Puls, Schlaf, Training: Acht Fitness-Tracker im Vergleich | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Puls, Schlaf, Training: Acht Fitness-Tracker im Vergleich

25
von  // 

Fitness-Tracker gibt es in diversen Preiskategorien und mit unterschiedlichem Funktionsumfang. TechStage zeigt im Vergleichstest, welches Gerät sich für welche Ansprüche eignet.

Wer einen Fitness-Tracker kaufen möchte, findet eine große Fülle potenzieller Geräte am Markt vor, die Nutzer mit diversen Features und häufig auch mit günstigen Preisen locken wollen. Wir haben in unserer Themenwelt Fitness-Tracker zahlreiche Produkte getestet, von denen alle über eine integrierte Pulsmessung und Schlafanalyse verfügen:

Alle Geräte haben Stärken und Schwächen, die wir in diesem Vergleichstest gegeneinander aufwiegen, um zu klären, welcher Tracker sich für welche Bedürfnisse am besten eignet und worauf Kunden beim Kauf achten sollten.

Was alle Tracker in unserem Vergleichstest gemeinsam haben, sind Pulsmessung und Schrittzähler: Die Geräte messen den Puls allesamt über einen optischen Sensor und zeichnen zurückgelegte Schritte auf. Die Fitbit Sense zählt zusätzlich auch noch die Stockwerke, die man täglich hinaufsteigt. Alle Tracker funktionierten im Schrittzählertest problemlos und zeichneten zuverlässig die zurückgelegten Schritte auf. Sie erlauben außerdem alle das Festlegen individueller Tagesziele über die beiliegende App. Haben wir das Tagesziel erreicht, informieren uns die Tracker darüber.

Die dauerhafte Pulsmessung funktioniert bei allen Trackern ebenfalls zuverlässig: Die Abweichungen von Messungen per Pulsgurt bewegten sich in jedem Fall im niedrigen einstelligen Prozentbereich, wodurch alle Tracker eine brauchbare langfristige Analyse der Herzfrequenz erlauben. Das Amazfit Band 5 und das Xiaomi Mi Band 5 ordnen unseren Puls außerdem in verschiedene Kategorien ein und geben an, wieviel Zeit wir im entspannten Zustand, bei leichter Anstrengung und bei intensiver Aktivität verbracht haben.

Alle Tracker messen neben Schritten und Puls auch die tagsüber verbrannten Kalorien, werten dabei aber verhältnismäßig konservativ. Zusätzlich bieten einige Tracker einen Aktivitätsindex, über den Nutzer spezifische Ziele für Aktivminuten pro Tag festlegen können. Beim Amazfit Band 5 gibt es dafür den Personal Activity Index (PAI), der Fitbit Inspire 2, der Fitbit Charge 4 und die Fitbit Sense bieten eine vergleichbare Funktion.

Die Tracker unterscheiden sich bei den Trainingsfunktionen mittlerweile weniger als bei unserem vorigen Vergleichstest. Fast alle Tracker verfügen über ein teilweise sehr umfangreiches Portfolio an verschiedenen Sportarten, die sich mit dem Gerät aufzeichnen lassen. Klassiker wie Laufen, Radfahren und Schwimmen sind hier ebenso dabei wie Yoga, Cardio, Kraftsport und teilweise auch exotischere Kandidaten wie Rudern auf der Maschine oder Seilspringen (Amazfit Band 5). Die größte Auswahl bieten die Tracker Amazfit Band 5 und Xiaomi Mi Band, das Schlusslicht ist der Fitbit Inspire 2, der lediglich Profile für Laufen, Radfahren, Schwimmen, Laufband, Gewichtheben und Intervalltraining bietet. Der Beurer AS 99 fällt demgegenüber aber noch einmal deutlich ab, weil er lediglich Sportarten aufzeichnet, bei denen sich zurückgelegte Schritte messen lassen. Insgesamt decken aber alle anderen Tracker eine ausreichende Menge an Sportarten ab, sodass Hobbyathleten mit jedem dieser Gerät zufrieden sein dürften.

Alle Tracker sind außerdem wasserdicht und überleben einen Gang ins Schwimmbad oder unter die Dusche. Einige Geräte können außerdem zurückgelegte Lauf- und Radfahrstrecken mit einem integrierten GPS aufzeichnen (darunter der Fitbit Sense und der Fitbit Charge 4). Die anderen Tracker nutzen das GPS des verbundenen Smartphones oder messen die Schrittlänge. Auch ohne GPS funktionierte die Erkennung der Streckenlänge bei allen Geräten vergleichsweise gut – ihr könnt also durchaus auch zu einem Gerät ohne GPS greifen, wenn ihr nicht ständig euer Smartphone mitnehmen möchtet. Die Fitbit Sense gestattet uns sogar, dass wir beim Schwimmen die Bahnlänge festlegen, und zählt dann die geschwommenen Bahnen. Die meisten Tracker verfügen auch über Trainingsprofile für Krafttraining, allerdings konnte keiner dabei in unserem Test wirklich überzeugen – die Messungen der einzelnen Wiederholungen fielen dafür zu ungenau aus.

