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Fortnite: Raytracing auf günstigen RTX-Grafikkarten

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Epic hat Raytracing in Fortnite für alle aktiviert, die eine RTX-Grafikkarte im PC haben. Wir haben die neue Funktion ausprobiert, zeigen, wie gut Fortnite aussehen kann und wie viel Leistung Raytracing kostet.

Raytracing ist endlich nicht mehr nur ein Hype, die Technik hält in immer mehr Spiele Einzug. Da wären beispielsweise Minecraft oder das kommende Cyberpunk 2077. Und nun ist das Feature auch für den Battle-Royal-Shooter Fortnite aktiviert. Wer einen aktuellen Spiele-Client hat, der hat die Funktion bereits und benötigt nur eine passende Grafikkarte, um die Funktion zu aktivieren. Wir sehen uns in diesem Ratgeber an, was Raytracing ist, wie es in Fortnite aktiviert wird, wie es aussieht, was es an Leistung kostet und welche Grafikkarten sich dafür eignen.

Der Artikel erscheint im Rahmen unserer Themenwelt Gaming. Dort haben wir bereits die Raytracing-Funktionen von Minecraft ausprobiert oder zeigen Zubehör für Star Wars: Squadrons und Hardware für den Microsoft Flight Simulator. Im GPU-Vergleichstest stellen wir Grafikkarten gegenüber, im Beitrag Ratgeber Soundkarten sehen wir uns USB-Soundkarten an. Und wer auf der Suche nach einem neuen Monitor ist, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung Gaming Monitore.

Raytracing ist eine Technik zur genauen Berechnung von Licht in Spielen. Anders als bei der klassischen Beleuchtung in Computerspielen kann man mit Raytracing in Echtzeit berechnen, wie der Spieler das einfallende Licht wahrnimmt. Dazu gehört beispielsweise auch, dass Licht, je nach Position des Spielers von unterschiedlichem Material anders reflektiert wird. Holz wirft Licht anders zurück als Metall oder ein Spiegel. Raytracing wirkt am besten, wenn es sparsam eingesetzt wird, dann kann es die Spielwelt realistischer machen. Das Problem dabei ist, dass die Berechnung ordentlich Leistung frisst. Die meisten Hersteller verzichten daher auf die Berechnung über die CPU und lagern es an kompatible Grafikkarten aus. Nvidia listet dieses Feature unter dem Marketing-Namen RTX, AMD hält sich bislang noch zurück.

Der zweite große Punkt ist DLSS. Das steht für Deep Learning Super Sampling. Es hat zwar nicht direkt mit der Berechnung der Beleuchtung zu tun, kann aber einen Teil der Leistungseinbußen abfangen. Stark vereinfach gesagt ist DLSS eine Technik, die das Bild mit Hilfe von künstlicher Intelligenz schöner macht und zugleich Leistung spart. DLSS erlaubt es, dass das Bild mit einer niedrigen Auflösung berechnet wird, anschließend rechnet die Technik die Bereiche, die der Spieler sieht, hoch.

Dabei kommen die Tensor-Kerne auf den Grafikkarten zum Einsatz. Die eignen sich weniger zur Berechnung von 3D-Inhalten, sind aber stark, wenn es um Machine Learning und KI geht. Mit der Kombination sollen die Tensor-Kerne lernen, die Bilder aus niedrigen Auflösungen hochzurechnen. Dabei muss aber jedes Spiel trainiert werden. Die Kollegen von heise online erklären DLSS im Artikel Nvidia DLSS 2.0: KI-Upscaling soll Bildrate in Spielen deutlich steigern genauer. Für die Praxis muss man nur wissen: DLSS kann die Leistung und die Bildqualität beim Zocken steigern und wird wahrscheinlich mit der Zeit immer besser. Ausprobieren schadet nicht.

Ein Beispiel für die Reflexionen von Wasser. Das sieht einfach gut aus.

Die Optionen für Raytracing verstecken sich in den Menüs und hinter ein paar Neustarts. Zunächst müssen sowohl Fortnite wie auch der Nvidia-Treiber aktuell sein, letzterer muss mindestens die Versionsnummer 455 tragen. Anschließend sollte man sich auf ein paar Neustarts des Spiels vorbereiten: In den Einstellungen zu den Videooptionen findet man im unteren Drittel die Einstellungen für DirectX. Raytracing benötigt DirectX 12, entsprechend muss man hier umschalten, anschließend ist ein Neustart fällig. Danach findet man ganz unten die Einstellungen für DLSS und Raytracing. Aktiviert man die Option, ist erneut ein Neustart notwendig.

Raytracing benötigt DirectX 12 in Fortnite, dann kann man es im Spiel aktivieren - die passende RTX-Karte von Nvidia vorausgesetzt.

Für unseren Praxistest verwenden wir einen Full-HD-Monitor von AOC mit 144 Hz, dazu setzten wir auf unser AMD-System mit einem Ryzen 5 2600, ein Mainboard von MSI mit AMD-X470-Chipsatz und 16 GByte Arbeitsspeicher. Wir haben Fortnite mit zwei Grafikkarten ausprobiert, einer KFA2 RTX 2060 und einer Zotac RTX 2070 Super. Wir nutzten für den Test eine Full-HD-Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln, das ist laut der aktuellen Steam Survey noch immer die am häufigsten verwendete Auflösung. Für den Test haben wir alle Einstellungen auf Episch geschoben, DLSS auf Performance und die Raytracing-Reflexionen auf Mittel.

