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Freibad daheim: Die besten Gadgets für den Pool

von und Moritz  // 

Filteranlage, Thermometer und Wassertestgeräte gehören zu jedem vernünftigen Pool. Techstage zeigt sinnvolle Gadgets und Zubehör für das eigene Schwimmbad im Garten.

Heißer Sommer und wenig Platz in Freibädern oder Seen. Wer im Corona-Sommer Abkühlung sucht, der hat es nicht leicht. Da liegt es nahe, dass man das im eigenen Garten probiert. Dabei helfen günstige Riesenplanschbecken oder Aufstellpools. Wer möglichst lange Freude am eigenen Pool haben will, muss ihn allerdings pflegen. Mehr dazu im Artikel Budget-Pool statt Biotop: So bleibt der Pool lange sauber.

Doch neben einer vernünftigen Filteranlage gibt es noch zahlreiche andere mehr oder weniger praktische Gadgets. Wir geben einen Überblick.

Wem die von der Umgebungstemperatur abhängige Wassertemperatur zu niedrig ist, der braucht eine Poolheizung. Heizsysteme mit Stromanschluss helfen, die Temperatur gezielt und dauerhaft zu erhöhen. Allerdings sind die Elektroheizungen teuer und brauchen extrem viel Strom.

Umweltfreundlicher, wenn auch weniger effektiv, sind Solarheizungen. Diese erwärmen das Pool-Wasser durch Sonnenenergie. Einen ähnlichen Effekt versprechen die sogenannten Solar-Abdeckplanen. Wie gut deren Heizfähigkeit ist, hängt von der Position des Pools und der Wassertiefe ab. Doch gerade in Planschbecken kann man damit recht ordentliche Ergebnisse erzielen. Das zeigt der Praxistest mit einem kleinen Becken, in das wir etwa 20 cm hoch Wasser gefüllt hatten.

Wir testen die "Solarheizung" mit einem Rest günstiger Teichfolie. Natürlich zog zum Fotozeitpunkt eine Wolke durch, sonst lag die Folie auf dem Wasser in der prallen Sonne.

Wir nutzen dafür den etwa 2 m² großen Rest einer Teichfolie, die von einem anderen Projekt übrig blieb. Das Planschbecken stand direkt in der Sonne und wir legten die Folie auf das Wasser, so dass sie nicht unterging. Nach etwa einer Stunde hatte die Folie eine Temperatur von über 42 Grad. Nach etwa vier Stunden erwärmte sich das Wasser im Planschbecken von 16 Grad aus dem Wasserhahn auf knapp 29 Grad. Anschließend konnten wir die Temperatur mit zusätzlichem Wasser gut auf eine angenehme Planschtemperatur bringen.

Die Folie wurde bis zu 42 Grad warm und gab die Temperatur an das Wasser im Planschbecken weiter. Nach ein paar Stunden war dieses um die 29 Grad warm. Wie schnell das Wasser warm wird, hängt von der Größe der Folie, der Sonneneinstrahlung und der Wassermenge ab. Wir empfehlen, eher mit weniger Wasser anzufangen und es später mit kaltem Wasser aufzufüllen.

Der kurze Test zeigt, wie gut man mit schwarzen Planen oder Solarplanen gerade kleinere Wassermengen heizen kann. Unser Tipp wäre es, die Planen tagsüber in direkter Sonneneinstrahlung auf die Becken zu legen und dann, wenn die Kinder aus Kindergarten oder Schule kommen, die Temperatur entsprechend anzupassen.

Pools ziehen Insekten, Blätter und anderen Dreck magisch an. Doch mit ein paar Maßnahmen kann man einfach dagegenhalten. Das lohnt sich gerade für die größeren Pools, die man nicht ohne Weiteres ausleeren und neu befüllen kann. Diese sollten vor allem nachts abgedeckt sein, passende Abdeckplanen helfen hier und sind einfach aufzubauen. Dazu passt wunderbar ein Reinigungsset. Diese vergleichsweise günstigen Produkte bestehen aus einem Kescher und verschiedenen anderen Netzen, die man einfach durch den Pool ziehen und Dreck so einfach aufsammeln kann.

