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Bestenliste: Security-WLAN-Kameras mit Cloud-Speicher

von und Lenz Nölkel  //  Twitter

Wir haben zehn WLAN-Kameras mit Cloud-Speicher auf Herz und Nieren getestet. Diese Bestenliste zeigt, welche sich wirklich lohnt.

Fast alle von uns getesteten Kameras machen bezüglich Bewegungserkennung und Benachrichtigungsfunktion einen guten Job. Sie melden zuverlässig via App, wenn sich etwas tut. Vor allem bei Funktionsumfang und Ausstattung gibt es aber Unterschiede. Und beim wichtigen Punkt Bildqualität trennt sich die Spreu vom Weizen.

Cloud-basierte WLAN-Kameras richten sich in erster Linie an Nutzer, die sich nicht groß mit der Inbetriebnahme einer IP-Cam auseinandersetzen wollen. Ein wichtiger Punkt ist das Speichern von Aufnahmen in der Cloud des Betreibers, sodass der Nutzer nicht selbst einen eigenen Server oder einen netzgebundenen Speicher (NAS-Ratgeber) einrichten muss. Die Cloud-Dienste beim Hersteller der Security-Kameras sind allerdings in der Regel mit Einschränkungen versehen: Nur, wer ein kostenpflichtiges Abo abschließt, kommt in den Genuss des vollen Funktionsumfangs.

Die folgenden Kameras haben wir getestet:

Alternative Kameras und Kamerasysteme haben wir in unserem Beitrag Testsieger: Überwachungskameras für innen und außen zusammengefasst.

Die Cloud bezieht sich in diesem Zusammenhang üblicherweise auf Online-Speicher, auf dem die Kameras ihr Material ablegen. Je nach Hersteller läuft das komplette Video auf die Server des Anbieters; hat die Kamera eine Bewegung erkannt, wird der entsprechende Clip markiert. Bei anderen Modellen landen nur die Aufnahmen, auf denen etwas passiert ist, im Online-Speicher.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Hat die Bewegungserkennung nicht zuverlässig gearbeitet, ist das Material wie bei der Yi Home Camera 2020 (Testbericht) weg. Und wenn alles ins Netz geladen wird, kostet das nicht nur Datenspeicher, den sich der Anbieter wie bei der Ring Indoor Cam (Testbericht) oder Arlo Pro 2 (Testbericht) gut bezahlen lässt, sondern auch eigenes Datenvolumen.

Vorteil der Cloud-Lösung: Man muss nicht am Aufnahmeort für Speicherplatz sorgen und die Aufnahmen sind geschützt. Kein Einbrecher wird die Festplatten aus den Servern am anderen Ende der Welt klauen – bei Kameras mit integrierter SD-Karte wie der Yi Home Camera geht das viel einfacher. Außerdem muss man sich nicht um die Konfiguration eines Netzwerkspeichers kümmern oder mit IP-Adressen und Port Forwarding auseinandersetzen. Auch darum, dass man jederzeit und von überall an seine Aufnahmen oder das Live-Bild kommt, kümmert sich der Cloud-Anbieter.

Das Ganze hat aber natürlich auch Nachteile. Neben der bereits erwähnten Bandbreite, die für die Uploads benötigt wird, kostet es häufig Geld wie im Fall von Ring, Blink, Smartfrog, Logitech und Arlo. Aus der einmaligen Investition in eine Überwachungskamera wird ein dauerhafter Kostenblock. Meist geht es nur um wenige Euros im Monat, doch im Laufe von Jahren summiert sich das. Und zum Anderen begibt man sich in die Hände des Kamera-Herstellers. Ob seine Netze und sein Online-Speicher richtig und sicher konfiguriert sind, weiß nur der Hersteller selbst.

Unser Favorit bei den getesteten Sicherheitskameras ist die Somfy One+ (Testbericht). Dabei handelt es sich nicht nur um eine WLAN-Security-Cam, sondern um eine All-in-One-Sicherheitslösung fürs Zuhause. Das Gerät integriert eine 90 db laute Sirene und lässt sich mit Bewegungsmeldern und weiteren Sensoren des Herstellers vernetzen. Außerdem arbeitet Somfy One mit Amazon Alexa, Google Nest und TaHoma zusammen.

Bild: Techstage

Somfy One+ zeigt sich im Test als die professionellste Security-Kamera. Nicht zuletzt, weil der Nutzer der Kamera für 9,99 Euro monatlich sogar seinen eigenen Sicherheitsdienst bekommt, der im Alarmfall nachschaut, was los ist. Das Betrachten und Herunterladen der Videos von Ereignissen vor der Linse kostet nichts, für den kompletten Videoverlauf des Tages kommen Kosten von 4,99 Euro monatlich auf den Besitzer zu.

