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Smart Home ist weit mehr als Licht, das auf Sprachkommandos hört. Ein weiterer Aspekt ist die Schließanlage. Wir haben uns vier smarte Türschlösser angeschaut und verraten, was sie taugen.

Licht an, Rollladen runter, Markise raus, Rasensprenger an – all das sind Möglichkeiten eines modernen Smart Homes per App, Sprache oder Automatik. Bei der Haustür setzen die meisten Nutzer hingegen nach wie vor auf einen altmodischen Schlüssel - denn ein Smart Lock könnte ja gehackt werden. Außerdem: Wofür soll das gut sein? Wir haben uns die cleveren Schlösser von Tedee, Yale, Homematic IP und Nuki angeschaut und erklären, warum ihr Einsatz eine Bereicherung für das Alltagsleben ist. Bei allen vier Schlössern gibt es Optionen, den eigenen Schließzylinder weiterzunutzen. Weitere Möglichkeiten haben wir in unserem Artikel Sichere Smart Locks für die Haustür angeschaut. Für Innentüren gibt es andere Möglichkeiten, etwa Beschläge mit Fingerabdruckscanner & Co.

Als Smart Locks bezeichnet man elektronische Schlösser, die sich per App, Sprache, Smartwatch oder weiterführenden Steuerungsmechanismen bedienen lassen. Je nach Ausführung können solche Schlösser nur vor Ort den mechanischen Schlüssel ersetzen oder in Verbindung mit einer zusätzlichen Bridge auch dem Freund aufschließen, obwohl man noch gar nicht zu Hause ist oder der Ehefrau, die sich ausgeschlossen hat. Besonders im Zusammenspiel mit Kamera-Türklingeln ist das hilfreich. Die besten haben wir in unserer Top 7 smarter Video-Türklingeln zum Nachrüsten zusammengefasst. Einige solcher Schlösser erlauben außerdem mittels Geofencing das automatische Aufschließen der Tür, sobald der Besitzer in die Nähe kommt. Dann kann er bequem eintreten, obwohl die Hände mit dem Einkauf voll sind. Nerviges Abstellen und Schlüsselkramen entfällt.

Oftmals bieten die Schloss-Hersteller zusätzlichen Schlüsselersatz an, etwa Fingerabdrucksensor oder Keypad. Dann kommt man sogar ins Haus, wenn man Schlüssel und Smartphones/Smartwatch nicht dabeihat. Das ist außerdem für Nutzer hilfreich, die zeitlich beschränkt Zugriff auf das eigene Heim erlauben wollen – entweder für die Putzkraft, die immer donnerstags zwischen 16 und 18 Uhr für Sauberkeit sorgt oder die Urlaubsgäste, an die man sein Apartment über AirBnB vermietet.

Noch eine Spur weiter geht es, wenn sich die smarten Türschlösser in das eigene Smart-Home-System einbinden lassen. Dann können sich Nutzer etwa von der Lieblingsmusik und gedimmtem Licht begrüßen lassen, außerdem fährt der Saugroboter wieder zur Ladestation, damit er nach dem Arbeitstag nicht nervt. Dabei sind Smart Locks nicht nur was für Eigenheimbesitzer. Da die schlauen Schlösser normalerweise rückstandslos entfernt werden können, eignen sie sich genauso gut für Mieter – auch in Mehrfamilienhäusern mit außenliegendem Flur. Hilfe durch einen Handwerker ist bei halbwegs vorhandenem Geschick nicht vonnöten.

Je nach Ausführung bleibt der eigene Schlüssel und der installierte Schließzylinder erhalten, alternativ kann er gleich mit ausgetauscht werden. Die Hersteller der Schlösser bieten dafür meist gegen Aufpreis in der Länge anpassbare Sicherheitszylinder mit an. Größter Nachteil: Wer seinen eigenen Zylinder behalten will muss den gegebenenfalls in der Länge anpassen lassen oder gleich einen neuen kaufen, der der über eine Notfallfunktion verfügt. Sonst kann bei den Varianten, bei denen ein Schlüssel innen dauerhaft im Zylinder steckt, von außen nicht mehr mit einem weiteren Schlüssel aufgeschlossen werden. Außerdem brauchen alle Nachrüst-Schlösser Strom aus Batterie oder Akku. Normalerweise hält eine Ladung für 6 bis 12 Monate.

