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Alexa, Google Assistant und Siri günstig im Auto nachrüsten

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Mit Echo Auto zeigt Amazon die erste offizielle Möglichkeit, mit Alexa im Auto zu sprechen. TechStage testet die Lösung und zeigt weitere Alternativen um Alexa, Google Assistant und Siri im Auto nachzurüsten.

Amazon Echo Auto ist in den USA schon länger auf den Markt, nun findet die Nachrüstlösung ihren Weg nach Deutschland. Echo Auto verbindet sich via Bluetooth mit dem Smartphone, erfasst Sprachbefehle über acht Mikrofone und gibt Audio und Sprache über die Sound-Anlage des Autos wieder. Wir haben Echo Auto ausprobiert und verraten, ob sich die Investition von aktuell 60 Euro lohnt. Außerdem zeigen wir weitere Möglichkeiten, Alexa und auch die Sprachassistenten von Google und Apple ins Auto zu holen.

Wer sich für Sprachassistenten von Amazon interessiert, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung Amazon Echo: Alle Modelle im Vergleich.

Bei Echo Auto beeindruckt uns die hohe Genauigkeit der acht Mikrofone. So versteht Echo Auto selbst bei voll aufgedrehter Lüftung sowohl das (nicht veränderbare) Aktivierungswort Alexa, als auch den nachfolgenden Sprachbefehl zuverlässig. Das zeigt sich auch bei Telefonaten, die per Sprache getätigt, angenommen, aber nicht aufgelegt werden können. Dort bemerkte unser Gegenüber nicht mal, dass wir im Auto über die laute Lüftung einen kleinen Orkan entfachten. Damit liefert Echo Auto gerade in älteren Autos eine sehr gut funktionierende Freisprecheinrichtung zum Nachrüsten.

Amazon Echo Auto (20 Bilder)

Wir probierten Echo Auto mit einem Android-Smartphone aus. Alexa befolgt unsere Anweisungen einen Radiosender oder die Lieblingsmusik über Amazon Music oder Spotify abzuspielen anstandslos. Auch die Navigation funktionierte tadellos und öffnet Google Maps mit Ziel auf dem Smartphone. Das funktioniert auch, wenn man etwa Android Auto über das Entertainment-System im Fahrzeug nutzt.

Die Einrichtung geht über die korrespondierenden Alexa-App einfach von der Hand. Strom bezieht der kleine Lauscher über seinen Micro-USB-Port, ein entsprechendes Kabel liegt bei. Dieses steckt man entweder in eine existierende USB-A-Buchse des Autos oder man nutzt den beiliegenden Adapter für den Zigarettenanzünder. Der bringt dankenswerterweise gleich zwei USB-A-Ports mit, so kann man etwa zusätzlich das Smartphone daran laden.

Einrichtung Amazon Echo Auto (17 Bilder)

Für die Audioverbindung zum Auto setzt Echo Autor primär auf Bluetooth. Sollte das Sound-System Bluetooth nicht unterstützen, legt Amazon dem Echo Auto ein 3,5-mm-Klinkenkabel bei. Besitzt das Radio keinen entsprechenden Eingang, muss man zu externen Lösungen greifen. Amazon empfiehlt etwa einen FM-Transmitter (Vier KFZ-Bluetooth-Transmitter im Vergleichstest) oder einen Audiokassettenadapter mit Klinkenkabel. Schade, dass Amazon im Echo Auto nicht gleich einen FM-Transmitter integriert. So hätte sie eine wirklich universelle Alexa-Nachrüstlösung für alte Autos sein können.

Damit die Mikrofone des Echo Auto den Innenraum möglichst gut abdecken, sollte man ihn recht weit oben anbringen. Dafür bietet sich etwa das Lüftungsgitter über dem Autoradio an. Dort klemmt die mitgelieferte Halterung zuverlässig. Das Echo Auto selbst haftet daran magnetisch. Das ist gut gelöst, so kann man es problemlos mit einer Hand entfernen und wieder anbringen. Weniger gut gefällt uns das Kabelmanagement. Selbst wenn sich Echo Auto via Bluetooth mit dem Autoradio verbindet, führt stets ein Kabel zur Stromversorgung zum Gerät.

Wer bereits einen Echo Dot (2. Gen Testbericht) zu Hause herumliegen hat und nicht mehr benötigt, der bekommt Alexa auch anders ins Auto. Mit den neuen Echo Dot (3. Gen Testbericht) geht das nicht, da der zur Stromversorgung statt eines Micro-USB-Ports einen Rundholstecker nutzt. Die Version mit Micro-USB-Port kann man einfach über einen existierenden USB-A-Port am Auto, eine Powerbank oder einen Adapter für den Zigarettenzünder mit Strom versorgen. Audio und Sprachausgabe gibt er vergleichbar dem Echo Auto über Bluetooth, 3,5-mm-Klinkenkabel, FM-Transmitter oder Adapterkassette an Sound-System des Autos weiter. Zur Not nutzt man die kleinen integrierten Lautsprecher des Amazon Echo Dots. Musik klingt darüber gerade im Auto grausig, für die Sprachwiedergabe reicht es jedoch meist.

