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8BitDo Controller im Test: Top-Gamepads, fairer Preis
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Der Hersteller 8Bitdo liefert Adapter und Gamepads. Dabei sticht er durch gute Verarbeitung und sehr faire Preise aus der Masse heraus. TechStage testet einige der Produkte und stellt 8Bitdo genauer vor.

Der Markt für Controller von 3rd-Party-Herstellern ist vor allem eines: Irre umfangreich und unübersichtlich! Wer nicht zu dem Original-Zubehör von Nintendo, Sony oder Microsoft greifen möchte, findet ein schier unendliches Angebot auf diversen Online-Portalen vor. Die Preisspanne ist groß, aber das gilt ebenso für die Qualität: Etliche der Hersteller haben Namen, von denen man noch nie gehört hat und vermutlich in Zukunft nie wieder hören wird. Fast hat man den Eindruck, es tummeln sich etliche Briefkasten-Firmen auf dem Markt, die bloß ein einziges, zwielichtiges Produkt auf den Markt werfen - nur um anschließend wieder zu verschwinden.

Ein positives Gegenbeispiel ist 8Bitdo. Das Unternehmen hat sich besonders unter Retro-Gamern einen guten Ruf erarbeitet. In diesem Artikel wollen wir nennenswerte Produkte des Unternehmens hervorheben, und zeigen, warum man den Hersteller im Auge behalten sollte.

Das Hauptgeschäft von 8Bitdo sind Controller im Retro-Design, die entweder an der Switch oder an klassischen Konsolen funktionieren. Die werden im Falle eines Super Nintendo oder Mega Drive über einen 2.4g Funkadapter angeschlossen, während man sich bei der Switch der Bluetooth-Funktion bedient. Letztere macht es auch möglich, dass man die Controller am PC und in vielen Fällen auch mit Android nutzen kann. Mit dem SN30 Pro gibt es zum Beispiel über einen Umweg einen Controller für die Xbox One. Spezielle Pads für Playstation 4 oder Xbox One gibt es aber nicht.

Neben den Designs, die meistens klar an Nintendo-Vorbilder angelehnt sind, stechen bei 8Bitdo ganz grundsätzlich die gute Verarbeitungsqualität und Produktpflege ins Auge. Zwar sind die Controller nicht auf dem gleichen Niveau wie etwa ein Xbox Elite Controller, aber da sie nur einen Bruchteil kosten, gibt es wenig zu meckern.

Alle Pads, die wir bisher in der Hand hatten, fühlten sich robust an. Es knarzt nichts bei den Eingaben, man kann das Plastik nicht durchbiegen und auch nach längerer Dauernutzung fühlen sich die Druckpunkte der Knöpfe noch gut an. Oft sind die Pads zu einem Preis zwischen 17 und 30 Euro zu haben, in diesem Preissegment findet man nichts Vergleichbares. Zusätzlich veröffentlicht 8Bitdo ab und zu Firmware-Updates, um die Kompatibilität zu erhöhen oder kleine Verbesserungen vorzunehmen.

Jedes Pad kann per USB mit dem PC verbunden werden, worüber man mit einem Programm von der offiziellen Webseite ein Update durchführen kann. Leider ist 8Bitdo hier nicht konsistent und bietet parallel nicht immer eine Mac-Version an. Mac-User werden daher im Zweifel für ein Update einen Windows-Kumpel fragen müssen.

Heimcomputer scheinen die Entwickler dennoch gern zu haben, denn als kleines Extra bieten sie eine Funkmaus und einen USB-Hub im Retro-Design an. Besonders die Maus wirkt so, als sei sie aus den Überresten eines Pads des Nintendo Entertainment System geschnitzt worden. An der linken Seite befindet sich sogar ein Digikreuz, mit dem man durch Seiten scrollen kann. Sie funktioniert sowohl am PC als auch am Mac. Wer seinen Schreibtisch dann noch vollends im Retro-Stil einrichten möchte, findet sogar noch einen Bluetooth-Lautsprecher im 8Bitdo-Lineup, der ein bisschen anmutet wie ein Würfel aus Super Mario.