Wer mit Raytracing experimentiert, der kann sich an diesen Bildschirm gewöhnen. Umschalten im Spiel ist nicht drin, ein Neustart muss es sein.

Fortnite und sein Comic-Look gefällt oder er schreckt ab, viel mehr dazwischen gibt es nicht. Mit den Raytracing-Optionen wird das Spiel aber deutlich schöner. Im Test haben uns vor allem die Wasseroberflächen und die Lichteffekte beim Sonnenuntergang, also wenn der Sturm die Sonne verdeckt, enorm gut gefallen. Dazu kommen bessere Schatten, die aber eher subtil wirken. Die Bilderstrecke zeigt, wie gut Fortnite aussehen kann.

Fortnite RTX (10 Bilder)

Die Reflexionen in den Raytracing-Einstellungen: Sie fressen Frames, machen das Spiel aber schöner.

Kommen wir nun zu den knallharten Kosten in Frames pro Sekunde, fps. Denn die sind enorm. Mit unserer KFA2 RTX 2060 spielten wir ohne Raytracing mit DLSS auf Einstellung Speed mit um die 140 fps. Mit Raytracing sah es zwar schöner aus, die Frames fielen aber auf 55. Ein Verlust von rund 90 fps!

Ähnlich sieht es mit der Zotac RTX 2070 Super aus. Die schafft ohne Raytracing problemlos 170 fps, mit Raytracing bleiben um die 65 fps. Teilweise kann man mit weniger Reflektionen gegensteuern, dann sieht es aber wiederum nicht so gut aus. Drehen wir mit der RTX 2070 Super alle Einstellungen auf Episch, dann fällt die fps-Zahl auf etwa 40.

Das zeigt eindrucksvoll, wie viel Leistung Fortnite mit Raytracing frisst. Aber: Das Spiel blieb stabil und ist überraschend gut spielbar, auch dank der DLSS-Features. Hier dürfen Epic und Nvidia dennoch ordentlich optimieren. Wir hoffen auf zügige Updates.

Was für eine Lichtstimmung. Da geht man doch gleich noch lieber auf die Jagd nach anderen Spielern.

Aktuell ist Raytracing den Nvidia-Grafikkarten der RTX-Serie vorbehalten. Diese bringen einen passenden Chip mit, der die Hardware-seitigen Berechnungen für die Lichter vornehmen kann. Möglicherweise zieht AMD mit der nächsten Grafikkartengeneration gleich, Ende Oktober 2020 wissen wir mehr.

Der günstigste Einstieg ins Hardware-Raytracing ist aktuell die RTX 2060, die Karten gibt es ab 270 Euro. Die KFA2 RTX 2060 in unserem Testsystem liegt bei 289 Euro. Die Grafikkarten mit RTX 2060 sind solide Mittelklasse-Karten für alle, die in Full-HD spielen möchten. Grob gesagt sollte man für Zocken in 1440p zu Karten mit RTX 2070 (Super) und bei 4K-Gaming zur RTX 2080 (Super) greifen.

Wer sich allerdings für die letzten beiden Karten interessiert, der sollte noch etwas warten. Nvidia erneuert gerade sein komplettes Sortiment und gerade die kommende RTX 3070 könnte enorme Leistung zu einem guten Preispunkt bieten. Mehr dazu in unserem ständig aktualisierten Artikel Nvidia RTX 3080, RTX 3090 & Co: Benchmarks, Preise, Infos.

Puh, rund 80 fps weniger, dafür aber schönes Wasser, tolle Sonnenuntergänge und besser Schatten? Ist es das wert? Wie immer bei grafischem Schnickschnack kommt es darauf an, wie man spielt. Wem die Frames heilig sind, wer weniger als 200 fps als Ruckeln wahrnimmt, der sollte die Finger von Raytracing lassen. Dafür sind die Einbrüche einfach zu krass.

Wer aber sowieso nur mit rund 60 fps spielt, etwa, weil der eigene Gaming-Monitor oder der TV bei 60 Hz zu macht, der sollte sich die Option durchaus überlegen. Man verliert dadurch nichts und hat wenig spielerische Vorteile. Aber es sieht einfach grandios aus, gerade, wenn die Wolken die Sonne verfinstern oder wenn man gemütlich ein bisschen angelt. Dafür, dass wir in unserem Testsystem mit der KFA2 RTX 2060 eine der günstigsten Karten haben und bei Full-HD stabil mit mehr als 50 fps zocken können, haben Nvidia und Epic aber schon ein erstes Lob verdient. Wer also beim Zocken nicht nur auf die fps, sondern auch aufs Aussehen wert legt, der sollte die Raytracing-Optionen in Fortnite anschalten.

Der Artikel erscheint im Rahmen unserer Themenwelt Gaming. Dort haben wir bereits die Raytracing-Funktionen von Minecraft ausprobiert oder zeigen Zubehör für Star Wars: Squadrons und Hardware für den Microsoft Flight Simulator. Im GPU-Vergleichstest stellen wir Grafikkarten gegenüber, im Beitrag Ratgeber Soundkarten sehen wir uns USB-Soundkarten an. Und wer auf der Suche nach einem neuen Monitor ist, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung Gaming Monitore.

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