Wer seinen Pool mit einer Pumpe reinigt, der kann zudem einen Oberflächenskimmer an den Pumpeingang anschließen. Dadurch wird das Wasser angesaugt und zumindest die schwimmenden Verschmutzungen wie Insekten oder Blätter wandern in den Auffangbehälter.

Mit einem Kescher kann man schwimmenden Dreck abfischen.

Tatsächlich lohnt das Einlesen in Poolreinigung mit Pumpen, Filtern und anderen Methoden. Wer sich etwas damit beschäftigt, der hält auch größere Pools problemlos sauber. Die Grundlagen und Vorgehensweise dazu zeigen wir im Artikel Pool statt Biotop: So bleibt der Pool lange sauber.

Das schnellste und günstigste Freibad daheim ist ein großes Planschbecken. Diese sorgen für eine schnelle Abkühlung, sind günstig in der Anschaffung und benötigen nicht allzu viel Wasser. Das bedeutet zugleich ein vergleichsweise geringes Gewicht, das auf Rasen oder Terrasse wirkt.

Im Praxistest hatten wir die Swim Center Family Lounge von Intex. Das etwas größere Planschbecken mit vier aufblasbaren Sitzen und Rückenlehnen kostet um die 35 Euro, oft wird es auch in Baumärkten günstig als Mitnahmeartikel angeboten. Die Verarbeitung ist dabei auf den ersten Blick sehr gut, es stehen keine Nähte oder sonstiges über. Allerdings ist uns ein Manko aufgefallen: Das komplette, vergleichsweise sehr große Becken ist eine einzige Luftkammer. Ein Loch und alles fällt zusammen. Hier hätten wir uns zumindest zwei oder drei Kammern gewünscht, aber das spiegelt einfach den Preis wider. Das Planschbecken hat einen Abfluss im Boden. Leider lässt sich dort nicht ohne Weiteres ein Schlauch anschließen, mit einer Pumpe muss man das Wasser also per Hand absaugen.

Die Family Lounge von Intex ist günstig und bietet vergleichsweise viel Platz für Kinder und Erwachsene. Die Sitzkissen sind fest in den Pool integriert.

Im Alltag ist die Familiy Lounge aber durchaus brauchbar. Kinder können darin herumplanschen, ohne dass man Angst haben muss, dass sie untergehen. Für Erwachsene ist es nett, sich zur Abkühlung hineinzusetzen – auch wenn die "Becherhalter" eher Makulatur sind und beispielsweise keine Bierflasche in Standardgröße aufnehmen können. Alles in allem erfüllt das Planschbecken aber die Erwartungen, die das Cover-Bild und der Preis wecken (auch wenn es auf den Werbefotos größer aussieht). Wer einfach ein etwas größeres Planschbecken für die Familie sucht, der kann zugreifen.

Planschbecken mit integrierter Wasserdusche oder Wasserspiel klingen witzig, in der Realität ist das Wasser aus dem Gartenschlauch aber viel zu kalt. Aufblasbare Rutschen sehen ebenfalls besser aus, als sie in der Praxis sind.

Nicht empfehlen können wir dagegen Planschbecken mit einem Wasserspiel. Die Idee ist zunächst sehr cool, man schließt einfach den Gartenschlauch an und hat dann einen Springbrunnen oder einen Wasserfall im Becken. Im Praxistest mit einem solchen Planschbecken von Intex stellte sich aber heraus, dass das Wasser aus dem Gartenschlauch viel zu kalt ist. Entsprechend spielte kein Kind mit diesem Feature. Ja, theoretisch könnte man wahrscheinlich das Wasser mit der Pumpe in einen Sammelbehälter pumpen, es dort Aufwärmen und mittels einer zweiten Pumpe wieder ins Planschbecken zurückbringen. Wer allerdings so viel Aufwand betreibt, der sollte eine dauerhaftere Lösung als ein 50-Euro-Planschbecken nutzen, etwa eine Gartendusche. Auch aufblasbare Rutschen oder ähnliches sehen gut aus, sind in der Praxis aber nur für Krabbelkinder stabil genug.