Auch wenn einige Hersteller bei den Bildschirmen im Vergleich zu Vorgängermodellen nachgebessert haben, so fallen einige Tracker im Vergleich zu ihrer Konkurrenz deutlich ab. Die Geräte verfügen alle über einen farbigen Bildschirm, die meisten mit OLED- oder AMOLED-Display, und lassen sich per Touchsteuerung bedienen. Das funktioniert überall problemlos, allerdings lässt die Lesbarkeit des Displays beim Amazfit Band 5, beim Fitbit Charge 4 und beim Fitbit Inspire 2 zu wünschen übrig – hier ist der Bildschirm bei Sonneneinstrahlung in beiden Fällen zu dunkel.

Der Fitbit Inspire 2 leidet außerdem darunter, dass sich die Anzeige bei Berührung nicht automatisch aktiviert und wir erst eine Seitentaste drücken müssen, bevor der Bildschirm anspringt. Der Fitbit Charge 4 fiel im Test bei der Touch-Bedienung teilweise negativ auf, weil der Tracker einzelne Wischgesten nicht korrekt erkannte und die Menüs ruckelten.

Das beste Display bieten der Fitbit Sense, das Xiaomi Mi Band 5 und das Honor Band 5, die allesamt mit einer scharfen Anzeige und hervorragender Helligkeit überzeugen.

Wer einen der von uns getesteten Fitness-Tracker nutzen möchte, muss ausnahmslos eine zugehörige App auf dem eigenen Smartphone installieren und ein Nutzerkonto anlegen. Das funktioniert zwar in allen Fällen problemlos, aber bis wir die einzelnen Geräte in vollem Umfang nutzen können, müssen wir uns erst mal durch diverse Datenschutzerklärungen und Einwilligungsmenüs klicken.

Könnt ihr damit leben, bekommt ihr durch die Bank weg gute und übersichtliche Apps zur Steuerung der Tracker geboten. Alle Dienste liefern intuitiv bedienbare Statistiken und Menüs mit diversen Informationen zu gesammelten Daten. Die Zepp-App des Amazfit Band 5 verfügt zusätzlich über einen eigenen KI-Algorithmus, der die Daten analysiert und mit eigenen Empfehlungen aufbereitet. Die Fitbit-App setzt auf maximale Übersichtlichkeit und präsentiert Daten mehrerer Tage direkt untereinander, was den Überblick tatsächlich fördert. Beurer richtet sich augenscheinlich primär an eine ältere Zielgruppe und hat die eigene App deshalb eher schlicht und etwas bieder, ja fast schon altbacken gestaltet. Darunter leidet auch die Übersicht und die eher umständliche Bedienung.

Alle Tracker erlauben außerdem die Anzeige von Benachrichtigungen auf dem Display. Welche Apps solche Benachrichtigungen senden dürfen, können Nutzer in der jeweiligen Smartphone-App des Trackers gesondert einstellen.

Fitness-Tracker im Vergleich (2020) (9 Bilder)

Optisch gibt es bei den günstigen Fitness-Trackern wenig Abwechslung, im Inneren unterscheiden sie sich aber deutlich.

Zur Themenwelt Fitness-Tracker

Auch wenn die Aussagekraft der Schlafanalyse von Fitness-Trackern noch immer begrenzt bleibt, zeigen die von uns getesteten Geräte durchaus langfristige Trends auf. Die Geräte messen unseren Puls und merken in den meisten Fällen eigenständig, wann wir einschlafen und aufwachen. Die jeweiligen Apps zeigen an, wie viel Zeit wir in welcher Schlafphase verbracht haben. Die Tracker von Fitbit bewerten unseren Schlaf mit einem speziellen Schlafindex, der alle gemessenen Schlafdaten einbezieht und eine gute Vergleichbarkeit unserer Schlafqualität über einen längeren Zeitraum ermöglicht.

Das Xiaomi Mi Band 5 analysiert unseren Schlaf und gibt dann zusätzliche Empfehlungen darüber ab, wie wir unsere Schlafqualität verbessern können. Abgesehen vom Beurer AS 99 empfanden wir die gemessenen Daten bei allen Geräten zumindest subjektiv als glaubwürdig und zuverlässig. Der Beurer AS 99 hatte mit der Schlafanalyse allerdings Probleme: Es kam zu ungenauen Messungen der Wachphasen und einmal brach das Schlaftracking mitten in der Nacht ohne erkennbaren Grund ab. Wir müssen beim Beurer AS 99 außerdem das Tracking vor dem Schlafen gesondert aktivieren. Die Beurer App macht dann auch keine Angaben zur Herzfrequenz während des Schlafs – unserer Meinung nach ein No-Go.

