Die besten Qi-Ladegeräte 2020 - Zehn im Vergleichstest | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Die besten Qi-Ladegeräte 2020 - Zehn im Vergleichstest

von  // 

Smartphone und Co. kabellos zu laden, ist bequem und praktisch. Die Auswahl an Qi-Ladegeräten ist enorm. Dabei sind die teuersten nicht unbedingt die besten, wie unser Vergleichstest zeigt.

Nicht nur jede Menge Android-Smartphones, auch aktuelle iPhones, einige Uhren, Kopfhörer und sogar Mäuse (Ratgeber Qi-Gaming-Mäuse) unterstützen mittlerweile den Qi-Standard und laden entsprechend mit Qi-Ladegeräten ihren Akku kabellos wieder voll. Das ist vor allen bequem und praktisch. Schließlich entfällt das nervige Einstöpseln des Kabels. Dafür legt man entsprechende Geräte einfach auf die Qi-Ladestation. Besonders auf dem Nachttisch erspart das viel Herumgefummel. Aber auch zum Beispiel im Büro wollen viele Nutzer diese einfache Lösung nicht mehr missen.

Den aktuellen und von glücklicherweise allen Smartphone-Herstellern unterstützten Standard Qi zur drahtlosen Energieübertragung mittels elektromagnetischer Induktion über kurze Distanzen gibt es bereits seit 2008. Laut dem Wireless Power Consortiums zählen über 200 Unternehmen zu seinen Mitgliedern.

Ein großer Nachteil der Qi-Ladetechnik ist sein deutlich geringerer Wirkungsgrad gegenüber kabelgebundenem Laden. Dazu lädt Induktion das Smartphone langsamer auf. An solche Turbo-Lader wie das Oneplus 7T Pro (Testbericht), welches über das mitgelieferte Netzteil den 4085 mAh großen Akku in unter einer Stunde auflädt, wird wohl kein Qi-Lader so schnell herankommen. Qi überträgt allerdings lediglich Strom, eine Datenübertragung ist nicht möglich.

Hüllen vergrößern den Abstand zwischen Ladestation und Smartphone und können den Wirkungsgrad mindern. Im schlimmsten Fall verweigert das Smartphone komplett die Energieaufnahme. Nicht nur bei Hüllen, auch bei den beliebten Haltegriffen Popsockets oder bei aufgeklebten Metallplatten zur Befestigung im Auto (Aukey HD-C5 Testbericht) verweigern viele Qi-Ladestationen ihren Dienst.

Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, ob das Smartphone beim Laden eher stehen oder liegen soll. Die stehenden Varianten haben den Vorteil, dass man während des Ladens Bildschirminhalte sieht. Meist laden diese Qi-Stationen das Smartphone ebenfalls im Landscape-Modus. Das bietet sich etwa zum Schauen von Videos an. Die flach liegenden Varianten sind dafür platzsparender. Es gibt aber liegende Qi-Ladegeräte, die man auf Wunsch aufstellen kann.

Wer mehr als ein Qi-taugliches Gerät hat, der finder Ladesysteme, die mit mehreren Geräten klar kommen. Damit kann man beispielsweise iPhone, Airpods und Apple Watch an einem Dock laden (Ratgeber).

Das Ladelicht der Kingston HyperX Chargeplay Base leuchtet dauerhaft.

Dann gibt noch Faktoren, die erstmal nicht so offensichtlich sind, aber im Betrieb richtig nerven können. So gibt es zum Beispiel Qi-Ladegeräte, deren Status-LED sehr hell ist und sich beim Laden nicht abschaltet. Das stört lichtempfindliche Naturen, die ihr Smartphone über Nacht neben dem Bett laden. Dazu entpuppen sich einige Qi-Stationen als wahre Staubmagneten.

Ein sehr wichtiges Kriterium ist die Geschwindigkeit, mit der das Induktionsfeld das Smartphone lädt. Dafür geben die Hersteller meist die maximalen Watt ihrer Qi-Ladegeräte an. Das reicht von 5 bis 20 Watt. Aber Achtung: Unser Test zeigt, dass dies häufig nur Augenwischerei ist und nicht unbedingt auf die tatsächliche Ladegeschwindigkeit Auswirkungen hat.

