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Diese Smartphones haben noch eine Klinkenbuchse

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von und Lenz  // 

Tschüß, Klinke, hallo USB-C? Von wegen! Auch 2020 muss man nicht auf die praktische Kopfhörerbuchse verzichten. Wir zeigen die Smartphones mit Klinkenanschluss in allen Preisklassen.

Ein Aufschrei hallte durch die Tech-Welt, als Apple Ende 2016 beim iPhone 7 den 3,5-mm-Audio-Anschluss strich. Weg mit dem analogen Ballast aus den 60er-Jahren, her mit einer durchgehend digitalen Lösung.

Viele vermuteten, dass Apple hier eine weitere Möglichkeit sah, die Kasse klingeln zu lassen. Schließlich brauchen iPhone-Käufer einen Adapter, um weiterhin ihre lieb gewonnen, analogen Kopfhörer zu nutzen. Noch lukrativer ist es für Apple, wenn die Fans gleich zu den Bluetooth-Kopfhörern Airpods (Testbericht), Airpods 2. Gen (Testbericht), Airpods Pro oder den Earpods mit Lightning Anschluss greifen.

Wie so häufig folgte die Android-Liga dem Beispiel Apples. Doch der befürchtete Untergang der 3,5-mm-Kopfhörerbuchse ist auch heute noch nicht Realität. Im Update des Artikels werfen wir einen Blick auf Modelle, die 2019 und 2020 auf den Markt gekommen sind. Das heißt nicht, dass die 2018-Geräte nicht mehr gut sind, im Gegenteil. Entsprechend lassen wir diese im jeweiligen Abschnitt im unteren Bereich. Die gute Nachricht: Für jeden Geldbeutel gibt es gute oder sehr gute Modelle.

Alle, die neben der Klinke noch ordentliche Bluetooth-Kopfhörer möchten, müssen ebenfalls nicht mehr tief in die Tasche greifen. Bereits für unter 20 Euro bekommt man vernünftige Kopfhörer, wie unser Artikel „Bluetooth-Kopfhörer für unter 30 Euro im Vergleichstest“ zeigt.

Im absoluten Einsteigersegment sollte man auf ein Smartphone mit Android Go setzen. Das Betriebssystem ist entschlackt und besonders auf Geräte mit schmaler Hardware zugeschnitten. Gerade für günstige Geräte ist das eine gute Wahl. Das Alcatel 1C (2019) ist beispielsweise bereits ab knapp 40 Euro zu bekommen. Etwas teurer ist das Gigaset GS110 für rund 72 Euro. Das kommt mit Android 9.0 Go, 16 GByte Speicherplatz und Hauptkamera mit 8 Megapixel, keine schlechte Wahl.

Das dritte Gerät in dieser Kategorie kommt von Nokia. Das 1.3 Dual-SIM verfügt über Android 10.0 Go, ist also erfreulich aktuell. 16 GByte Speicher und Hauptkamera mit 8 Megapixel lassen sich ebenfalls für einen Preispunkt von rund 110 Euro sehen.

Was man hier im Alltag an Leistung erwarten kann, haben wir in unserem Ratgeber: Wie viel Smartphone gibt es für 100 Euro? zusammengefasst. Kurz: Zu groß dürfen die Erwartungen nicht sein, aber für das Geld gibt es durchaus für einfache Aufgaben ausreichende Leistung.

Wer ein vollwertiges Android haben möchte, muss ein wenig mehr Geld investieren: Ab knapp 135 Euro bekommt man ein Huawei P Smart 2019 (Testbericht). Es hat 64 GByte Speicherplatz, IPS-Touchscreen mit einer Auflösung von 2340 × 1080 Pixeln und eine Rückkamera mit 13 Megapixel. Von Motorola gibt es das One Action (Testbericht) für rund 188 Euro. Das hat zwar gleich 128 GByte Speicher, dafür aber eine eher mittelmäßige Kamera.

Wer auf eine lange Akkulaufzeit setzt, der sollte sich Motorolas neuestes Modell, das G8 Power (Testbericht), für rund 220 Euro ansehen. Abgesehen vom namensgebenden 5000-mAh-Akku bietet es einen 6,4-Zoll-Screen, eine Quad-Cam auf der Rückseite und einen Speicher mit 64 GByte. Das Motorola Moto G8 Plus (Testbericht), der große Bruder des G8 Power, gibt es inzwischen ebenfalls unter 250 Euro.

Für knapp unter 200 Euro mehr gibt es das Sharp Aquos V (Testbericht). Es schneidet bei uns mit der Note gut ab, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend, allerdings wird das Gerät nur mit Android 9 ausgeliefert. Sony liefert mit dem Xperia 10 (Testbericht) ein Smartphone mit der tollen 21:9-Auflösung, eine seltene, aber interessante Wahl.

Unter den 2018-Modellen finden sich ebenfalls noch immer gute Geräte, teilweise mittlerweile auch schon unter 150 Euro. Eine Kaufempfehlung erhält hier das Motorola Moto G6 (Testbericht). Es überzeugt vor allem m mit Verarbeitung, Display und Akkulaufzeit. Die Kamera könnte dagegen gerne etwas flotter sein.

