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Die besten Notebook-Lüfter ab 20 Euro: Fünf im Vergleichstest

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Notebooks sind unter Last häufig laut und heiß. Das nervt und kann das System ausbremsen. Hier helfen externe Notebook-Lüfter. Wir haben fünf im Vergleich und zeigen die Besten.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die interne Luftkühlung von Notebooks und Laptops so richtig nerven kann. So geschehen bei einem für Arbeitszwecke zugelegten Dell XPS 15 9570. Beim Arbeiten mit Office-Anwendungen läuft er kaum hörbar. Sobald man jedoch etwas intensiver Photoshop nutzt, viele Anwendungen parallel offen hat oder es in unserem nicht klimatisierten Büro warm wird, drehen seine zwei kleinen Lüfter hochfrequent auf und stören nicht den Nutzer selbst, sondern alle im Raum anwesenden Kollegen. Da helfen auch die Windows-Energiesparoptionen nicht. Zusätzlich zur Geräuschbelästigung durch die schwer beschäftigten Lüfter kann eine hohe Notebook-Temperatur dazu führen, dass die CPU runtertaktet und so das System insgesamt langsamer ist. Gerade Gamer, die ihre Hardware inklusive leistungsstarker Grafikkarte regelmäßig ans Limit treiben, wissen von der Problematik – ganz besonders, wenn sie den Prozessor zusätzlich übertakten.

Hier helfen klassische, externe Notebook-Lüfter. Im Grunde handelt es sich dabei um einen Notebook-Ständer mit einem oder mehreren integrierten Lüftern. Diese sind grundsätzlich größer als die, die sich im Notebook selbst befinden. Dadurch müssen sie weniger schnell drehen, um die gleiche Luftmenge zu bewegen. Das macht sie in der Theorie leiser. Außerdem erzeugen sie ein tieferes Laufgeräusch. Gerade das hochfrequente Surren der Winzlüfter im Notebook empfinden viele als unangenehm.

Die Notebook-Ständer saugen mit ihren laufruhigeren Lüftern Luft von unten an und blasen sie an die Unterseite des Notebooks.Damit externe Notebook-Kühler richtig funktionieren, benötigt der Laptop auf seiner Unterseite eine Öffnung, durch die er Luft anzieht. Macbooks haben das nicht. Ein Notebook-Lüfter leite also nur die Wärme ab, die sich an der Unterseite des Macbooks bildet, was weniger effizient ist.

Notebook-Lüfter sind grundsätzlich simpel aufgebaut, dennoch unterscheiden sich die Modelle teilweise enorm. Hier ein paar Stichpunkte, auf die man beim Kauf eines Notebook-Ständers mit integrierter Lüftung abgesehen vom Preis achten sollte.

  • Anzahl der eingebauten Lüfter
  • Geräuschentwicklung
  • Stufenloser Luftregler
  • USB-Hub
  • Anzahl der Ständerpositionen
  • Maximaler Aufstellwinkel
  • Beleuchtung (ja/nein/abschaltbar?)
  • Geeignete Größe
  • Verwendetes Material
  • Gummifüße

Wir haben uns fünf beliebte Modelle besorgt und diese miteinander verglichen. Beim Test legen wir besonders viel Wert auf die Geräuschentwicklung der Geräte. Aber auch Verarbeitungsqualität, Optik, Nutzungskomfort, Flexibilität und natürlich die Luftleistung spielen eine Rolle. Die Geräuschentwicklung messen wir 7 cm vor dem Notebooklüfter.

