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Bluetooth-Kopfhörer für unter 30 Euro im Vergleichstest

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Brauchbare Bluetooth-Kopfhörer müssen nicht automatisch teuer sein. Wir zeigen, welche günstigen Modelle sich in der Praxis bewähren.

Bluetooth-Kopfhörer sind nicht für all jene, deren Smartphone keine Klinkenbuchse mehr besitzt, die erste Wahl. Wir testen sechs beliebte Modelle mit unterschiedlichen Bauformen in der Preiskategorie bis 30 Euro. Das Testfeld umfasst folgende Kopfhörer:

Welches Design die Kopfhörer haben, ist für die Funktion weitgehend unerheblich. Wichtig ist, dass die In-Ears gut passen, bequem sind und auch bei Bewegung zuverlässig im Ohr bleiben. Das ist in unserem Testfeld bei fast allen Modellen der Fall. Lediglich der Airpod-Klon TWS i7s (Testbericht) macht einen Ausreißer. Sie sind uns zu groß und zu unbequem. Und das lässt sich wegen fehlender Silikon-Ohrpolster auch nicht ändern. Alle anderen Kopfhörer der Testreihe sind auch über mehrere Stunden hinweg, bequem und unauffällig. Unsere anfänglichen Vorurteile gegenüber Modellen mit Ear-Flaps haben sich nicht bestätigt. Die kleinen Silikonbügel sind kaum zu spüren und sie verbessern den Halt zuverlässig.

Die kleinen Silikonbügel, die sogenannten Ear-Flaps, halten die Ohrstöpsel in Position.

Modelle mit Nackenbügel sind insbesondere beim Sport praktisch, da sie auch bei Nicht-Benutzung jederzeit an Ort und Stelle bleiben, ohne zu verrutschen. Damit die Kopfhörer nicht unnötig herumbaumeln, sollten die In-Ears zudem magnetisch sein oder eine Halte-Klammer besitzen.

Dicke oder abgeflachte Kabel verhindern, dass sich die beiden Ohrstöpsel miteinander verheddern. Das klappt im Test erfreulich gut – wir hatten bei keinem der Testkandidaten Probleme deswegen.

In Sachen Verarbeitung gibt es lediglich bei den Modellen von Yigatech (Testbericht) und TWS (Testbericht) Gründe zur Beanstandung. Abgesehen von billigen Materialien und ungleichmäßigen Spaltmaßen, bezweifeln wir vor allem die Wasserfestigkeit des Headsets Sport v4.2. Selbst wenn die Kopfhörer nicht in starken Regenschauern zum Einsatz kommen, Schweiß und einzelne Regentropfen sollte jedes Headset aushalten. Beim Sport v4.2 und beim Airpod-Klon ist das äußerst fraglich.

Neben einem vernünftigen Tragekomfort ist vor allem die Soundqualität wichtig. Diese ist nicht zuletzt davon anhängig, ob die In-Ears ordentlich im Ohr sitzen. Wenn sie nicht weit genug in den Gehörhang eingeschoben sind, gehen die tiefen Töne verloren.

Der Klang ist bei den meisten Kopfhörern erfreulich gut. Ausnahmen sind auch hier der extrem billige Kopfhörer von Yigatech und das True-Wireless-Headset i7s. Diese beiden Modelle geben zwar Sound von sich, der Klang ist aber alles andere als gut. Es fehlt deutlich an Bass und der Sound ist insgesamt schlecht abgemischt. Außerdem überzeichnen die Klänge bei hoher Lautstärke.

Die Kopfhörer Sport 4.2 von Yigatech sehen gut aus, klingen aber schlecht.

Die restlichen Kopfhörer schneiden insgesamt gut ab. Die Hoch-, Mittel- und Tieftöner sind harmonisch gemischt und überzeichnen auch bei maximaler Lautstärke nicht. Wer Wert auf druckvollen Bass legt, sollte sich das Modell von Taotronics genauer ansehen. Hier hat das Headset TT-BH26 (Testbericht) die Nase vorn. Allerdings ist uns der Bassanteil sogar einen Tick zu hoch, weshalb wir den sehr harmonischen Sound der Anker Soundbuds Flow (Testbericht) vorziehen.

