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Carrera Bahn, Drift Cars, Anki Overdrive im Vergleichstest

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Die gute alte Carrera-Bahn tritt in unserem Vergleich gegen die Herausforderer Anki Overdrive und die Drift Cars an. Welches Autorennspiel ist fit fürs 21 Jahrhundert?

Für diese Vergleichstest nutzen wir die Erfahrungen aus den folgenden Einzeltests:

Wir haben uns bei der Auswahl bewusst nicht auf ein System, etwa Slot-Cars beschränkt. Stattdessen wollten wir uns einen breiten Überblick zu den aktuell verfügbaren Autorennspielen verschaffen.

Der Aufbau aller Rennbahnen ist durch die Bank einfach. Am schnellsten geht es bei den Drift Cars, hier braucht es nur eine glatte Fläche und die mitgelieferten Marker. Platz zwei belegt das Set von Anki Overdrive. Dessen Streckenmatten halten magnetisch und lassen sich so schnell und einfach verlegen.

Die Rennstrecke aus der Fast & Furious Edition von Anki Overdrive

Bei diesen beiden Rennspielen kommt aber noch zusätzlich die Einrichtung einer App mit hinzu. Sowohl bei den Drift Cars, wie bei Anki Overdrive muss zunächst die entsprechende App installiert, die Autos aktualisiert und ein Profil für den Spieler angelegt werden. Abhängig von der Internetgeschwindigkeit kann das länger dauern. Gerade beim Anki Overdrive hatten wir im Test zu Beginn Probleme, ein Multiplayer-Spiel stabil aufzubauen. Hier kommt es enorm auf das zur Verfügung stehende WLAN an, entsprechend sollte man auf eine gute Netzabdeckung achten. Ohne WLAN kein Rennen.

Das ist alles, was die Drift Cars als Strecke benötigen.

Die Carrera-Bahnen brauchen keine Apps, sind dafür beim Aufbau aufwändiger. Für die Mario-Kart-Edition der Carrera Go brauchten wir inklusive Steilkurve und Looping rund 30 Minuten, bis die Autos ihre ersten Runden flitzen. Bei der Carrera 132 sah es zunächst so aus, als wären wir schneller. Allerdings sollten die einzelnen Steckschienen mit einen bis vier zusätzlichen roten Plastikbalken unten fixiert werden. Das verhindert, dass die Bahn auseinandergeht. Dazu macht es Sinn, die Kurven mit einer Bande zu versehen. Sie hält die Autos bei Drifts und schnelleren Kurvenfahrten auf der Schiene. Alles in Allem braucht es hier mit zwei Personen knapp eine Stunde, alleine sind es wahrscheinlich eher zwei, bis die Bahn aufgebaut, die Batterien in die kabellosen Controller eingesetzt und mit den jeweiligen Autos verbunden sind. Die gleiche Reihenfolge gilt übrigens auch beim Abbau.

Die Carrera Go Mario Kart braucht etwas so viel Platz wie das Set von Anki Overdrive - dafür gibt es aber auch einen Looping.

Drift Cars, Anki Overdrive, Carrera-Bahnen. Letztere sind dabei beim Auseinanderziehen der Schienen etwas tückisch: Es braucht sanfte Gewalt, damit sich die Schienen lösen – zugleich darf man nicht verkanten, da sonst die Plastiknasen zwischen den Schienen brechen können. Hier hat die Carrera 132 dank der roten Plastikbalken einen Vorteil. Diese machen das Abbauen einfacher, brauchen aber zusätzliche Arbeitsschritte.

Den meisten Platz braucht das Carrera 132 Set. Hier reicht der Tisch nicht mehr, der Boden muss herhalten.

