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Armbänder für die Apple Watch: Geht's auch günstiger?

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von und Lenz Nölkel  // 

Originale Armbänder für die Apple Watch kosten mehr als so manche Smartwatch. Wir verraten, ob sich die günstigen Alternativen lohnen.

Zubehör wie Display- und Gehäuseschutz für die Apple Watch (Ratgeber) oder Ladedocks für iPhone, Apple Watch und Airpods (Ratgeber) gibt es in zahlreichen Varianten. Mit den Armbändern sieht es ähnlich aus. Ersatz- oder Austauscharmbänder für die Apple-Watch-Serie bekommt man von nahezu hunderten No-Name-Herstellern. Während die Preise für originale Bänder zwischen 50 und 150 Euro liegen, kosten die günstigen Alternativen nur einen Bruchteil. Los geht es ab circa 5 Euro. Für unsere Übersicht haben wir verschiedene Modelle im unteren Preisbereich ausprobiert.

Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen billigem Nachbau und teurem Original ist auf den ersten Blick selten auszumachen. Erst bei sehr genauer Betrachtung fallen kleine Abweichungen ins Auge. So sitzt beispielsweise ein magnetischer Verschluss beim Original passgenau. Die günstigen Armbänder sind häufig nicht ganz so exakt gearbeitet und weisen Abweichungen auf. Sie lassen sich um circa einen Millimeter hin und her verschieben. Im Alltag fällt das nicht auf, die Qualitätsabweichungen sind zu gering.

Die günstigen Modelle halten sehr gut an der Apple Watch.

Entscheidend ist die Frage, ob die Armbänder vernünftig an der Uhr halten. Die von uns getesteten Armbänder halten im Test genauso gut an der Watch wie das Original. Das gilt auch für die magnetischen Schließen, sie halten zuverlässig, selbst beim Sport.

Wie es mit den verwendeten Materialien der günstigen Bänder aussieht, ist deutlich schwieriger zu beantworten. Die von uns in Augenschein genommenen Modelle haben überwiegend einen vernünftigen Eindruck hinterlassen. Die Metall-Armbänder haben keinerlei scharfe Kanten und sind vernünftig verarbeitet. Die Silikon-Armbänder sind ebenso ordentlich verarbeitet und riechen nicht unangenehm. Hautreaktionen sind bei den Tests ebenfalls ausgeblieben. Ob das allerdings für alle günstigsten Modelle gilt, lässt sich ohne Tests nicht pauschal beantworten.

Das originale Milanaise-Armband gehört mit einem Preis ab 99 Euro zu den teureren Bändern für die Watch-Serie. Milanaise-Armbänder bestehen aus einem engmaschigen Metallgeflecht und einem magnetischen Verschluss. Die Armbänder wirken edel und legere zugleich. Sie haben eine sehr angenehme Haptik und fühlen sich fast an, als wären sie aus Stoff. Im Sommer kommt durch das engmaschige Armband Luft ans Handgelenk, was Schweißbildung vermeidet.

Das günstige Milanaise-Armband sieht auch nach mehreren Monaten Dauernutzung erfreulich gut aus.

Das originale Milanaise-Armband ist optisch fast nicht von unserem Noname-Modell zu unterscheiden. Die Verarbeitung der kleinen Maschen ist auch beim günstigen Armband tadellos. Der magnetische Verschluss hält zuverlässig und steht dem Original in nichts nach. Lediglich die Passung zwischen Armband und Uhr ist, wie oben erwähnt, nicht ganz so exakt, wie bei Apples Armband. Außerdem ist das Original etwas steifer und minimal schwerer. Während des Tests wurde das Milanaise-Armband aufgrund seiner Haptik zu unserem persönlichen Favoriten.

In einigen Foren und Kundenkommentaren beschweren sich einige Käufer sehr billiger Exemplare über die Bildung von Roststellen am Armband. Dies scheint allerdings nur bei wenigen und sehr günstigen Modellen ein Problem zu sein. Bei unserem Armband ist davon zumindest (noch) nichts zu sehen. Bei farbigen Milanaise-Armbändern stellt sich die Frage nach der Haltbarkeit. Bei billigen No-Name-Bändern besteht die Gefahr, dass sich die Farbe abnutzt und das blanke Metall zum Vorschein kommt. Auch hier raten wir eher zu klassischen silbernen Bändern.

