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Günstig & gut: Vergleich von fünf Bluetooth-Speakern unter 50 Euro

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Günstig, robust und laut: Auch Bluetooth-Speaker unter 50 Euro machen im Alltag richtig Spaß. TechStage vergleicht fünf Modelle mit fünf cleveren Besonderheiten.

Teure Bluetooth-Speaker bieten teilweise eine beeindruckende Klangqualität. Im Preissegment unter 50 Euro können die Brüllwürfel da häufig nicht mithalten. Deswegen setzen Audio-Hersteller hier auf teilweise außergewöhnliche Funktionen, um aus ihnen etwas Besonderes zu machen. Nachfolgend vergleichen wir fünf Lautsprecher, die neben einem grundsoliden Klang zudem Sonderfunktionen wie zum Beispiel eingebaute FM-Radios oder integrierte Klinkenstecker bieten. Wer explizit nach einem Bluetooth-Lautsprecher für den Außeneinsatz sucht, dem empfehlen wir unseren Vergleichstest Elf Outdoor-Lautsprecher mit Bluetooth im Vergleich. Außerdem lesenswert: Kaufberatung Bluetooth-Lautsprecher – Satter Sound.

Den passenden Bluetooth-Speaker zu finden, ist gar nicht so einfach. Denn während die einen den Lautsprecher als Sound-Anlage zum Radfahren mitnehmen, ruhen Bluetooth-Speaker bei anderen auf Nachttischen, um leise einen Podcast wiederzugeben. Daher haben wir in unserer Playlist neben Liedern verschiedener Genres auch einen Podcast aufgenommen. Per Spotify-Account lassen sich die unterschiedlichen Lieder nachfolgend probehören. Hier gehts zur Playlist.

Xanny von Billie Eilish ist beispielsweise extrem basslastig und zeigt so, wie viel Power wirklich in den Bluetooth-Speakern steckt. Die Lieder Borderlands von Devin Townsend und Love is only a feeling von The Darkness sind kraftvolle Rocksongs, Frank Zappas Inca Roads und Jacob Colliers Interpretation von Moon River hingegen komplexere Stücke. Bei diesen hört man auf guten Speakern viele Feinheiten heraus.

Neben der Musikwiedergabe haben wir jeden Lautsprecher zum Telefonieren genutzt, YouTube-Videos und Filme abgespielt und die Lautsprecher einfach mal von einer Hand in die andere geworfen oder in unseren Rucksack fallen lassen. Insgesamt entsteht so ein praxisnaher Eindruck, den wir in mehreren Stunden Nutzung gefestigt haben.

Modell Anker Soundcore Mini Anker Soundcore 2 JBL Clip 2 Blaupunkt BT7 JBL Go 2
Leistung in Watt 5 2 x 6 3 6 3
Akklaufzeit in Stunden 15 24 8 6 5
Wasserdichtigkeit Nein IPX 7 IPX 7 Nein IPX 7
Preis in Euro (06/20) 19 40 40 39,95 Euro 25
Anschlüsse Bluetooth, 3,5-Millimeter-Klinke, FM-Radio, microSD-Karte Bluetooth, 3,5-Millimeter-Klinke Bluetooth, 3,5-Millimeter-Klinke (integriert) Bluetooth, 3,5-Millimeter-Klinke Bluetooth, 3,5-Millimeter-Klinke
Besonderheiten Radio und Micro-SD-Kartenslot hohe Akkulaufzeit und Lautstärke Karabiner und fixes Klinkenkabel Stereo-Pairing mit zweiter Box Sehr kompakt und robust
Empfehlung für Nutzung ohne Smartphone Sound-Qualität Outdoor-Nutzung Stereo-Klang Robustheit

Der unscheinbare Anker Soundcore Mini hält bei genauer Betrachtung mehrere Überraschungen bereit. Denn ganz unten im kreisrunden Gehäuse des Speakers finden sich neben einem Micro-USB- und AUX-Eingang auch ein Micro-SD-Kartenslot. Über diesen lassen sich Musikdateien ganz ohne Smartphone abspielen. Da die Speicherkarte nach deutlichem Klick nahezu bündig im Gehäuse steckt, kann sie beim Transport ruhig installiert bleiben. So lässt sich der Smartphone-Akku schonen, ohne dass dabei Stille herrscht. Viele teure Modelle bleiben ohne externe Musikquelle stumm.

