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Das neue Xiaomi? Realme C3, 6, 6 Pro und 6i im Vergleich

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Bislang war Xiaomi das Nonplusultra im Bereich Preis-Leistung, doch das ändert sich gerade. Neuer Tipp für Sparfüchste könnte Realme sein – wir vergleichen vier neue Smartphones des Herstellers.

Die Smartphones der Mi-9-Reihe von Xiaomi waren im vergangenen Jahr oftmals die Messlatte für Highend-Smartphones, wenn es um ein möglichst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ging. Denn sie boten richtig viel Technik, schickes Design und tolle Kameras für vergleichsweise wenig Geld, sodass sie sogar im Jahr 2020 für manche Nutzer immer noch eine Empfehlung sind. Einen Überblick über die verschiedenen Mi-9-Modelle haben wir in unserer Kaufberatung M9 vs. Mi 9T vs. Mi 9T Pro vs. Mi 9SE gegeben.

Mit seinen Neuen Smartphones geht Xiaomi allerdings wie etwa auch Oneplus beim neuen 8 Pro (Testbericht) einen anderen Weg. So kostet etwa der Nachfolger des erfolgreichen Mi 9 (Testbericht), das Xiaomi Mi 10, schlappe 1000 Euro – das mag wegen der guten Ausstattung vertretbar sein, ein Schnäppchen ist das aktuelle Modell aber längst nicht mehr. Xiaomi ist inzwischen im Markt angekommen und so bekannt, dass das Unternehmen Preise wie die schon lange etablierte Konkurrenz Samsung oder Huawei nimmt.

Doch der Smartphone-Markt ist ständig in Bewegung. Während Xiaomi und Oneplus aufsteigen, sind ehemalige Top-Smartphone-Hersteller wie HTC, Sony oder LG längst auf dem absteigenden Ast. Selbst Huawei hat wegen des US-Banns Probleme, seine Produkte ohne Google-Dienste an den Mann zu bringen. Das sind Chancen für andere Hersteller wie Realme. Das Unternehmen, das als Untermarke von Oppo seit 2010, als eigenständiges Unternehmen aber erst seit 2018 besteht, bringt neben Kopfhörern und Fitnessarmbändern vor allem erschwingliche Smartphones in den Handel. Der Hersteller wächst extrem schnell und ist jetzt auch in Deutschland offiziell erhältlich. Um seine Bekanntheit weiter zu verbessern befindet sich die Marke zum Glück von Konsumenten aber noch in einer Phase, in der Produkte zu einem besonders niedrigen Preis veräußert werden, um eine Fanbase auf- und auszubauen. Profiteur ist der Kunde, der möglichst viel für möglichst wenig Geld haben will.

Realme 6 mit schickem Lichtspiel und 90-Hz-Display

Nach Asien, dem nahen Osten, Russland und Australien ist Realme seit 2019 auch in einigen Ländern Europas vertreten. Ende 2019 rangierte der Hersteller schon unter den Top 5 der beliebtesten Smartphone-Marken in Spanien. Insgesamt lieferte Realme 2019 rund 25 Millionen Smartphones in 27 Ländern weltweit aus. Im Vergleich zum Jahr davor ist das nach Angaben des Herstellers ein Wachstum um mehr als 800 Prozent. Das klingt so, als hätte der chinesische Hersteller noch einiges vor – jetzt auch offiziell in Deutschland.

Die ersten Modelle, die Realme hierzulande auf den Markt bringt, sind keine absoluten Topmodelle, sondern sie zielen auf die untere bis obere Mittelklasse ab – auf den Sektor, der für die meisten Kaufinteressenten am ehesten erschwinglich, gleichzeitig aber auch hart umkämpft ist. Nicht zuletzt wegen eines oftmals hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses scheinen die Chancen für Erfolg nicht schlecht.

Das C3 ist das günstigste der neuen Modelle. Für gerade einmal knapp 160 Euro (UVP) bekommen Käufer ein 6,5-Zoll großes IPS-Display mit HD+-Auflösung (1600 × 720 Pixel, 270 PPI) und überraschend wenig Rahmen. Dank der in dieser Preisklasse recht kleinen Waterdrop-Notch spricht der Hersteller von einem Display-Gehäuse-Verhältnis von fast 90 Prozent – sehr gut in Anbetracht des niedrigen Preises. Als Chipsatz setzt der Hersteller auf den recht neuen Mediatek Helio G70, hinzu kommen je nach Version 3/32 oder 4/64 GByte an RAM und erweiterbarem, internem Speicher. Beim Helio G70 handelt es sich um einen Mittelklasse-Chip der in etwa auf Augenhöhe mit Qualcomm-Pendants wie Snapdragon 675 oder Snapdragon 712 liegen dürfte.

