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Apple Airplay: Netzwerk-Lautsprecher bespielen ab 50 €

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Airplay ist praktisch. Egal ob vom iPhone, dem Macbook oder dem iPad, mit dem Protokoll lässt sich die Wiedergabe von Lautsprechern im lokalen Netzwerk einfach und bequem steuern.

Den Großteil ihrer Musik dürften die meisten entweder über Streaming-Dienste wie Spofity & Co. oder digital auf dem Smartphone oder Tablet hören. Was aber, wenn man keine Lust auf Kopfhörer hat? Kein Problem, dafür haben aktuelle iPhones, iPads und Macs das Streaming-Protokoll Airplay an Bord. Damit überträgt man Musik einfach an alle kompatiblen Lautsprecher im gleichen WLAN.

In diesem Artikel zeigen wir, was Airplay 2 gegenüber Airplay 1 besser macht, wo die Unterschiede zu Systemen wie Chromecast oder Spotify Connect liegen und welche Produkte Airplay überhaupt unterstützen.

Der Ratgeber ist Teil unserer Themenwelt rund um Multi-Room-Systeme. In älteren Artikeln stellen wir darin etwa die unterschiedlichen Ansätze für Multi-Room (Ratgeber) vor, erklären Spotify Connect (Ratgeber) im Detail und testen Systeme wie etwa den Sonos Move (Testbericht).

Anders als Musikstreaming per Bluetooth setzt Airplay auf WLAN zur Übertragung von Musik. Das hat mehrere Vorteile: Dank der höheren Bandbreite kann Apple etwa einen besseren Musik-Codec nutzen. Dazu kommt, dass dank WLAN die Reichweitenbegrenzung von Bluetooh wegfällt. Solange Apple-Gerät und Lautsprecher im gleichen WLAN sind, kann man die Musik von überall steuern.

Mit iOS 14.4 kam Ende Mai 2018 Airplay 2 auf die Apple-Produkte. Dabei gibt es mehrere sinnvolle Verbesserungen zum ersten Standard. So kann man nun beispielsweise weiter Musik hören, wenn man angerufen wird. Mit Airplay 1 wurde die Wiedergabe dabei noch unterbrochen. Ebenfalls neu ist die Multi-Room-Funktion. Dank Airplay 2 kann man kompatible Geräte im Netzwerk gruppieren und so die gleiche Musik auf mehreren Lautsprechern oder in unterschiedlichen Räumen wiedergeben. Dies ging vorher nur über iTunes. Ebenfalls neu waren die Integration in Siri und Homekit.

Ein weiteres wichtiges Update ist das verbesserte Buffering. Wo es bei Airplay 1 immer wieder zu kurzen Unterbrechungen bei der Musikwiedergabe kommen konnte, nutzt Airplay 2 das jeweilige Kontrollgerät als Cache. Damit sollte unterbrechungsfreier Musikgenuss kein Problem sein.

Airplay 2 ist auf den ersten Blick nicht so anders als etwa ein Multiroom-System wie Sonos oder das Spotify-Connect-Protokoll. Die Unterschiede zeigen sich erst, wenn man genauer hinsieht. Die größten Punkte sind dabei:

1. (Fast) Apple-Only. Fast schon typisch für den Konzern ist, dass Airplay größtenteils den eigenen Produkten vorbehalten ist. Es ist Bestandteil von iOS und Mac OS und entsprechend nicht auf Android verfügbar. Windows ist eine Ausnahme, zumindest, wenn man iTunes zur Musikwiedergabe nutzt. Da Apple aber iTunes offenbar aufteilen möchte (heise online: iTunes-Ende auch unter Windows absehbar), ist die Zukunft für Airplay unter Windows alles andere als sicher.

Airplay von Apple-Geräten ist sowieso gesetzt - aber auch Windows-Nutzer können Airplay verwenden. Zumindest, wenn sie iTunes zur Musikwiedergabe nutzen.

2. Apple liefert wenig eigene Endgeräte, mit Ausnahme des Homepods oder von Apple TV 44. Ansonsten verlässt sich der Hersteller auf die Kooperation mit anderen Produzenten, etwa Bose, Denon oder JBL. Auch Sonos hat kompatible Geräte, allerdings ist Airplay nicht auf allen Produkten verfügbar. Die schon etwas älteren Play:3 in der Testwohnung, ließen sich beispielsweise nicht darüber ansprechen.

