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Abstimmung: Das beste Foto-Smartphone 2020 im Blindtest

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Gute Kameras bieten mittlerweile viele Smartphones, doch welche ist die Beste der Besten? Unsere Leser sind aufgerufen, genau das zu entscheiden – in einem Blindtest.

Update: Die Ergebnisse sind da! Unsere Leser hatten eine Woche Zeit, das Foto mit der ihrer Meinung nach besten Bildqualität in den Rubriken Tageslicht-, Weitwinkel-, 3-fach-Zoom-, 10-fach-Zoom- und Nachtaufnahme zu wählen, jetzt veröffentlichen wir Gewinner und Verlierer dieser Abstimmung. Die meisten Interessenten dürften dabei handfeste Überraschungen erleben, wir zumindest hatten bisweilen tatsächlich andere Reihenfolgen vor Augen.

In unserem vergangenen Blindtest (Artikel) fragten wir am Ende, welche Blind-Tests wir in Zukunft durchführend sollen. Das Ergebnis war zwiegespalten, aktuelle Top-Smartphones lagen in der Lesergunst in etwa auf einem Niveau mit Mittelklasse-Smartphones. Da seit dem letzten Blindtest mehrere hochpreisige Modelle hinzugekommen sind, die wir inzwischen auch fast alle im Test hatten, haben wir uns genau für diese Modelle entschieden: Highend-Smartphones mit Spitzenkameras.

In diesem Vergleich treten gegeneinander an: Xiaomi Mi 10 Pro (Testbericht), Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht), Huawei P40 Pro+ (Testbericht), Oneplus 8 Pro (Testbericht) und Sony Xperia 1 II. Letzteres hat uns gerade erst erreicht, als verheißungsvolles Spitzenmodell wollten wir es aber auch ohne vorherigen Test mit im Blindtest haben. Im Gegensatz zum aktuellen iPhone. Denn während es sich bei den genannten Modellen um die 2020er-Generation handelt, kommt die von Apple erst noch. Andere Spitzenmodelle wie das Realme X50 Pro 5G (Testbericht) haben wir außen vor gelassen, weil sie bei aller Güte im Detail noch nicht ganz an die aufgezählten Spitzenmodelle der Konkurrenz herankommen.

Wie im letzten Blindtest müssen sich die Probanden unterschiedlichen Szenarien stellen, auf die wir in den jeweiligen Bereichen näher eingehen. Erster Unterschied: Wir haben die Aufnahmen auf einem Stativ gemacht. Wie beim letzten Mal hatten alle Smartphones dafür nur genau einen Versuch – wer es auf einem Stativ nicht schafft, eine ordentliche Aufnahme zu knipsen, gehört schlicht und ergreifend nicht in die Reihe der anderen Top-Smartphones. Für ein Stativ haben wir uns in erster Linie entschieden, um einerseits Bewegungen und daraus resultierende Unschärfe möglichst zu eliminieren, andererseits, um den Fokus möglichst exakt auf den gleichen Punkt ausrichten zu können. Beim Fokussieren blieben die Smartphones sich selbst überlassen, eine manuelle Neufokussierung gab es nicht.

Die Aufnahmen wurden direkt nacheinander geknipst. Dabei wurde versucht, den zeitlichen Abstand so gering wie möglich zu halten, um die gleiche Lichtstimmung einzufangen. Um ungewollte Bewegung des Smartphones beim Auslösen zu vermeiden, kam der Selbstauslöser mit – in den meisten Fällen – 5 Sekunden Verzögerung zum Einsatz. Falls möglich wurde der gleiche Fotomodus gewählt. Das Sony-Modell hatte allerdings zum Testzeitpunkt noch keinen dedizierten Nachtmodus und musste die entsprechende Disziplin im normalen Automatikmodus absolvieren.

Bei Zoom-Aufnahmen wurde ohne Rücksicht auf technische Möglichkeiten der Geräte eine feste Zoomstufe gewählt. Alle Aufnahmen entstanden – sofern nicht anders erwähnt – im Automatikmodus, den der Großteil der Smartphone-Fotografen im Alltag verwendet. Künstliche Intelligenz ist bei allen Aufnahmen aktiviert. Hier noch einmal ein Tipp, wie ein Vergleich am besten möglich ist:

  1. Auf das Thumbnail klicken (kann wegen der Bildgröße etwas dauern, die Ansicht wirkt "verwaschen")
  2. Rechtsklick auf das (große) Bild
  3. dann die URL kopieren
  4. diese dann in einem neuem Tab öffnen
  5. anschließend einmal auf das Bild klicken, um 100%-Vergrößerung zu erhalten
  6. jetzt lassen sich beliebige Zoomstufen über das Vergrößerungs-Feature (Strg+Mausrad-Dreh oder Strg+1 bis 10) des Browsers einstellen.