Die Haus- oder Wohnungstür einer Elektronik überlassen, die nicht nur ab-, sondern auch eigenständig komplett die Tür aufsperren kann? Allein dieser Gedanke behagt sicherlich vielen Menschen nicht. Und außerdem: Könnte so ein Schloss nicht von außen gehackt werden? Die ehrliche Antwort: Ja, theoretisch können Smart Locks gehackt werden. Allerdings ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass ein Einbrecher einfach ein Fenster einschlägt oder mit dem Brecheisen aufhebelt, als dass er die ausgefeilte Verschlüsselung knackt, mit der die Verbindung von Schloss zu Smartphone geschützt ist. Die Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit bereits Smart Locks getestet und bescheinigte bis auf eine Ausnahme (nicht in diesem Test) allen Schlössern hohe Sicherheit. Wer die Einbindung seines Smart Locks über das Internet mittels Bridge als potentielles Sicherheitsrisiko scheut, kann auch darauf verzichten. Dann wird das Lock ausschließlich im Nahbereich per Bluetooth gesteuert.

Dabei fallen Zusatzfunktionen wie die Nutzung von Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Apples Siri weg. Genau die können theoretisch die größten Sicherheitsrisiken sein. Denn manche Schlösser lassen sich dann per Sprache nicht nur ver-, sondern (falls aktiviert) auch aufsperren. Dann wird zwar wie bei einem Tastenfeld ein Sicherheitscode abgefragt, der kann aber theoretisch von einem beobachtenden Dieb aufgeschnappt werden. Anschließend ist das Öffnen der Tür theoretisch mittels eines einfachen (lauten) Sprachbefehls von außen möglich. Auch hier dürfte aber gelten: Die meisten Einbrecher werden es wohl vorziehen, ungesehen und möglichst leise irgendwo auf der Hausrückseite einzubrechen, als vor dem Haus herumzuschreien. Vor dem Missbrauch eines gestohlenen Smartphones hilft darüber hinaus das, was jeder Nutzer eines Mobiltelefons ohnehin tun sollte: Sicherung durch die Verwendung von Sperrmethoden wie PIN oder Fingerabdruck.

Wir haben uns für diesen Vergleich die Nuki-Combo, bestehend aus Smart Lock 2.0 und Bridge angeschaut, außerdem ein Keypad als weitere Zutrittssteuerung. Ein ausführlicher Test findet sich hier. Das Schloss des Herstellers aus Österreich macht in unserem Vergleich den am wenigsten hochwertigen Eindruck. Zwar sieht das Gerät mit seiner Mischung aus Silber und Schwarz durchaus ansprechend und modern aus, außerdem ist der LED-Ring im oberen silbernen Teil praktisch und sinnvoll. Allerdings besteht das Gerät im unteren Bereich aus Kunststoff und auch der zentrale Druckknopf oben imitiert Metall nur. Das merkt man nicht nur bei der Montage, sondern auch im Alltagsbetrieb –immer dann, wenn man zum Auf- oder Absperren den zentralen Knopf drückt. Der wirkt einfach immer irgendwie wackelig und unnötig fragil. Zudem ist das Nuki das lauteste Schloss in unserem Vergleich, wenn es den vorhandenen, permanent im Schloss installierten Schlüssel dreht.

Dafür hat es andere Vorzüge: Es lässt sich extrem einfach an der Tür installieren, eine Bedienungsanleitung braucht es dafür nicht. Abhängig davon, wie weit der Schließzylinder innen hervorsteht, gibt es zwei Adapterplatten, von denen eine mittels beiliegendem Klebepad einfach auf Tür oder Türbeschlag geklebt wird. Das mag in der Theorie weniger stabil und langlebig als Anschrauben sein und auch ein späteres Entfernen dürfte mehr Kraftaufwand mit sich bringen. Aber mit etwas Hilfe durch Kleberestentferner sollte das rückstandslos gelingen. Zumindest im Testzeitraum hielt das Schloss darüber hinaus bombenfest. Der Schlüssel wird einfach in das vorhandene Schloss gesteckt, der Korpus des Nuki darübergestülpt und rastet ein.

