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Dashcam-Kaufberatung: Was man beim Kauf beachten sollte

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Dashcams können bei strittigen Unfallvorgängen aufklären. Wir zeigen in dieser Kaufberatung, welche Features die Dashcam dafür unbedingt haben sollte.

In diesem Artikel erklären wir, was eine vernünftige und rechtlich zulässige Dashcam können muss und welche Zusatzfunktionen verfügbar sind. Wer nach konkreten Testergebnissen sucht, sollte sich unseren Vergleichstest sieben sehr unterscheidlicher Dashcams ansehen.

Diese Dashcams haben wir bereits getestet:

Die Nutzung von Dashcams ist umstritten, aber unter bestimmten Bedingungen sind sie als Beweismittel bei Unfällen zulässig. Grundsätzlich verstoßen die Aufnahmen gegen das Datenschutzrecht. Eine Ausnahme sind kurze, anlassbezogene Aufzeichnungen eines Unfallgeschehens.

Letztlich bedeutet dies, dass die Videoaufzeichnungen der Dashcam nur dann erlaubt sind, wenn sie lediglich einen kurzen Zeitraum um das Unfallgeschehen speichern. Videos, die keinen Unfall zeigen, dürfen nicht gespeichert und erst recht nicht im Internet veröffentlicht werden.

In der Praxis halten Kameras diese rechtlichen Rahmenbedingungen beispielsweise durch die Nutzung einer Video-Loop-Funktion ein, bei der die Kamera kontinuierlich neue Videoclips anfertigt, und dabei alte Videos überschreibt. Geschieht ein Unfall, werden die letzten Minuten gesichert, dann startet die sich selbst überschreibende Aufnahme erneut.

Mehr zum Thema Dashcam und Recht.

Design und Größe der angebotenen Dashcams sind vielfältig. Wichtiger Unterschied: Ist ein Bildschirm vorhanden oder nicht? Egal, wie man sich entscheidet: Grundsätzlich sollten die Geräte so klein sein, dass sie die Sicht des Fahrers nicht beeinflussen. Der Vorteil von Modellen mit Display ist die Möglichkeit, diese auch ohne Smartphone einstellen zu können. Geräte ohne Monitor sind zwar nur per App bedienbar, dafür aber deutlich kleiner und unauffälliger. Der Hersteller BMW hat sogar ein vollintegriertes System mit dem Namen Drive Recorder angekündigt. Dieses wird in zukünftigen Fahrzeuggenerationen erhältlich sein.

Ein zweiter Aspekt ist die Art der Befestigung. Während einige Geräte direkt auf die Windschutzscheibe geklebt werden (Beispielsweise Yi Compact Dash Camera), nutzen andere Saugnapf-Halterungen (Beispielsweise Denver CCT-1210). Diese sind zwar klobiger, dafür können sie mit wenigen Handgriffen entfernt werden. Das ist nicht nur bei einem Fahrzeugwechsel notwendig, sondern auch beim Besuch einiger Nachbarländer, bei denen die Nutzung der Dashcams verboten ist.

Halterungen mit Saugnapf sind etwas klobiger, dafür sind sie flexibler einsetzbar.

Der ADAC rät beispielsweise von der Nutzung in Belgien, Luxemburg, Portugal und der Schweiz ab. In Österreich sind die Kameras nur mit Genehmigung erlaubt.

Wer möchte, kann sich auch für eine Dashcam im Rückspiegel-Design (Beispielsweise Auto-Vox DVR-MR) entscheiden. Diese sind optisch unauffällig, eignen sich aber nur für Fahrzeuge mit Rückspiegeln ohne Zusatzfeatures, beispielsweise eine automatische Abblendfunktion.

Die Bedienung der Dashcams sollte vor allem unkompliziert sein. Ob die Steuerung per kleinem Display oder per App funktioniert, ist vor allem Geschmackssache. Einige Geräte, wie die Yi Compact Dash Camera, unterstützen sowohl die Bedienung direkt am Gerät, als auch per WLAN-Verbindung zum Smartphone.

Bei Geräten mit App-Anbindung stehen häufig zusätzliche Funktionen zur Verfügung. So ist es beispielsweise möglich, die GPS-Daten des Smartphones zu nutzen und diese mit aufzuzeichnen, oder ausgewählte Videos auf das Handy zu übertragen. Der Nachteil bei Geräten, die ausschließlich per App funktionieren, ist die Abhängigkeit vom Hersteller. Ist die App aus irgendwelchen Gründen irgendwann nicht mehr verfügbar, lässt sich auch die Dashcam nicht mehr nutzen. Das kann vor allem bei Noname-Produkten aus China zum Problem werden.

