Eve, Gardena & Co.: Vergleich smarter Bewässerungssysteme | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Eve, Gardena & Co.: Vergleich smarter Bewässerungssysteme

von  // 

Bedienung per Sprache, Wasserverbrauchs- und Feuchtigkeitssensoren – smarte Bewässerungssysteme bieten viel und starten ab 50 Euro. Wir zeigen, was man fürs Geld erwarten kann.

Bewässerungsuhren und -computer sorgen für regelmäßige Feuchte im Garten. Sie gießen je nach Einstellung täglich oder an bestimmten Wochentagen, wie unser Beitrag Wer braucht welche Bewässerungsanlage zeigt. Smarte Systeme bieten mehr. Sie passen sich Wettergegebenheiten an, sind via App fernsteuerbar und stimmen sich sogar mit anderen smarten Systemen im Garten ab – etwa mit einem Mähroboter (und weitere coole Garten-Gadgets), der nur dann mäht, wenn nicht bewässert wird.

Wir haben uns drei Kategorien genauer angesehen, die unterschiedliche Ansätze verfolgen:

  • Ab 50 Euro: Günstiger Einsteiger für Android und iOS mit Bluetooth-Anbindung. Verfügt über keine Smart-Home-Integration.
  • Ab 100 Euro: Bewässerungscomputer wie Eve Aqua sind unter 100 Euro für Apple-Geräte mit Bluetooth-Anbindung erhältlich und Homekit-fähig.
  • Ab 200 Euro: Intelligente Lösungen wie Gardena Smart Water Control sind für Homekit, IFTTT-kompatibel und mit WLAN-Anbindung. Sie arbeiten beispielsweise mit Mährobotern, Sensoren oder Wetterdaten.

Wer hingegen eine intelligente Bewässerung für seine Pflanzen sucht, die ohne Wasseranschluss auskommt, findet entsprechende Lösungen in unseren Ratgeber Automatische Bewässerung für Balkon und Terrasse.

Vollautomatische Bewässerung mit Fernzugriff ist in aller Regel für drei Anwendungsfälle sinnvoll: Entweder man hat ein Ferienhaus oder Schrebergarten und will, dass der Rasen gut gedeiht. Oder man ist in der Bewegung eingeschränkt und benötigt ein System, das intelligent bewässert. Zuletzt kann der eigene Garten aber einfach auch so groß sein oder die Pflanzen unterschiedlichste Bewässerungszyklen benötigen, dass eine Steuerung durch einen smarten Computer einfach entspannter ist. Fühlt man sich bei einem der drei Fälle angesprochen, lohnt sich der Blick zu smarten Systemen. Die lassen sich ins Smart Home einbinden – etwa von Apple, Amazon oder Google – und arbeiten nach Regeln. Das können feste Zeiten in der Woche sein oder aber auch individuelle Regeln abhängig von Wetter, Bodenfeuchte oder externe Sensoren.

Die Systeme von Eve, Gardena & Co. benötigen AA-Batterien für den Betrieb.

Die verschiedenen Lösungen unterscheiden sich dabei vor allem im Preis und entsprechend in den Funktionen. Los geht es schon bei 50 Euro.

Den günstigen Einstieg in eine intelligentere Bewässerung findet man zwischen 50 und 80 Euro. In dieser Preiskategorie bekommt man etwa den Royal Gardineer Bewässerungscomputer oder den Orbit B-hyve. Beide funktionieren grundsätzlich wie ein digitales Bewässerungssystem und haben beispielsweise verschiedene Modi, um Dauer, Zyklus, Startzeit und Pause der Bewässerung einzustellen. Zur Bedienung des Computers steht eine kostenfreie App für Android und iOS zur Verfügung. Hier legt man die Modi fest oder startet die Bewässerung manuell.

Problem: Die Modelle werden über Bluetooth und nicht über WLAN ferngesteuert. Eine Anbindung an Assistenten wie Siri oder Alexa ist entsprechend auch nicht möglich. Dadurch muss man immer in der Nähe des Gerätes sein und kann, wie oben beschrieben, nicht etwa die Bewässerung im weit entfernten Gartenhaus starten. Zudem kann man über das Smartphone eine voreingestellte Bewässerung manuell deaktivieren. Läuft etwa laut Zeitplan das Wasser jeden Tag für zehn Minuten und es regnet einmal, nimmt man einfach das Smartphone und deaktiviert die Bewässerung für den Regentag. Das ist zwar wenig smart, aber dennoch eine gewisse Abhilfe.

Für den B-hyve gibt es noch ein Hub, welches die Verbindung via WLAN statt Bluetooth ermöglicht. Dann orientiert sich die Bewässerungssteuerung etwa auch an Wetterdaten aus dem Web. Für den Preis von rund 100 Euro für Hub und Computer findet man aber deutlich intelligentere Lösungen.

Das System Eve Aqua gibt es regelmäßig in Angeboten für 80 oder gar 75 Euro. Regulär liegt es bei rund 95 Euro. Es ist ausschließlich für Apple-Nutzer interessant. Android-Geräte unterstützt die Bewässerungsanlage nicht. Dafür haben Besitzer von iPhone & Co. diverse Optionen bei der Integration im eigenen Smart Home mit Homekit. Zwar ist Eve Aqua vergleichbar mit Eve Thermo (Testbericht) ebenfalls nur via Bluetooth verbunden, über einen Apple Homepod oder AppleTV kann man die Lösung aber auch aus der Ferne steuern. Somit eignet sich Aqua auch für diejenigen mit Gartenhaus oder, wenn man im Urlaub ist.