Jeder, der sich für eine Qi-Ladestation entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass der Wirkungsgrad schlechter als bei einer Kabelverbindung ist. Dennoch setzen die Qi-Ladegeräte im Standby-Modus unterschiedlich viel Leistung um.

Zu guter Letzt sollte der Preis der Qi-Ladestation ein entscheidender Faktor beim Kauf sein. Hier zeigt unser Test, dass teuer nicht unbedingt besser heißt. So ist einer der schnellsten und flexibelsten Qi-Lader einer der günstigsten. Im Gegenzug landet das teuerste Qi-Ladegerät auf dem letzten Platz.

Das wichtigste Kriterium eines Qi-Ladegeräts ist zunächst, wie schnell es ein Smartphone tatsächlich auflädt. Dafür legen wir je ein 2800-mAh-Google-Pixel-4 (Testbericht), ein 5000-mAh-Samsung-S20-Ultra (Testbericht) und ein 2942-mAh-iPhone-XR 30 Minuten lang auf die Qi-Ladestationen. Die Akkustandanzeige liegt dabei stets zwischen 30 und 70 Prozent.

Eine Ladezeit von 30 Minuten kann nicht 1:1 auf die Gesamtladezeit eines Smartphones umgerechnet werden. Hier spielen viele weitere Faktoren mit ein. Dennoch gibt sie einen brauchbaren Anhaltspunkt über die Leistungsfähigkeit der Qi-Lader. Wichtig ist unter anderem die Marke des Telefons. So gibt es zum Beispiel eine speziell auf das Huawei P40 zugeschnittene Qi-Ladestation, die es mit 40 Watt laden soll.

Zusätzlich messen wir die Leistungsaufnahme in Watt sowohl im Standby als auch während des Ladens. Die genauen Werte finden sich in der Tabelle.

Im Test hat sich gezeigt, dass es für eine schnelle Energieübertragung wichtig ist, das Smartphone perfekt auf der Qi-Ladestation zu positionieren. Bereits eine Abweichung von wenigen Millimetern kann die Ladegeschwindigkeit negativ beeinflussen. Das relativiert sich etwas bei Qi-Ladern mit mehreren Spulen.

Vergleichstabelle Qi-Ladegeräte
Samsung S20 Ultra Google Pixel 4 iPhone XR Herstellerangabe
Ruhezustand in Watt 30 min in % Watt (Ø) 30 min in % Watt (Ø) 30 min in % Watt (Ø) max. Watt Watt Netzteil Anzahl Geräte Postion Smartphone Ladeport Preis (03/20)
Nomad Base Station 0,5 17 11,7 38 13 15 7,8 18 48 3 liegend Hohlbuchse 100
Spigen Steadiboost Flex 0,6 16 12,1 41 16,5 13 7,4 15 18 1 liegend/stehend USB-C 35
Varta Fast Wireless Charger 0,3 20 14,8 17 6,1 10 6,5 10 1 liegend/stehend Micro-USB 15
Belkin Boostup Wireless Charging Stand 0,2 12 7,3 19 6,3 9 6,2 5 1 stehend Micro-USB 26
Huawei Wireless Charger Supercharge 0,4 10 6,5 18 6,1 10 6,7 15 40 1 liegend USB-C 34
Nokia DT-900 0,2 12 7,5 19 6,5 8 6,1 k.a. 9 1 liegend Hohlbuchse 25
Xiaomi 20W Wireless Charger 0,3 9 7 17 6,2 9 6,3 20 27 1 liegend USB-C 20
Celluarline Wireless Fast Charger Dual 0,3 19 13,3 19 6,6 8 6 10 27 2 liegend Hohlbuchse 65
Kingston HyperX Chargeplay Base 0,7 15 11,3 17 6,1 14 7,7 10 24 2 liegend USB-C 65
Belkin Boostup Wireless Charging Dock 0,7 15 11,1 17 6,3 12 7,1 7,5 45 3 stehend Hohlbuchse 120

Die Nomad Base Station fällt sofort dank ihrer hervorragenden Verarbeitung auf. Sie besteht zum großen Teil aus Metall, ihre Auflagefläche aus einem hochwertigen Kunstleder. Schmutz und Staub bleiben daran nicht hängen. Sie ist darauf ausgelegt, zwei Geräte liegend zu laden, etwa ein iPhone und die Apple Airpods. Außerdem hat die Base Station auf der Rückseite einen USB-C- sowie einen USB-A-Port für das Laden weiterer Geräte. Im Test lädt es das Pixel 4 und das S20 Ultra schnell. Beim iPhone XR setzt es sich an die Spitze, wenn auch knapp.

