Körpergewicht, dann ist Xiaomi für unter 40 Euro in Ordnung.

Bei der Nokia Body+ gefällt uns das Gesamtpaket aus Hardware und Software am Besten. Dazu ist die Waage besser und sogar 20 bis 35 Euro günstiger als die Fitbit Aria 2 oder die Garmin Index. Wer bereit ist, für die zusätzlichen Extras mehr Geld auszugeben, kauft die Nokia Body+.

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