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Ender 3 vs. 3 Pro und 5: Kostet der beste 3D-Drucker nur 200€?

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Der Ender 3 hat im Test Ende 2018 sehr gut abgeschnitten. Lohnt sich der Kauf noch, oder sollte man zu einem der teureren Nachfolgemodelle greifen? TechStage zeigt die wichtigsten Unterschiede der Ender-Modelle von Creality3D.

[Update vom 02.09.20] Banggood hat aktuell die in dem Beitrag aufgeführten Modelle zu Tiefstpreisen im Angebot:

  • Ender 3 für 144 statt 170 Euro mit Gutschein-Code BGE3CE698 (26 Euro günstiger)
  • Ender 3 Pro für 161 statt 184 Euro mit Gutschein-Code BGE3P7689 (23 Euro günstiger)
  • Ender 5 Plus für 433 statt 488 Euro mit Gutschein-Code BGE5PLSEU9 (55 Euro günstiger)
  • Ender 5 Pro für 279 statt 356 Euro mit Gutschein-Code BG329E59 (77 Euro günstiger)
  • Ender 5 für 243 statt 288 Euro mit Gutschein-Code BGE59289 (45 Euro günstiger)

Gerade für Hobbyisten sollen sich die Kosten beim Einstieg in den 3D-Druck im Rahmen halten. Außerdem wünschen sich die Anwender eine funktionierende Technik out of the box; ohne viel Bastelei und mit einem vernünftigen Druckbild. Die günstigsten Filament-Drucker sind bereits ab knapp 100 Euro erhältlich, doch schnell gerät man hier an eine Bastelbude, die ohne tiefgehendes Know-How kaum zum Laufen zu kriegen ist. Trauriges Beispiel ist der Anet ET4 (Testbericht), der zwar grundsätzlich tolle Ergebnisse liefert, sich in der Praxis aber als Sammelsurium von Fehlkonstruktionen entpuppt.

Eine Alternative zu den FDM-Drucker, die Kunststoff aufeinander schmelzen, sind SLA-Drucker die mit flüssigem Harz arbeiten. Sie liefern schönere Druckergebnisse und sind nicht viel teurer, haben aber kleinere Bauräume und erfordern die Arbeit mit stinkenden Chemikalien. Mehr zu den beiden unterschiedlichen Druck-Technologien im Artikel UV-Harz oder Kunststoff-Filament: 3D-Drucker im Vergleich.

Der Ender 3 von Creality3D (Testbericht) ist in unseren FDM-Druckertests besonders hervorgestochen. Mittlerweile gibt es eine neuere Version, den Ender 3 Pro. Außerdem hat der Hersteller inzwischen drei verschiedene Ender-5-Modelle im Angebot. Wir haben uns die Unterschiede angesehen.

Creality Ender 3 (17 Bilder)

Der Druckkopf hat einen zusätzlichen Bauteilkühler verbaut.

Der Ender 3 kommt als Selbstbau-Kit zum Kunden. Die Anleitung des Herstellers ist verglichen mit anderen Druckern zwar ok, aber lässt doch einige Fragen offen. Das Zusammensetzen der vormontierten Komponenten dauert etwa eineinhalb Stunden und ist durch die Unterstützung von zahlreichen Tutorials im Internet auch für Laien ohne größere Probleme möglich – man muss aber wissen, dass man die Zeit mitbringen muss, sich einzuarbeiten.

Beim Druckvorgang bewegt sich der Druckkopf entlang der X-Achse und Z-Achse. Die Bewegungen der Y-Achse übernimmt das motorisierte Druckbett.

Der Bauraum ist mit Abmessungen von 220 × 220 × 250 mm für die meisten Anwendungsfälle im Hobbybereich ausreichend groß dimensioniert. Den günstigen Preis von 200 Euro sieht man weder dem Drucker noch den Druckerzeugnissen an. Ist der Ender 3 erst einmal zusammengesetzt und ordentlich kalibriert, macht er einen überdurchschnittlich guten Job.

Eines der größten Mankos ist die bei vielen Exemplaren nicht ganz plane Oberfläche des Druckbetts. Das sorgt für mitunter massive Haftungsprobleme, Fehldrucke und damit Unzufriedenheit. Die Haftung des Filaments auf der Druckbettoberfläche lässt sich immerhin mit einigen Hilfsmitteln verbessern (3D-Druckbetten: Bessere Haftung für Standard-Filamente). Bei sehr unebener Oberfläche hilft aber nur ein Austausch des Druckbetts.

