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8K TV Teaser
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Sind 8K-Fernseher eine sinnvolle Investition oder ist die Anschaffung rausgeworfenes Geld? TechStage erklärt im Ratgeber, ob sich der Kauf eines Flat-TVs mit 7680 x 4320 Pixeln auszahlt – und wenn ja, für wen.

Der Markt für Flachbildfernseher entwickelt sich extrem rasant: Full-HD-Geräte sind fast schon wieder antiquiert, 4K-TVs mittlerweile Standard. Selbst Modelle mit 8K-Auflösung sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern bereits in der Gegenwart angekommen. Ein Blick ins Internet zeigt, dass 55-Zöller mit 8K-Displays von Markenherstellern wie LG und Samsung schon für Preise zwischen 1200 und 1600 Euro erhältlich sind, und selbst in 65 Zoll fangen die Pixelprotze bereits bei etwas mehr als 2000 Euro an. Sollte man also gleich zum 8K-Fernseher greifen und das 4K-Gerät im Regal stehen lassen? Liefern die Pixelprotze wirklich ein besseres Bild als ihre Vorgänger oder kann man sich auch mit weniger Bildpunkten zufriedengeben?

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt rund um Fernseher. Dort haben wir bereits Tests und Ratgeber zu verschiedenen Geräten veröffentlicht, etwa den Ratgeber zu großen TVs oder den Vergleichstest zu Streaming-Boxen. Um die günstigsten UHD- oder 8K-TVs zu finden, empfehlen wir unseren Ratgeber: Die günstigsten UHD-TVs aus allen Kategorien.

8K-Fernseher bieten eine Auflösung von 7680 x 4320 Pixeln. Sie liefern damit mehr als 33 Millionen Bildpunkte, das sind viermal so viele wie 4K-TVs mit einer Auflösung von 3840 x 2160. Diese wiederum haben ihre Pixelzahl gegenüber Full-HD-Fernsehern ebenfalls um das Vierfache gesteigert (1920 x 1080, rund 2 Millionen Bildpunkte). Daraus könnte man schlussfolgern: je höher die Auflösung eines Flat-TVs, desto besser das Bild. Schließlich ist die Pixeldichte höher, was sich positiv auf die Detailwiedergabe auswirken sollte. So einfach ist die Gleichung jedoch nicht. Neben der Qualität des zugespielten Materials entscheiden die Größe des Panels und die Entfernung des Zuschauers zum Display darüber, wie gut ein Film oder eine TV-Sendung aussehen.

Der Unterschied zwischen Full-HD und 4K ist gewaltig und auch aus größerer Distanz schnell zu erkennen. So sieht man auf einem 50-Zöller bis zu einer Entfernung von zwei Metern und auf einem 70-Zoll-Fernseher bis auf drei Meter relativ problemlos, welches Bild hochaufgelöster und damit schärfer ist. In der 8K-Welt ist das deutlich schwieriger. Hier muss man sich einem 55- oder einem 65-Zöller schon weniger als einen Meter nähern, damit die höhere Pixeldichte gegenüber einem vergleichbaren 4K-Gerät überhaupt auffällt. So dicht klebt jedoch niemand vor seinem Fernseher. Möchte man entspannt in einer Entfernung von drei Metern auf seinem Sofa lümmeln, so muss ein 8K-TV mindestens 100 Zoll groß sein, um eine Bildverbesserung gegenüber der 4K-Auflösung wahrzunehmen. In den meisten deutschen Wohnzimmern fehlt für so einen XXL-Boliden jedoch schlichtweg der Platz. Hinzu käme natürlich der horrende Anschaffungspreis.

Noch ein Hinweis: 4K bezeichnet eigentlich die Auflösung 4096 x 2160 Pixel, viele TV-Hersteller setzen die Abkürzung jedoch mit UHD (Ultra High Definition) gleich, was für 3840 x 2160 Bildpunkte steht.