Nomad Base Station (11 Bilder)

Das Spigen Steadyboost Flex (Amazon-Kauflink) ist eines der günstigeren Qi-Ladegeräte und dennoch im Test mit allen drei Smartphones eines der schnellsten. Es wirkt angemessen verarbeitet und kommt inklusive eines 18-Watt-Netzteils. Ein Vorteil liegt darin, dass der Nutzer es liegend und stehend verwenden kann. Dafür ist sein Leistungsumsatz im Standby für ein Single-Charge-Gerät mit 0,6 Watt vergleichsweise hoch.

Spigen Steadiboost Flex (9 Bilder)

Der Varta Fast Wireless Charger zeigt bezüglich seiner Leistung sowohl beim Pixel 4 als auch beim iPhone XR einen durchschnittlichen Wert. Beim Laden des S20 Ultra überrascht es dagegen mit einer besonders hohen Leistung. Dabei ist es mit Abstand das günstigste unserer Testreihe und erhält deswegen unsere Kaufempfehlung. Es lässt sich flexibel entweder liegend, hochkant oder quer stehend aufstellen. Der Standfuß besteht aus Metall und hält für den Transport magnetisch an der Rückseite des Qi-Laders. Der Metallfuß gibt auch einen brauchbaren Flaschenöffner ab, siehe letztes Bild der Galerie.

Varta Fast Wireless Charger (10 Bilder)

Der Belkin Boostup Wireless Charging Stand lädt das Smartphone im Hochkant- oder Querformat und besteht zum großen Teil aus einem matten Kunststoff. Es steht stabil auf einem großen Fuß und hält das Smartphone dank einer Gummierung zuverlässig in Position. Der Belkin Boostup Wireless Charging Stand ist vergleichsweise günstig und bietet eine durchschnittliche Leistung. Ihm liegt kein Netzteil bei.

Belkin Boostup Wireless Charging Stand (6 Bilder)

Der Huawei Wireless Charger Supercharge ist mit einem Durchmesser von 8,5 cm zwar klein, aber mit 1,4 cm recht hoch. Es kommt mit einer weißen, gummierten Oberfläche, die das Smartphone vor dem Verrutschen schützt, aber gleichzeitig aber Fussel anzieht, die sich nur schwer wieder lösen. Das mitgelieferte Netzteil ist mit 40 Watt eines der stärksten im Vergleichstest. Das Qi-Ladegerät selbst soll 15 Watt liefern. Zumindest beim Pixel 4, S20 Ultra und beim iPhone XR kommt von der Power nur ähnlich viel an wie bei den meisten anderen Qi-Ladern mit nummerisch weniger Watt. Bei einem kurzen Test am Huawei P40 zeigt sich jedoch, das es an Geräten der eigen Marke deutlich schneller ist.

Huawei Wireless Charger Supercharge (5 Bilder)

Das Nokia DT-900 ist verhältnismäßig klein. Es ist neongelb und liegt flach auf dem Tisch. In seiner Mitte umrandet ein schmaler Gummiring das Nokia-Logo. Sein Netzteil hat lediglich eine Leistung von 9 Watt, bezüglich seiner Leistungsübertragung findet es sich dennoch im Mittelfeld wieder. Es gehört zu den ältesten im Testfeld und ist mittlerweile deutlich im Preis gefallen.

Nokia DT-900 (5 Bilder)

Der Xiaomi 20W Wireless Charger (Amazon-Kauflink) ähnelt optisch dem Huawei-Qi-Ladegerät, ist aber mit einem Durchmesser von 10 cm und einer Höhe von 2 cm größer. Laut Xiaomi hat es eine Leistung von 20 Watt; ein 27-Watt-Netzteil liegt bei. Im Test lädt es das Pixel 4, S20 Ultra und das iPhone XR dennoch nicht wesentlich schneller als zum Beispiel das Nokia DT-900, dessen Netzteil nur 9 Watt liefert. Um einer Überhitzung entgegenzuwirken, baut Xiaomi in seinen Charger einen aktiven Lüfter ein. Dies kann vor allem beim Laden neben dem Bett über Nacht nerven.