Wo die Carrera-Bahnen beim Aufbau das Schlusslicht waren, bei der Steuerung machen sie Boden gut. Die ist enorm einfach. Bei der Go-Variante wird über den Daumen am klassischen Handregler dosiert, wie schnell die Karts fahren. Hier tastet man sich an die Kurven heran und versucht dann, möglichst schnell durch Looping, Steilkurve und normale Strecke zu rasen. Der vordere Knopf für den Zeigefinger sorgt für einen zusätzlichen Schub. In der Realität haben wir damit sehr spaßige, aber wenig zielführende Abflüge in den Kurven erzielt.

Draufdrücken, losfahren. Einfacher als bei der Carrera Go geht es nicht.

Etwas taktischer fahren sich die großen Autos der Carrera 132. Die sind nicht nur schwer genug, um Kurven mit richtig dosiertem Schub sauber durchzudriften, der Zeigefingerknopf aktiviert auch zusätzlich die Weichen zum Schienenwechsel. Was zunächst simpel wirkt, ist im Rennen deutlich komplexer. Jede Kurve und jedes Auto hat einen etwas anderen Sweetspot, diesen zu finden motiviert in jeder Runde neu.

Bei der Carrera 132 sind die Handregler kabellos. Sie müssen vorab geladen und mit dem Auto gekoppelt werden. Der Taster am Zeigefinger aktiviert die LED am Auto, mit der sich die Weichen aktivieren lassen.

Beim Anki Overdrive fahren die Autos selbstständig. Der Spieler bestimmt die Geschwindigkeit und die Spur, auf der man fährt. Die Geschwindigkeit wird über das virtuelle Gaspedal auf dem Smartphone geregelt, der Spurwechsel erfolgt durchs Kippen des Smartphones. Ein simples System, auch wenn sich die Steuerung dadurch weniger direkt anfühlt als bei der Carrera-Bahn. Zusätzlich zum klassischen Rennen gibt es bei Anki Overdrive noch Waffen und Extras (die mit dem rechten Daumen auf dem Touchscreen aktiviert werden). Die getestete „Fast & Furious”-Edition besitzt zudem eine spezielle Schiene mit einem Hacking-Symbol, über das man andere Autos verlangsamen kann.

Über die Anki-Overdrive-App steuert man die Geschwindigkeit und aktiviert Waffen oder Gadgets. Der Spurwechsel erfolgt durchs Kippen des Smartphones. .

Solche Spielereien gibt es bei den Drift Cars nicht. Die Macher halten sich nach eigenen Angaben streng an den Maßstab, was leider auch für die maximale Geschwindigkeit gilt. Die Autos bewegen sich überraschend langsam über den gesetzten Parcours. Gesteuert wird auch hier per Fingertipp aufs virtuelle Gas und über das Kippen des Smartphones. Hier ist die Lernkurve relativ steil. Die ersten Fahrten hat man schnell raus. Bis man aber gepflegt um die Marker driftet und die Kurven perfekt nimmt, braucht es einiges an Übung.

Die App der Drift Cars ist am realistischsten. Gelenkt wird auch hier über das Kippen des Smartphones.

Die wichtigste Frage ist: Machts Spaß? Und wenn ja, wie lange? Am kürzesten waren wir mit der Carrera Go, Mario Kart Edition, beschäftigt. Ja, es ist lustig, sich an die Geschwindigkeiten heranzutasten. Fällt man aber gegenüber dem Gegner zurück, hat man nur wenig Chancen, ihn wieder einzuholen. Andere Modi als die normalen Rennen gibt es nicht.

Danach kommen die Drift Cars. Hier profitiert man, wenn man eher auf realistische Rennen denn auf überzogene Action steht. Es erfordert einiges an Gefühl, sich mit den Autos vertraut zu machen. Die Hersteller stecken viel Liebe ins Detail und liefern neben dem klassischen Rennen auch einen freien Drift-Modus. Zudem soll demnächst ein weiterer Modus folgen, der Tricks und Drifts belohnt. Profis sollten sich die Tuning-Funktionen in der App genauer ansehen. Es lassen sich zahlreiche Funktionen und Assistenten ab- oder anschalten, so dass man sich hier richtig reinfuchsen kann.