Mit dem kristallklaren Sound von teuren Marken-Kopfhörern ist der Klang unseres Testfeldes natürlich nicht vergleichbar. Für Normalverbraucher und sporadische Einsätze ist die Qualität aber absolut ausreichend. Audio-Fans mit sehr hohen Ansprüchen sollten sich trotzdem in einer deutlich höheren Preisklasse umsehen. Passende Modelle finden sich beispielsweise in unserem Test von 5 Sport-Kopfhörern.

Nicht alle Kopfhörer geben den Sound ohne Verzögerung wieder. Das ist in Ordnung, solange sie nur zum Anhören von Musik genutzt werden. Bei der Nutzung als Gaming-Headset oder beim Ansehen von Filmen nervt die Verzögerung. Die Kopfhörer von Yigatech und der Airpod-Klon sind auch diesbezüglich absolut unbrauchbar. Die Modelle von Ifrogz (Testbericht) und Renkforce (Testbericht) haben einen minimalen Versatz, für kurze Einsätze ist das noch ausreichend. Wer seine Kopfhörer regelmäßig zum Zocken und Fernsehen benutzen will, sollte ein anderes Modell wählen.

Das Telefonieren klappt mit allen Headsets. Die Qualität der verbauten Mikrofone ist allerdings recht unterschiedlich. Am schlechtesten schneiden auch hier die Modelle von TWS und Yigatech ab. Das Modell von Renkforce klingt zwar ordentlich, allerdings ist es im Vergleich zu den restlichen Headsets sehr windanfällig.

Neben einem Ladekabel gehören meist noch verschieden große Ohrpolster und, wenn vorhanden, Ear-Flaps zum Lieferumfang. Eine Aufbewahrungsmöglichkeit ist hingegen nicht bei allen Modellen enthalten. Wer seine Kopfhörer in Jackentasche oder im Rucksack transportiert, sollte darauf achten.

Die meisten Modelle sind ähnlich gut ausgestattet, wie der Kopfhörer von Anker.

Das Modell Plugz Wireless von Ifrogz verzichtet zwar auf eine Tasche, dafür hat es als eine magnetische Klemmvorrichtung. Diese ermöglicht es, die Kopfhörer kompakt zusammenzupacken. Der Hersteller bietet außerdem einen lebenslangen, kostenlosen, Austauschservice für die Ohrpolster. Sind diese kaputt oder abgenutzt, tauscht sie Ifrogz kostenlos um.

Die Bedienung der Kopfhörer erfolgt, bis auf beim True-Wireless-Modell, immer mithilfe einer Kabelfernbedienung. Die Steuerung ist bei allen Modellen identisch. Ein langer Druck auf den mittleren Taster schaltet die Kopfhörer an oder aus. Ein kurzes Antippen startet oder pausiert den Musik-Titel oder das Telefonat. Die Tasten für lauter und leiser sind ebenfalls doppelt belegt. Neben der Lautstärke sind sie auch zum vor- und zurückspulen zuständig.

Das Bedienteil der Plugz wireless hat eine magnetische Klammer für die Kabel.

Das Pairing und der automatische Reconnect klappt mit allen getesteten Modellen zuverlässig. Wer die Kopfhörer abwechselnd an Computer und Smartphone bedient, muss sie in den meisten Fällen aber händisch auswählen.

Das gleichzeitige Verbinden mit zwei Quellen, beispielsweise Computer und Smartphone, klappt nur mit dem Adorer B1 (Testbericht). Alle anderen Kopfhörer können immer nur auf ein Gerät zugreifen.