Xiaomi 20W Wireless Charger (6 Bilder)

Der Celluarline Wireless Fast Charger Dual ist mit einer Höhe von nur 0,7 cm eines der flachsten Qi-Ladegeräte. Es steht auf einer Metallplatte, seine Oberseite besteht aus einem schwarzen, matten Kunststoff, auf den zwei Ladepads schützt eine runde Gummimatte das Smartphone davor, abzurutschen. Leider ist die Gummierung ein wahrer Staubmagnet und sieht nach kürzester Zeit schmutzig aus. Beim kabellosen Laden des Pixel 4 und des iPhone XR gehört es zu den langsameren Vertretern. Beim Samsung S20 Ultra dagegen gibt es richtig Gas.

Celluarline Wireless Fast Charger Dual (6 Bilder)

Die Kingston HyperX Chargeplay Base adressiert mit ihrer leicht verspielten, geschwungenen Form Gamer. Das zeigt sich auch an der langezogenen LED, die beim Laden von Geräten dauerhaft leuchtet. Das magt beim Zocken vor dem Monitor nett aussehen, disqualifiziert sie jedoch als Qi-Ladestation neben dem Bett. Sie kann neben einem Smartphone ein weiteres Qi-Gerät laden. Im Test lädt es das Pixel 4 eher langsam, das iPhone XR recht schnell und das Samsung S20 Ultra richtig schnell auf.

Kingston HyperX Chargeplay Base (7 Bilder)

Der Belkin Boostup Wireless Charging Dock gehört zu den teuersten Qi-Ladestationen im Vergleichstest. Es ist auf Apple-Nutzer zugeschnitten, kann es doch neben einem Smartphone ein weiteres Qi-Gerät wie die Apple Airpods und zusätzlich eine Apple Watch laden. Sein Netzteil ist dafür mit 45 Watt ausreichend groß dimensioniert. Im Test lädt es das iPhone XR und das S20 Ultra leicht überdurchschnittlich schnell auf.

Belkin Boostup Wireless Charging Dock (7 Bilder)

Überraschenderweise steht der Preis eines Qi-Ladegeräts nicht unbedingt im direkten Zusammenhang mit dessen Leistungsübertragung. So lädt etwa der Spigen Steadiboost Flex das Pixel 4 besonders schnell, ist aber preislich im unteren Segment zu finden. Besonders überraschend ist, wie schnell der Varta Fast Wireless Charger das S20 Ultra auflädt, obwohl es der günstigste Qi-Lader des Vergleichstests ist. Auf der anderen Seite ist der Belkin Boostup Wireless Charging Dock einer der teuersten, fällt aber beim Laden nicht mit besonders hohen Geschwindigkeiten auf.

Auf die Watt-Angabe der Hersteller sollte man nicht allzu viel geben. So ist auf dem Papier der Xiaomi 20W Wireless Charger der stärkste im Testfeld, kann aber das Google Pixel 4 (Testbericht), das Samsung S20 Ultra (Testbericht) und das iPhone XR nicht schneller laden als der Belkin Boostup Wireless Charging Stand mit 5 Watt. Das kann jedoch bei anderen Smartphones anders aussehen.

Üblicherweise müssen sich Käufer vorab entscheiden, ob der Qi-Lader das Smartphone liegend oder stehen laden soll. Nicht so beim Spigen Steadiboost Flex und dem Varta Fast Wireless Charge, die beide Postionen beherrschen.

Wer gleich mehrere Qi-Geräte drahtlos laden möchten, muss bei den Multi-Chargern deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bei diesen Geräten ist dann der Stromumsatz im Standby höher als bei den Single-Chargern.

Bezüglich der Optik und Verarbeitung sticht die Nomad Base Station besonders positiv hervor. Wenn das Qi-Ladegerät nachts neben dem Bett laden soll, stört eine dauerhaft leuchtende LED wie beim Kingston HyperX Chargeplay Base. Auch erweisen sich viele Qi-Charger wie der Huawei Wireless Charger Supercharge und der Celluarline Wireless Fast Charger Dual als wahre Staubmagnete.

Wer sein Smartphone im Auto kabellos laden möchte, sollte sich unseren Vergleichstest Wireless Charger fürs Auto anschauen. Hier stellen wir Ladedocks für iPhone, Apple Watch und Airpods vor.

Ähnliche Artikel auf TechStage

Einloggen, um Kommentare zu schreiben