Auf Platz 2 kommt beim Langzeitspaß die Carrera 132. Allein der mögliche Fahrbahnwechsel sorgt für deutlich mehr Action als bei der kleinen Carrera. Dazu kommen einige sehr interessante Funktionen: Wer mehr Autos als Spieler hat, kann diese in einem Geistermodus und mit fester Geschwindigkeit über die Bahn fahren lassen. Damit entstehen bewegliche Hindernisse, die es geschickt zu umfahren gilt. Das hat uns im Test mit am meisten Spaß gemacht, da es etwas Ungewissheit ins Rennen bringt. Die Einstellungen sind ebenfalls relativ umfangreich. So lassen sich Brems- und Beschleunigungsverhalten bestimmen. Zudem gibt es über optionales Zubehör die Möglichkeit, den Autos einen virtuellen Tank samt Pit-Lane zu verpassen.

Die längste Motivation gibt es unserer Meinung nach bei Anki Overdrive. Das liegt nicht nur an den verschiedenen mitgelieferten Spielmodi. Auch alternative Fahrzeuge wie etwa die Supertrucks bringen Würze ins Spiel. Wenn man zu dritt darum kämpft, die Kontrolle über den Truck zu bekommen, dann wird das ziemlich spannend. Dazu kommt ein Belohnungssystem in der App. Mit jedem Rennen schaltet man Punkte frei, die sich in Upgrades für bestehende Waffen und Gadgets oder neue Ausrüstung investieren lassen. Das motiviert zusätzlich, gerade wenn man eine feste Renngruppe mit Freunden hat.

Vergleich Autorennspiele
System Anki Overdrive Carrera 132 Carrera Go Drift Cars
Hersteller Anki Carrera Carrera Sternenkind
Aufbau 10 Min 90 Min 30 Min 5 Min
Lernkurve normal einfach einfach hoch
App notwendig keine App keine App notwendig
Spaß 🚗🚗🚗 🚗🚗🚗 🚗🚗 🚗🚗🚗
Langzeitmotivation 🚗🚗🚗 🚗🚗 🚗 🚗🚗
Modi Rennen, King of the Hill, Kampf, Story, Supertrucks Rennen, Rennen mit Geisterautos Rennen freier Drift, Rennen
Stromversorgung Akku über Schiene über Schiene Akku

Der günstigste Einstieg ist die Carrera Go Mario Kart Edition. Für unter 70 Euro bekommt man eine ziemlich coole Strecke, inklusive Looping und Steilkurve. Alternativ gibt es noch günstigere Einstiegsmodelle, mit Carrera First gibt es einen klassischen Achter samt zwei Fahrzeugen für um die 23 Euro. Wir raten dennoch zur Go-Serie, da sich diese mit zusätzlichen Schienen wie einer Wippe, einer Engstelle oder einer Sprungschanze ausbauen lässt.

Carrera GO!!! Set - Mario Kart (62431)

Carrera Go, Mario Kart

Carrera First Set - Nintendo Mario Kart (63014)

Carrera First, Mario Kart

Carrera Digital 143/GO!!! Zubehör - Sprungschanze (61641)

Carrera Go, Sprungschanze

Carrera Digital 143/GO!!! Zubehör - Ausbauset 2 (61601)

Carrera Go, Ausbauset

Carrera GO!!! Auto - Disney/Pixar Cars 3 Lightning McQueen (64082)

Carrera Go, Lightning McQueen

Preislich auf Platz 2 liegt das Anki-Overdrive-Set. Für die Fast & Furious Edition zahlt man knapp 110 Euro, das normale Grundset kostet 10 Euro weniger. Beide bringen zwei Fahrzeuge sowie einen einfache Strecke mit. Wir empfehlen in jedem Fall noch die Investition in ein oder mehrere Fahrzeuge oder Supertrucks. Unserer Erfahrung nach sollte ein Auto mehr als Spieler vorhanden sein, dann kann man alle Modi voll ausschöpfen.