Externe Notebook-Lüfter
Cooler Master Ergostand III Zalman ZM-NS2000 Hama Klim Bamboo Klim Wind
Geräusch bei 10% in dBa 29 24 32 37 (32)
Geräusch bei 100% in dBa 37 32 38 39 41 (34)
Anzahl Lüfter 1 1 2 2 4
Hub?
Beleuchtung?/abschaltbar? ✖/- ✖/- ✔/✖ ✔/✖ ✔/✖
Gummifüße
Luftstrom regelbar?
max. Winkel in Grad 50 45 35 20 20

Wir unterziehen dem oben erwähnten Dell XPS 15 9570 dem MSI Kombustor Stress Test. Ohne externen Lüfter pendelt sich die Temperatur der GPU bei etwa 69 Grad ein. Das ist ein recht normaler Wert der zeigt, dass die interne Kühlung des XPS 15 grundsätzlich funktioniert. Gleiches führen wir jeweils mit den fünf externen Notebook-Lüftern auf voller Stufe durch. Hier liegt die Temperatur während des Stress Tests in etwa bei 57 Grad. Interessanterweise gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen den Modellen – egal ob ein, zwei oder vier Lüfter.

Einige Notebook-Lüfter wie der Zalman ZM-NS2000 und der Cooler Master Notepal Ergostand III nutzen zur Kühlung einen einzigen, dafür besonders großen Lüfter. Dabei hat das Luftrad des Zalman einen Durchmesser von 200 mm, das des Cooler Master sogar 230 mm. Durch den sehr großen Lüfter bleiben beide Notebookständer auch auf voller Stufe der frei justierbaren Leistung angenehm ruhig. Sie sind die leisesten Vertreter unseres Vergleichstests. Die Geräuschentwicklung ist so gering, dass sie beim Arbeiten kaum stört.

Beide Notebook-Lüfter sind hervorragend verarbeitet und bieten Kabel-Management-Optionen. An den richtigen Stellen sind sie gummiert, damit weder das Notebook auf dem Ständer verrutscht noch der Ständer auf dem Tisch. Beide Kippen auf Wunsch das Notebook kräftig an. Der Zalman ZM-NS2000 schafft maximal 45 Grad, der Cooler Master Notepal Ergostand III sogar etwa 50 Grad. Das ist aus ergonomischen Gründen sinnvoll, wenn man etwa das Display des Notebooks in Kombination mit einer externen Tastatur und Maus nutzt. Um letztes kabelgebunden komfortabel mit dem Rechner verbinden zu können, gibt es bei beiden ein USB-Hub.

Beide Geräte sind hervorragende Notebook-Lüfter, die sich keine nennenswerten Schwächen leisten. Wer gerade im Büro und anderen geräuschkritischen Umgebungen einen leisen, gut verarbeiteten Notebook-Kühler sucht, der das Notebook auf Wunsch auch noch kräftig anhebt, ist sowohl mit dem Zalman ZM-NS2000 als auch mit dem Cooler Master Notepal Ergostand III gut beraten.

Der Klim Bamboo und der Hama Notebook-Kühler haben zwei, der Klim Wind sogar vier einzelne Lüfter mit je 130 mm Durchmesser. Schon Klim Bamboo und Hama machen mehr Wind als die Mono-Lüfter, der Klim Wind toppt sie dank doppelter Lüfteranzahl locker.

Bezüglich der Geräuschentwicklung ist jeder der drei lauter als ein Notebook-Kühler mit einem einzigen Lüfter. Dabei gilt es zu beachten, dass der Hama nur die Zustände An und Aus kennt, seine Lüfterleistung und damit auch seine Lautstärke kann man bei ihm als einzigen unserer Testreihe nicht herunterregeln.

Wenig verwunderlich ist der Klim Wind auf voller Stufe wegen seiner vier Lüfter der Lauteste. Allerdings hat Klim an eine clevere Funktion gedacht. So kann der Nutzer die hinteren zwei und die vorderen zwei Lüfter unabhängig voneinander regulieren und auch ausschalten. Damit ist der Lüfter auf einmal ganz leise, wenn man etwa die vordere Reihe abschaltet und die hintere langsam drehen lässt.

Dafür ist der Klim Wind der am wenigsten wertig verarbeitete Notebook-Lüfter unserer Testreihe. Bis auf sein Metall-Mesh besteht er überwiegend aus sehr günstig wirkender Hartplastik. Gummifüße verhindern, dass der Lüfter samt Notebook auf dem Tisch hin und her rutscht.

