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Drohnen mit Wärmebild-Kamera ab 2250 Euro

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Wärmeempfindliche Kameras ermöglichen das Auffinden von Personen, Tieren und Wärmebrücken. Wir zeigen, welche bezahlbaren Drohnen mit Thermal-Kameras erhältlich sind.

Im Rahmen unserer Drohnen-Themenwelt haben wir in der Vergangenheit einige Ratgeber und Kaufberatungen veröffentlicht, darunter folgende Artikel:

Wärmeempfindliche Kameras nutzen die Thermographie (Wikipedia), um die Oberflächentemperaturen von Objekten anzuzeigen. Dabei wird die Intensivität der Infrarotstrahlung, die von einem Punkt ausgeht, als Maß für dessen Temperatur gedeutet. Die Auswerteelektronik erzeugt daraus ein Bild in Falschfarben, mit dessen Hilfe sich Temperaturunterschiede deutlich erkennen lassen. In den meisten Fällen werden kalte Bereiche blau, warme Bereiche rot dargestellt. Für die Thermographie ist keine externe Lichtquelle nötig.

So sieht der Pilot das Wärmebild der Mavic 2 Enterprise Dual.

Wärmebildkameras sind ein Nischenprodukt, trotzdem gibt es eine ganze Reihe an interessanten Anwendungsmöglichkeiten. Eine davon ist die Suche nach vermissten Personen. Hierfür sind Drohnen mit Thermalkamera besonders gut geeignet. Dank der Vogelperspektive in Verbindung mit einer hohen Reichweite ist es möglich, sehr große Areale in kurzer Zeit abzusuchen. Ob die Gegend bewachsen und unzugänglich ist, ist der Drohne völlig egal. Dank des Unterschieds zwischen Körper- und Umgebungstemperatur sind Personen einfach und schnell auf dem Livebild zu identifizieren – zumindest bei moderaten Außentemperaturen. An extrem heißen Tagen mit einer Temperatur ab über 30 Grad kommt die Technik an Ihre Grenzen. Der Unterschied zwischen Körpertemperatur und der Umgebung ist dann zu gering. In so einem Fall funktioniert die Suche lediglich in den kühlen Morgen- und Abendstunden. Sowohl Feuerwehr, Polizei als auch Privatpersonen haben in den letzten Monaten erfolgreich Drohnen zur Personensuche eingesetzt. Hier ein beispielhafter Artikel vom NDR von April dieses Jahres.

Neben Menschen lassen sich so natürlich auch alle anderen Säugetiere aufspüren. Zwar ist es grundsätzlich auch mit einer normalen Drohne möglich, die Tiere zu entdecken, aufgrund der guten Tarnung ist es allerdings deutlich schwieriger. Tierschützer und Landwirte nutzen Drohnen beispielsweise zum Aufspüren von Rehkitzen während der Erntezeit. Rehe sind zwar eigentlich Fluchttiere, doch den jungen Rehkitzen fehlt dieser Instinkt noch. Die ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt verharren sie auch bei Gefahr an Ort und Stelle und warten auf die Rückkehr des Muttertiers. In hochgewachsenen Getreidefeldern oder Wiesen bedeutet dieses Verhalten bei der Ernte das Todesurteil für die jungen Rehe. Wenn eines der Tiere in eine der Landmaschinen hineingerät, ist dies nicht nur traurig, sondern auch teuer für den Landwirt. Beschädigungen am Mähwerk sind keine Seltenheit. Aus diesem Grund kommen in den letzten Jahren immer häufiger fliegenden Wärmebadkameras zum Einsatz. Diese fliegen die Flächen unmittelbar vor der Feldarbeit ab und helfen, versteckte Rehkitze zu finden und sie anschließend umzusetzen. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich den Beitrag Rehkitzrettung aus der Luft des Bundesverbands Copter-Piloten ansehen.

Außer zur Rettung von Lebewesen eignet sich eine Thermalkamera auch für Handwerker, Bauherren oder Gewerbetreibende. Dank der wärmeempfindlichen Kamera lassen sich Wärmebrücken und Lücken in Isolierung schnell finden. Insbesondere in Hinsicht auf immer weiter steigende Heizkosten ist dies eine gute Möglichkeit, um Sanierungen effektiv umzusetzen. Handwerker können die Wärmebildkameras nicht nur nutzen, um Schwachstellen und Verbesserungspotential zu finden, sondern auch um die korrekte Ausführung der eigenen Leistungen zu dokumentieren. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich den Artikel Kontrolle wärmstens empfohlen auf bauhandwerk.de ansehen.