Aus eigenen Tests mit 75- und 85-Zöllern wissen wir, dass 8K-Fernseher etwas mehr Schärfe und vor allem ein kleines Plus an Tiefenwirkung bringen können. Allerdings muss man dazu nicht nur sehr nah vor dem Fernseher sitzen, sondern auch qualitativ hochwertiges und natives 8K-Material abspielen. Und genau hier lauert das nächste Problem: Während 4K-Inhalte mittlerweile sehr weitverbreitet sind und von Streaming-Portalen wie Netflix, Amazon Prime Video, YouTube, Smartphones oder Camcordern beziehungsweise per Sat-TV zum Leben erweckt werden, sind 8K-Clips fast so selten wie die Blaue Mauritius.

Auf YouTube findet man erste Demosequenzen. Zudem können Smartphones wie das Samsung Galaxy S20 (Ratgeber), das Xiaomi Mi 10 Pro (Testbericht) und das Red Magic 3S in 8K filmen (Achtung, pro Stunde fallen hier rund 40 Gigabyte Material an). Das war es dann aber auch schon. Kurzum: Für Käufer eines 8K-TVs fehlt es schlichtweg an nativem Material. Sich mal eine kurze Sequenz mit 7680 x 4320 Pixeln anzuschauen ist nett, aber auf Dauer keine Erfüllung. 4K-Fernseher wurden auch erst relevant, als die ersten Spielfilme auf UHD-Blu-ray auf den Markt kamen, das Angebot auf Streaming-Plattformen zunahm und der Pay-TV-Sender Sky damit begann, komplette Bundesligaspiele mit entsprechender Auflösung zu übertragen.

Nahezu jeder Hersteller eines 8K-Fernsehers verspricht, dass schnelle Prozessoren und Künstliche Intelligenz dafür sorgen, die Inhalte aus jeder Quelle mit jeder Auflösung annähernd auf 8K-Auflösung hochzuskalieren. Von diesem sogenannten Upscaling sollten sich Käufer jedoch nicht zu viel versprechen. Aus einer schlechten Bildqualität wird generell keine gute, egal, ob der Fernseher mit 4K oder mit 8K auflöst. Ja, minimale Anpassungen und Optimierungen sind möglich. Mithilfe der Künstlichen Intelligenz greifen gerade höherwertige Fernseher auf riesige Datenbanken mit Millionen hinterlegter Bilder aus unterschiedlichsten Genres zu, gleichen diese mit dem vorliegenden Inhalt ab und versuchen, punktuell Verbesserungen vorzunehmen. Diese sind jedoch eher marginaler Natur und rechtfertigen nicht den Kauf eines 8K-TVs.

Das Filmstudio Warner Bros. ist kürzlich der Frage nachgegangen, ob 8K sichtbare Vorteile gegenüber 4K bringt und hat sich für eine Testreihe die Kooperationspartner Amazon Prime Video, Pixar, LG und die American Society of Cinematographers (ASC) mit ins Boot geholt. Im Rahmen des Experiments wurden 139 Probanden jeweils mehrere Clips in 8K- und in 4K-Auflösung mit unterschiedlichen Sitzabständen auf einem 88 Zoll großen OLED-Fernseher von LG vorgespielt. Damit der Flat-TV nicht durch eigenständiges Skalieren ins Bild eingreifen konnte, wurden die 4K-Sequenzen in 8K-Containern abgespeichert. Natürlich wussten die Zuschauer nicht, wann ihnen welche Auflösung gezeigt wurde. Das Ergebnis war ernüchternd: Die meisten 8K-Filmchen wurden von den Probanden als gleichwertig oder nur minimal besser eingestuft. Zudem wurden mehrfach die 4K-Versionen als 8K-Material bewertet. Wenn überhaupt schnitten Naturaufnahmen in 8K-Auflösung überdurchschnittlich gut ab, weil diese extrem detailreich sind. Das Fazit der Studie: In normaler Wohnzimmerumgebung lohnt sich die Anschaffung eines 8K-Fernsehers kaum bis gar nicht.