Der Hama Notebook-Lüfter bietet eine hohe Verarbeitungsqualität samt aufklappbarem Ständer, damit auch schwere Notebooks zuverlässig darauf halten. An seiner Unterseite und an den aufklappbaren Ärmchen, auf denen das Notebook sitzt, hat Hama Moosgummi angebracht. Damit rutscht es weniger leicht weg. Insgesamt ist jedoch die Verwendung von Gummi griffiger und langlebiger.

Bezüglich seiner Materialwahl und optisch am außergewöhnlichsten ist der Klim Bamboo. Er besteht wie sein Name bereits verrät zum großen Teil aus Bambus. Dadurch ist der Klim Bamboo gerade, wenn kein Notebook auf ihm steht ein echter Hingucker und setzt sich positiv vom Metall-Mesh-/Kunststoff-Look der anderen Lösungen ab. Eine Halterung als Holz fixiert das. Allerdings rutscht diese bei Nichtnutzung leicht aus ihrer eigenen Halterung und könnte verloren gehen. Die zwei ausklappbaren Holzbeine sind nicht gummiert. So rutscht er trotz etwas Moosgummi an den vorderen Füßen sehr leicht auf glatten Oberflächen hin und her.

Alle drei Modelle haben nicht abschaltbare blaue LEDs, die das Innenleben beleuchten. Insgesamt kippen sie das Notebook nicht annähernd so steil an wie die oberen Mono-Lüfter. Der Hama-Lüfter kommt auf 35 Grad, die beiden Klim-Modelle auf einen Aufstellwinkel von je etwa 20 Grad.

Interessanterweise kühlen alle fünf Lüfter laut dem Benchmark MSI Kombustor unser Test-Notebook XPS 15 9570 vergleichbar gut herunter. Allerdings handelt es sich um synthetische Benchmark-Werte, im echten Leben spielen je nach Nutzungsszenario weitere Faktoren wie Notebook-Typ, Stress-Verursacher, Umgebungstemperatur und so weiter eine Rolle.

Trotz der vergleichbaren Kühlleistung gibt es zwischen den Notebook-Lüftern zum Teil deutliche Unterschiede. Wer einen Notebook-Ständer mit Lüfter zum Beispiel im Büro oder in anderen geräuschsensitiven Umgebungen nutzt, sollte zu einem Modell mit einem einzigen großen Lüfter greifen. Diese sind in der Regel leiser und verursachen ein weniger hochfrequentes Geräusch. Ein integrierter USB-Hub unterstreicht die Eignung zum Office-Gadget. Hier können wir sowohl den Zalman ZM-NS2000 als auch den Cooler Master Notepal Ergostand III empfehlen. Die beiden nehmen sich nicht viel, Interessierte sollten zum günstigeren Modell greifen.

Wem es zum Beispiel beim Zocken um Leistung geht, der kann zu Modellen mit mehr als einem Lüfter greifen. Diese sind in der Regel etwas lauter. Aber die meisten Gamer drehen ohnehin den Sound auf oder nutzen ein Headset (Ratgeber: Das perfekte Wireless-Gaming-Headset). Der Klim Wind gefällt uns diesbezüglich besonders gut, da seine vier Lüfter ordentlich Wind machen. Wer den gerade nicht braucht, kann sie für den Normalbetrieb herunterregeln. Zusätzlich kann man auch zwei von ihnen abschalten kann, während die zwei anderen auf unterster Stufe kaum hörbar weiterkühlen. Die coolste Optik bietet der Klim Bamboo. Wer hat schon einen Notebook-Kühler aus Holz? Aber auch der Hama offenbart keine großen Schwächen und hinterlässt einen guten Eindruck.

Wer viel zockt und der Notebook-Problematik aus dem Weg gehen möchte, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung: VR-Gaming-PC für 250 Euro selbst basteln und unsere Kaufberatung Wasserkühlung: High-End-PCs besser kühlen.

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