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Fit mit VR: Top Sieben der besten Spiele für VR-Workouts

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Videospiele zocken und dabei fit werden? Dank VR kann dieser Nerd-Traum wahr werden. Wir zeigen unsere sieben VR-Lieblingsspiele mit Workout-Effekt und geben Tipps.

Wer gleichzeitig Videospiele zocken und etwas für seine Gesundheit tun will, ist bei VR genau richtig. Schließlich erfassen die Virtual-Reality-Systeme nicht nur die Position des eigenen Kopfes mit Blickrichtung, sondern auch die Position und Lage der Controller. So bewegt sich der Spieler vergleichsweise frei in einem vorher definierten Rahmen. Die Controller werden dann je nach Spiel zu Schwertern, Boxhandschuhen oder Tennisschlägern. In vielen Games ist es dann kaum noch nötig, einen Knopf zu drücken, gespielt wird fast ausschließlich über die eigenen Bewegungen.

Das die Spieler so Kalorien verbrennen, versteht sich von selbst. Das 2017 gegründete Virtual Reality Institut of Health and Exercise versucht diesen Effekt wissenschaftlich zu untersuchen und zu quantifizieren. Dafür haben sie ein Exercise Rating erstellt. Dieses zeigt, wie viele Kalorien ein Spieler pro Minute verbrennt. Ganz egal, wie wissenschaftlich man an die Ermittlung des Kalorienverbrauchs herangeht, lässt sich dieser nicht eins zu eins auf jeden Spieler übertragen. Dafür sind Faktoren wie die eigene Fitness oder die Intensität der ausgeführten Bewegungen entscheidend. So kann man etwa beim VR-Klassiker Beat Saber (Ratgeber) die heranrauschenden Blöcke mit einer lässigen Bewegung aus dem Handgelenk ähnlich effizient zerschneiden wie mit einer deutlich energieintensiveren ausladenden Armbewegung. Trotzdem geben die Werte einen guten Anhaltspunkt, wie schweißtreibend man ein Training mit den VR-Spielen gestalten kann.

Der Autor dieser Zeilen beispielsweise spielt seit Monaten etwa zweimal pro Woche eine Stunde lang Beat Saber, insgesamt laut In-Game-Statistik knapp 70 Stunden. Um den Workout-Effekt zu verstärken, nutzt er 1-Kilogramm-Gewichtsmanschetten (ab 13 Euro) für beide Arme. Wer sich dafür interessiert sollte Manschetten wählen, die zum einen etwa per Klettverschluss gut halten und an den jeweiligen Armumfang anpassbar sind. Zum anderen bieten sich Manschetten mit variablen Gewichten an. So kann man mit einem geringen Gewicht beginnen und sich mit steigendem Trainingserfolg hocharbeiten. Wir empfehlen dabei Manschetten mit einem Gewicht ab 1 Kilogramm, 0,5 Kilogramm könnten auf Dauer zu wenig sein.

Um die Belastung für die Haut durch das Reiben der Manschetten zu verringern, empfiehlt es sich die Arme vor dem VR-Training mit einem elastischen Verband zu bandagieren. Wer dem ganzen noch die Krone aufsetzen möchte, sollte sich Gewichtswesten (ab 80 Euro) anschauen.

Wichtig: Nach jedem Training müssen Bandagen, Manschetten und sonstige Gewichte, die direkt mit der Haut in Kontakt kommen, gereinigt werden, um Keimen und unangenehmen Gerüchen vorzubeugen.

Wir konzentrieren uns bei diesem Ratgeber auf die drei beliebtesten VR-Plattformen Oculus Quest, Playstation VR (PSVR) und PC-Systeme. Dabei ist die Oculus Quest aktuell für Einsteiger dank seines günstigen Preises von 450 Euro, des kompletten Verzichts auf Kabel und des großen Software-Angebots, die attraktivste Wahl. Dafür bietet das auf Android basierende System eine vergleichsweise schwache Grafik, was jedoch während des Spielens nur selten negativ auffällt.

Wer bereits eine PS4 oder gar eine PS4 Pro besitzt, für den könnte sich die Playstation VR (Testbericht) lohnen. Regelmäßig kostet die erste Generation wie aktuell nur 180 Euro. Wer den Nachfolger bevorzugt, der sich vor allem durch integrierte Kopfhörer unterscheidet, zahlt aktuell 230 Euro, ab und an auch um die 200 Euro. Häufig kommt die Playstation-VR-Brille im Bundle mit Spielen.

Das System selbst bietet den besten Tragekomfort und die angenehmsten Controller, was sich vor allem beim VR-Workout bezahlt macht. Sein Tracking ist nicht immer perfekt und auch der Grafik merkt man das hohe Alter der Hardware von vier Jahren mittlerweile an.