Die benötigte App für iPhone und Android-Smartphones ist kostenlos, persönliche Angaben sind für die Nutzung nicht nötig. Die App wirkt teilweise etwas verschachtelt, bietet aber umfangreiche Einstellungen zur Freigabe und Automatismen wie automatisches Ab- oder Aufschließen per Geofencing. Im Betrieb erfolgt die direkte Kommunikation mit dem Nuki-Smart-Lock per Bluetooth über das Smartphone mit App oder eine kompatible Smartwatch. Bei Abwesenheit greift die App auf dem Smartphone außerdem auf Standortdaten zu, um nach dem Betreten eines festgelegten Geofencing-Bereichs bei Annäherung an das Schloss auf Bluetooth-Reichweite direkt öffnen zu können. Geofencing ist ein virtueller Bereich, der unter Zuhilfenahme von GPS-Daten einen Umkreis um das Türschloss definiert. Das funktionierte im Test problemlos. Alternativ zum Smartphone bietet Nuki auch einen Bluetooth-Schlüsselanhänger, den Nuki Fob, an.

Wer das schlaue Schloss weiter in sein Smart Home einbinden will, kann das mittels der Bridge tun. Sie benötigt WLAN und Strom aus der Steckdose und muss in Bluetooth-Reichweite zum Schloss installiert werden. Dann versteht sich Nuki mit Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Diensten wie IFTTT und smarten Türklingeln wie der Ring Video Dorbell (Testbericht). Außerdem arbeitet Nuki direkt mit AirBnB zusammen.

Beim Ausprobieren stellte sich das Nuki-Schloss als absolut zuverlässig heraus. Annäherung wurde stets schnell und verzögerungsfrei erkannt, die Verbindung jedes Mal verlässlich hergestellt. Das ausprobierte Keypad lässt sich in der App problemlos konfigurieren und erlaubt dann nicht nur Zugang per sechstelligem Zahlencode (ohne Null), sondern auch das Abschließen. Für Mehrfamilienhäuser mit elektrischem Türöffner gibt es zudem einen automatischen Door-Opener, der die Außentür im Erdgeschoss bei Betätigung der Türklingel automatisch freigibt. An der Wohnungstür klappt der Zugang dann wieder nur per Bluetooth-Verbindung. Die Stromversorgung erfolgt über vier AA-Batterien, inzwischen gibt es aber auch einen Akku, der separat dazu erstanden werden kann.

Auch der erst Anfang 2021 auf den Markt gekommene Homematic-IP-Türschlossantrieb von Hersteller eQ-3 besteht äußerlich ausschließlich aus Kunststoff, wirkt aber insgesamt etwas robuster, wenn auch einfacher. Durch seine weiße Farbgebung dürfte er zudem an vielen Türen weniger auffallen, ist aber insgesamt deutlich konservativer (aka langweiliger) als das Nuki geformt. Das Modell weist nicht eine, sondern gleich drei, dafür aber deutlich kleinere Tasten auf – je eine zum Auf- und Absperren sowie für die Verbindungsaufnahme zu Basisstation oder Accesspoint.

Der Türschlossantrieb funktioniert sehr ähnlich zu Nuki, wenn auch im Bedienumfang deutlich abgespeckt. Er gliedert sich zudem perfekt in das Smart Home-System Homematic IP (Testbericht) ein. Auch hier wird der eigene Schlüssel dauerhaft im bereits vorhandenen Schließzylinder belassen, der leicht überstehen muss. Daran wird ein beiliegender Adapterring angebracht, der entweder per Schrauben an der Tür oder bei ausreichendem Überstand des Zylinders fest an diesem fixiert wird. Anschließend wird der weiße Korpus des Schlosses darübergestülpt und mit zwei seitlichen Schrauben befestigt. Das funktioniert grundsätzlich ebenfalls sehr einfach, bei Nuki aber tatsächlich noch etwas simpler.