Wer keine MP3-Dateien mehr auf der Festplatte findet, für den hat der Soundcore Mini ein weiteres Ass im Ärmel: Eingesteckte Micro-USB-Kabel fungieren als Antenne für das integrierte FM-Radio. Der Empfang ist ordentlich und sorgt selbst in Gebäuden für rauschfreien Radioempfang inklusive klarer Sprach- und Musikwiedergabe – clever!

Anker Soundcore Mini (10 Bilder)

Unser Outdoor-Bild ohne Regen zeigt: Der Speaker ist nicht wasserdicht.

Klanglich muss man beim winzigen Lautsprecher allerdings Abstriche in Kauf nehmen. Basslastige Lieder wie Xanny von Billie Eilish überfordern den passiven Subwoofer schnell und der Ton beginnt zu verschwimmen. Hier fehlt es dem 5-Watt-Treiber an Kraft. Auch ein wenig Klarheit vermissen wir im Test. In komplizierteren Stücken wie Frank Zappas Inca Roads gehen die Instrumente zu stark ineinander über. Die Soundqualität ist für die Größe aber in Ordnung. Stimmen gibt der Soundcore Mini wohlklingend wieder, leichtes Rauschen und ein Vermatschen bei geringer Lautstärke könnten Podcast-Fans aber stören. In Telefonaten fällt das nicht allzu schwer ins Gewicht, hier beschwerte sich unsere Gegenseite aber über eine stockende Sprachwiedergabe unsererseits, bei der ganze Wörter verschluckt wurden. Die Akkulaufzeit ist mit 15 Stunden hervorragend und Anker verspricht eine Garantie von 18 Monaten. Bei einem Preis von etwa 20 Euro ist der Soundcore Mini eine klare Empfehlung.

Vom unscheinbarsten zu einem der beliebtesten Bluetooth-Lautsprecher unter 50 Euro: Denn in vielen Verkaufscharts und Bestenlisten taucht der Anker Soundcore 2 (Testbericht) ganz oben auf. Eine Platzierung, die wir nach ausgiebigem Testen bestätigen können. Auf dem Papier überzeugt der Lautsprecher zunächst voll und ganz. Mit einer Akkulaufzeit von 24 Stunden ist der Soundcore 2 ein echter Dauerläufer. Das Gehäuse ist nach IPX7 gegen Wasser und Staub geschützt und für 40 Euro installiert Anker gleich zwei 6-Watt-Treiber im robusten Gehäuse.

Anker Soundcore 2 (10 Bilder)

Der Anker Soundcore 2 ist wasserdicht und lässt sich so auch im Regen nutzen.

Diese machen den Soundcore 2 lauter als alle anderen Lautsprecher im Vergleich. Allerdings beginnt der Speaker bei Maximallautstärke zu kratzen. Zudem ist Lautstärke allein nicht alles. Beim Durchschalten unserer Test-Playlist wird schnell klar, in welchen Genres der Speaker glänzt. Filigrane und verspielte Stücke wie Jacob Colliers Moon River schallen klar in den Raum. Die Mehrstimmigkeit wird dabei schön voneinander getrennt und die Ohren vergessen schnell, dass die Musikquelle nur rund 40 Euro kostet. Bei Bassschlägen fehlt dem Lautsprecher aber am Ende doch die Kraft. Bombast-Rock wie The Darkness’ Love is only a Feeling klingt ein wenig langweilig. Zudem sind die beiden Treiber des Speakers an der Front angebracht und schicken den Ton somit gezielt in eine Richtung. Hinter dem Soundcore 2 zu sitzen, ist auf Dauer unbefriedigend.

Für leises Podcast-Hören ist die Abstufung im unteren Lautstärkebereich fein genug, bei genauem Hinhören zeigt sich aber ein leichtes Rauschen. Filme und Serien klingen aufgrund der klaren Sprach- und Geräuschwiedergabe schön und auch für Telefonie ist der Speaker geeignet. Allerdings nur, wenn die Teilnehmer dabei wie Hühner auf der Stange vor dem Speaker sitzen.

