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Die besten Actioncams im Vergleich

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Gopro Hero 8, DJI Osmo Action und Insta360 One R (4K) – Wer eine hochwertige Actioncam sucht, hat die Qual der Wahl. Wir haben die derzeit besten Modelle getestet und zeigen deren Stärken und Schwächen.

Gopro steht als Synonym für Actioncams, aber nicht nur der Hersteller aus Kalifornien liefert eine ordentliche Qualität. Zu den besten in den letzten Monaten getesteten Geräten gehören neben der Gopro Hero 8 (Testbericht), die Osmo Action vom Drohnenhersteller DJI (Testbericht) und die modulare One R vom 360-Grad-Kamerasezialisten Insta360 (Testbericht) im Zusammenspiel mit dem 4K-Weitwinkelmodul. In diesem Artikel stellen wir die drei verschiedenen Actioncams gegenüber und zeigen ihren jeweiligen Stärken und Schwächen.

Alle drei Kameras ähneln sich sowohl beim Aufbau, als auch beim Gewicht, den Abmessungen und der hohen Verarbeitungsqualität – trotzdem hat jedes Modell seine Alleinstellungsmerkmale. Bis zu einer gewissen Tiefe sind die Hero 8, die Osmo Action und die One R wasserdicht. Für Tauchtouren sind für alle drei Modelle spezielle Unterwassergehäuse mit Tauchtiefen von 30 Metern und mehr erhältlich.

Die Hero 8 hat als einzige Kamera einen aufklappbaren Actioncam-Mount auf der Unterseite. So unspektakulär dieses Extra erscheinen mag, so effektiv und praktisch ist es bei der Nutzung. Bei älteren Versionen der Hero und bei Osmo Action, sowie der One R ist die Installation auf einem Stativ nur mit einem zusätzlichen Rahmen möglich. Eine schwarz- weiß-Anzeige auf der Vorderseite zeigt die aktuellen Einstellungen an, sie eignet sich allerdings nicht zur Überprüfung des Kamerabildes. Die Steuerung geschieht mit Hilfe von insgesamt zwei Tastern und dem rückseitigen Touchscreen. Die Linse ist fest im Gehäuse integriert und nicht austauschbar. Bei einer Beschädigung des Glases muss die Hero 8 eingeschickt werden.

Die Osmo Action verfügt nicht nur über den größten Touchscreen auf der Rückseite, sie besitzt außerdem ein zweites Farbdisplay an der Front. Dies ist nicht nur für Selfie-Aufnahmen praktisch, sondern hilft bei der Bildkontrolle an schwer zugänglichen Stellen. Eine Steuerung per Frontdisplay ist allerdings nicht möglich. Für Einstellungen sind insgesamt drei Taster und der Touchscreen auf der Rückseite zuständig. Die Linse vor der eigentlichen Kameraoptik ist mit wenigen Handgriffen austauschbar. Eine kleine Kühlrippe auf der Vorderseite sorgt für eine reduzierte Temperatur bei längerem Betrieb.

Die Befestigung ohne Frame ist nur bei der Hero 8 möglich.

Die One R hat zwar das kleinste Display verbaut, dieses ist dank des modularen Aufbaus aber drehbar und kann nach hinten oder nach vorne zeigen. Die Bedienung ist durch die Größe des Displays verhältnismäßig fummelig. Die Schutzlinse vor der Optik ist austauschbar. Ersatzlinsen sind derzeit allerdings noch nicht verfügbar. Wenn die One R per USB-C mit Strom versorgt wird, ist es möglich, sie komplett ohne Akku zu betreiben. Das spart Gewicht und macht die Kamera ein ganzes Stück kompakter.