Das günstige Milanaise-Armbande ist erfreulich hochwertig.

Wir hatten für mehrere Monate ein günstiges Milanaise-Armband für knapp 16 Euro im Einsatz. Das Armband hat sich trotz einiger Bedenken in der Praxis sehr gut geschlagen. Die magnetischen Schnallen halten absolut zuverlässig. Das sehr feine Metallgitter ist trotz täglicher Benutzung in gutem Zustand und zeigt nur minimalen Farbabrieb. Dies ist aber lediglich ein optischer Mangel. Die Struktur des filigran gearbeiteten Armbandes ist vollkommen unbeschädigt. Die Befürchtung, es würden sich mit der Zeit in seine Einzelteile zerlegen, hat sich nicht bestätigt. Der Tragekomfort ist angenehm und Hautunverträglichkeiten konnten wir keine feststellen. Von uns gibt es hier eine Kaufempfehlung. Selbst wer sich wegen des Farbabriebs alle 6 Monate ein neues Armband kauft, spart einen Haufen Geld.

Schwere Gliederarmbänder aus Edelstahl sehen edel aus und verpassen der Apple Watch einen klassischen Look. Wer bisher dachte, Apples Smartwatch sei teuer, muss jetzt stark sein. Der Preis für die originalen Gliederarmbänder liegt zwischen 349 und 449 Euro – das ist genauso teuer wie die Watch Serie 5 mit Aluminiumgehäuse! Alternativ gibt es für den Betrag auch eine Skagen Falster 3 (Testbericht) und eine Huawei Watch GT 2 (Testbericht).

Die Verarbeitung beim günstigen Modell ist in Ordnung, kann aber nicht mit hochwertigen Armbändern mithalten.

Wer trotzdem nicht auf den Look verzichten will, kommt mit Armbändern von Drittanbietern um Welten günstiger davon. Das von uns getestete Modell von Jetech kostet knapp 14 Euro. Trotz des Budget-Preises gehören neben dem Edelstahlarmband, ein Spezialwerkzeug und drei Ersatz-Federstifte zum Lieferumfang. Das aus Metall gefertigte Werkzeug ist zwar nicht hochwertig, erfüllt aber seinen Zeck. Das Kürzen des Armbandes durch Entfernung einzelner Elemente klappt problemlos.

Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt in Ordnung, wenn auch nicht hoch. Die Fertigungstoleranzen sind nicht mit teuren Armbändern vergleichbar. Trotzdem erfüllt das Jetech-Armband seinen Zweck. Die magnetische Verbindung zur Apple Watch und die Faltschließe halten zuverlässig. Bei der schwarzen Variante entdecken wir dennoch eine Schwachstelle. Die Oberfläche ist anfällig für Kratzer, welche das blanke Metall zum Vorschein bringen. Wer sich für ein Gliederarmband eines Drittherstellers entscheidet, sollte sich entweder für ein silbernes Armband oder für eine Variante im höheren Preissegment entscheiden.

Das Werkzeug (zum Kürzen des Armbandes) gehört zum Lieferumfang.

Klassische Armbänder aus Leder haben einen hohen Tragekomfort und einen klassischen bis modernen Look. Die originalen Armbänder verkauft Apple für rund 100 bis 150 Euro. Für den Preis gibt es ein sehr hochwertig verarbeitetes Echtlederarmband mit Magnetverschluss in einer von acht Farben. Markenarmbänder von Belkin oder Hama, kosten beispielsweise zwischen 20 und 60 Euro. Auch hier setzen die Hersteller auf eine gute Verarbeitung und zum Teil Echtleder. Die Bänder besitzen allerdings meist einen klassischeren Look, häufig mit einer Standardschließe.