Am Rande sei noch der Arcade-Stick erwähnt, von dem in den nächsten Wochen ebenso eine zweite Revision erscheint. Er ist speziell auf PC und Switch ausgerichtet, funktioniert drahtlos und kommt mit programmierbaren Tasten. Leider ist die alte Version längst ausverkauft. Auf dem Gebrauchtmarkt findet man nur wenige Exemplare. Die zweite Revision ist mit etwa 80 Euro einer der teuersten Produkte im 8BitDo-Portfolio. Da es nur wenige Arcade-Sticks gibt, die über Bluetooth oder 2.4G funktionieren, sticht das Produkt aus der Masse hervor.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die zahlreichen Adapter. 8Bitdo hat für so ziemlich jede wichtige (Mini-) Konsole einen eigenen Konverter veröffentlicht, womit sich etliche kabellose Controller daran verwenden lassen. Auf diese Weise kann man zum Beispiel mit dem DualShock 4 Pro (Playstation 4) auf seinem Super Nintendo Classic Mini (Testbericht) spielen. Die Adapter sind in der Regel auch mit den hauseigenen Controllern kompatibel. Switch Joy-Cons, Switch Pro Controller, Xbox Bluetooth Controller, DualShock 3, ja sogar der ältere Wii Pro Controller oder die Wiimote sind verwendbar.

Ein besonderer Leckerbissen ist da der Adapter für die Playstation Classic (Testbericht) : Da man bei der Mini-Konsole die Controller über USB anschließt, kann man den Adapter theoretisch an jedem anderen USB-Stecker verwenden. Offiziell unterstützt 8Bitdo daher Android TV-Boxen, PC, Mac, die Nintendo Switch, den Retrofreak oder den Raspberry Pi. Letzteres ist ideal für selbst eingerichtete Retro Pies (Ratgeber und HowTo) . Wem die Kompatibilität nicht hoch genug ist, kann sich zusätzlich den MAGIC-NS-Adapter von Mayflash zulegen. Wenn man die Produkte beider Hersteller kombiniert, ist das quasi so, als würden die Ghostsbusters die Strahlen kreuzen! Plötzlich kann man dann die 8Bitdo-Adapter auch an exotischen Geräten verwenden, wie beispielsweise dem Neo Geo Mini (Testbericht) .

Bei drahtlosen Controllern spielt Latenz eine Rolle, vor allem wenn es um kompetitive Spiele wie Fighting Games geht. Bei unseren Tests konnten wir keine hohen Verzögerungen feststellen, wobei aus technischen Gründen mit ein paar Millisekunden gerechnet werden muss. Turnierspieler verwenden aber ohnehin kabelgebundene Eingabegeräte und spezielle Monitore (wenn nicht sogar noch Röhrenfernseher). Daheim dürften bei den 8Bitdo-Adaptern aber selbst ambitionierten Spielern keine massiven Latenzen auffallen. Das Unternehmen unterstreicht das mit dem GBros. Wireless Adapter, der Gamecube-Controller an der Switch nutzbar macht. Dazu steckt man das Pad in den kleinen Stick, der das Signal dann drahtlos auf die Konsole überträgt. Der größte Einsatzzweck dafür dürfte dem Namen entsprechend Super Smash Bros Ultimate sein. Die Adapter liegen preislich zwischen fairen 15 bis 25 Euro.

Man liest es aus den vorherigen Zeilen heraus: Wir können die Controller und Adapter von 8Bitdo vorbehaltlos empfehlen. Zwei Produkte wollen wir trotzdem hervorheben, weil sie durch ihren kleinen Formfaktor auffallen.

Beginnen wir mit dem 8Bitdo Lite, der parallel zur Neuerscheinung der Nintendo Switch Lite auf den Markt gekommen ist. Dementsprechend kommt er in Türkis und Gelb daher. Beide Farbvarianten gab es zum Start der Switch Lite zur Auswahl. Er funktioniert aber auch unter Windows, wird dort von Steam unterstützt, und läuft am Raspberry Pi. Angeschlossen wird er wahlweise über Bluetooth oder USB-C, worüber auch der Akku aufgeladen werden kann. Der hält übrigens 18 Stunden, was viele Konkurrenten übertrifft.