Alle Bilder zum Realme C3 (16 Bilder)

Außerdem bietet das C3 einen speziellen Game-Mode. Spiele im sogenannten Game Space können entweder im Competition Mode, im Balanced Mode oder im Low Power Mode betrieben werden. Das soll je nach Modus die Spielleistung oder die Akkulaufzeit verbessern. Wegen des in dieser Preisklasse recht starken Prozessors in Kombination mit großem Display und Game-Modes preist Realme das C3 als Einsteiger-Game-Smartphone an – durchaus zu recht, wie erstes Ausprobieren zeigt. Auch abseits von Spielen überrascht das Smartphone mit flüssiger Darstellung, selbst bei unserem Testgerät in der Speicherkonfiguration 3/32 GByte. Für ausreichend Strom soll ein Akku mit satten 5000 mAh und reverse-Charge-Funktion (über Kabel) sorgen – ob das klappt, muss ein ausführlicher Test zeigen.

Die restliche Technik ist dem Preis mehr als angemessen: Die Hauptkamera erlaubt Fotos mit 12 Megapixel, f/1.8-Blende und 1,25 µm großen Pixeln, hinzu kommen zwei Objektive mit je 2 Megapixel für Makro- und Portraitaufnahmen. Das Ortungsmodul kommuniziert mit GPS-, Glonass- und Beidou-Satelliten, außerdem gibt es WLAN n, Bluetooth 5.0 und LTE. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist etwas zu hoch positioniert. Größtes Manko: Weder NFC noch USB C haben es in das Realme C3 geschafft, stattdessen setzt der Hersteller auf Micro-USB – das passt nicht mehr ins Jahr 2020. Immerhin schluckt das günstige Smartphone zwei SIM-Karten und eine Micro-SD gleichzeitig. Als Betriebssystem kommt Android 10 mit darüber liegender, recht schlanker Realme-UI 1.0 zum Einsatz. Störend: Der Hersteller installierte auf unserem Testgerät mehrere Bloat-Apps.

Auf den ersten Blick gefällt uns das Realme C3 ziemlich gut. Die Rückseite unseres Testgerätes besteht aufgrund des niedrigen Verkaufspreises zwar aus Kunststoff, sieht aber in der roten Farbgebung mit feiner Ziselierung und daraus resultierend schickem Lichtspiel richtig schick und durchaus hochwertig aus. Aufgrund der flachen Bauweise und der ordentlichen Verarbeitung wirkt das Gerät alles andere als billig. Die Technik ist für den aufgerufenen Preis durchaus in Ordnung, teilweise sogar richtig gut – das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ordentlich.

Für knapp 200 Euro (UVP) gibt es das Realme 6i. Das Mittelklasse-Smartphone kommt mit dem gleichen Panel wie das C3 und ist entsprechend insgesamt gleich groß, wiegt mit knapp 200 Gramm aber minimal mehr. Grund dürfte die erweiterte Technik sein: Für den Aufpreis zum C3 bekommen Käufer jetzt vier Kameralinsen, wobei die Hauptkamera mit 48 Megapixel und f/1.8, die zweite Linse Weitwinkelaufnahmen mit 8 Megapixel und f/2.3 und die beiden anderen Linsen wieder mit je 2 Megapixel Makro- und Portraitaufnahmen ermöglichen. Die Frontkamera bietet jetzt 16 statt 5 Megapixel. Etwas stärker ist auch der Chipsatz, im Realme 6i verwendet der Hersteller einen Mediatek Helio G80, der zudem von 4/128 GByte RAM und internem, weiterhin erweiterbaren Speicher unterstützt wird. Die Game-Modi gibt es auch hier und auch der 5000-mAh-Akku ist bereits vom C3 bekannt.

Alle Bilder zum Realme 6i (12 Bilder)

Neu sind hingegen NFC und USB Typ C, außerdem lässt sich der Akku nun mit 18 Watt schnellladen. Der Rest ist gleich. Optisch ähneln sich C3 und 6i nicht zuletzt wegen der gleichen Ausmaße sehr, Hauptunterschiede sind das erweiterte Kameramodul auf der Rückseite und die Farbgestaltung. Die nennt sich bei unserem Testgerät Tea Green, die Rückseite ist glatt mit streifenförmigem Lichtspiel, gefällt uns aber nicht. In Kombination mit mehr Hohlraum unter der Kunststoffrückseite wirkt das Realme 6i für unseren Geschmack klar weniger hochwertig, obwohl es objektiv betrachtet kaum Unterschied gibt. Technisch bietet das Modell wieder richtig viel Ausstattung für wenig Geld.