Wer es bunter und ausgefallener möchte, bekommt eine riesige Auswahl an verschiedenen Budget-Modellen für unter 20 Euro. Erfahrungsgemäß bestehen die ganz billigen Varianten nicht aus Echtleder. Die zweite Schwachstelle der billigen Leder-Imitat-Bänder ist eine wesentlich schlechtere Haltbarkeit gegenüber dem Original. Das Resultat sind nach wenigen Wochen aus der Form geratene Armbänder mit aufgeplatzten Kanten und Farbabrieb.

Wer ein Lederarmband möchte, sollte dementsprechend lieber etwas tiefer in die Tasche greifen oder das Armband alle paar Monate ersetzen.

Die in verschiedenen Farben erhältlichen Kunststoffarmbänder eignen sich sowohl für den Alltagsgebrauch als auch für sportliche Aktivitäten. Wer sich für ein Original entscheidet zahlt etwa 50. Selbst die namenhaften Hersteller, wie Hama, verlangen häufig weniger als 10 Euro für ein vergleichbares Armband. Das mehrfarbige Modell von Tpulling kostet gar unter einem Euro.

Die Auswahl an unterschiedlichen Sportarmbänderen ist riesig.

Die von uns getesteten Bänder machen insgesamt einen sehr positiven Eindruck. Sie sehen gut aus, sind erfreulich gut verarbeitet und riechen nicht unangenehm. Sitz und Halt am Handgelenk sind nicht vom teuren Apple-Armband zu unterschieden. Und das für einen Bruchteil des Preises. Ein weiterer signifikanter Vorteil der günstigen Modelle ist die riesige Auswahl an Farben, Mustern und Designs. Wer es farbenfroh und auffällig mag, ist hiermit gut beraten. Die Passgenauigkeit zwischen Uhr und Armband ist zwar auch bei diesen Bändern nicht ganz so exakt, im Alltag fällt das allerdings nicht auf. Wer keine Lust auf den Magnetverschluss hat, bekommt auch Modelle mit klassischer Schließe.

Neben den aufgeführten Modellen hatt Apple noch diverse Kombivarianten und Sonderformen an Armbändern für die Watch-Serie. Mit der Hermès-Kollektion kann ein Drittanbieter natürlich nicht mithalten. Dafür bekommt man für die 350 Euro eines Hermès-Armbandes einen Lebensvorrat an bunten Billig-Armbändern. Die Qualität der Armbänder ist dabei von Fall zu Fall recht unterschiedlich. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass die Verarbeitung größtenteils ausreichend bis gut ist und die Bänder zuverlässig an der Apple Watch halten.

Bei den Drittanbieter-Modellen gibt es deutlich mehr Varianten als von Apple.

Für Outdoor-Aktivitäten sind dabei Armbänder mit integriertem Gehäuseschutz (wie das oben verlinkte Hama-Silikonband) interessant. Diese geben der Uhr einen guten Halt und bewahren die Watch vor Kratzern.

Insgesamt sind wir von den günstigen Armbändern positiv überrascht. Zwar kann keines der von uns getesteten Modelle zu 100 Prozent mit den originalen Apple-Produkten mithalten, der Unterschied ist allerdings minimal. Allein der zum Teil extreme Preisunterschied rechtfertigt einen genaueren Blick auf die Armbänder der Drittanbieter.

Von den von uns getesteten Varianten hinterlassen insbesondere die Sportmodelle und das Milanaise-Armband einen sehr guten Eindruck. Wer auf sein Budget achten muss, kann bedenkenlos zuschlagen. Selbst wenn Qualität oder Haltbarkeit in Einzelfällen nicht gut sein mögen – das Risiko ist bei Preisen von unter 20 Euro sehr überschaubar.

Bei den günstigen Leder- und Gliederarmbändern ist der qualitative Unterschied zu den originalen Apple-Produkten etwas höher. Schlecht schneiden die Drittherstellerprodukte deshalb trotzdem nicht ab. Hinsichtlich des extremen Preisunterschiedes lohnt sich der Kauf zumindest für jene Nutzer, die Ihr Armband gerne öfter wechseln.

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