Billige Geräte, wie die Denver 1210, kosten weniger als 20 Euro. Es lohnt sich allerdings mehr Geld zu investieren.

Eine interessante Alternative bieten Systeme mit Sprachassistenz an Bord. Der Hersteller Nextbase hat entsprechende Dashcams mit Alexa angekündigt. Solche Dienste funktionieren natürlich nur in Zusammenspiel mit einer Internetverbindung. Andere Hersteller, wie Garmin mit der Dashcam 65W, nutzen deshalb einen im Funktionsumfang reduzierten, aber dafür integrierten Sprachassistenten.

Aktuell ziehen wir Dashcams mit Display und Knöpfen am Gerät vor, da die Kameras letztlich nur einmal eingerichtet werden müssen. Danach aktivieren sie die Aufnahme, sobald sie mit Strom versorgt werden – in der Regel also mit dem Einschalten der Zündung.

Eines der wichtigsten Kriterien bei Dashcams ist die Bildqualität. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die über die Auflösung des Bildsensors hinausgehen: Wie lichtempfindlich sind Objektiv und Sensor, wie weit ist der Öffnungswinkel, unterstützt die Kamera Wide Dynamic Range?

Während einige Modelle sogar in 4K-Auflösung (Nextbase 612GW) aufzeichnen, nehmen günstige Modelle nur in 720p auf. Das Ergebnis sind verwaschene und unscharfe Videos, auf denen weder Personen noch Nummernschilder zu erkennen sind. Wir halten eine Full-Auflösung (1080p) und höher für sinnvoll. Diese sollte nativ zur Verfügung stehen und nicht interpoliert sein.

Ein großer FOV ist deutlich übersichtlicher.

Thema Blickwinkel: Der sogenannte FOV (Field of View) entscheidet, was alles auf dem Video zu sehen ist. Bei einem niedrigen FOV (viel Zoom) ist lediglich das Geschehen einige Meter vor dem PKW sichtbar. Kameras mit einem großen Blickfeld (wenig Zoom) sind weitwinkliger und zeichnen auch auf, was sich links und rechts vor dem Fahrzeug abspielt. Das Modell Blaupunkt DVR-BP 2.5 FHD (Preisvergleich) hat beispielsweise einen extremen FOV von 170 Grad. Ein Blickwinkel von unter 130 Grad ist aus unserer Sicht kaum zu gebrauchen.

Einige Dashcam haben die Möglichkeit, eine zweite Kamera anzuschließen. Diese zeichnet dann entweder den Innenraum oder die Sicht nach hinten auf. Innenraum-Kameras sind insbesondere für Fahrer interessant, die regelmäßig Fahrgäste befördern. Kameras mit Blick nach hinten helfen hingegen die Situation noch besser abzuschätzen. Bei manchen Herstellern ist das nachträgliche Zusammenfügen der beiden Videos aber recht aufwendig. Andere Marken bieten für die Nachbearbeitung sehr komfortable Programme und Apps.

Der Hersteller Nextbase bietet eine komfortable Auswertungssoftware.

Soll die Dashcam auch nachts aufzeichnen, ist eine Nachtsicht-Funktion unabdingbar. Die meisten Dashcams unterstützen deshalb WDR (wide dynamic range) oder HDR (high dynamic range). Beide Techniken versprechen eine Verbesserung des Bildmaterials bei schwierigen Lichtverhältnissen wie Dunkelheit oder Gegenlicht. Während bei WDR das Videosignal anhand der Tonwertkurven verbessert wird, werden bei HDR tatsächlich mehrere Belichtungszeiten aufgenommen und per Software miteinander kombiniert. Bei technisch sauberer Umsetzung ist die Qualität von HDR deutlich besser als bei WDR.

Einige Hersteller nutzen bei Dunkelheit Infrarot-LEDs, um das Kamerabild auszuleuchten. Diese sind meistens viel zu schwach. So ist die Reichweite zu niedrig – außerdem spiegeln sie sich in der Windschutzscheibe. Hier sind eine vernünftige Software und ein lichtstarkes Objektiv deutlich sinnvoller.

Neben einer vernünftigen Auflösung ist vor allem die Video-Loop-Funktion ein entscheidendes Kaufkriterium. Fehlt diese, verstoßen die Geräte gegen das Datenschutzrecht. Bei den meisten Modellen bestimmt der Nutzer, wie lange die einzelnen Videoclips sein sollen. Bei einigen wenigen Modellen ist die Cliplänge nicht einstellbar.