Selbst wenn man immer auf die neueste Technik aus ist und mit einer Anschaffung liebäugelt: Momentan spricht noch nicht wirklich viel dafür, in einen 8K-Fernseher zu investieren. Zumal die Auflösung nur ein entscheidender Bild-Parameter ist. Viel wichtiger als 4K oder 8K sind für uns die Kriterien Schwarz- und HDR-Darstellung, Farbkraft und Blickwinkelstabilität. Falls man zwischen einem 4K-Fernseher mit OLED-Technik und einem in etwa genauso teurem 8K-TV (dann wahrscheinlich ob des Preises mit LCD-Technik) wählen kann, so macht es deutlich mehr Sinn, zum OLED zu greifen. Die meisten LCD-TVs patzen (mit Ausnahme der höherwertigen Geräte mit direkter Hintergrundbeleuchtung und vielen Dimming-Zonen) bei der Schwarzdarstellung.

Hier muss man mit dunklem Grau statt sattem Schwarz und wenig homogen ausgeleuchteten Panels leben. Speziell Filmfans sind genervt, wenn die Cinemascope-Balken an den Ecken deutlich aufgehellt sind. OLED-TVs mit selbstleuchtenden Pixeln protzen hingegen – unabhängig von der Preisklasse – mit knalligem Schwarz, extrem gleichmäßig ausgeleuchtetem Bildschirm und einer ausgezeichneten Blickwinkelstabilität. Die qualitativen Vorteile überwiegen das vermeintlich etwas schärfere 8K-Bild bei geringem Sitzabstand deutlich.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Hersteller anspruchsvoller Kunden mittlerweile dazu zwingen, einen 8K-Fernseher zu kaufen. Samsung etwa bietet in seinen QLED-TVs der 2020er-Serie die maximale Anzahl von 480 Dimming-Zonen für ein perfektes Schwarz nur in Verbindung mit dem 8K-Spitzengerät Q950T an. Wer auf die zusätzlichen Pixel verzichten kann und hier das 4K-Flaggschiff Q95T kauft, muss auch kleinere Abstriche beim Schwarz und bei der Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung hinnehmen, weil die Koreaner hier nur noch 120 Dimming-Zonen verbauen. Gut möglich, dass sich dieser Trend in Zukunft auch bei anderen Herstellern abzeichnet: Die beste Bildschirmqualität wird ausschließlich in Verbindung mit 8K-Auflösung angeboten, um die Modelle mit der höchsten Pixelzahl in den Markt zu drücken.

Kommen wir zu unserer Eingangsfrage zurück: Lohnt sich ein 8K-Fernseher? Die Antwort ist eindeutig: in der Regel (noch) nicht! Dazu hapert es an geeigneten Inhalten. Um wirklich ein schärferes und plastischeres Bild zu genießen, muss man entweder ganz nah vor dem Display sitzen oder sich einen (noch unbezahlbaren) XXL-Fernseher ab 100 Zoll (2,54 m) ins Wohnzimmer stellen. Günstigere Einsteiger-8K-TVs haben häufig Defizite bei der Schwarzdarstellung und bei der Blickwinkelstabilität. Verzichten Sie auf das Mehr an Pixeln und kaufen Sie sich lieber einen in der ähnlichen Preisklasse angesiedelten 4K-OLED oder einen guten 4K-LCD-Apparat mit direkter Hintergrundbeleuchtung. Diesen qualitativen Vorteil spüren Sie im Gegensatz zur höheren Auflösung garantiert auch bei größerem Sitzabstand.

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt rund um Fernseher. Dort haben wir bereits Tests und Ratgeber zu dem Thema veröffentlicht, etwa den Ratgeber zu großen TVs oder den Vergleichstest zu Streaming-Boxen. Um die günstigsten UHD- oder 8K-TVs zu finden, raten wir zu unserem Ratgeber: Die günstigsten UHD-TVs aus allen Kategorien.

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