Alle Bilder vom Huawei P40 Pro+ aus dem Test (19 Bilder)

Außenaufnahmen bei Tag machen heute alle Smartphone-Kameras ab der Mittelklasse mit links: Es gibt genug Licht, dank Auto-HDR, hoher Megapixel-Zahl, großer Blenden und Sensoren entstehen eigentlich so gut wie immer druckreife Aufnahmen. Unterschiede findet man hier vor allem bei der Farbwahl, bei der viele Modelle heute wegen zusätzlicher Verstärkung per Künstlicher Intelligenz übertreiben. Auch die Bildschärfe und damit verbundenen der Detailreichtum der Aufnahmen variiert.

Reihenfolge: Huawei, Oneplus, Xiaomi, Samsung, Sony
Endergebnis. Achtung: Die Reihenfolge der Smartphones war in jeder Rubrik unterschiedlich!

Bei der Hauptkamera wählten unsere Leser das Oneplus 8 Pro (Testbericht) auf den ersten Platz, Kameraspezialist Sony landete abgeschlagen auf dem letzten. Das Ergebnis ist insofern spannend, dass eine ähnliche Umfrage vor wenigen Jahren sicherlich das genau entgegengesetzte Ergebnis abgeliefert hätte. Daher: Lob an Hersteller Oneplus, der seine Kameras kontinuierlich weiter verbessert hat, Sony muss hingegen mit der Kritik leben, trotz Unmengen an Erfahrung im Kamerageschäft den Anschluss bei seinen Smartphone-Kameras verpasst zu haben.

Als Überraschend empfinden wir das schlechte Abschneiden von Huawei, allerdings darf nicht vergessen werden, dass es sich bei den zur Wahl gestellten Bildern um einmalige Momentaufnahmen handelt – dieser Umstand wurde Marktführer Samsung bei den Nachtaufnahmen beinahe zum Verhängnis, auch wenn das am dennoch überraschend guten Abschneiden des S20 Ultra nicht viel geändert hat.

Die Hauptkamera knipst tolle Bilder – und wie sieht es beim Weitwinkel aus? Hier kommen oft viel weniger Megapixel zum Einsatz, Bildrauschen ist stärker ausgeprägt und an den Rändern kommt es zusätzlich oft zu Pixel-Matsch wegen Verzerrungen. Dennoch bekommen Nutzer damit viel mehr aufs Bild. Entsprechend wichtig sind diese Zusatzlinsen, denn wie Zoom-Linsen erhöhen sie die Flexibilität beim Fotografieren ungemein.

Reihenfolge: Xiaomi, Huawei, Oneplus, Samsung, Sony
Endergebnis. Achtung: Die Reihenfolge der Smartphones war in jeder Rubrik unterschiedlich!

Auch bei Weitwinkelaufnahmen sehen unsere Leser Oneplus an der Spitze, Sony landet unverändert auf dem letzten Platz. Das passt insofern, dass das Oneplus-Modell zumindest die Weitwinkellinse mit der höchsten Auflösung hat (48 Megapixel). Das Huawei P40 Pro+ (Testbericht) mit 40 Megapixel schneidet dieses Mal am zweitbesten ab, Verlierer ist überraschend Samsungs S20 Ultra, das wir zuvor weiter vorn gesehen hätten. Erneut gebührt Oneplus Lob und Anerkennung für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kamers seiner Smartphones, die zu Beginn eher mittelmäßig waren, jetzt aber zumindest in den Augen unserer Leser erstklassig.

Bis auf wenige Zentimeter an einen Gecko oder Eisbären im Zoo heranzukommen ist oftmals recht frustrierend – einerseits, weil ein Gecko längst vorher mit an Lichtgeschwindigkeit erinnernder Reaktion geflüchtet ist, andererseits, weil es sich ohne Arme fortan schlecht fotografiert. Scherz beiseite: Ein Zoom-Objektiv oder – wie in Smartphones eingesetzt – Zusatzobjektive mit kleinerer Festbrennweite erleichtern Fotoenthusiasten das Leben ungemein. Denn damit können sie ohne akrobatische Positionswechsel ganz andere Blickwinkel nutzen und Motive viel näher heranholen – auch scheue oder gefährliche. Das funktioniert nur bei guter Bildqualität vernünftig. Dank optischer Bildstabilisierung, optischem „Zoom“ und vielen Megapixel klappt das heute ziemlich gut – oder?

Reihenfolge: Oneplus, Xiaomi, Huawei, Sony, Samsung
Endergebnis. Achtung: Die Reihenfolge der Smartphones war in jeder Rubrik unterschiedlich!

Mit den Tele-Aufnahmen werden die Ergebnisse unserer Leser immer einheitlicher. Bei dreifacher Vergrößerung gewinnt mit deutlichem Abstand Xiaomis Mi 10 Pro (Testbericht) mit seiner zweifachen optische Vergrößerung, Schlusslicht ist wieder Sony mit Digitalzoom. Auf dem zweiten Platz landet Huawei mit eigentlich perfekt an die Aufgabenstellung passendem optischem dreifach-Zoom, dessen Vorsprung auf Samsung und Onplus aber deutlich kleiner als der Vorsprung von Xiaomi auf Huawei ist.