PLA-, PETG- und Wood-Filamente funktionieren mit dem Budget-Drucker sehr gut und ohne weitere Umbaumaßnahmen. Was das konkret bedeutet, zeigen unsere Ratgeber für Standard-Filament und exotische Filamente. Beim elastischen, fast gummiartigen TPU-Filament ist der Ender 3, wie auch alle anderen Bowden-Extruder, etwas zickig. Mit entsprechenden Tuning-Teilen zum Selberausdrucken (Thingiverse) und korrekten Druckeinstellungen funktioniert dann aber auch das flexible Material. Da kein geschlossener Bauraum/Druckraum zur Verfügung steht, ist die Verarbeitung von ABS schwierig. Zwar gibt es auch hierfür Selbstbau-Lösungen, allerdings ziehen wir erfahrungsgemäß die Verarbeitung vom ebenfalls sehr stabilen und weniger anspruchsvollem PETG vor. Hierfür ist auch kein geschlossener Bauraum notwendig.

Ein großer Vorteil des 3er-Modells ist die riesige Community in Verbindung mit zahlreichen Anleitungen und Tuning-Teilen zum Ausdrucken.

Die hohe Zuverlässigkeit und der günstige Preis des Ender 3 haben für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Der Hersteller Creality 3D hat diese Popularität genutzt und mit dem Ender 3 Pro eine verbesserte Version herausgebracht. Der Preisunterschied der beiden Drucker ist von ehemals 100 Euro auf mittlerweile knapp 40 Euro geschrumpft. Doch rentiert sich der Mehrpreis?

Die Änderungen sind überhaupt erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Der Ender 3 Pro wurde insgesamt etwas stabiler gestaltet. Der Austausch einiger Aluschienen und der Führungsrollen sorgt für mehr Laufruhe, eine größere Verwindungssteifigkeit und eine etwas niedrigere Geräuschentwicklung. In der Praxis kommt es so zu weniger Bewegungen beim Druckvorgang und zu einer insgesamt besseren Druckqualität.

Das Problem der unebenen Druckbetten hat Creality3D bei der Pro-Serie deutlich besser im Griff. Zudem hat der Hersteller dem Pro-Modell eine magnetische Druckbettauflage spendiert. Das erleichtert zwar das Entfernen fertiger Druckerzeugnisse, die Lösung ist allerdings auch problemlos nachrüstbar. Entsprechende Druckauflagen schlagen mit etwa 20 bis 30 Euro zu Buche.

Die Änderung an der Positionierung des Lüfters und das neue Design der Schrauben zur Ausrichtung des Druckbetts bringt aus unserer Sicht keinen größeren praktischen Vorteil. Wer will, kann diese beiden Upgrades auch mit selbst ausgedruckten Teilen durchführen. Außerdem ist ein höherwertiges Netzteil verbaut.

Mit dem Ender 5 hat Creality3D eine deutlich teurere Version im Programm. Der Zusammenbau der vorkonfektionierten Einzelteile klappt dank der verbesserten Anleitung einfacher und schneller als bei der 3er-Serie – trotz einer deutlich größeren Anzahl an Teilen.

Der Ender 5 wirkt, trotz des immer noch offenen Bauraums, bereits auf den ersten Blick stabiler und wuchtiger. Der Hersteller hat den Drucker insgesamt deutlich massiver und verwindungssteifer gestaltet. Dies macht sich auch bei den Stellschrauben und Federn des Druckbetts bemerkbar. Der Bauraum ist in Richtung der Y-Achse um 50 mm größer als bei der Ender-3-Serie.

Der Unterschied zwischen 3er und 5er-Serie ist deutlich.

Das Netzteil ist hier ein zertifiziertes Modell von Meanwell. Der Ender 3 verfügt lediglich über ein chinesisches Noname-Netzteil. Allerdings muss man auch sagen, dass die aktuellen Versionen des Ender 3 auf ein Mainboard der Version 1.1.4 setzen, welches über einen thermischen Durchgangsschutz verfügt. Steigt die Temperatur von Druckkopf und Druckbett nicht wie sie soll, sogt das für eine automatische Abschaltung nach 20 Sekunden. Beim Ender 5 kommt lediglich die Vorgängerversion 1.1.3 zum Einsatz, hier fehlt der thermische Durchgangsschutz.

