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Automatische Bewässerung für Wohnzimmer, Balkon & Terrasse

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Bewässerungssysteme ohne Wasseranschluss ab 25 Euro versorgen Blumen und Pflanzen bis zu 30 Tage ohne Zutun mit Wasser. Wir zeigen Pumpen, Steuerungen und Sensoren.

Wer nicht täglich Gießkannen schleppen will oder im Urlaub ist, braucht eine Lösung, um seine Pflanzen zu bewässern. Wir geben einen Überblick, welche Möglichkeiten zur Pflanzenbewässerung für Balkon und Terrasse ab 25 Euro zur Auswahl stehen. Ist ein Wasseranschluss vorhanden, etwa im Garten, zeigen wir passende Produkte im Ratgeber: Wer braucht welche Bewässerungsanlage. Und wer lieber im Innenbereich seine Kräuter aufziehen will, findet mehr Informationen im Vergleichstest: 4 smarte Indoor-Gärten.

Während die einfachsten Systeme rein physikalisch nach dem Kapillarprinzip arbeiten, haben wir uns hier elektrische Bewässerungen mit Steuerung und Sensoren angesehen.

Für die automatisierte Bewässerung braucht man generell drei Komponenten: Wasser, Pumpe und Schläuche. Die Pumpe kommt ein Gefäß wie einen gefüllten Eimer und leitet das Wasser zu den Pflanzen über die Schläuche weiter. Hat man viele Pflanzen, muss die Pumpe mehr Leistung bringen und der Wasserbehälter entsprechend größer sein. Günstige Pumpen von Pearl versorgen beispielsweise zehn Pflanzen gleichzeitig mit Wasser.

Dann stellt sich die Frage, ob das Bewässerungssystem nur den nächsten Urlaub überbrücken oder Kräuter & Co. langfristig mit Wasser versorgen soll – entsprechend unterschiedlich sind die Ansprüche an die Lösungen. Soll das Ganze dann auch noch zu bestimmten Uhrzeiten bewässern oder gar smart auf Regen und Luftfeuchtigkeit reagieren, müssen Steuereinheit und gegebenenfalls Sensoren eingeplant werden. Zudem sollten die Lösungen Überschwemmungen verhindern können. Ist das nicht der Fall empfehlen wir den Zukauf von entsprechenden Sensoren, die eine Mitteilung auf das Smartphone senden, oder der komplette Eigenbau – dazu später mehr.

Budget-Modelle wie Royal Gardneer NX-7370 oder Ultranatura Bewässerungsanlage starten ab 25 Euro. Das reicht, um Pflanzen im Urlaub mit Wasser zu versorgen. Nicht im Lieferumfang enthalten ist ein Wasserbehälter; ein günstiger Eimer aus dem Baumarkt reicht. Zudem sollten die Pflanzen idealerweise nur einen Meter vom Automaten entfernt stehen. Grund: Die Billig-Modelle haben meist nur einen mitgelieferten Schlauch von 10 Metern. Will man also zehn Pflanzen gleichzeitig bewässern, muss der Schlauch in zehn Abschnitte geteilt werden.

Billige Bewässerungsautomaten (4 Bilder)

Bewässerungsautomaten wie von Royal Gardineer sind leicht zu bedienen.

Die restliche Inbetriebnahme ist einfach. Die Pumpe kommt in einen Wasserbehälter. Im Anschluss stellt man Bewässerungsfrequenz und -dauer am Automaten ein. So kann man die Pumpe beispielsweise dreimal täglich für 60 Sekunden aktivieren – oder nur Mittwochs für zwei Minuten. Aber Achtung: Mit den Einstellungen muss man experimentieren und genau planen. Andernfalls bekommen die Pflanzen zu viel Wasser oder der Wasservorrat geht aus, bevor man aus dem Urlaub zurück ist. Zudem wird bei den Budget-Modellen früher oder später auch die Pumpe ausfallen, denn die wird mit Strom aus AA-Batterien versorgt. Laut Hersteller soll das einen Betrieb für 30 Tage gewährleisten. Wir empfehlen allerdings, maximal 14 Tage mit den billigen Modellen einzuplanen; schließlich geben die Hersteller bei der Laufzeit keine Häufigkeit der Bewässerung an. Wer sparsame Pflanzen bewässert, kommt mit einem 10-Liter-Eimer sowie einer maximalen Bewässerungszeit von 30 Sekunden pro Tag für einen Monat hin.

Qualitativ sind die Automaten von Royal Gardineer & Co. akzeptabel. Beim mitgelieferten Schlauch und bei der Pumpe merkt man einfach, dass es sich um Billig-Produkte handelt. Der Schlauch passt nur mit viel Kraft in die Öffnungen der Bewässerungseinheit. Die Pumpe wird nach einiger Zeit im Gebrauch den Geist aufgeben – als Filter kommt nur ein sehr grobes Plastiknetz zum Einsatz. Ist das Wasser am Einsatzort etwa sehr kalkhaltig, führt das zu schnellerem Verschleiß.