Übersicht
Hersteller Adorer Anker ifrogz Renkforce Taotronics TWS Yigatech
Modell B1 Soundbuds Flow Plugz Wireless RT-BTK-300 TT-BH26 i7s Sport V4.2
Bauart In Ear In Ear In Ear In Ear In Ear True Wireless In Ear
Ohrpolster
Ear-Flaps
Ohr-Bügel
Nackenbügel
Magnetische Ohrstöpsel
Gewicht 23 g 16 g 12 g 26 g 15 g 7 g 26 g
Schutzklasse IPX4 IPX5 IPX2 IPX4 IPX6 k.A. IPX5 (unglaubhaft)
Akkulaufzeit 6 h 30 min 6 h 30 min 4 h 40 min 4 h 40 min 7 h 20 min 2 h 2 h 30 min
zusätzlicher Lieferumfang Micro-USB-Kabel, 2 Paar Ohrpolster Micro-USB-Kabel, 2 Paar Ohrpolster, 2 Paar Ear-Flaps, 2 Klammern, Beutel Micro-USB-Kabel, 2 Paar Ohrpolster Micro-USB-Kabel, 2 Paar Ohrpolster, 2 Paar Ear-Flaps, Klammer, Beutel Micro-USB-Kabel, 2 Paar Ohrpolster, 2 Paar Ear-Flaps, Klammer, Beutel Micro-USB-Kabel, Ladeschale Micro-USB-Kabel, 2 Paar Ohrpolster, Ear-Flaps, Softcase
Klang gesamt **** ***** **** **** **** * **
Bass **** **** **** **** ***** * ***
Mikrofonqualität **** **** **** *** **** *** ***
Abschirmung *** *** *** *** *** * ***
Tragekomfort **** ***** **** ***** **** * ****
Verzögerungsfrei minimale Verzögerung
parallele Verbindung zu zwei Geräten
Anmerkungen Bedientaster schwierig zu ertasten, flache Bauform Identisch zu den Soundbuds Sport & Soundbuds Slim lebenslange Garantie auf Ohrpolster windanfälliges Mikrofon auch einzeln nutzbar, unbequem schlechte Verarbeitung, Schutzklasse nicht korrekt
Gesamtbewertung gut sehr gut gut gut sehr gut mangelhaft ausreichend
(Kein Produktbild vorhanden)

Adorer B1

Anker Soundbuds Flow/Sport/Slim

Anker Soundbuds Flow/Sport/Slim

ifrogz Plugz wireless

ifrogz Plugz wireless

Renkforce RF-BTK-300

Renkforce RF-BTK-300

TaoTronics TT-BH026 schwarz

Taotronics TT-BH26

(Kein Produktbild vorhanden)

TWS i7s

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Das 1-Cent-Modell Yigatech Sport 4.2 ist derzeit nur auf Amazon* zu finden.

Günstige Kopfhörer müssen nicht schlecht sein. Die Gesamtbewertung der getesteten Modelle ist, bis auf die zwei Ausreißer von TWS und Yigatech, durchwegs gut. Insgesamt gefallen uns die Modelle Soundbuds Flow von Anker (Testbericht) und TT-BH26 von Taotronics (Testbericht) am besten. Die Unterschiede zu den zweitplatzierten Geräten von Adorer, Ifrogz und Renkforce sind allerdings minimal.

Zur parallelen Nutzung mit zwei Geräten bleibt nur das Modell Adorer B1 (Testbericht). Den druckvollsten Bass und die längste Akkulaufzeit hat das TT-BH26 von Taotronics (Testbericht). Die Ifrogz Plugz Wireless (Testbericht) sind besonders kompakt und lassen sich auch ohne Tasche gut verstauen. Zum Zocken und Filme ansehen, empfehlen wir die Kopfhörer von Adorer, Anker und Taotronics. Am bequemsten finden wir die Modelle von Anker und Renkforce.

Wer einen möglichst harmonischen Klang sucht, muss bei allen Kopfhörern minimale Abstriche beim Bass machen. Tragekomfort und Design sind in erster Linie Geschmackssache und vom Ohr des Nutzers abhängig. Uns gefallen beispielsweise die Modelle mit Ear-Flaps und ohne Nackenbügel am besten – sie sind besonders kompakt und halten auch bei starken Kopfbewegungen zuverlässig.

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