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Dashcam-Kaufberatung: Was man beachten sollte

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Ein aktuelles BGH-Urteil erlaubt die Nutzung von Dashcams – unter gewissen Rahmenbedingungen. Nicht alle Kameras halten sich an die Regeln, und die, die es tun, haben häufig andere Schwächen.

Die Nutzung von Dashcams ist umstritten, aber unter bestimmten Bedingungen sind sie als Beweismittel bei Unfällen zulässig. Grundsätzlich verstoßen die Aufnahmen gegen das Datenschutzrecht. Eine Ausnahme sind kurze, anlassbezogene Aufzeichnungen eines Unfallgeschehens.

Letztlich bedeutet dies, dass die Videoaufzeichnungen der Dashcam nur dann erlaubt sind, wenn sie lediglich einen kurzen Zeitraum um das Unfallgeschehen speichern. Videos, die keinen Unfall zeigen, dürfen nicht gespeichert und erst recht nicht im Internet veröffentlicht werden.

In der Praxis halten Kameras diese rechtlichen Rahmenbedingungen beispielsweise durch die Nutzung einer Video-Loop-Funktion ein, bei der die Kamera kontinuierlich neue Videoclips anfertigt, und dabei alte Videos überschreibt.Geschieht ein Unfall, werden die letzten Minuten gesichert, dann startet die sich selbst überschreibende Aufnahme erneut.

Design und Größe der angebotenen Dashcams sind vielfältig. Wichtigster Unterschied: Ist ein Bildschirm vorhanden oder nicht? Egal, wie man sich entscheidet: Grundsätzlich sollten die Geräte so klein sein, dass sie die Sicht des Fahrers nicht beeinflussen. Der Vorteil von Modellen mit Display ist die Möglichkeit, diese auch ohne Smartphone einstellen zu können. Geräte ohne Monitor sind sind zwar nur per App bedienbar, dafür aber deutlich kleiner und unauffälliger.

Ein zweiter Punkt ist die Art der Befestigung. Während einige Geräte direkt auf die Windschutzscheibe geklebt werden (Beispielsweise Yi Compact Dash Camera), nutzen andere Saugnapf-Halterungen (Beispielsweise Denver CCT-1210). Diese sind zwar klobiger, dafür können sie mit wenigen Handgriffen entfernt werden. Das ist nicht nur bei einem Fahrzeugwechsel notwendig, sondern auch beim Besuch einiger Nachbarländer, bei denen die Nutzung der Dashcams verboten ist.

Halterungen mit Saugnapf sind etwas klobiger, dafür sind sie flexibler einsetzbar.

Der ADAC rät beispielsweise von der Nutzung in Belgien, Luxenburg, Portugal und der Schweiz ab. In Österreich sind die Kameras nur mit Genehmigung erlaubt.

Wer möchte, kann sich auch für eine Dashcam im Rückspiegel-Design (Beispielsweise Navitel MR250) entscheiden. Diese sind optisch unauffällig, eignen sich aber nur für Fahrzeuge mit Rückspiegeln ohne Zusatzfeatures, beispielsweise eine automatische Abblendfunktion.

Die Bedienung der Dashcams sollte vor allem unkompliziert sein. Ob die Steuerung per kleinem Display oder per App funktioniert, ist vor allem Geschmackssache. Einige Geräte, wie die Yi Compact Dash Camera, unterstützen sowohl die Bedienung direkt am Gerät, als auch per WLAN-Verbindung zum Smartphone.Andere, etwa die Garmin Dash Cam 65W lässt sich per Spracheingabe steuern.

Billige Geräte, wie die Denver 1210, kosten weniger als 20 Euro. Es lohnt sich allerdings mehr Geld zu investieren.