Anki Overdrive Fast & Furious Starter Kit (000-00068)

Anki Overdrive: Fast & Furious, Starterset

Anki Overdrive Starter Kit (000-00031)

Anki Overdrive, Starterset

Anki Overdrive Expansion Track Speed Kit (000-00035)

Anki Overdrive, Erweiterungsschienen

Anki Overdrive Supercars Nuke (000-00032)

Anki Overdrive, Auto Nuke

Anki Overdrive Supertrucks Freewheel (000-00049)

Anki Overdrive, Supertruck Freewheel

Die Drift-Cars liegen preislich bei etwa 130 Euro pro Auto. Recht viel mehr braucht es nicht. Wer eine Rennstrecke aufbauen möchte, dem empfehlen wir einen Blick auf die ausrollbaren Strecken von Roll-Rennstrecke, die für die Drift Cars entwickelt wurden.

Sturmkind Dr!ft Red Turbo (905015)

Sturmkind Dr!ft Red Turbo

(Kein Produktbild vorhanden)

Sturmkind Dr!ft Silver V8

Bei der Carrera 132 ist der Preis variabel, je nach gewähltem Set. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Länge und die Anzahl der mitgelieferten Teile. Wir empfehlen ganz klar eine Strecke mit Weichen, nur dann kommt die Vorteile wirklich zur Geltung. Das von uns getestete Set 80s Flashback kostet etwa 340 Euro, kleinere Sets gibt es unter 200 Euro.

Carrera Digital 132 Set - High Speeder (30003)

Carrera 132, Set High Speeder

Carrera Digital 132 Set - 80\' Flashback (30197)

Carrera 132, Set 80' Flashback

Carrera Digital 132 Auto - Pontiac Firebird Trans Am \'77 (30865)

Carrera 132, Auto Pontiac Firebird Trans Am '77

Carrera Digital 132 Auto - Ford GT Race Car (30771)

Carrera 132, Auto Ford GT

Carrera Digital 124/132/Evolution Zubehör - Standardgerade 4x (20509)

Carrera 132, Zubehör Standardgerade

Die gute Nachricht für alle Slot-Car-Fans: Nur weil ein Rennspiel mit App ausgestattet ist, ist die Carrera Bahn noch lange nicht tot. Spaß machten uns alle vier Systeme.

Anki Overdrive: Fast & Furious (Testbericht) kommt dabei am ehesten an virtuelle Rennspiele wie Mario Kart oder Split/Second heran. Die Spielmodi bringen Pepp in den Rennalltag. Das Aufrüsten der Autos motiviert und die Option, auf Waffen zurückzugreifen, freut Leute, die für reine Rennen zu schlecht sind.

Die Drift Cars (Testbericht) sind das krasse Gegenteil und sprechen vor allem Freunde realistischer Autorennen an. Sie brauchen Übung und verzeihen wenig Fehler. Wer diesem Konzept etwas abgewinnt, der hat mit Gleichgesinnten hier viel Spaß.

Die Carrera Bahnen liegen irgendwo dazwischen. Die Mario-Kart-Edition der Go-Serie (Testbericht) richtet sich ganz klar an Fun-Racer und Einsteiger. Sie ist im Test das günstigste Set und am schnellsten erlernt, bringt aber vergleichsweise wenig Flexibilität (von zusätzlichen Schienenmodulen abgesehen).

Das 80s Flashback Set aus der 132-Serie (Testbericht) dagegen kostet zwar viel, macht aber Erwachsenen deutlich mehr Spaß. Gerade, weil mit den Geisterautos oder der nachrüstbaren Pit-Lane samt Tankmodus ein paar Ideen aus den digitalen Welt mit Einzug halten. Das lässt sich Carrera leider auch ordentlich bezahlen. Wer genügend Platz hat, der sollte sich Anki Overdrive oder die große Carrera Bahn überlegen, die motiviert einfach deutlich länger als die Go-Edition.

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