Dem Türschlossantrieb für Homematic IP reichen drei AA-Batterien, einen Akku gibt es derzeit nicht. Auch an anderer Stelle hat das eQ-3-Produkt das Nachsehen: Zubehör wie ein Keypad oder den Door-Opener von Nuki gibt es bislang nicht, lediglich eine Schlüsselbund-Fernbedienung. Dafür ist das Schloss quasi ab Werk direkt mit anderen Homematic-IP-Komponenten kompatibel und lässt sich direkt in Automationen einbinden. Vermisst haben wir allerdings Geofencing – automatisiertes Öffnen bei Ankunft funktioniert also nicht. Ansonsten war die Verbindung im Testzeitraum perfekt. Der eigentliche Schließvorgang geht ausreichend schnell vonstatten, allerdings hört man dem nicht übermäßig leisen Motor schwergängige Passagen des Schlossweges deutlich an.

Das kleinste und unserer Meinung nach insgesamt hochwertigste Smart Lock kommt von Branchenneuling Tedee. Tedee ist ein Zusammenschluss der Unternehmen Gerda und Predica. Mechanik und Akku stammen dabei von Gerda, der Rest von Predica. Das Unternehmen setzt als Werkstoff fast ausschließlich auf Metall – innen und außen. Entsprechend ist das Schloss nicht nur besonders leise und stark, sondern soll auch besonders langlebig sein. Das wirkt sich positiv auf die Nachhaltigkeit aus, die durch die Verwendung eines Akkus statt Batterien unterstrichen wird. Außerdem ist dadurch die geringe Baugröße möglich - das Modell ist in etwa so groß wie ein Golfball, nur etwas langgezogener und in zylindrischer Form. Im Lieferumfang befindet sich ein Kabel, an dessen einen Ende ein USB-A-Anschluss sitzt, auf der anderen Seite befindet sich ein magnetischer Anschluss. Der passt auf einen kleinen Micro-USB-Adapter, der zur Not im Schloss stecken bleiben kann. Wer keine Steckdose für ein Smartphone-Ladegerät samt diesem Kabel in Reichweite hat, kann auch einfach eine Powerbank anstöpseln.

Grundsätzlich lässt sich der eigene Schließzylinder weiterverwenden, allerdings setzt das wegen der geringen Baugröße des Tedee Lock voraus, dass der Nutzer einen seiner passenden Schlüssel absägt - der Kopf finden im kleinen Gehäuse keinen Platz. Außerdem benötigt man dann einen Adapter. Alternativ bietet Tedee anpassbare Schließzylinder von Gerda an, bei deren Innenseite kein Schlüssel steckt, sondern ein eckiger Stift, der in eine Aussparung die Schlossinnenseite passt. Wir haben die Version mit anpassbarem Zylinder ausprobiert. Dessen Anpassung an die richtige Länge ist etwas fummelig und man sollte darauf achten, dass alle der winzigen Madenschrauben mithilfe des beiliegenden Werkzeugs vollständig angeschlossen sind. Die anschließende Installation des Schlosses ist dann innerhalb kürzester Zeit abgehakt.

Die App bietet ähnlich viele Funktionen wie bei Nuki, darunter Geofencing mit Auto-Unlock, automatisches Verschließen, Zeitpläne, temporäre und dauerhafte Zugriffe für andere Personen und einiges mehr. Außerdem gibt es wie bei Nuki ein Widget, mit dem man schnell und direkt die Tür ansteuern kann, ohne erst die App aufrufen zu müssen. Für das Homematic-IP-Türschloss fehlt diese Funktion.

Im Test funktionierte das Tedee Lock genauso zuverlässig wie das Nuki Smart Lock und überzeugte dabei nicht nur mit niedriger Lautstärke und hoher Kraft, sondern auch mit der mit Abstand höchsten Drehgeschwindigkeit. Selbst Autounlock mit zwei Android-Smartphones funktionierte nahezu perfekt, im mehrwöchigen Testbetrieb gab es lediglich einmal eine Verzögerung, ansonsten funktionierte die Funktion zuverlässig. Mit einem iPhone sollte das sogar noch besser klappen, da in dide Bridges ein iBeacon integriert ist. Daher sollte die Bridge dann auch möglichst na beim Schloss platziert sein. Auto-Unlock funktioniert aber auch mit dem iPhone ohne die Bridge, das iBeacon ist einfach nur ein zusätzlicher SIcherungsmechanismus. Amazon Alexa und Google Assistant werden bereits unterstützt, ähnlich wie beim Schloss von Homematic IP ist der weitere Funktionsumfang (derzeit) aber noch eingeschränkt. Aktuell gibt es lediglich eine Bridge zur Verbindung mit dem Internet – dann kann auch von Unterwegs für Bekannte die Tür geöffnet werden. Eine IFTTT-Integration soll noch in 2021 folgen, so etwas wie Nukis Opener und ein Keypad kommen vermutlich 2022. Auch an der Integration in Homekit arbeitet das Unternehmen.