Das bestausgestattete Modell zum Realme-Start in Deutschland Ende April 2020 ist das Realme 6. Highlight des schon ab knapp 230 Euro (UVP) zu habenden Mittelklasse-Smartphones ist das 90-Hz-Display für flüssiges Scrolling und Gaming, das in dieser Preisklasse einzigartig ist. Es misst ebenfalls 6,5 Zoll, bietet jetzt aber 2400 × 1080 Pixel und somit etwas mehr als 400 PPI. Die Rahmen rings um den Screen sind noch einmal minimal geschrumpft, die Tropfen-Notch bleibt. Schutz für das Display bietet beim 6er-Modell von Realme das widerstandsfähige Corning Gorilla Glas 3.

Speicher und CPU sind noch einmal stärker als bei den zuvor genannten Modellen, zudem haben Interessenten hier mehr Auswahl. So bietet Realme Käufern je eine Version mit 6/64, 6/128 und 8/128 GByte RAM und erweiterbarem Speicher für knapp 230, 270 und 300 Euro an. Der Mediatek-Chipsatz Helio G90T ist in allen Versionen gleich. Der Akku leistet mit 4300 mAh zwar weniger als in den beiden günstigeren Modellen Realme C3 und 6i, er lässt sich jetzt aber mit 30 Watt schnellladen und soll nach einer Stunde wieder voll sein.

Alle Bilder zum Realme 6 (12 Bilder)

Die Kamera verfügt erneut über vier Linsen, im Vergleich zum 6i wurde die Hauptlinse aber auf 64 Megapixel aufgebohrt. Der Rest ist inklusive der Frontkamera gleich. Auch sonstige Technik stimmt mit der Ausstattung des 6i überein, allerdings platziert der Hersteller den Fingerabdrucksensor im 6er-Modell seitlich rechts in der Powertaste.

Optisch gefällt uns das Gerät sehr gut. Zwar sind Rahmen und Rückseite aus Kunststoff, beides wirkt dennoch ausreichend hochwertig und geht auf den ersten Blick als Metall und Glas durch. Schick ist auch der Farbverlauf von Graugrün zu Lila, allerdings zieht die glänzende, glatte Oberfläche Fingerabdrücke magisch an. Abhilfe schafft hier eine passende Schutzhülle, die auch beim 6i dabei ist. Die Bedienung stellte sich nach anfänglichen Problemen bei der Performance und erneutem Zurücksetzen als tadellos heraus, ein Unterschied von 60 zu 90 Hz ist klar zu erkennen. Allein das beim ersten Ausprobieren helle, kontrastreiche und vor allem in der Darstellung sehr flüssige 90-Hz-Display macht das Realme 6 in seiner Klasse zum Kandidaten für den Preis-Leistungs-Thron.

Das Pro-Modell kommt kurz nach den anderen drei Modellen auf den deutschen Markt und erreichte uns leider nicht mehr rechtzeitig. Hauptunterschied zum normalen Realme 6 ist das minimal größere Display (6,6 Zoll), ein hinzugekommenes Teleobjektiv mit 12 Megapixel anstelle des Tiefensensors und ein Qualcomm Snapdragon 720G anstelle des Mediatek Helio P90. Auch die Speicherausstattung scheint zumindest beim RAM noch einmal höher zu sein – gleiches gilt wohl auch für den Preis.

Am besten gefällt das Realme 6, das für wenig über 200 Euro (UVP) mit einem 90-Hz-Display auftrumpft und auch sonst beim ersten Ausprobieren eine gute Figur macht. Das nächstgünstige Smartphone mit 90-Hz-Screen ist in unserem Preisvergleich das zwei Jahre alte Asus ROG Phone der ersten Generation zum immer noch fast doppelten Preis – das allein zeigt, was für ein außergewöhnliches Paket Realme hier geschnürt hat. Auch die anderen Modelle punkten – und zwar über den Preis, aber auch über die gebotene Technik. Das klingt vielversprechend. Schnäppchenjäger sollten Hersteller Realme auf jeden Fall im Auge behalten.

Wer die Technik der neuen Realme-Modelle vergleichen will, sollte einen Blick in unsere Bestenlisten werfen. Bis 200 Euro rangiert mit dem Realme 5 Pro ein weiteres Modell des Herstellers ganz weit oben, in unserer Bestenliste bis 500 Euro sind hingegen nur andere Anbieter vertreten. Auch in unserer Kaufberatung: Wieviel Smartphone gibt es für 100 Euro ist Realme noch nicht vertreten – das dürfte sich aber bald ändern.

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