Neben einigen Profi-Drohnen für viele Tausend Euro gibt es einige bezahlbare Modelle mit zusätzlicher Wärmebildkamera. Zu den günstigsten Modellen gehören die Parrot Anafi Thermal, die DJI Mavic 2 Enterprise Dual und die Yuneec Typhoon H.

Die Standardversion der Parrot-Drohne hat im Einzeltest gut abgeschnitten. Die Vorteile der Anafi sind deren geringe Lärmentwicklung während des Fluges und das extrem kompakte Packmaß. Auch Flugeigenschaften und Bedienung haben im Test überzeugt. Die Parrot Anafi Thermal unterscheidet sich lediglich durch die eingesetzte Dual-Kamera vom günstigeren Standardmodell. Im Paket mit Handsender, drei Akkus, Ladegerät und Tragetasche kostet die Drohne etwa 2250 Euro. Die Anafi passt zusammen mit allem Zubehör bequem in jeden Rucksack. Wer sie einsetzt, braucht zur Überwachung des Livebildes ein mit dem Sender verbundenes Smartphone mit der entsprechenden App.

Die Thermal-Version der Anafi unterscheidet sich nur durch die Kamera.

DJI bietet seine erfolgreiche Mavic-2-Serie auch als sogenannte Enterprise-Edition an. Diese Version richtet sich in erster Linie an professionelle Anwender mit gehobenen Ansprüchen. Neben beheizbaren Akkus gibt es für die Mavic 2 Enterprise Suchscheinwerfer, Lautsprecher und Kollisionswarnlicht zum Aufstecken. Die Version mit Dualkamera hat

neben der herkömmlichen Videokamera noch eine zusätzlichen Wärmebildkamera an Bord. Der Preis für ein Set mit dem Standard-Handsender beträgt etwa 2850 Euro. Für Einstellungen an der Drohne und die Überwachung des Livebildes ist ein Smartphone oder Tablet mit DJI Go 4 App notwendig. Optional ist für die Mavic-2-Serie der Smart-Controller (Testbericht) mit integriertem Display verfügbar. Dieser ersetzt den Standard-Handsender und benötigt kein zusätzliches Smartphone oder Tablet.

Bild: www.luftbild54.de Auf den Bildern der Mavic 2 Enterprise Dual sind Wärmebrücken und Temperaturunterschiede deutlich zu erkennen.

Den Hexacopter Yuneec Typhoon H gibt es sowohl mit einer Standard-Videokamera als auch mit der kombinierten Wärmebild- und Restlicht-Kamera CGOET. Das Paket aus dem Typhoon H, CGOET-Kamera, Handsender, Tragetasche und insgesamt drei Akkus kostet derzeit etwa 2700 Euro. Wer bereits eine Typhoon H besitzt, kann die Thermalkamera auch nachrüsten. Die Kamera alleine kostet allerdings schon gut 2000 Euro. Ein Vorteil der Typhoon-H-Serie ist der im Handsender verbaute Monitor, auf dem der Pilot das Live-Bild der Kamera verfolgen kann. Ein zusätzliches Smartphone oder Tablet ist für den Betrieb nicht notwendig.

Parrot Anafi Thermal schwarz (PF728120)

Parrot Anafi Thermal

DJI Mavic 2 Enterprise Dual

DJI Mavic 2 Enterprise Dual

Yuneec Typhoon H Thermal Basic Set mit CGOET und 3 Akkus (YUNTYHTEU)

Yuneec Typhoon H mit CGOET

Yuneec CGOET Typhoon H Restlicht-/Wärmebildkamera (YUNCGOETEU)

Yuneec CGOET

Im Vergleich zu den Varianten mit klassischer Videokamera sind Drohnen mit Wärmebildkamera alle deutlich teurer. Verglichen mit Profisystemen wie einer DJI Inspire, DJI Matrice oder Yuneec H520 sind die genannten Modelle aber durchaus bezahlbar. Insbesondere für Gewerbetreibende sind die 2250 bis 2850 Euro eine realistische und überschaubare Investition.

Wenn ein paar hundert Euro mehr kein Problem sind, würden wir auf jeden Fall zur teuersten Variante, der DJI Mavic 2 Enterprise Dual greifen. Die Drohnen des Marktführers sind sehr gut ausgestattet und überzeugen erfahrungsgemäß durch eine extrem hohe Zuverlässigkeit.

Wer möglichst günstig an seine fliegende Wärmebildkamera kommen möchte, sollte der Anafi Thermal eine Chance geben. Die Drohne ist zwar nicht ganz so gut ausgestattet wie eine Mavic 2, bietet aber ein faires Preis-Leistungsverhältnis und ist zudem deutlich leiser.

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