Die IN-8015 (Testbericht) des deutschen Unternehmens Instar belegt Platz 2 unserer Bestenliste. Es handelt sich dabei um eine schwenkbare Kamera für den Inneneinsatz, für Draußen hat das Unternehmen ebenfalls diverse Kameras im Angebot. Gefallen hat uns unter anderem die gute Bildqualität und die schnelle Ansprache beim Drehen der Kamera. Auch die Latenz beim Livebild war so niedrig wie bei keinem anderen Modell unserer Testreihe.

Bild: Techstage

Die Instar IN-8015 ist zwar nicht so intuitiv zu bedienen wie manch andere IP-Cam, dafür bietet sie neben einem großen Funktionsumfang tiefergehende Einstellungsmöglichkeiten. Was zusätzliche Kosten angeht, wird der Nutzer nicht zu einem monatlichen Cloud-Abo genötigt. Dafür gibt es Gutscheine für 10 GByte Speicherplatz auf dem Server des Unternehmens für ein Jahr. Der Preis von knapp 30 Euro für das folgende Jahr erscheint uns fair. Die Cloud ist bei der Instar IN-8015 allerdings optional, Aufnahmen können auch auf SD-Karte in der Kamera oder auf einem FTP-Server abgespeichert werden.

Die Eufycam 2c (Testbericht) landet mit leichter Bedienung, guter Aufnahmequalität, genauer Erkennung und lokaler Datensicherung auf Platz 3. Der Cloud-Dienst der App erlaubt den Zugriff auf die lokal gespeicherten Aufnahmen. Die Übertragung auf das Smartphone erfolgt durch eine 256-Bit-Verschlüsselung (AES). Aufnahmen und Personenerkennung funktionieren bei den Kameras einwandfrei. Vor allem Nachtsichtaufnahmen sind bei der 2c überdurchschnittlich hell und kontrastreich. Auf ein Sirene muss man bei der Kamera aber leider verzichten. Auch lässt sich der lokale Speicher nicht erweitern. Ist der voll, werden alte Aufnahmen gelöscht. Zwar will der Hersteller das per Software-Update ändern noch gibt es dafür aber keinen genauen Termin.

Die WLAN-Kamera Arlo Pro 2 (Testbericht) punktet im Test bei Ausstattung Erweiterbarkeit und Nutzung via App und Webportal. Die Cam ist für innen und außen geeignet. Sie ist mittlerweile nicht nur günstiger als die Arlo Pro der ersten Generation, sonder hat endlich auch aufgeräumte Cloud-Abos (Link zum Anbieter). Zum Testzeitpunkt im Februar 2019 sorgte der Tarif-Dschungel noch für eine Note Abzug.

Jetzt nutzt man die Pro 2 kostenlos mit Live-Stream und Benachrichtigungen oder zahlt rund 3 Euro im Monat für alle weiteren Funktionen wie die Erkennung von Mensch, Tier und Fahrzeug sowie den Cloud-Speicher von 30 Tagen. Für 4,50 im Monat gibt es zudem noch Videoaufnahmen in 4K – wers braucht. Das bringt der Arlo Pro 2 einen besseren Platz in unserer Bestenliste.

Die Logitech Circle 2 (Testbericht) eignet sich für den Einsatz innen oder draußen vor der Haustür. Gefallen hat uns neben der guten und soliden Verarbeitung die Bildqualität und die Performance der Kamera übers Netzwerk. Was die Bedienung und das User-Interface angeht, kann die Circle 2 ebenfalls punkten: Intuitiver lässt sich keine andere Cam in unserem Testfeld steuern.

Bild: Techstage

Was die Nutzung der Logitech-Cloud angeht, klingt das Gebotene auf den ersten Blick fair. Ohne Abo gibt es Zugriff auf die Aufnahmen der letzten 24 Stunden, für 14 oder 31 Tage werden 3,99 Euro respektive 9,99 Euro monatlich fällig. Allerdings bezieht sich dies auf die Nutzung nur einer Kamera. Mit drei Kameras und einem 31-Tage-Abo ist der Nutzer also bei knapp 18 Euro monatlichen Kosten.

Nachtsicht, Bewegungserkennung und so klein wie eine Nektarine – die Überwachungskamera Blink Mini (Testbericht) kostet gerade einmal 35 Euro. Die Einrichtung und Bedienung der Kamera sind kinderleicht. Der Funktionsumfang ist üppig und die Bildqualität herausragend.