Die nächste Stufe sind Quick-Up-Pools. Diese bestehen durch einen Luftring oben und einen "Sack" aus Poolfolie. Man bläst den Luftring auf und füllt anschließend Wasser ein. Dadurch hebt sich der Ring nach oben und man bekommt einen Pool, der überraschend große Abmessungen erreichen kann. Die Pools gibt es mit über einem Meter Höhe und über 4,5 Meter Durchmesser. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Pool Zu- und Abfluss für eine Pumpe besitzt und am Boden zudem ein Ablaufventil für das Wasser ist. Oft liegt eine Pumpe im Lieferumfang, deren Qualität ist aber mittelmäßig. Es lohnt sich, in eine Pumpe mit Sandfilteranlage zu investieren.

Die nächste Kategorie sind Frame Pools. Diese bestehen aus einem aufstellbaren Gestänge, in das die Poolfolie eingehängt wird. Damit sind vergleichsweise große Pools möglich, die sich dennoch relativ einfach auf- und abbauen lassen. Die Frame Pools gibt es, anders als Quick-Up-Pools sowohl rund als auch rechteckig. Spätestens hier muss man eine Leiter für den Ein- und Ausstieg nutzen, meist liegen diese in den Sets bei. Der größte Vorteil ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer den Platz für einen solchen großen Pool hat (der eben und stabil sein sollte), der bekommt mit einem Frame Pool eine vernünftiges Gartenfreibad, ohne dass man ein echtes Schwimmbad ausheben muss.

Viele günstige Planschbecken und Pools haben nur eine Luftkammer. Ein einziges Loch kann so den ganzen Pool zusammenfallen lassen.

Die stabilste Konstruktion schließlich sind Stahlwand Pools. Auch diese sind vergleichsweise günstig im Preis, sie sind aber deutlich weniger flexibel als Frame Pools. Dafür eignen sie sich zum Versenken in die Erde. Neben den günstigen Stahlwand Pools, die man selbst aufstellen kann, kann man diese Produkte als "echte" Schwimmbecken in verschiedensten Formen bekommen, darunter Oval oder in Form einer Acht. Sie eignen sich für alle, die dauerhaft einen Pool bei sich aufstellen wollen und auf eine robuste Bauweise Wert legen. Da sowohl Frame wie auch Stahlwand Pool lange stehen, muss man hier in eine Reinigung investieren. Viele Pools bringen eine Pumpe mit, meist ist die allerdings gerade so ausreichend. Bessere Ausrüstung zeigen wir im Ratgeber: Pool statt Biotop: So bleibt der Pool lange sauber.

Für eine optimale Wasserqualität braucht es Chemikalien zusätzlich zu Kartuschenfiltern oder Sandfilteranlage. Diese werden dem Wasser meist in Tablettenform zugegeben. Die Mittel sind zum Teil derart aggressiv, dass sie die empfindlichen Böden der Aufstellpools angreifen. Abhilfe schaffen sogenannte Chemiekalienschwimmer aus Kunststoff, welche auf der Wasseroberfläche schwimmen und die Mittel gleichmäßig im Wasser abgeben. Ein Gadget für bessere Wasserqualität ohne Chemie sind UV-Lampen für den Sandfilter. Diese hilft gegen das Wachstum von Bakterien und Algen.

Bild: www.Amazon.de Wer den PH-Wert, Chlorgehalt und die Temperatur des Pools am Smartphone ablesen will, muss verhältnismäßig tief in die Tasche greifen.

Um die Wasserqualität zu prüfen, eignen sich einfache Teststreifen oder elektronische Poolwasser-Tester. 50 Teststreifen für den pH-Wert gibt es ab etwa 10 Euro. Elektronische Wassertester kosten etwa das Zehnfache. Neben dem größeren Komfort bieten die Geräte auch mehrere unterschiedliche Testwerte. Wer die Testwerte bequem auf seinem Smartphone ablesen will, muss mit Kosen ab 400 Euro rechnen. Der Ondilo ICO misst beispielsweise pH-Wert, ORP/Redox-Wert, Leitfähigkeit und Pool-Temperatur und sendet dies Daten per Bluetooth oder WLAN an die App.