Während einige Modelle über einen internen Speicher verfügen, nutzen die meisten Geräte Speicherkarten zur Aufzeichnung. Diese gehören meist nicht zum Lieferumfang und müssen zusätzlich erworben werden.

Die meisten Dashcams verfügen über einen integrierten Akku. Zum autarken Betrieb der Kamera bei abgeschalteter Zündung – und damit auch fehlender Stromversorgung über den Zigarettenanzünder – reicht der aber nicht aus. Der Grund für den Akku: Bei einem heftigen Zusammenstoß kann sich der Stecker lösen, die Stromversorgung reißt ab – und im schlimmsten Fall sind die Video-Dateien verloren. Die kleinen Akkus in den Kameras sollen genau das ausgleichen. Geräte mit größeren Akkus reagieren im abgeschalteten Zustand auf den Beschleunigungssensor, wachen beispielsweise bei Parkremplern auf und beginnen die Aufnahme. Wer sein Auto auch im geparkten Zustand überwachen will, kann alternativ auf die Stromversorgung per USB-Powerbank zurückgreifen.

Ein weiteres wichtiges Ausstattungsmerkmal ist der Bewegungssensor, der kontinuierlich die Beschleunigungswerte überwacht. Kommt es zu einem Zusammenstoß oder einer Vollbremsung, registriert das der Sensor und speichert den aktuellen Videoclip in einem anderen Ordner ab, damit die Datei nicht durch die Schleifenaufnahme überschrieben wird.

Einige Dashcams verfügen außerdem über eine Bewegungserkennung. Hierbei registriert die Kamera Bewegungen und startet automatisch die Aufzeichnung. Das hat zweierlei Vorteile. Zum einen muss der Nutzer die Aufnahmen zu Fahrtbeginn nicht per Hand starten, zum anderen ist die Kamera so in der Lage, auch sehr leichte Parkrempler aufzuzeichnen. In belebten Gebieten wird die Kamera allerdings ständig anspringen und Aufnahmen starten.

Eine Aufnahme der Yi Compact Dash Camera mit 130-Grad-Sichtfeld.

Hochpreisige Modelle sind häufig mit einem eigenen GPS-Empfänger ausgestattet. Dieser ermöglicht die Aufzeichnung der Position und der Geschwindigkeit. Modelle mit WLAN und App-Anbindung nutzen stattdessen die Ortsdaten des Smartphones. Einige Modelle verfügen gar über integrierte Abstandswarner oder Radarwarner. Letztere sind in Deutschland allerdings nicht erlaubt. Der Abstands- oder Spurwechsel-Warner hat in der Praxis nur mäßig funktioniert und nicht überzeugt.

Wirklich interessant sind angekündigte Funktionen, wie der automatischer Notrufassistent, der im Falle eines Crashs selbstständig den Rettungsdienst alarmiert. Dank vielstufiger Abfragen soll es dabei keine Fehlalarme geben. Zur Nutzung ist allerdings eine Mobilfunkverbindung notwendig. Dieser Dienst wird allerdings nicht kostenlos umsetzbar sein. Wir werden demnächst ein Modell von Nextbase testen und prüfen, wie sich die Funktion in der Praxis schlägt.

NextBase 612GW (NBDVR612GW)

Nextbase 612GW (4K)

Garmin Dash Cam 55 (010-01750-11)

Garmin Dashcam mit GPS

BlackVue DR490L-2CH  16GB

Dual-Dashcam

Yi Technology Compact Dash Camera schwarz

Yi Compact Dash Camera

Blaupunkt DVR-BP 2.5 FHD

Blaupunkt DVR mit 170 Grad FOV

Mio MiVue R30

Rückspiegel Dashcam

Wer sich eine Dashcam zulegen möchte, muss letztlich auf drei Dinge achten. Die Dashcam muss die Loop-Funktion unterstützen, sollte einen eigenen Akku verbaut haben und über ausreichend gute Bildqualität und ein großes Sichtfeld verfügen.

Beschleunigungssensor, Bewegungserkennung und GPS sind praktische und sinnvolle Extras. Die Bedienung direkt am Gerät ist vollkommen ausreichend, da die Einstellungen nur einmalig gemacht werden müssen. Wer seine Daten komfortabel bearbeiten möchte, braucht ein Modell mit WLAN an Bord.

Wer sehr billig kauft, kann ebenso gut auf die Dashcam verzichten. Der Test einer 17-Euro-Dashcam (Testbericht) zeigt deutlich, dass sich deren Anschaffung nicht lohnt. Welche Kameras besser abschneiden, zeigt unser Dashcam-Vergleichstest.

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