Wer seinen PC für VR nutzen möchte, hat sowohl bezüglich der Hard- als auch der Software die größte Auswahl. Ein ordentlicher VR-tauglicher Rechner kostet nur 520 Euro (Ratgeber), für die Wahl des Headsets sollten sich Interessierte unsere ausführliche Kaufberatung Virtual Reality: Das braucht man für VR durchlesen. Die Einzeltests zu den Headsets sammeln wir auf unserer Themenseite Virtual Reality.

Im Folgenden haben wir sechs VR-Games herausgesucht, die Spieler zum Schwitzen bringen und die dabei auch noch richtig Spaß machen. Neben dem Titel steht jeweils der vom Virtual Reality Institut of Health and Exercise errechnete Kalorienverbrauch pro Minute. Bei der Spielauswahl haben wir darauf geachtet, möglichst unterschiedliche Genre abzudecken. Die Tabelle zeigt, auf welchen großen Plattformen die Titel erhältlich sind und wie wir Trainingseffekt, Spaß und Langzeitmotivation einschätzen.

VR-Workout-Games
Oculus Quest PSVR Steam Training Spaß Langzeit
Beat Saber 💪💪💪💪 😍😍😍😍😍 👍👍👍👍👍
Box VR 💪💪💪 😍😍😍 👍👍
Creed: Rise to Glory 💪💪💪💪💪 😍😍😍😍 👍👍👍
Racket NX 💪💪 😍😍😍😍 👍👍👍👍
Sprint Vector 💪💪💪 😍😍😍 👍👍
Climbey 💪 😍😍😍 👍👍👍👍
Dance Central 💪💪💪 😍😍😍 👍👍👍

Beat Saber ist der Klassiker unter den VR-Spielen und für viele Nutzer ein Grund, sich ein Virtual-Reality-System ins Haus zu holen. Beeindruckend ist vor allem, wie einsteigerfreundlich das Rhythmusspiel ist. Als Spieler steht man wie in einer futuristisch designten Disco aus den 80ern auf einer Art Straße. Nun gilt es mit Laserschwertern durch die Luft fliegende Blöcke im Takt zu zerteilen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie eine Schneiderichtung vorgeben und mit dem richtigen der beiden Laserschwerter getroffen werden wollen. Ab und an muss man Hindernissen durch einen Schritt zur Seite oder einem genau getimten Ducken ausweichen, das erhöht den Trainingseffekt.

Dabei ist die Lernkurve steil. Schon nach kurzer Zeit hat man das Bedürfnis, den Schwierigkeitsgrad anzuheben. Und der hat es in sich. Auf höchster Stufe ist volle Konzentration und Körpereinsatz gefragt. Wer irgendwann genug von den Songs hat, kann Zusatzpakete kaufen. Über PC-VR ist es über einen Umweg sogar möglich, eigene Lieder einzubinden oder auf die Songs einer Community zuzugreifen. Mehr dazu in unseren Ratgeber Oculus Quest vs HTC Vive vs PS VR – Beat-Saber-König gesucht.

Box VR erinnert bezüglich des Spielprinzips an Beat Saber. Jedoch steht hier der Workout-Faktor im Mittelpunkt. Als Spieler steht man zunächst mitten in einer Turnhalle und sieht verschiedenfarbige Punkte auf sich zufliegen. Statt Schwertern hat man diesmal Boxhandschuhe an den Händen. Entsprechend boxt man die Symbole im Takt weg. Auch hier gibt es Richtungsvorgaben, so benötigen einige etwa einen Uppercut, um die volle Punktzahl zu geben. Elemente zum Ausweichen zwingen den Spieler, mehr zu bewegen als nur die Hände.

Der Workout-Effekt ist hoch, wenn auch nicht ganz so hoch wie bei Beat Saber, da dort die Bewegungen nochmal einen Ticken ausladender ausfallen. Box VR macht Spaß. Dennoch nicht so lang wie Beat Saber, da sich die Level zu sehr ähneln und auch die Song-Auswahl begrenzt ist. Um dem entgegenzuwirken, gibt es mittlerweile mehrere Erweiterungen.

Bei Creed: Rise to Glory kommt garantiert jeder ins Schwitzen. Es bietet von unseren Empfehlungen das intensivste Workout. Dabei schafft das Boxspiel einen gelungenen Spagat aus realistischer Simulation gepaart mit Arcade-Elemente. Die Hände sollten zur Abwehr steht vor dem eigenen Gesicht sein, ausgewichen wird mit dem ganzen Körper. Je stärker der Schlag in Richtung Gegner ausfällt, desto höher der Schaden. Erwischt einen das Gegenüber zu häufig, drückt es einen wortwörtlich in ein schwarzes Loch, an dessen Ende klein der Boxring zu sehen ist. Nun gilt es mit dem Armen wie im Vollsprint zu rudern und sich dem Licht am Ende des Tunnels zu nähern. Wer zu langsam ist, geht K.O.