Ein weiterer Unterschied ist die Art, wie sich der Druckkopf bewegt. Dieser bleibt nun immer auf einer Höhe und fährt stattdessen X- und Y-Achse ab. Das Druckbett übernimmt die Bewegungen entlang der Z-Achse. Während die Modelle der 3er-Serie mit einem MK8-Hotend ausgeliefert werden, arbeitet im Ender 5 eine verbesserte Version mit dem Namen MK10. In der Praxis kommt es so seltener zu Filamentstaus und Verstopfungen.

Die magnetische Druckbettauflage des Ender 3 Pro kommt auch beim Ender 5 zum Einsatz. Das Druckbett selbst ist zwar etwas größer, die Heizleistung ist aber mit der vom Vorgänger identisch. Unebene Druckbetten sind bei der 5er-Serie kein Problem. Auch Stromausfälle oder leere Filamentrollen sollten beim Ender 5 ebenfalls kein Problem darstellen. Neben einem Filamentsensor ist auch eine Auto-Resume-Funktion integriert. Diese ermöglicht das Fortsetzen eines Druckes auch bei Abbruch oder Pausieren des Druckvorgangs (beispielsweise bei leerer Filamentrolle oder einem Stromausfall).

Auf eine automatische Druckbett-Kalibrierung verzichtet der Hersteller allerdings auch beim Ender 5. Hier kommt wieder die sehr aktive Community zum Tragen. Wer will, kann auch am 5er zahlreiche Modifikationen und Verbesserungen selbst vornehmen. Geeignete Druckvorlagen und Tutorials dazu finden sich auch hier auf beispielsweise Thingiverse.

Das Druckbild des Ender 5 ist wie auch bei den Vorgängerversionen sehr gut. Mit den richtigen Einstellungen und einer ordentlichen Kalibrierung sind erstklassige Druckergebnisse möglich.

Für einen Aufpreis von gut 80 Euro ist der Ender 5 ebenfalls als Pro-Variante erhältlich. Dafür bekommt der Nutzer das neuere Silent-Mainboard inklusive leiser Motorentreiber. Dieses ermöglicht zusammen mit dem vorinstallierten Marlin 1.1.8 einen leiseren Betrieb und eine präzisere Steuerung. Der beim Standard-Modell fehlende thermische Durchgangsschutz ist in der Pro-Version endlich vorhanden.

Ein überarbeiteter, voll aus Metall gefertigter Extruder in Kombination mit einem hochwertigeren PTFE-Zuführungsschlauch sorgen für eine verbesserte Zuverlässigkeit bei der Filamentförderung. Für exotische Filamenttypen und das flexible TPU ist der Ender 5 Pro somit auch ohne weitere Modifikationen besser geeignet.

Die restlichen Spezifikationen inklusive der magnetischen Druckbettauflage sind weitgehend mit denen des Ender 5 identisch. Die Rückseite des Bedienteils ist übrigens bei keinem der bisher genannten Drucker in einem Gehäuse integriert. Wie bei den anderen Ender-Versionen gibt es natürlich auch für den Ender 5 Pro geeignete Lösungen zum selber drucken.

Der Ender 5 Plus bietet in erster Linie, wie der Name schon vermuten lässt, mehr Platz. Mit dem auf 250 × 350 × 400 mm gewachsenen Bauraum und dem massiven Ender-5-Design wirkt der Plus riesig im Vergleich zum Ender 3. Um einen zuverlässigen Betrieb der Z-Achse bei maximaler Druckgröße zu bewerkstelligen, hat Creality3D die Konstruktion an einigen Stellen verstärkt und modifiziert. Netzteil und Monitor sind beim größten Ender direkt im Druckergehäuse integriert und sind so schicker und sicherer verstaut.

Als Mainboard kommt das Creality-Board V2.2 mit thermischen Durchgangsschutz zum Einsatz. Das herausnehmbare Druckbett besteht beim Ender 5 Plus aus Glas. Dies ermöglicht einen guten Halt des Filaments und eine bequeme Handhabung.