Zugegeben, der JBL Clip 2 ist schon ein wenig älter und mit dem Clip 3 hat der zu Harman gehörende Hersteller bereits einen Nachfolger auf den Markt gebracht. Bei diesem hat er allerdings ein wichtiges Feature des Vorgängermodells gestrichen: Einmal rund um das Gehäuse des Lautsprechers wickelt JBL beim Clip 2 ein fest installiertes Klinkenkabel, das abgewickelt etwa 35 Zentimeter lang ist.

JBL Clip 2 (10 Bilder)

Dank eines Karabinerhakens lässt sich der Lautsprecher fast überall aufhängen.

In vielen Situationen kann das die musikalische Unterhaltung retten. Denn auch wenn viele Smartphone-Hersteller inzwischen auf einen Klinkenanschluss verzichten, die Klangqualität von Notebooks, Beamern oder klangschwachen Fernsehern (Kaufberatung) lässt sich so flexibel und ganz ohne Kabelsuche verbessern. Besser ist in dem Fall selbstredend eine Soundbar (Kaufberatung). Und auch klanglich überzeugt die ältere Version des Clip-Lautsprechers, der trotz seiner kleinen Größe überraschend viel Bassleistung bietet. Baubedingt strahlt der JBL Clip 2 die Musik allerdings nach oben aus. Das verteilt den Sound im Vergleich zum 360-Grad-Sound des Soundcore Mini deutlich schlechter im Raum.

Dafür ist der Lautsprecher womöglich auch gar nicht konzipiert worden. Denn der fest installierte Karabinerhaken fordert fast dazu auf, den Speaker an die Gürtelschlaufe oder an den Rucksack zu hängen. Gerät man dabei in einen Regenschauer, ist der Speaker nach IPX7 gegen Wasser geschützt. Lediglich die Akkulaufzeit ist mit fünf Stunden recht schwach und ganz modern sieht der 2016 erschienene Bluetooth-Speaker inzwischen auch nicht mehr aus. Sein aktueller Preis von etwa 40 Euro macht den Clip 2 zu unserem Outdoor-Tipp.

Musikgenuss in Stereo-Sound ermöglicht der Hersteller Blaupunkt mit dem BT7. Kabellos lassen sich zwei Modelle des Speakers miteinander verbinden und über die von Blaupunkt True Wireless Stereo, kurz TWS, getaufte Funktion in Einklang bringen.

Die Einrichtung geht einfach von der Hand und dann ist das Duett der beiden Lautsprecher ein echter Genuss. Frank Zappas Inca Roads fliegt von einem Lautsprecher zum anderen und wieder zurück. Verzögerungen oder Asynchronität konnten wir beim Test zu keinem Zeitpunkt feststellen.

Blaupunkt BT7 (10 Bilder)

Zwei Modelle des Blaupunkt BT7 lassen sich kabellos zu einem Stereopaar verbinden.

Im Einzelbetrieb zeigt sich der BT7 als recht kraftvoller Lautsprecher, der trotz ähnlicher Form aber klanglich nicht mit dem Soundcore 2 mithalten kann. Ein recht blecherner Sound führt dazu, dass schrille Töne bei hoher Lautstärke ziemlich ins Trommelfell stechen. Bässe gibt der Lautsprecher aber angenehm klar wider. Erneut zeigt Billie Eilishs Xanny aber, wo Schluss ist. Dann übersteuert der Lautsprecher und der Sound verliert an Qualität. Leise Töne gibt der BT7 im Testfeld am besten wieder. Podcasts lassen sich ohne Rauschen bei geringer Lautstärke abspielen. Wie beim Soundcore 2 sind die beiden 3-Watt-Treiber aber an der gleichen Gehäuseseite angebracht. Wieder wird der Klang hinter oder neben dem Lautsprecher dumpf und bei längerem Zuhören unangenehm.

Der eingebaute Akku ist mit einer Kapazität von 1800 Milliamperestunden ziemlich knapp bemessen. Die Laufzeit gibt der Hersteller mit sechs Stunden an. Als Negativum fallen zudem laute und nervige Systemsounds auf, die uns beim ersten Anschalten zusammenschrecken ließen. Zertifiziert wasserdicht ist der BT7 ebenfalls nicht. Zum Schutz gegen hohe Luftfeuchtigkeit, beispielsweise im Badezimmer, verschließt Blaupunkt die Anschlüsse des Lautsprechers mit Gumminoppen. Da diese nicht mit dem Gehäuse verbunden sind, ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sie abhandenkommen.