Bei Geräten mit App-Anbindung stehen häufig zusätzliche Funktionen zur Verfügung. So ist es beispielsweise möglich, die GPS-Daten des Smartphones zu nutzen und diese mit aufzuzeichnen, oder ausgewählte Videos auf das Handy zu übertragen. Der Nachteil bei Geräten, die ausschließlich per App funktionieren, ist die Abhängigkeit vom Hersteller. Ist die App aus irgendwelchen Gründen irgendwann nicht mehr verfügbar, läßt sich auch die Dashcam nicht mehr nutzen. Das kann vor allem bei Noname-Produkten aus China zum Problem werden.

Wir ziehen Dashcams mit Display und Knöpfen am Gerät vor, da die Kameras letztlich nur einmal eingerichtet werden müssen. Danach aktivieren sie die Aufnahme, sobald sie mit Strom versorgt werden – in der Regel also mit dem Einschalten der Zündung.

Eines der wichtigsten Kriterien bei Dashcams ist die Bildqualität. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die über die Auflösung des Bildsensors hinausgehen: Wie lichtempfindlich sind Objektiv und Sensor, wie weit ist der Öffnungswinkel, unterstützt die Kamera Wide Dynamic Range?

Während einige Modelle sogar in 4K-Auflösung aufzeichnen, nehmen günstige Modelle nur in 720p auf. Das Ergebnis sind verwaschene und unscharfe Videos, auf denen weder Personen noch Nummernschilder zu erkennen sind. Wir halten eine Full-Auflösung (1080p) für sinnvoll. Diese sollte nativ zur Verfügung stehen und nicht interpoliert sein.

Thema Blickwinkel: Der sogenannte FOV (Field of View) entscheidet, was alles auf dem Video zu sehen ist. Bei einem niedrigen FOV (viel Zoom) ist lediglich das Geschehen einige Meter vor dem PKW sichtbar. Kameras mit einem großen Blickfeld (wenig Zoom) sind weitwinkliger und zeichnen auch auf, was sich links und rechts vor dem Fahrzeug abspielt. Das Modell Blaupunkt DVR-BP 2.5 FHD hat beispielsweise einen extremen FOV von 170 Grad. Ein Blickwinkel von unter 130 Grad ist aus unserer Sicht kaum zu gebrauchen.

Ein großer FOV ist deutlich übersichtlicher.

Soll die Dashcam auch Nachts aufzeichnen, ist eine Nachtsicht-Funktion unabdingbar. Die meisten Dashcams unterstützen deshalb WDR (wide dynamic range) oder HDR (high dynamic range). Beide Techniken versprechen eine Verbesserung des Bildmaterials bei schwierigen Lichtverhältnissen wie Dunkelheit oder Gegenlicht. Während bei WDR das Videosignal anhand der Tonwertkurven verbessert wird, werden bei HDR tatsächlich mehrere Belichtungszeiten aufgenommen und per Software miteinander kombiniert. Bei technisch sauberer Umsetzung ist die Qualität von HDR deutlich besser als bei WDR.

Manche Hersteller nutzen bei Dunkelheit Infrarot-LEDs um das Kamerabild auszuleuchten. Diese sind meistens viel zu schwach. so ist die Reichweite zu niedrig – außerdem spiegeln sie sich in der Windschutzscheibe.

Neben einer vernünftigen Auflösung ist vor allem die Video-Loop-Funktion ein entscheidendes Kaufkriterium. Fehlt diese, verstoßen die Geräte gegen das Datenschutzrecht. Bei den meisten Modellen bestimmt der Nutzer, wie lange die einzelnen Videoclips sein sollen. Bei einigen wenigen Modellen ist die Cliplänge nicht einstellbar.

Während einige Modelle über einen internen Speicher verfügen, nutzen die meisten Geräte Speicherkarten zur Aufzeichnung. Diese gehören meist nicht zum Lieferumfang und müssen zusätzlich erworben werden.