Ein Highlight der Plus-Version ist der ab Werk installierte BLTouch-Sensor. Dieser misst die Druckplatte aus und erlaubt deutlich genauere Nivellierung des Druckbetts bei Abweichungen auf der Z-Achse. In der Praxis bedeutet dies weniger Aufwand und einen zuverlässigeren Betrieb. Filamentsensor und Auto-Resume-Funktion sind beim Plus ebenfalls an Bord.

Das Druckbild sollte mit den richtigen Settings auch beim Plus sehr ordentlich sein. Bei der Nutzung des kompletten Bauraums und einem hohen Qualitätsanspruch ist hier wegen der kleineren Community allerdings etwas mehr Eigeninitiative bei den Einstellungen gefragt. Letztlich ist das aber Meckern auf hohem Niveau, denn Hilfestellung gibt es trotzdem ausreichend.

Der Ender 3 ist trotz seines Alters und der vielen Nachfolgemodelle noch immer ein guter und vor allem sehr günstiger 3D-Drucker für Einsteiger. Druckbild und die riesige Community sprechen klar für den Standard-Ender – trotz des Noname-Netzteils. Da der Preisdifferenz gegenüber der Pro-Version mittlerweile nur noch gut 40 Euro beträgt, würden wir trotzdem zum Nachfolgemodell greifen. Die bessere Druckplatte, die praktische Magnetauflage und die höhere Stabilität rechtfertigen den Aufpreis.

Der Ender 5 bietet etwas mehr Bauraum und verbessert insbesondere den Komfort im Vergleich zur 3er-Serie. Filamentsensor, magnetische Druckauflage und Autoresume-Funktion sind zwar praktisch, verbessern aber weder das Druckbild noch die Sicherheit. Diese ist wegen des fehlenden thermischen Durchgangsschutzes trotz des hochwertigeren Netzteils nur bedingt besser als im Ender 3. Der Ender 5 Pro bietet den sinnvollen thermalen Durchgangsschutz und hat eine verbesserte Filamentführung. Der Mehrpreis von knapp 80 Euro rechtfertigt das trotzdem nicht. Der Ender 5 Plus bietet deutlich mehr Platz und dank des BLTouch-Sensor endlich eine vereinfachte Nivellierung des Druckbetts. Die Integration der Elektronik im Gehäuse und das Glasdruckbett wirken professionell und sehen weniger nach DIY aus. Der fette Aufpreis von 229 Euro gegenüber dem Standard-Ender 5 ist allerdings satt. Rein technisch ist der Plus dieses höhere Investment nicht wert. Lediglich der große Bauraum rechtfertigt die Mehrkosten.

Für Einsteiger mit begrenztem Budget ist der Ender 3 (Testbericht) noch immer eine gute Wahl. Alleine die große und immer noch sehr aktive Community machen den Ender 3 zu einem empfehlenswerten FDM-Drucker. Wegen des niedrigen Preisunterschiedes würden wir trotzdem zum Nachfolgemodell Ender 3 Pro greifen.

Der Aufpreis für den Standard-Ender-5 lohnt sich aus unserer Sicht nicht. Letztlich bietet er nur einen minimal größeren Bauraum und ein Quäntchen mehr Komfort. Wem Ausfallssicherheit, Komfort und hochwertige Hardware wichtiger sind als ein niedriger Preis, der bekommt mit dem Ender 5 Pro einen gut ausgestatten Mittelklasse-Drucker mit ordentlicher Ausstattung. Am Druckergebnis gemessen, lohnt sich das Upgrade von Ender 3 Pro aber weder auf Ender 5 noch Ender 5 Pro.

Der Preis des Ender 5 Plus rentiert sich nur, wenn man tatsächlich auf den großen Bauraum angewiesen ist. Technisch gesehen bietet der Plus zwar einige praktische Extrafunktionen, diese lassen sich aber bei allen Ender-Modellen auch in irgendeiner Form nachrüsten.

Wenn nicht die Größe, sondern die Genauigkeit der Druckerzeugnisse entscheidend ist, empfehlen wir den Griff zu einem DLP- oder Resin-Drucker. Einsteigermodelle wie der Elegoo Mars (Testbericht) oder der Nova3d Elfin (Testbericht) kosten zwischen 230 und 320 Euro und ermöglichen eine deutlich höhere Druckauflösung.

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