Alle Tracker verfügen schließlich über einen integrierten Vibrationswecker, der jeweils zuverlässig funktionierte. Das Huawei Band 4 und der Fitbit Inspire 2 besitzen außerdem einen speziellen Nicht-Stören-Modus, den wir je nach Bedarf im Menü des Trackers aktivieren können. Die Geräte lagen außerdem beim Schlafen alle angenehm am Handgelenk an, unangenehme Druckstellen gab es keine.

Je nachdem, welche Funktionen wir an den Trackern aktivieren und wie intensiv wir die einzelnen Tracking-Features nutzen, variiert die Akkulaufzeit. Fast alle Geräte in unserem Vergleichstest hielten mindestens eine Woche bei aktivierten Benachrichtigungen und regelmäßiger Nutzung inklusive Trainingsfunktionen durch.

Die Fitbit Sense musste bei aktivierter GPS-Funktion einiges an Akkulaufzeit einbüßen und brachte es bei einer Trainingseinheit inklusive GPS pro Tag auf fünf Tage Laufzeit. Schlusslicht ist der Beurer AS 99 mit nur vier Tagen Laufzeit, während die Spitzenreiter Amazfit Band 5 und das Xiaomi Mi Band 5 locker zwei Wochen durchhalten.

Der Vorteil bei allen Trackern: Das Laden des Akkus geht sehr zügig und dauert maximal eine Stunde. Zugehörige Ladekabel liegen allen Trackern bei, diese unterscheiden sich aber je nach Modell und setzen auf unterschiedliche Anschlüsse. Letztere sind uns im Test aber nicht negativ aufgefallen und wir empfanden sie durchweg als benutzerfreundlich.

Die einzelnen Tracker aus unserem Vergleichstest setzen zwar größtenteils auf eine ähnliche Optik und vergleichbare Features, allerdings besitzen die meisten Geräte noch ein paar eigene Besonderheiten. Das Amazfit Band 5 unterstützt beispielsweise die Sprachsteuerung mithilfe von Amazons Alexa – ein Feature, das sonst kein anderer Tracker bieten kann.

Die drei Geräte von Fitbit beinhalten beim Kauf ein kostenloses Jahr Fitbit Premium. Der Dienst bietet unter anderem mehrwöchige Trainingsprogramme mit Anleitungsvideos, virtuelle Wettkämpfe mit anderen Fitbit-Nutzern, Achtsamkeits- und Meditationsübungen sowie detaillierte Gesundheitsberichte. Die Fitbit Sense erlaubt außerdem das Annehmen und Durchführen von Telefonanrufen und lässt sich per Sprache steuern.

Das Mi Band 5 von Xiaomi vergleicht unsere Schlafdaten mit denen anderer Nutzer und gibt uns darauf basierend individuelle Empfehlungen zu unserer Schlafhygiene, während das Honor Band 5 zusätzlich die Sauerstoffsättigung des Nutzers im Blut misst. Der Beurer AS 99 und das Realme Band besitzen keine nennenswerten Zusatzfeatures.

Obwohl alle von uns getesteten Fitness-Tracker individuelle Stärken und Schwächen besitzen, kristallisieren sich im Vergleich ein paar eindeutige Gewinner und ein deutlicher Verlierer heraus. Unser Gesamtsieger ist die Fitbit Sense, die zwar mit knapp 300 Euro mit Abstand am meisten kostet, aber dafür die beste Gesamtleistung abliefert und Nutzern ein Rundum-Sorglos-Paket zur Verfügung stellt. Das liegt nicht nur an dem hervorragenden Display, sondern auch an dem großen Umfang verschiedener Tracking-Funktionen sowie der integrierten Sprach- und Telefonsteuerung.

Als Preis-Leistungssieger schneidet bei uns das Xiaomi Mi Band 5 ab, das mit einem hervorragenden Display, einer sehr langen Akkulaufzeit und umfangreichen Trainingsfunktionen punkten kann. Der günstige Preis von knapp 30 Euro macht diesen Tracker zum echten Schnäppchen. Nahezu gleichwertige Alternativen sind das Honor Band 5 und das Huawei Band 4, knapp gefolgt vom Amazfit Band 5, dessen Bildschirm allerdings nicht mit dem der Konkurrenz mithalten kann.

Weniger gut haben uns der Fitbit Inspire 2 gefallen, der im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz für den dreifachen Preis zu wenige Features bietet, und der Fitbit Charge 4, deren Anzeige sowohl bei Helligkeit als auch Steuerung zu wünschen übrig lässt.

Die beiden Schlusslichter, bei denen wir derzeit vom Kauf abraten, sind in unserem Vergleichstest der Beurer AS 99 und das Realme Band. Der Beurer AS 99 leidet an einer altbackenen Präsentation und umständlichen Bedienung – beides gibt es bei der Konkurrenz besser und billiger. Außerdem fehlen beim Beurer AS 99 ausreichende Trackingfunktionen für das sportliche Training. Das Realme Band zeigte im Test deutliche Probleme bei der Pulsmessung und beim Schlaftracking, weshalb wir hier ebenfalls keine Empfehlung aussprechen können.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben