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Display, Akku & Co.: iPhone-Reparatur ab 10 Euro

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Geht ein iPhone kaputt, wird es schnell teuer – auch bei älteren Modellen. Wir zeigen, wie man die iPhones 6 bis 11 ganz einfach selbst repariert.

Wer kein Apple Care abgeschlossen hat, muss selbst reparieren. Das kann teuer werden: Für ein neues Display verlangt Apple 148 bis 352 Euro, für einen neuen Akku 54 bis 73 Euro – inklusive Einbau. Beim Smartphone-Bastler in Bahnhofsnähe liegen die Preise für Display und Akku oft bei 50 bis 150 Euro. Aber es geht auch günstiger, nämlich mit Repair-Kits, etwas Fleiß und Zeit. Los geht’s ab 10 Euro.

Wir haben verschiedene Kits ausprobiert und zeigen, was man bei der Reparatur beachten muss. Wer sich gerade überlegt, ein neues iPhone zuzulegen, findet in unserem Beitrag: iPhone günstig kaufen die Modelle mit dem aktuell größten Preisfall.

Viele Android-Smartphones lassen sich nur schwer reparieren. Der Grund: Hier ist viel geklebt, ein Amateur macht im Zweifelsfall mehr kaputt als heile. iPhones sind deutlich reparaturfreundlicher. Wer ein ruhiges Händchen hat, um mit kleinen Schrauben und sensibler Hardware sauber umzugehen, wird sein Apple-Smartphone ohne größere Probleme selbst reparieren. Dabei ist es egal, ob es ein iPhone 6 oder iPhone 11 ist – die einzelnen Schritte sind unterschiedlich, der generelle Prozess aber der gleiche.

Wichtig ist eine saubere, gut aufgeräumte und helle Arbeitsfläche. Idealerweise besorgen sich Bastler eine Arbeitsplatzunterlage – wahlweise magnetisch für Schrauben & Co. –, eine helle Tischleuchte und Ablagen für die Komponenten des iPhones. Welches Zubehör sich hier gut eignet, zeigen wir in unserem Beitrag: Die besten Werkzeuge für die Nerd-Werkstatt.

Dann kommt es auf die Ersatzteile an. Ein günstiger Kleber liegt bei gut 10 Euro, ein Display startet bei rund 20 Euro. Billig-Panels haben oft schlechte Übergänge zum Rahmen oder zeigen ein milchiges Bild an. Wer allerdings ein wirklich hochwertiges Ersatz-Display braucht, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Ein Problem bleibt dennoch: die Display-Auflösung. Diese kommuniziert kein Drittanbieter. Wir empfehlen hier klar auf bekannte Anbieter wie iFixit, iDoc oder Fixxoo zurückzugreifen. Hier stimmt die Qualität in aller Regel und ein Kundenservice hilft bei Rückfragen.

Wenn das Display einen Sprung hat, sollen spezielle Kleber helfen. Sie schließen Risse und versiegeln das Panel. Solche Lösungen findet man bei Anbietern wie Pearl bereits ab 7 Euro. Aber funktioniert das auch?

Für unseren Test haben wir ein iPhone 6 mit einer Macke im Display-Glas hergenommen. Die defekte Stelle muss zuerst von Dreck und losen Glasteilen befreit werden. Wichtig: Bevor es losgeht, sollten Bastler unbedingt das Smartphone ausschalten. Im Anschluss empfiehlt unser Test-Reparatur-Kit Anschlüsse & Co. abzukleben – eine Rolle Klebeband liegt bei. Danach kommt der Kleber auf die defekte Stelle im Glas und wird mit einem Spachtel verteilt. Das funktioniert gut, doch der Kleber riecht stark und ist wahrscheinlich nicht gut für die Gesundheit. Tipp: Lüften und nach Aufbringen des Klebers den Raum verlassen. Nach gut 10 Minuten ist der Kleber vorgetrocktet. Anschließend empfiehlt die Anleitung, das Smartphone nochmals für 10 bis 15 Minuten zum Aushärten in die Sonne zu legen. Gut für die Technik ist das bei zu großer Hitze nicht, wir empfehlen, das Smartphone im Anschluss auf jeden Fall abzukühlen.

iPhone-Reparatur mit Kleber (5 Bilder)

Für gut 10 Euro bekommt man von Anbietern wie Pearl ein üppig ausgestattetes Kleber-Set.

Danach kommt ein flüssiges Trennmittel mit einem Tuch auf die bearbeitete Stelle, um überschüssige Klebstoffreste zu entfernen. Dieses wirkt erneut für 5 Minuten ein. Das Ergebnis: Die Macke ist sichtbar kleiner als zuvor, aber nicht verschwunden. Wir wiederholen den gesamten Vorgang nochmals, um eine weitere Verbesserung zu erreichen. Diese tritt auch ein, allerdings bleibt die Macke sichtbar. Wer damit leben kann, hat mit wenigen Euros eine Verbesserung erzielt und beugt weiterer Rissbildung vor. Wer mehr will, muss zum Ersatzteil greifen.

Vor einem Austausch empfehlen wir immer die aktuellen Preise von Apple mit denen von Drittanbietern zu vergleichen. Mitunter ist das günstiger als mit Ersatzteilen oder der selbstständigen Reparatur. Bestes Beispiel: Anbieter iFixit will für ein neues Display des iPhone 11 Pro gut 500 Euro. Bei Apple zahlen Kunden rund 300 Euro inklusive Reparatur. Wer hingegen mit einem billigen Ersatzteil zufrieden ist, findet entsprechende Bildschirme bei Amazon & Co. auch schon für 140 Euro.

Wer Display, Home Button, Akku und mehr austauschen will, braucht abgesehen von allen Ersatzteilen zwei Dinge: ruhige Hände und Zeit. Denn die Reparaturen können unserer Erfahrung nach zwischen einer und drei Stunden dauern; je nachdem wie geübt man ist. Für den Austausch empfehlen wir unbedingt, die Anweisungen der Anbieter von Ersatzteilen zu beachten. In unserem Fall haben wir ein Display und einen Akku von iFixit geholt. Auch andere Anbieter stellen zuverlässige Anleitungen im Web zur Verfügung. Wem Text und Bild als Erklärung nicht ausreicht, findet auf Youtube unzählige Erklärvideos zum Ausbau der Komponenten. Wir empfehlen, diese Videos vor der Reparatur anzusehen, damit man ungefähr weiß, worauf es ankommt. Dazu nochmals der Hinweis: Vor der Reparatur empfehlen wir, sich ein Ablagesystem für die einzelnen Schrauben, Platten und sonstigen Teile des iPhones zu überlegen. Fotos der eigenen Schritte oder eine magnetische Matte können helfen. Ansonsten wird der anschließende Zusammenbau zum Blindflug.

iPhone-Reparatur: Display und Akku (5 Bilder)

Vor der eigentlichen Reparatur sollte man sich immer Videos ansehen, um zu verstehen, wie das eigene iPhone aufgebaut ist.

Beim Auseinandernehmen sollten Bastler mit dem Smartphone wie mit der teuren Porzellanvase der Oma umgehen und nicht wie mit den Legosteinen der Kinder. Jede einzelne Verbindung ist sehr filigran – ein Ausrutscher mit der Pinzette kann dazu führen, dass gleich ein weiteres Ersatzteil fällig wird.

Der Austausch von Display, Vibrationsmotor, Lautsprecher oder SIM-Karten-Einschub gestaltet sich verhältnismäßig einfach. Hier löst man Schrauben und Abdeckplatten, um die Teile zu entfernen. Bei Home Button und Akku bedarf es größerer Sorgfalt, denn diese Komponenten sind verklebt. Während der Kleber unseres Home Buttons mit einem Spatel leicht abgeht, ist der Kleber des Akkus bei unserem Versuchsobjekt schon stark porös. Das betrifft natürlich vor allem iPhones, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Die Folge: Wir müssen mit viel Feinarbeit den Kleber zwischen Akku und Innenseite des Smartphones ablösen. Insgesamt drei Spatel sind dazu bei uns nötig, um den alten Akku nicht zu knicken. Denn das ist im Zweifelsfall sehr gefährlich, der Akku kann sich aufblähen und im schlimmsten Fall Feuer fangen. Wer hier also an seine Grenzen kommt, baut lieber alles wieder zusammen und bringt das Smartphone in die Werkstatt.

Ansonsten ist der Austausch einfach. Für den Zusammenbau folgt man den Schritten rückwärts. Unser Tipp hier: Lieber einmal zu oft prüfen, ob einzelne Anschlüsse auch wirklich festsitzen. Das spart ein erneutes Ausbauen, wenn man merkt, dass das Smartphone nicht anspringt oder das Display kein Bild zeigt.

Das iPhone mag sich jährlich vollkommen neu erfinden – zumindest, wenn Kunden Tim Cook und seinen Marketern Glauben schenken. In der Praxis sind iPhones seit dem ersten Modell aber ziemlich identisch aufgebaut. Klar, mal ist an der einen oder anderen Stelle eine andere Schraube oder eine neue Abdeckplatte, das Prinzip bei Reparaturen ist aber das Gleiche. Und das macht den Austausch von Komponenten zu einer dankenswerten Arbeit. Ob man nun das Display eines iPhone 6 oder den Akku eines iPhone XR austauscht, fordert keine große Umstellung. Der Austausch funktioniert frei nach dem Motto: „Kennst du eines, kennst du (fast) alle“.

Das bietet für Bastler mitunter einen besonderen Reiz. So kann man natürlich auch defekte Geräte kaufen und sich ein ganz eigenes iPhone bauen – neue Rückseite, anderer Home Button und mehr sind dann möglich.

Wer seinen Großeltern oder Freunden einen Gefallen machen will, kann iPhones mit relativ wenig Aufwand reparieren. Kits zur Reparatur gibt es im Web schon ab 10 Euro. Mit Kleber können Bastler beispielsweise schon kleinere Risse im Display schließen und eine weitere Ausbreitung vermeiden. Wer einen Austausch von Komponenten plant, sollte aber immer zuerst nachsehen, was Apple aktuell für die Reparatur verlangt. Mitunter ist hier der Austausch sogar günstiger.

Wer sich gerade überlegt, ein neues iPhone zuzulegen, findet in unserem Beitrag: iPhone günstig kaufen die Modelle mit dem aktuell größten Preisfall.

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