Damit der Dot im Auto funktioniert, benötigt es eine WLAN-Verbindung. Diese baut man am besten über Tethering am Smartphone auf. Ein entsprechend großzügig dimensioniertes Datenvolumen des Mobilfunkanbieters bietet sich dafür an. Als Befestigung kann man beispielsweise eine magnetische Smartphone-Halterung wie die Aukey HD-C5 (Testbericht) effektiv zweckentfremden.

Geht es um externe Lösungen, um Apple Sprachassistentin Siri im Auto nachzurüsten, ist die Auswahl dünn. Am ehesten erfüllt noch Mobile Home von Beanco für etwa 60 Euro die Erwartungen. Das kleine Gerät klemmt über eine Metallklammer an der Sonnenblende. Sein Akku soll das Gerät sechs Monate lang mit Strom versorgen. Unsere Kollegen von heise.de haben dazu eine News.

Für den Google Assistant gibt es aktuellere Lösungen für den Zigarettenanzünder zum Beispiel von JBL oder Anker, die vergleichbar mit Echo Auto funktionieren. Deutlich eleganter ist Android Auto und Apple Carplay über einen externen Moniceiver, also einen Receiver mit Monitor. Was ältere Autos dafür benötigen, ist ein 2-DIN-Schacht, in dem das alte zu ersetzende Autoradio steckt. Moniceiver kosten unter 350 Euro und machen dumme alten Autos sofort zu schlauen Entertainment-Alleskönnern.

JVC KW-M745DBT Menüführung (15 Bilder)

Deren Installation ist nicht immer ganz einfach, vor allem weil die Tiefe der 2-DIN-Schächte und das jeweilige Kabelmanagement von Automarke zu Automarke stark variiert. Üblicherweise hilft die Anleitung weiter. Wenn nichts mehr hilft, sollte man zum Profi um die Ecke gehen.

Alle Moniceiver bieten große Touchscreens und massig Funktionen. Neben UKW sollte man auf DAB+-Unterstützung achten, hier ist dann üblicherweise noch eine externe Antenne nötig. Die Unterstützung von Android Auto und Apple Carplay funktioniert meist kabelgebunden. Einmal angeschlossen, reagieren die Systeme entsprechend per Sprachbefehl auf das Aktivierungswort.

Recht einfach spielt das Radio so Audio-Streaming-Anbieter wie Spotify, Apple Music, Deezer und Co. ab. Auf Wunsch liest Android Auto eingehende Nachrichten vor und beantwortet sie über Speech-to-Text. Das funktioniert gut, nur beim Vorlesen von Emojis wird es häufig unfreiwillig komisch. Richtig toll ist die Navigation, die sich ebenfalls per Sprache bedienen lässt und teuren Einbaulösungen der Automobilhersteller in nichts nachsteht. Zusätzlich unterstützen die Autoradios Bluetooth. So können mobile Geräte Musik auf die Moniceiver streamen, ohne per Kabel verbunden zu sein.

Wir empfehlen dazu die Einzeltests zu den Entertainment-Systemen Sony XAV-AX3005 (Testbericht), Kenwood DMX7017DABS (Testbericht) und JVC KW-M745DBT (Testbericht). Welcher von den dreien der besten ist, verraten wir im Vergleichstest: Moniceiver mit Android Auto und Apple Carplay.

Echo Auto beeindruckt uns vor allem mit seinen sehr gut funktionierenden Mikrofonen und der damit verbundenen sehr guten Qualität als Freisprecheinrichtung. Ansonsten bietet Echo Auto das meiste von dem, was sich Alexa-Fans im Auto von ihrer Sprachassistentin erwarten. Die Hardware an sich ist gut, das Kabelmanagement hätte man dennoch eleganter lösen können und auch ein integrierter FM-Transmitter hätte viele Freunde gefunden.

Die aktuell wohl eleganteste Möglichkeit, einen Sprachassistenten in Form des Google Assistant oder Apples Siri nachzurüsten, stellen Moniceiver dar. Sie kosten zwar mit etwa 350 Euro deutlich mehr als Echo Auto, bietet aber eine Feature-Liste, bei der so mancher Besitzer eines gut ausgestattetes Auto neidisch werden könnte. Wir empfehlen dazu unseren Vergleichstest: Moniceiver mit Android Auto und Apple Carplay.

Sehr beliebt sind auch günstige Nachrüstlösungen für Head-Up-Displays, mehr dazu im Beitrag
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