Auch ein Eigenbau ist für die Bewässerung möglich. (Bild: Make)

Aber was ist, wenn es regnet oder die Pflanzen schon genug Wasser haben? Für rund fünf Euro mehr baut man sich einfach einen Bewässerungsautomaten mit smarten Funktionen. Der ist dann sogar mit einem Netzteil am Strom angeschlossen. Beispielhaft haben die Kollegen des Make-Magazins (Ausgabe 02/2020) eine Variante konstruiert, die sogar im Dauerbetrieb Überschwemmungen verhindert. Der Wasservorrat befindet sich nämlich in einem Blumenkasten direkt unter den Pflanzen. Die stehen auf einer Platte, durch die alles überflüssig geförderte Wasser wieder in den Vorratsbehälter zurückfließt. Da auch bei Dauerpumpen maximal so viel Wasser in den Behälter läuft wie abgepumpt wird, kann nichts überfließen. Das gilt auch, falls einer der Schläuche zu den Töpfen undicht wird, da sich auch die undichte Stelle stets über dem Blumenkasten und der Rücklaufmöglichkeit in der Deckelplatte befindet. Bei den kommerziellen Modellen gibt es so eine Wasserrückgewinnung nicht. Die richtige Wassermenge ermittelt die DIY-Bewässerung für jede Pflanze individuell durch Boden-Feuchtigkeitssensoren. Die komplette Bastelanleitung und Komponenten findet man auf heise online.

Soll das Bewässerungssystem ganzjährig zum Einsatz kommen, braucht man andere Lösungen.

Wer langfristig größere Mengen an Pflanzen automatisiert bewässern will, sollte sich die kommerziellen Lösungen von Gardena oder Kärcher ansehen. Auch die nutzen ein Netzteil zur Stromversorgung. Preislich geht es hier ab rund 100 Euro los. Die Systeme eignen sich etwa zur Bewässerung von Hochbeten auf der Dachterrasse oder für den Kräutergarten auf dem Stadtbalkon.

Im Gegensatz zum Budget-Modell oder dem Eigenbau setzen Gardena und Kärcher auf die Micro-Drip-Technik. Statt dass zu einer bestimmten Zeit das Wasser läuft, versorgen Micro-Drip-Schläuche die Pflanzen längerfristig oder nach Zeitplan mit geringen Mengen Wasser. Das ist vor allem beim Anbau von Gurken und Tomaten wichtig, denn diese Pflanzen brauchen einen dauerhaft feuchten Boden, um irgendwann knackig auf dem Teller landen.

Micro-Drip-Systeme von Gardena und Kärcher sind modular und vielfältig einsetzbar.

Das Schlauch-System ist aber nur die halbe Miete. Wie bei den anderen Bewässerungsoptionen braucht man auch hier Wasserpumpe und Behälter. Als Wasserzulieferer kommt in Abhängigkeit von Größe und Tiefe des Wasserbehälters eine kleine oder große Pumpe zum Einsatz. Die Unterschiede der Modelle liegen vor allem in der Pumpleistung. Die kleine Pumpe, die Teil des Micro-Drip-Startersets ist, schafft bis zu 2 Liter Wasser pro Stunde zu den Pflanzen. Das reicht für gut 10 Kräuter, bei Tomaten & Co. entsprechend weniger Pflanzen. Die größere Regenfasspumpe Solo von Gardena transportiert bis zu 2000 Liter pro Stunde, die BP2 von Kärcher 3000 Liter – weitere Modelle sogar 5000 oder gar 13.000 Liter. Für einen Balkon ist das aber übertrieben. Solche Pumpen sind eher etwas für den Schrebergarten.

Nachteil bei der ganzen Sache: Irgendwer muss natürlich die ganzen Wassermengen regelmäßig nachfüllen. Das bedeutet, dass man einmal alle ein bis zwei Wochen – je nach Pumpe und Wasserbehälter – auffüllen muss. Ist der Behälter größer als ein 10-Liter-Eimer, darf man mehrmals laufen.

Vorteil: Wie der Eigenbau kann zumindest auch die Gardena-Lösung smart sein. Beispielsweise, indem man sich die Pumpe Solo zulegt und dann den Bewässerungscomputer Smart Water Control montiert. Der ist wiederum mit den Feuchtesensoren von Gardena kompatibel. Der Kostenpunkt liegt dann allerdings gleich bei 400 Euro aufwärts.

Wer in den Urlaub fährt und einfach will, dass seine Pflanzen bei der Rückkehr noch leben, ist bereits mit den billigen Bewässerungsautomaten von Pearl & Co. gut bedient. Für 26 Euro kann man wenig falsch machen. Will man hingegen, dass beispielsweise Kräuter langfristig und nahezu autonom gedeiht, muss man entweder ein solches System basteln oder auf die kommerziellen Produkte von Gardena setzen.

Alternative Bewässerungssysteme für Wasseranschlüsse haben wir im Ratgeber: Wer braucht welche Bewässerungsanlage zusammengefasst.

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