Indoor-Kameras mit Cloud (10 Bilder)

Testbericht: Ring Indoor Cam

Wermutstropfen sind dafür die schlechte Qualität der Audioaufzeichnungen sowie der Cloud-Abo-Zwang. Denn nur wer monatlich zahlt, kann die Blink auch in vollem Umfang nutzen. Bei Tonaufnahmen ist ein dauerhaftes Rauschen in jeder Aufzeichnung enthalten. Zwar hört man Stimmen noch einigermaßen deutlich, aber das Rauschen überdeckt viel. Eine lokale Sicherung von Daten etwa über Micro-SD-Karte ist nicht möglich. Stattdessen muss man sich das Blink-Sync-Modul 2 separat kaufen, will man seine Videoaufnahmen lokal sichern. Wer das nicht macht, ist auf die Cloud angewiesen. Wie bei Arlo oder Ring zahlt man hier monatlich 3 Euro, damit man seine Aufnahmen speichern kann.

Zwar macht die IP-Kamera von Smartfrog (Testbericht) in Sachen Wertigkeit nicht viel her, überzeugt uns aber in Sachen Funktionsumfang und Zuverlässigkeit bei Meldungen. Wie bei fast allen Geräten in unserer Testreihe gibt es auch hier Bewegungs- und Geräuscherkennung, Babyphone-Funktion und Nachtsicht. All dies funktionierte im Test gut. Gut gefällt auch die Möglichkeit, mehrere Smartphones und Computer als weitere Kameras ins System zu integrieren. Bis zu zehn Geräte arbeiten so zusammen.

Bild: Techstage

Die Smartfrog Cam ist ab 6 Euro monatlich erhältlich, ohne Mindestvertragslaufzeit und monatlich kündbar - inklusive Kamera, 24 Stunden Cloudspeicher und App. Nach 24 Monaten Laufzeit wird die Kamera automatisch Eigentum des Nutzers. Smartfrog ist auch ohne Abo zu haben, dann kostet die Hardware inklusive 4 Stunden Videospeicher und App knapp 150 Euro. Wer möchte, kann den Videospeicher auf 7 (für 5,95 Euro) oder 30 Tage (für 14,95 Euro) erweitern.

Die Ring Indoor Cam (Testbericht) überzeugt vor allem mit Leistung und Bedienung. Lautsprecher, Nachtaufnahmen sowie die generelle Bildqualität gefallen uns im Test. Wir empfehlen die Cam als Ergänzung für existente heimische Ring-Systeme. Als einziger Speicher für die Aufnahmen steht leider nur die Ring-Cloud zur Verfügung. Leider, weil sie in der kostenfreien Variante nur Live-Stream und Benachrichtigungen auf dem Smartphone bietet. Wer einen Speicher will, zahlt 3 Euro pro Gerät im Monat. Zudem kommt Ring immer wieder in Negativschlagzeilen, was Datenpannen angeht (Link zu heise). Das verschafft ihr dann auch nur den achten Platz in unserer Bestenliste.

Dass die Canary Flex (Testbericht) bei uns auf dem neunten Platz landet, ist vor allem der schlechten Bildqualität geschuldet. Während alle anderen IP-Cams diesbezüglich zumindest zufriedenstellend waren, ist die Qualität hier enttäuschend – obwohl der Hersteller sogar einen 1080p-Image-Sensor verspricht. Die Auflösung bei unseren Videos betrug allerdings nur 720p. Auch die Latenz bei der Übertragung des Livebildes war bei der Canary Flex sehr hoch.

Bild: Techstage

Die sowohl für den Innen- als auch Außeneinsatz gedachte Kamera hat uns bezüglich Funktionsumfang und Performance zwar gefallen, allerdings gibt es nur wenige Einstellungsmöglichkeiten. Beispielsweise gibt es keine Option, manuell ein Video aufzunehmen. Videos der von der Kamera festgestellten Aktivitäten kann der Nutzer bis zu 24 Stunden nach Aufnahme herunterladen, für monatlich 9,99 US-Dollar bis zu 30 Tage.

Die Yi Home Camera (Testbericht) kostet gerade einmal 25 Euro und liefert ein gutes Ergebnis bei Tag und Nacht. Das war es leider aber auch schon. Digitale Bewegungs- und Geräuscherkennung sind unbrauchbar – sie funktionieren schlicht nicht. Größtes Problem aber: Der Datenschutz wird bei der Kamera nicht gewährleistet. Sie speichert Aufnahmen unter anderem in den USA, aber auch in anderen Ländern, in denen Yi tätig ist; also auch China. Wer damit leben kann, bekommt für 25 Euro immerhin eine Kamera, die das Bild der eigenen Wohnung von der ganzen Welt aus anzeigt.

Beste Qualität kostet auch viel. Das zeigt beispielsweise die Arlo Pro 2 oder Eufycam 2c. Letztlich kommt es aber auf die individuellen Anwendungsgebiete an. Hat man etwa bereits ein Blink-Abo, lohnt sich die Blink Mini. Will man auf jeden Fall einen Cloud-Speicher mit deutschem Standort, dann ist die Instar eine Alternative.

Alternative Kameras und Kamerasysteme haben wir in unserem Beitrag Testsieger: Überwachungskameras für innen und außen zusammengefasst.

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