Beim ersten Durchspielen bietet der Story-Mode mit Trainingsessions und Wettkämpfen jede Menge Abwechslung und Überraschungsmomente. Er orientiert sich grob am gleichnamigen Film aus dem Rocky-Universum – inklusive Auftritt des legendären Rocky Balboa. Beim zweiten Durchspielen lässt der Spaßfaktor dann allerdings recht schnell nach. Dennoch eine absolute Empfehlung für alle Box- und VR-Workout-Fans!

Racket NX spielt sich am besten mit kabellosen VR-Systemen wie der Oculus Quest. Denn man befindet sich in einer Art überdimensionalen Zylinder und drischt mit einem Schläger einen Ball gegen die Wand. Dabei dreht man sich ständig um die eigene Achse. Schwindelig wird einem deswegen jedoch nicht.

Racket NX ist nicht nur für Workout-Freunde ein VR-Tipp. Seine Physik ist grandios, das Spielprinzip abwechslungsreich und die 360-Grad-Bewegungsfreiheit einmalig.

Sprint Vector ist ein spaßiges Parcour-Rennspiel aus der Ego-Perspektive, in dem der Spieler über Laufbewegungen mit den Armen beschleunigt. Die Entwickler behaupten, dass das Rennen durch die bunten Welten keine Übelkeit verursacht. Unserer Erfahrung nach könnte es empfindlichen Naturen dennoch schlecht werden, besonders wenn die eigene Figur von einem großen Block getroffen und zur Seite gestoßen wird. Insgesamt überrascht das Spiel mit einer guten Steuerung und vielen neuen Ideen. Der Multiplayer-Modus ist ein echtes Highlight. Insgesamt hätten wir uns jedoch mehr und längere Level gewünscht, um den Workout-Effekt zu verstärken. Trotzdem ein tolles Cardio-Training.

Climbey bietet eine VR-Erfahrung der ungewöhnlichen Art. Grafisch eher rudimentär, entfaltet das VR-Kletterspiel seinen Reiz hauptsächlich durch seine fantastisch umgesetzte Steuerung, den unzähligen Community-Leveln und dem tollen Multiplayer-Spaß, in dem man sich gegenseitig hilft besonders schwierige Passagen zu überwinden. Spieler, die zu Motion Sickness neigen, sollten den Titel jedoch meiden. Der Workout-Effekt ist im Vergleich zu den anderen hier aufgeführten Titeln am geringsten, mit Gewichten am Arm und langen Haltepositionen kommt man dann aber doch ganz ordentlich ins Schwitzen.

Harmonix, das Entwicklerstudio, welches sich bereits für Rhythmusspiel-Klassiker Rock Band verantwortlich zeichnet, zeigt mit Dance Central das unserer Meinung nach plattformübergreifend beste VR-Tanzspiel. Es basiert auf dem gleichnamigen Titel für die Xbox 360 Kinect. Im Grunde geht es darum, die Tanzbewegungen des comicartigen Gegenübers so gut es geht nachzuahmen. Die Bewegungserfassung ist gut. Wer nicht exakt die Bewegung spiegelt, bekommt nicht die höchste Punktzahl. Dance Central ist eine schweißtreibende Erfahrung, die auch dank des abgefahrenen Comic-Stils gefällt.

VR bringt Bewegung in die Videospielewelt. Dabei bieten die Systeme mit den richtigen Games sogar ein richtiges Workout. Wir empfehlen absoluten Neulingen dank des Verzichts auf Kabel, des hohen Spielangebots und des vergleichsweise günstigen Einstiegspreises die Oculus Quest. Wer bereits ein PS4 hat, kann auch mit der Playstation VR (Testbericht) liebäugeln. Aber Achtung: Der Nachfolger steht schon in den Startlöchern. Für echte VR-Profis führt wohl kein Weg an einem PC-Headset (oder einer Oculus Quest mit Adapterkabel) vorbei. Bezüglich des Headset-Komforts bei schweißtreibenden VR-Übungen führt die PSVR das Testfeld an.

Als Workout-Game ist Beats Saber ein Must-Have. Es ist anstrengend, fordernd, treibend und macht nach viel Übung fast mehr Spaß als zu Beginn. Denn irgendwann fühlt man sich dank bunter Lichtschwerter und fließenden Bewegungen wie ein Jedi-Ritter im Kampf gegen die Sith. Im Ratgeber Oculus Quest vs HTC Vive vs PS VR – Beat-Saber-König gesucht beleuchten wir den VR-Überflieger im Detail.

Wer sich überlegt, einen eigenen VR-PC zu basteln, sollte unsere Kaufberatung: VR-Gaming-PC für 520 € bauen lesen. Die wichtigsten Headsets dafür zeigen wir im Ratgeber Virtual Reality: Das braucht man für VR. Lieber raus zu Sporteln? Dann am besten mit einem Tracker aus unserer Bestenliste: Top 5 Fitness-Tracker für Sport und Alltag.

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