3. Apple wählt Hersteller genauer aus. Wo Chromecast gefühlt auf jedem Gerät mit WLAN läuft, ist man bei Apple bei der Auswahl der Geräte deutlich beschränkter. Apple hat offenbar den Daumen sehr genau darauf, wer welche Technik lizenzieren darf.

Beim Abspielen von Inhalten kann man nahezu jedes aktuelle Apple-Produkt nutzen. Airplay 2 wird auf iPad und iPhone ab Version 11.4 angeboten. Auf den Mac läuft es ab MacOS High Sierra 10.13.6. Sprich, wer ein aktuelles Gerät mit aktueller Software hat, der sieht das Airplay-Symbol wahrscheinlich direkt und kann seine Musik auf entsprechende Endgeräte streamen. Apple Homepod (Testbericht) und der Apple TV 4K (Testbericht) können Airplay-2-Inhalte empfangen und selbst auf kompatible Geräte streamen.

Apple Homepod (15 Bilder)

Apple Homepod

Testbericht

Günstigsten Preis finden

Drei große Kategorien gibt es für alle, die Airplay von einem anderen Anbieter nutzen möchten: Lautsprecher, Multiroom-Systeme und Verstärker. Lautsprecher sind dabei der einfachste und billigste Einstieg. Die Lautsprecher Concert W1 von Terratec gibt es etwa mit Airplay 1 und WLAN bereits für um die 50 Euro. Auch Panasonic und JBL haben Geräte unter 100 Euro. Wer Airplay 2 möchte, der hat bei einzelnen Lautsprechern die Wahl zwischen dem Bose Portable Home Speakers (Testbericht), mehreren Geräten von Libratone und dem Sonos Move (Testbericht).

Bose Portable Home Speaker (9 Bilder)

Die Steuerelemente an der Oberseite sitzen in leichten Vertiefungen.

Deutlich größer wird die Auswahl, wenn man auf Multiroom-Systeme wechselt. Neben den aktuellen Sonos-Lautsprechern und -Soundbars kann man etwa Produkte von B&W, Bang & Olufsen, Bose, Denon oder Harman Kardon wählen. Gegenüber einem festen System wie etwa Sonos haben Airplay-Nutzer den Vorteil, dass sie Geräte mischen können. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man bereits eine vernünftige Anlage besitzt. Denn es gibt mehrere Receiver, die Airplay (und auch Spotify Connect) direkt integriert haben. Es kann sich also lohnen, den alten Receiver durch ein aktuelles Modell zu ersetzen, vor allem, wenn man hochwertige Lautsprecher besitzt.

Wer eine Airplay-taugliche Kompaktanlage sucht, der hat die günstigste Auswahl, wenn er sich auf Airplay 1 beschränkt. Soll es partout Airplay 2 bei einer Kompaktanlage sein, dann bleibt nur die Bose-Wave-Serie. Leider scheint es derzeit keine Adapter zu geben, mit denen man Airplay etwa auf einen Cinch-Eingang übertragen kann. Schade, denn die Bluetooth-Dongles zum Nachrüsten konnten im Test nicht so ganz überzeugen. Ein Airplay-2-Adapter könnte da eine sehr gute Alternative sein.

Wer sowieso mit iPad, iPhone oder Macbook unterwegs ist, für den ist Airplay eine praktische Erweiterung. Wie immer muss man sich im Apple-Universum quasi um nichts kümmern. Sobald man eine App oder Musik antippt, kann man die Audio-Ausgabe auf einen passenden Lautsprecher umleiten. Da Apple die Lizenz offenbar unter genauer Kontrolle hält, sind die jeweiligen Endgeräte zwar oft etwas teurer als die alternativen Protokolle, dafür haben sie aber eine entsprechend hohe Audioqualität.

Wer dagegen zu Hause eine gemischte Umgebung hat, etwa mit Android-Smartphones, iPads und Windows-Rechner, der wird mit Airplay wahrscheinlich nicht glücklich. Hier empfehlen wir ein dediziertes Multiroom-System (Ratgeber), etwa von Sonos (Themenwelt), Denon Heos (Testbericht) oder Yamaha (Testbericht). Spotify-Nutzer können alternativ zu Geräten mit Spotify Connect greifen. Mehr dazu im Ratgeber Spotify Connect.

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