3-facher Zoom ist klasse, 10-facher Zoom noch besser – zumindest, wenn auch die dazwischenliegenden Zoomstufen ordentlich aussehen. Am besten klappt das in der Theorie mit gleich zwei Zoom-Objektiven und gutem Hybrid-Zoom, aber das können längst nicht alle Geräte. Manche müssen da längst auf Digital-Zoom zurückgreifen. Aber sieht man da überhaupt einen Unterschied?

Reihenfolge: Samsung, Sony, huawei, Oneplus, Xiaomi
Endergebnis. Achtung: Die Reihenfolge der Smartphones war in jeder Rubrik unterschiedlich!

Ähnlich eindeutig siegt beim 10-fachen Zoom allerdings das P40 Pro+(Testbericht) mit echtem optischem 10-fach-Teleobjektiv vor Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht), auf dem letzten Platz landet erstmals nicht Sonys Xperia 1 II, sondern das Oneplus 8 pro, das bei Aufnahmen mit Weitwinkel- und Ultraweitwinkelaufnahmen noch ganz vorn lag.

Zoom- und Weitwinkelobjektive eignen sich meist schlecht für Aufnahmen mit wenig Licht, da sie eine weniger lichtempfindliche Blende haben und entsprechend das ohnehin schon spärliche Licht kaum noch wahrnehmen. Wir haben uns daher gegen eine Aufsplittung der Nachtaufnahmen auf die einzelnen Linsen entschieden, sondern verwenden ausschließlich die Hauptkamera im – sofern vorhanden – Nachtmodus. Neben der Hardware ist hier die Software entscheidend. Sie bestimmt, wie lange Dauerbelichtungen werden, wie stark Aufnahmen dadurch aufhellen, wie stark Bildrauschen unterdrückt wird und vieles mehr – Nachtaufnahmen sind ein perfektes Beispiel für Computational Photography, also Aufnahmen, bei der die Software vereinfacht ausgedrückt wichtiger, als die Hardware ist.

Hinweis: Unsere Nachtaufnahmen sind zwischen 23:50 und 23:55 Uhr, also mitten in der Nacht, entstanden – auch wenn das bisweilen anders aussieht. Wegen böigem Wind sind vor allem die Blätter des Baumes im Vordergrund in Bewegung und entsprechend verwischt. Dabei handelt es sich also nicht um Bildfehler im herkömmlichen Sinn.

Reihenfolge: Xiaomi, Huawei, Samsung, Oneplus, Sony

Endergebnis. Achtung: Die Reihenfolge der Smartphones war in jeder Rubrik unterschiedlich!


Auch bei den Nachtaufnahmen liegt ein Kandidat ganz vorn, den wir so nicht auf dem Schirm hatten: Xiaomis Mi 10 Pro (Testbericht). Samsung folgt trotz deutlicher Unschärfe durch falsche Fokussierung auf dem zweiten Rang, erst danach kommt Nacht-Spezialist Huawei. Oneplus kann hier zwar deutlich mehr Nutzer als Sony überzeugen, dennoch ist das ein herber Schlag in die virtuelle Magengrube der Smartphone-Kamera – wir wären unabhängig unserer vor dem Blindtest angestellter Vermutungen zu ganz anderen Ergebnissen gekommen. Sony trat übrigens als einziger Vertreter ohne speziellen Nachtmodus an - den gab es zum Testzeitpunkt nämlich nicht.

An dieser Stelle zeigen wir alle Smartphone-Teilnehmer des Blindtests noch einmal auf einen Blick, gewählt wurde jeweils die günstigste Variante und Farbe.

Wir können nicht ausschließen, dass manche Leser sich nicht die Mühe gegeben haben, die Bilder wie beschrieben in der 100-Prozent-Ansicht zu öffnen. Darauf deuten auch sehr unterschiedliche Zeiten von wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Minuten hin, die bisweilen für die Bewertung benötigt wurden. Auch können wir längst nicht alle Ergebnisse nachvollziehen – was letztendlich für eine Leserwahl aber auch egal ist.

Als Ergebnis werden wir bei zukünftigen Blindtests erneut einige Dinge ändern. So werden wir etwa kurze Begründungen erbitten, warum für ein bestimmtes Bild abgestimmt wurde. Auch werden wir beim nächsten Mal nicht nur einen einzigen Versuch, sondern eher ein „Best of Three“ oder ähnliches – alles, um dieses Format noch aussagekräftiger zu machen. Oder gibt es noch andere Vorschläge? Die schauen wir uns gern in der Umfrage unter dem Fazit an.

Wer noch einmal den vergangenen Blindtest mit einigen der Spitzen-Smartphones aus 2019 lesen will, wird hier fündig. Die besten Foto-Smartphones 2019 haben wir außerdem in dieser Top 10 veröffentlicht.

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