Gopro DJI Insta360
Hero 8 Osmo Action One R (4K)
Abmessungen in mm 66 x 48 x 28 65 x 42 x 35 72 x 48 x 32 (72 x 36 x 32 ohne Akku)
Gewicht 124 g 124 g 121 g (87 g ohne Akku)
Wasserdicht bis 10 m 11 m 5 m
Speicherkarte Micro-SD Micro-SD Micro-SD
Akku austauschbar, 1220 mAh austauschbar, 1300 mAh austauschbar, 1190 mAh
Anschlüsse USB-C USB-C USB-C
Tasten 2 3 2
Linse fest verbaut austauschbar austauschbar
Stativgewinde nein nein nein
Actioncammount integriert nur mit Rahmen nur mit Rahmen

Von den technischen Eckdaten sind alle drei Kameras ähnlich aufgestellt. Der in allen drei Modellen verwendete CMOS-Bildsensor mit einer Größe von 1/2,3 Zoll hat eine Blende von f/2,8 und ermöglicht Fotos mit einer Auflösung von bis zu 12 Megapixeln. Die maximale Auflösung bei Videos liegt bei 4K mit einer Bildwiederholungsfrequenz von maximal 60 Bildern pro Sekunde. Bei niedrigeren Auflösungen unterscheiden sich die Bildwiederholungsraten minimal.

Gopro DJI Insta360
Hero 8 Osmo Action One R (4K)
4K bis zu 60 fps bis zu 60 fps bis zu 60 fps
2,7K bis zu 120 fps bis zu 60 fps bis zu 100 fps
1080p bis zu 240 fps bis zu 240 fps bis zu 200 fps
HDR-Video nein ja ja
Fotoauflösung 12 Megapixel 12 Megapixel 12 Megapixel
Blende 2,8 2,8 2,8

Die Stabilisierung der Videos funktioniert bei allen drei Modellen sehr gut und ermöglicht ruhige Aufnahmen ohne zusätzliches Gimbal. Im direkten Vergleich sind Osmo Action und One R der Hero 8 in dieser Disziplin nur minimal unterlegen.

Die Bildqualität ist ebenfalls bei allen drei Kandidaten sehr hoch. Bei entsprechenden Settings sind Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen und bei Nacht überraschend gut. Wie bei der Stabilisierung hat hier Gopro subjektiv minimal die Nase vorn. Viel mehr lässt sich aus dem kleinen Bildsensor wohl gar nicht herausholen. Wer tatsächlich noch höhere Ansprüche an Dynamikumfang, Schärfe und Farbtreue hat, braucht einen größeren Bildsensor. Die modulare Insta360 One R ist beispielsweise mit einem Weitwinkel-1-Zoll-Kameramodul verfügbar. Dieses Setting ist derzeit allerdings noch sehr teuer. Für den Vergleich haben wir uns deshalb nur das mit der Konkurrenz vergleichbare 4K-Weitwinkelmodul angesehen.

HDR-Videos ermöglichen nur die Osmo Action und die One R. Bei Gopro ist die HDR-Funktion nur für Fotos verfügbar. Der Funktionsumfang ist ansonsten nahezu identisch. Neben normalen Videos beherrschen die Kameras Zeitlupen- und Zeitrafferaufnahmen, Serienfotos oder Bilderreihen. Eine spezielle Funktion zur Aufzeichnung von Sternenbewegungen bietet nur die One R.

Die Akkus sitzen an unterschiedlichen Stellen.

Die Akkulaufzeit beträgt im Test bei allen drei Modellen knapp eine Stunde bei 4K-Auflösung. Bei niedriger Auflösung oder Zeitrafferaufnahmen halten die Akkus deutlich länger. Sollte das nicht ausreichen, klappt während des Betriebs die Stromversorgung per USB-C-Kabel und einer Powerbank. Bei langen Aufnahmen in 4K heizen sich insbesondere die Hero 8 und die Insta360 One R deutlich auf. Bei der Osmo Action ist die Wärmeentwicklung nicht ganz so extrem.

Bei der Bedienung sind die Unterschiede nur minimal und zum Teil eine Frage des persönlichen Geschmacks. Das bequemste Handling bietet aus unserer Sicht die Hero 8. Die Individualisierungsmöglichkeiten und Schnellzugriffe erlauben ein bequemes und zügiges Arbeiten. Allerdings zeigt sich der Touchscreen mitunter etwas zickig und reagiert nicht immer so prompt, wie wir es uns wünschen. Bei der One R ist die Steuerung zwar sehr gut durchdacht, der verhältnismäßig kleine Touchscreen macht die Bedienung aber etwas kniffelig. Die Oberfläche der Osmo Action ist insgesamt etwas weniger intuitiv, allerdings hat man sich schnell daran gewöhnt. Der Touchscreen arbeitet zuverlässiger als der von Gopro.