Die meisten Dashcams verfügen über einen integrierten Akku. Zum autarken Betrieb der Kamera bei abgeschalteter Zündung – und damit auch fehlender Stromversorgung über den Zigarettenanzünder – reicht der aber nicht aus. Der Grund für den Akku: Bei einem heftigen Zusammenstoß kann sich der Stecker lösen, die Stromversorgung reißt ab – und im schlimmsten Fall sind die Video-Dateien verloren. Die kleinen Akkus in den Kameras sollen genau das ausgleichen. Geräte mit größeren Akkus reagieren im abgeschalteten Zustand auf den Beschleunigungssensor, wachen beispielsweise bei Parkremplern auf und beginnen die Aufnahme. Wer sein Auto auch im geparkten Zustand überwachen will, kann alternativ auf die Stromversorgung per USB-Powerbank zurückgreifen.

Eine Aufnahme der Yi Compact Dash Camera mit 130-Grad-Sichtfeld.

Ein weiteres wichtiges Ausstattungsmerkmal ist der Bewegungssensor, der kontinuierlich die Beschleunigungswerte überwacht. Kommt es zu einem Zusammenstoß oder einer Vollbremsung, registriert das der Sensor und speichert den aktuellen Videoclip in einem anderen Ordner ab, damit die Datei nicht durch die Schleifenaufnahme überschrieben wird.

Einige Dashcams verfügen außerdem über eine Bewegungserkennung. Hierbei registriert die Kamera Bewegungen und startet automatisch die Aufzeichnung. Das hat zweierlei Vorteile. Zum einen muss der Nutzer die Aufnahmen zu Fahrtbeginn nicht per Hand starten, zum anderen ist die Kamera so in der Lage, auch sehr leichte Parkrempler aufzuzeichnen. In belebten Gebieten wird die Kamera allerdings ständig anspringen und Aufnahmen starten.

Einige wenige Dashcams verfügen über zwei Kameras und zeichnen das Geschehen vor und hinter dem Auto auf. In vielen Situationen ist dies hilfreich. Der Anschaffungspreis und der Verkabelungsaufwand ist allerdings deutlich höher.

Hochpreisige Modelle sind häufig mit einem eigenen GPS-Empfänger ausgestattet. Dieser ermöglicht die Aufzeichnung der Position und der Geschwindigkeit. Modelle mit WLAN und App-Anbindung nutzen stattdessen die Ortsdaten vom Smartphone. Aber Vorsicht: Kommt es zu einem Unfall, kann die Polizei die Speicherkarte beschlagnahmen – und sieht dann auch auf der Speicherkarte, ob der Fahrer die Geschwindigkeitsbegrenzungen immer ernst nimmt.

Einige exotische Modelle verfügen gar über integrierte Abstandswarner oder Radarwarner. Letztere sind in Deutschland nicht erlaubt.

BlackVue DR490L-2CH  16GB

Dual-Dashcam

Garmin Dash Cam 55 (010-01750-11)

Garmin Dashcam mit GPS

Blaupunkt DVR-BP 2.5 FHD

Blaupunkt DVR mit 170 Grad FOV

Mio MiVue R30

Rückspiegel Dashcam

Yi Technology Compact Dash Camera schwarz

Yi Compact Dash Camera

Denver CCT-1210

Denver 1210

Wer sich eine Dashcam zulegen möchte, muss letztlich auf drei Dinge achten. Die Dashcam muss die Loop-Funktion unterstützen, sollte einen eigenen Akku verbaut haben und über ausreichend gute Bildqualität und ein großes Sichtfeld verfügen.

Beschleunigungssensor und Bewegungserkennung sind praktische und sinnvolle Extras. Die Bedienung direkt am Gerät ist vollkommen ausreichend, da die Einstellungen nur einmalig gemacht werden müssen.

Wer sehr billig kauft, kann ebensogut auf die Dashcam verzichten. Der Test einer 17-Euro-Dashcam (Testbericht) zeigt deutlich, dass sich deren Anschaffung nicht lohnt. Wie viel eine gute Dashcam tatsächlich kosten muss, werden wir in den nächsten Einzeltests klären.

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