Weniger überzeugend präsentiert sich das Gigaset GS185 (Testbericht). Es offenbart Performance-Probleme und bietet nur 16 GByte internen Speicher, hat dafür eine sehr lange Akkulaufzeit. Das Nokia 6 (Testbericht) ist in den meisten Punkten eher durchschnittlich, dafür aber als Dual-SIM-Variante verfügbar.

Deutlich besser ist da das Xiaomi Redmi Note 8 Pro (Testbericht), das sich leistungsstarker Performance und für die Mittelklasse nicht alltäglichen 6 GByte RAM bei uns den Titel König der Mittelklasse geholt hat. Inzwischen ist es schon für knapp 240 Euro zu bekommen.

Jüngster Kandidat in der Kategorie der Smartphones unter 250 Euro ist das Huawei P40 Lite. Es hat es bereits in die 2020-Bestenliste der Smartphones mit Android 10 geschafft. Denn mit 6,4 Zoll großem FHD+-Display, Quad-Cam, Kirin 810 und 6/128 GByte bietet es alles, was ein gutes Smartphone haben muss. Auch der Akku mit 4200 mAh überzeugt, zumindest auf dem Papier. Aktuell größtes Problem: Auf dem Smartphone sind keine Google-Dienste installiert – das macht es für manchen Nutzer unkaufbar, andere freuen sich über das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und installieren ihre Wunsch-Apps als apk-Dateien.

Lesetipp: Die besten Smartphones bis 400 Euro

Ab etwa 270 Euro beginnt die Mittelklasse. Hier gibt es eine fast schon riesige Auswahl an sehr guten Geräten, die früher locker im oberen Testfeld mitgespielt hätten. Das Samsung Galaxy A51 (Testbericht) aus 2020 etwa, das mit der Note gut bei uns abgeschnitten hat. Hier gibt es auch Geräte mit interessanten Features, etwa das nicht mehr ganz frische Blackberry Key2 LE (Testbericht). Es ist eines der wenigen Smartphones mit Tastatur. Das Xiaomi Mi 9T (Testbericht) gehört zur gehobenen Mittelklasse – verbaute Hardware und Akkulaufzeit dem Smartphone 2019 die Note sehr gut eingebracht.

Einen Exoten mit OLED-Display gibt es von Motorola. Das One Zoom (Testbericht) gibt es mittlerweile für unter 300 Euro. Wer sich von massiger Optik nicht abschrecken lässt, bekommt mit dem zwei Jahre alten Sony Xperia XA2 (Testbericht) ein solide verarbeitetes Mittelklasse-Smartphone mit guter Kamera und überdurchschnittlicher Performance. Weniger gefällt die vorinstallierte Bloatware. Zuletzt findet man noch das LG V40 Thinq. Der Vorgänger LG V30 (Testbericht) kam spät, konnte uns aber dennoch überzeugen. Entsprechend sollten interessierte auch dem V40 eine Chance geben.

Wer mehr als 400 Euro ausgeben und ein Smartphone mit Klinkenstecker haben möchte, der hat drei Hersteller zur Auswahl, die 2019 ein neues Modell herausgebracht haben: Asus, Samsung und Xiaomi. Das Samsung Galaxy S10e (Testbericht) ist der günstigste Einstieg in Samsungs S-Klasse. Es ist in der Version mit 128 GByte Speicher für unter 500 Euro erhältlich. Foto-Freunden raten wir aber zum Xiaomi Mi 9T Pro (Testbericht) und dessen Tripple-Kamera. Das Galaxy S10+ (Testbericht) konnte uns im Test ebenfalls durch sein ausgezeichnetes Kamerasystem überzeugen.

Smartphone-Gamer steht zudem noch das Asus ROG Phone 2 (Testbericht) zur Auswahl. Hardware und Design sprechen für ein Gaming-Device, bei der Kamera muss man aber leichte Abstriche machen.

Ein Modell aus 2018 bleibt zudem in der Liste: Das Oneplus 6 (Testbericht) ist erstaunlich preisstabil, aber dennoch noch immer jeden Cent wert. Das Display ist riesig, die Ränder schmal, eine Notch bringt zusätzlichen Platz für den Bildschirm. Die Leistung spielt ganz oben mit und auch die Kamera gehört zu den besseren. Die Kritikpunkte: kein Wireless-Charging, keine Wasserdichtigkeit und keine Speichererweiterung.

Sogar im Jahr 2020, mittlerweile vier Jahre nachdem sich Apple vom Klinkenstecker verabschiedet hat, gibt es zum Glück immer noch Hersteller, die die Klinkenbuchse nicht wegstreichen. Das gilt für alle Preiskategorien und für Produkte in jeder Kategorie. Man ist also weder auf die günstigen Geräte beschränkt, noch muss man wirklich tief in die Tasche greifen.

Interessant ist auch, dass das Angebot an Smartphones mit Klinkenstecker noch immer nicht merklich geschrumpft ist. Fragt sich, ob Apple oder die anderen Hersteller die richtige Entscheidung getroffen haben.

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