In Rabattaktionen lässt sich der JBL Go 2 inzwischen regelmäßig für unter 20 Euro ergattern. Aus diesem Grund haben wir den rechteckigen Mini-Speaker als Preistipp in unseren Artikel mit aufgenommen. Denn für den geringen Preis lässt die Verarbeitung keine Wünsche übrig. Ohne zu zögern haben wir den Lautsprecher mit IPX7-Zertifizierung beim Fotoshooting mit Wasser übergossen und anschließend wieder in den Rucksack geworfen. Alternativ passt der kleine Bluetooth-Speaker auch locker in die Hosentasche.

JBL Go 2 (10 Bilder)

Der robuste JBL Go 2 taugt dank IPX7-Zertifizierung als Outdoor-Speaker.

Klanglich empfehlen wir den JBL Go 2 aber nicht allen Musik-Fans. Denn sobald Interpreten einen breiten Klangteppich auslegen, verschwimmen einzelne Instrumente und der Ton wird breiig. Bei Hip-Hop-Songs überrascht der Lautsprecher dann aber mit definierten Bassschlägen, bei denen der Speaker nicht zum Übersteuern neigt. Baubedingt, der JBL Go 2 ist nur 7 × 8,5 Zentimeter groß, ist die Bassleistung aber recht schwach und die Maximallautstärke gering. Die Musikqualität ist beim JBL Go 2 insgesamt am schlechtesten.

Für Podcasts reicht das aber voll und ganz aus. Stimmen klingen natürlich und JBL beugt dem Radiostimmen-Effekt, bei dem vor allem männliche Stimmen unnatürlich tief wirken, vor. Das wirkt sich auch positiv auf die Telefonqualität aus, wobei das eingebaute Mikrofon ein wenig leise ist. Zusammen mit kaum merklichem Rauschen bei geringer Lautstärke wird der JBL Go 2 so auch zum Tipp für Podcast-Fans.

Wer bei Bluetooth-Speakern unter 50 Euro nur Kompromisse erwartet, der hat sich getäuscht. Denn die günstigen Geräte machen im Alltag richtig Spaß, gerade weil man günstige Technik nicht immer mit Samthandschuhen anfassen will. Dabei ist der JBL Go 2 derart robust, dass man ihn bedenkenlos in den Sand werfen oder mit unter die Dusche nehmen kann. Klanglich überzeugt der Lautsprecher dafür aber nicht wirklich.

Als Gesamtsieger geht so der Anker Soundcore 2 aus dem Vergleich. Nicht nur bringt dieser mit seinen zwei 6-Watt-Treibern die höchste Nennleistung mit, er ist auch in der Praxis am lautesten. Und mit einer Akkulaufzeit von 24 Stunden und einer IPX7-Zertifizierung hält der Lautsprecher auch unterwegs am längsten durch.

Sonderfunktionen wie das eingebaute FM-Radio und der SD-Kartenschacht des Anker Soundcore Mini machen den winzigen Speaker womöglich zum interessantesten Modell in unserer Übersicht. Das Gerät zeigt, dass günstige Bluetooth-Speaker gegenüber teuren Alternativen sogar technische Vorteile bieten können. Nur die Klangqualität und der fehlende Wasserschutz sprechen in unseren Augen gegen eine Ausschreibung als Vergleichssieger. Ein Erfindungsreichtum, der sich auch beim JBL Clip 2 findet. Dank des integrierten Karabinerhakens und der Klinkenkabel-Kordel eignet sich dieses Modell sehr gut für den Einsatz an Rucksäcken oder im Auto.

Wer sich allgemein für das Thema BT-Speaker interessiert, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung Bluetooth-Lautsprecher – Satter Sound. Soll der Bluetooth-Lautsprecher speziell für den Außeneinsatz sein? Dann hilft die Lektüre unseres Beitrags Elf Outdoor-Lautsprecher mit Bluetooth im Vergleich.

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