Zur reinen Temperaturüberwachung gibt es neben günstigen Schwimmthermometern auch praktische Funkthermometer mit Basisstation. Die günstigsten Temperaturanzeiger gibt es ab etwa 5 Euro. Die bequeme Funkvariante ist ab etwa 18 Euro erhältlich.

Wer statt eines kleinen Vorgartenpools ein mittelgroßes Schwimmbad sein eigenen nennt, sollte sich mittelfristig die Anschaffung eines Pool-Roboters überlegen. Die halb- oder vollautomatischen Roboter helfen bei der täglichen Reinigung großer Flächen und sorgen für strahlende Pool-Böden und -Wände. Der Grad der Automation ist stark vom Preis abhängig. Während einfache Bodensauger-Modelle bereits ab unter 100 Euro erhältlich sind, kosten leistungsstarke Geräte für Wand- und Bodenreinigung schnell 1000 Euro und mehr.

Zum richtigen Schwimmbad-Ambiente gehört neben dem Pool auch etwas Atmosphäre. Hier eignen sich Bluetooth-Lautsprecher mit Wasserdichtigkeit ab IPX7. Günstige Modelle wie die Go-2-Serie von JBL gibt es ab unter 30 Euro. Was die kleinen Boxen in der Praxis leisten, zeigt unser Artikel 11 Outdoor-Lautsprecher mit Bluetooth im Vergleich.

Schwimmende LED-Lampen auf dem Pool sorgen abends für stimmungsvolles Urlaubsambiente im eigenen Garten. Die wasserdichten Lampen funktionieren mit einem Akku und einem Mini-Solarpaneel und schalten ein, sobald es dunkel wird. Damit die Lampen zur Geltung kommen, darf der Pool allerdings nicht abgedeckt sein.

Damit die empfindlichen Pools nicht durch Steinchen oder Ähnliches beschädigt werden, lohnt sich die Anschaffung von Bodenmatten aus Schaumstoff. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Matten oder Planen: Der Pool-Boden bleibt sauber, was die Endreinigung am Ende der Saison deutlich erleichtert. Falls es doch einmal zu Beschädigungen kommt, muss der Pool nicht gleich in den Müll. Kleine Risse oder Löcher lassen sich erfahrungsgemäß einfach mit entsprechenden Reparatur-Sets ausbessern.

Eine sinnvolle Anschaffung sind Schlauchhalter für den Pumpenschlauch. Dieser ist im Betrieb vergleichsweise schwer und kann den Pool-Rand belasten. Passende Halterungen gibt es im Web zu kaufen. Besitzer eines 3D-Druckers (Ratgeber) können sich die Halterungen auch drucken, Vorlagen gibt es etwa bei Thingiverse.

Vorsichtig sollte man mit Wasserspielen oder Wasserfällen sein. Sie sehen gut aus und das plätschernde Wasser sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Allerdings erhöhen sie den Sauerstoffgehalt im Wasser deutlich. Entsprechend kann es sein, dass der Pool trotz Sandfilteranlage durch Algenbefall "umkippt".

Ein eigener Pool im Garten ersetzt zwar kein Freibad, mit den richtigen Gadgets bietet er aber jede Menge Freude und eine angenehme Abkühlung. Damit sich weder die Freude am Pool noch das Wasser eintrüben, braucht es aber Pflege und Überwachung. Hier lautet unsere Empfehlung: Den schwachen in den Sets enthaltenen Kartuschenfilter gegen einen Sandfilter austauschen. Mehr dazu im Artikel Budget-Pool statt Biotop: So bleibt der Pool lange sauber. Wer im Pool Aufnahmen mit der Kamera machen will, sollte unseren Artikel Filmen und Fotografieren unter Wasser ansehen.

Erfrischung ganz ohne Pool verspricht unser Ratgeber Terrasse und Balkon günstig per Sprühnebler kühlen. Ist ein stabiles und schnelles WLAN im Sonnenstuhl wichtiger als Abkühlung, empfehlen wir den Artikel Schnelleres WLAN im Garten: Outdoor-Repeater & Co.

Im Artikel Dumm vs. smart: Wer braucht welche Bewässerungsanlage zeigen wir verschiedene automatische Bewässerungslösungen.

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