Über entsprechende Homekit-Regeln arbeitet Eva Aqua beispielsweise wetterabhängig. Das ergibt im Zweifelsfall Sinn, wenn etwa Homkit-fähige Mähroboter im Smart Home angebunden sind. Mäht der Roboter beispielsweise den Rasen, bewässert Aqua nicht. Wer etwa Licht- oder Regensensoren bereits einsetzt, kann diese auch an Eve koppeln. Die gibt es etwa von Netatmo. Dann läuft nur Wasser, wenn es nicht regnet. Zusätzlich sieht man den Wasserverbrauch ein und legt Zeitpläne fest – mehr oder weniger wie bei einem klassischen Bewässerungscomputer. Wer Eve Aqua hingegen ohne Sensoren smart machen will, ist auf Alternativen wie Homebridge (Link) angewiesen. Darüber bekommt man etwa Wetter-Pugins, die man dann in der Eve-App nutzen kann.

Eve Aqua (5 Bilder)

In der Praxis erweist sich das Eve-System als einfach zu bedienen. Die Anbindung erfolgt zunächst über die App Eve. Dort legt man seinen Zeitplan fest. Im Anschluss findet die restliche Automation wahlweise auch direkt in Homekit statt. Eve Aqua hat in unserem Testzeitraum zuverlässig gearbeitet und morgens sowie abends bewässert. Die zwei AA-Batterien, die zum Betrieb von Aqua notwendig sind, halten so für gut eine Saison. Etwas behäbig ist jedoch das manuelle Einschalten von dem System. Sagt man beispielsweise „Hey Siri, schalte Eve ein“, dauert es gut fünf bis zehn Sekunden, bis etwas passiert. Das mag am Anfang danach riechen, dass die Verbindung fehlerhaft ist, aber das stimmt nicht. Eve Aqua ist einfach nur ein bisschen langsam, aber komplett zuverlässig – wir hatten keinen einzigen Ausfall in drei Wochen Testlauf.

Gardena hat mit dem Smart Water Control System aktuell die vielseitigste Lösung auf dem Markt. Die spricht nicht nur mit Homekit, sondern auch mit Android und via IFTTT mit dem „eigenen“ Smart Home. Entsprechend ist Smart Water Control nicht nur Apple-Nutzern vorenthalten – sehr schön. Wie bei Eve wird das System mit Strom aus AA-Batterien gespeist.

Gardena Smart Water Control kostet einzeln zwischen 115 und 125 Euro. Zwingend notwendig ist im Gegensatz zu Eve Aqua eine Bridge, damit die Smart-Home-Anbindung klappt. Die kostet alleine schon 159 Euro. Rechnet man das zusammen, kommt man unterm Strich günstiger mit einem Bundle. Das liegt bei gut 260 Euro und hier ist auch noch ein Sensor für Bodenfeuchte und Helligkeit dabei.

Gardena Smart Water Control (28 Bilder)

In Hinblick auf Einrichtung und Inbetriebnahme ähnelt sich Gardena ebenfalls sehr der Eve-Lösung. Die Gardena-App ist allerdings weniger optimiert – zwei Fehlermeldungen gab es bei unserer Einrichtung, obwohl wir alles richtig gemacht haben. Sind Bridge, Bewässerungscomputer und Sensor aber einmal eingerichtet, ist die App stabil. Dann kann man diese an Homekit & Co. anbinden und entsprechend auch Zeitpläne erstellen oder an den Terminplan eines Mähroboters von Gardena anpassen.

Die Lösung bietet aber noch mehr Funktionen. Der Bodensensor erkennt etwa Feuchte, Temperatur und Lichtintensität. In Kombination mit dem Pflanzenlexikon der App kann man so beispielsweise eine verbesserte Bewässerung für unterschiedliche Pflanzenarten einstellen: Steckt der Sensor im Rosenbeet, dann kann man festlegen, dass erst ab einer gewissen erreichten Bodenfeuchte die Bewässerung aussetzt. Zudem bezieht das System Daten wie Sonnenauf- und untergang sowie eine Wettervorhersage ein – für letzteres muss man seinen Standort angeben. Das Ganze funktioniert in unserer Testphase fehlerfrei.

Das Gardena-System macht auf uns den besten Eindruck.

Alles in allem macht das Gardena-System auf uns einen deutlich runderen Eindruck. Auch die manuelle Aktivierung via App funktioniert direkter als bei Eve. Stellt man nun Eve Aqua und das Gardena-Set preislich gegenüber, kommt man in etwa bei der gleichen Summe raus – Eve Aqua plus Netatmo Wetterstation liegen zusammen bei gut 270 Euro. Dann fehlt noch der Bodensensor.

Wer einfach nur das Wasser mit dem Smartphone an- und ausschalten will, kann sich auch die günstigen Bluetooth-Anlagen von Royal Gardineer oder Orbit ansehen. Will man wirklich intelligente Bewässerung, muss man zu Eve oder Gardena greifen. Beide ermöglichen – mit weiterem Zubehör – eine smarte und automatisierte Bewässerung. Das Gardena-Set überzeugt uns letztlich am meisten. Hier zahlt man zwar ordentlich Geld, dafür muss man sich im Hochsommer aber auch nicht mehr um trockenes Gras oder vergilbte Rosen sorgen.

Wer einfach nur Bewässerung zu festen Zeiten sucht, findet in unserem Beitrag: Wer braucht welche Bewässerungsanlage? entsprechende Alternativen. Und hat man auf Balkon & Co. keinen Wasseranschluss, haben wir im Beitrag: Automatische Bewässerung für Balkon und Terrasse diverse Lösungen zusammengefasst.

Ähnliche Artikel auf TechStage

Einloggen, um Kommentare zu schreiben