Beim Einschalten ist die Osmo Action ein Ideechen schneller als die Hero 8. Die One R hat in diesem Punkt klar das Nachsehen. Während die Kameras von DJI und Gopro nach knapp einer Sekunde einsatzfähig sind, braucht der Startvorgang der Insta360 One R gut fünf Sekunden. Muss es schnell gehen, ist dies im Zweifel zu langsam.

Bei großen Displays fällt die Bedienung deutlich einfacher.

Die Apps zur Steuerung der Kameras sind ebenfalls, wenig überraschend, sehr ähnlich. Den augenfälligsten Unterschied gibt es hier bei Insta360. Videos der One R landen in einem herstellereigenen Format auf der Speicherkarte. Wer sie ansehen, teilen, oder bearbeiten will, muss diese erst in der App umwandeln und exportieren. Dieser Zwischenschritt entfällt bei Hero 8 und Osmo Action. Ein Vorteil hat diese Vorgehensweise trotzdem. Wer im Nachhinein den Sichtwinkel ändern oder die Stabilisierung ein- oder ausschalten will, kann dies per App tun. Bei den anderen beiden Kameras landen die Videos mit den bei der Aufnahme gesetzten Einstellungen auf der Speicherkarte. Im Test der One R ist die App mehrmals abgestürzt und konnte in Sachen Stabilität noch nicht mit der Konkurrenz mithalten. Es bleibt die Hoffnung, dass der Hersteller dieses Problem mit zukünftigen Updates löst.

Für alle drei Actioncams gibt es massig Zubehör in Form von Halterungen, Gehäusen, Taschen, Stativen und mehr. Bei dieser Preisklasse empfehlen wir bei echten Actionaufnahmen grundsätzlich den Kauf von hochwertigen Komponenten. Nichts wäre ärgerlicher als der Verlust der Actioncam, nur weil man am Zubehör gespart hat. Für statische Aufnahmen tun es natürlich günstige Halterungen ebenfalls.

Wer die Actioncam häufig nutzen will, sollte sich mit zusätzlichen Akkus und einem Mehrfachladegerät ausrüsten.

GoPro HERO8 Black (CHDHX-801)

Gopro Hero 8 Black

DJI Osmo Action (186899)

DJI Osmo Action

Insta360 One R 4K Wide Angle Editon

Insta360 One R 4K

Geht es hauptsächlich um beste Bildqualität, einfaches Handling und bestmögliche Stabilisierung der Videos, macht die Gopro Hero 8 das Rennen. Das gelungene Gesamtpaket hat allerdings einen hohen Preis. Kritik gibt es lediglich für die fest installierte und nicht austauschbare Frontlinse, sowie für den ungenaue Touchscreen.

In Sachen Preis-Leistung geht die DJI Osmo Pocket als Gewinner hervor. Neben der guten Verarbeitung, den beiden gut funktionierenden Monitoren und der hohen Bildqualität, hat im Test vor allem die gute Stabilisierung überzeugt.

Die Insta360 One R tut sich zusammen mit dem 4K-Weitwinkelmodul schwer gegen die Konkurrenz. Zwar sind Bildqualität und Stabilisierung sehr gut, aber der höhere Preis im Vergleich zur Osmo Action und die aktuell noch nicht 100 Prozent stabile App geben leichte Punkteabzüge. Der große Vorteil der Kamera liegt in ihrem modularen Aufbau. Wer beispielsweise in das 1-Zoll- oder das 360-Grad-Modul investiert, kann noch deutlich mehr aus der One R herausholen. Welche Aufsätze verfügbar sind, zeigt unser Ratgeber. Für sehr spezielle Anwendungen lohnt sich die One R aber allemal. Wer die Actioncam auf seinen Multicopter mit dem Flugakku per Strom versorgt, kann auf den eigentlichen Akku verzichten und so einiges an Gewicht im Vergleich zu Gopro und DJI einsparen.

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