Der Controller ist vollends auf 2D-Spiele ausgerichtet, Analogsticks fehlen. Das macht das Pad aber sehr flach und kaum dicker als ein Smartphone in einer Schutzhülle. Ungewöhnlich ist die gespiegelte Button-Anordnung: Digi-Kreuze befinden sich sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite. Ebenso sind vier Buttons auf jeder Seite, bloß invertiert-gespiegelt. An der Switch übernehmen beide Kreuze die Funktion der originalen Analog-Sticks, womit man zumindest theoretisch auch Sonderfunktionen im Spiel oder 3D-Titel bedienen kann. Letzteres würden wir nicht empfehlen, weil die Kreuze von Natur aus nur digitale Eingaben unterstützten. Zwischen den Himmelsrichtungen fehlen natürlich alle Zwischenstufen, die ein Analogstick möglich machen würde.

Für alles andere ist dieser Controller geradezu grandios! Besonders 2D-Prügelspiele, wie zum Beispiel der Anime-Fighter UNDER NIGHT IN-BIRTH Exe:Late[cl-r] , steuern sich damit hervorragend. Alle Eingaben werden anstandslos und verzögerungsfrei angenommen, die Buttons geben deutliches, aber nicht zu lautes Feedback - hier stimmt alles. Da die Ecken abgerundet sind und das Plastik eine leicht raue Oberfläche besitzt, liegt das Pad auch gut in der Hand. Da es aber kaum größer ist als der Bildschirm der Switch Lite, könnten sehr große Hände Schwierigkeiten haben es zu umfassen.

Der Zero, von dem es mittlerweile eine zweite Revision gibt, würde allerdings selbst in den Händen eines Säuglings verschwinden. Mit einem Gesamtumfang von nur 120 × 66 × 12,2 mm kann man das kleine Ding praktisch als Schlüsselanhänger benutzen. Umso praktischer also, dass es neben PC, Mac, Switch und den Raspberry Pi auch Android unterstützt. So kann man unterwegs auf seinem Smartphone mal eben mit dem Zero spielen, ohne gleich eine Switch mitnehmen zu müssen. Das Pad ist wirklich so klein, dass man es eigentlich immer in der Jackentasche behalten kann.

So süß das kleine Teil auch ist, so kommen durch die kleine Form einige Nachteile mit: Es gibt nur jeweils eine Schultertaste auf jeder Seite, womit man nicht alle Switch-Spiele vollständig spielen kann. Natürlich fehlt auch ein zweites Digikreuz oder ein anderes Äquivalent zum rechten Analog-Stick. Nutzbar bleibt es also nur für eine Auswahl von Spielen. Auch die Batterie ist dementsprechend kleiner: 8 Stunden hält der Zero, bevor er wieder aufgeladen werden muss.

Wenig überraschend ist auch die knifflige Bedienbarkeit: Es braucht schon etwas Übung, bis man lernt nicht versehentlich zwei Tasten zu drücken. Manchmal ist man da sogar mit Fingerspitzen präziser. Das sind aber Schwächen, die bei so einem winzigen Miniteilchen zu erwarten waren und zu verschmerzen sind. Ansonsten ist auch dieses Pad robust und reagiert gut auf unsere Eingaben. Cool: Neben Türkis und Gelb gibt es den Zero 2 auch in Pink.

Insgesamt ist unser Fazit positiv: Die Controller sind schick, gut verarbeitet und werden mit Firmware-Updates länger am Leben gehalten. Vor allem aber fühlen sie sich gut an - wenn man den Zero jetzt mal außen vor lässt. Der starke Fokus auf Switch und Retro lässt Nutzer der Playstation 4 oder Xbox One aber natürlich außen vor.

Die bekommen aber ohnehin mit ihren jeweiligen Heimkonsolen bereits gute Controller mitgeliefert. Die Joycons der Switch sind unhandlicher und leiden unter dem Phänomenen des Analog-Stick-Drift. Bei den Mini-Konsolen sind alle Controller kabelgebunden. 8Bitdo springt in diese Nische und bedient sie mit Bravour.

Wer jetzt mehr Lust auf Retro-Konsolen hat, dem empfehlen wir unsere Bestenliste der offiziellen Retro-Konsolen . Ebenfalls lesenswert ist unser Ratgeber, wie man eine eigene Retro-Konsole auf Basis eines Raspberry Pi baut. Switch-Fans finden im Artikel "Das beste Zubehör für die Switch " noch mehr Inspiration.

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