Das recht neue, Linus genannte Smart Lock von Sicherheitsspezialist Yale ist ein echter Brocken. Dank hohem Sicherheitslevel schreckt es nicht nur Einbrecher ab, sondern könnte vermutlich zur Not auch effektiv gegen sie eingesetzt werden: Über 600 Gramm Metall will niemand freiwillig an den Kopf bekommen. Es wirkt durch das hohe Gewicht und die robuste Materialwahl extrem hochwertig, bleibt aber mit seiner großen und vergleichsweise klobigen Bauform in unseren Augen stilistisch hinter dem Tedee Lock zurück. Die hochwertige Verarbeitung hat ihren Vorteil: Bei Kraft, Geschwindigkeit und Lautstärke schneidet das Modell deutlich besser als Nuki und das Homematic-IP-Schloss ab und muss sich nur knapp dem Tedee-Smart-Lock geschlagen geben.

Außerdem ist die Montage sehr einfach. Die Rückplatte des Yale Linus lässt sich einfach durch das Abspreizen zweier Metall-Ärmchen vom Schloss abnehmen, sie wird anschließend bei ausreichendem Überstand des Schließzylinders daran festgeschraubt, alternativ wie bei Nuki geklebt. Wichtig dabei: Überstand und Schlüssel dürfen eingesteckt nicht mehr als 40 Millimeter vom Türblatt abstehen, sonst kann das Schloss nicht daran anliegen. Dann hilft nur der Griff zum optional erwerbbaren, in der Länge anpassbaren Schließzylinder von Yale. Ein kleiner Magnet wird wie bei Nuki auf Batteriefach-Höhe neben das Schloss auf den Türrahmen geklebt und verrät dem Gerät, ob die Tür angelehnt oder tatsächlich geschlossen ist.

Die Einrichtung und Kalibrierung des Yale Linus in der App Yale Access geht schnell von der Hand. Ebenfalls wie bei Nuki kann, muss man aber nicht viel in der App einstellen. Zum Funktionsumfang gehören wie bei den meisten Konkurrenten Features wie Autolock, Auto-Unlock, Freigabe für andere Personen und einiges mehr. Smart Alerts bieten wie bei Nuki Push-Nachrichten, wenn die Tür geöffnet wird oder über einen bestimmten Zeitraum nur angelehnt und nicht geschlossen ist. Wie bei Tedee und beim Homematic IP Türschlossantrieb lässt sich der Schlüssel im Inneren auch komplett ohne Motorunterstützung händisch drehen – gut, wenn die vier AA-Batterien mal komplett leer sein sollten. Apropos Batterien: Der runde Deckel, der das Batteriefach abdeckt, wird magnetisch am Schloss gehalten und lässt sich entfernen, indem man ihn am einen Ende leicht eindrückt, wodurch er sich am anderen Ende hebt. Bis wir das herausgefunden haben, dauerte es etwas. Eine Beschreibung oder Anleitung in Papierform fehlt im Lieferumfang des Yale Linus nämlich.

Im Test überzeugte uns das Yale Linus mit zuverlässigem, vergleichsweise leisem Betrieb. Autounlock funktionierte fast immer, zweimal standen wird im Testbetrieb dann doch vor verschlossener Tür und mussten manuell nachhelfen. Im Vergleich zu Erfahrungen mit dem Danalock V3 ist das ein grandioses Ergebnis, das Tedee Lock war allerdings noch zuverlässiger, ebenfalls das Nuki. Für Homekit ist die optional erhältliche Bridge nicht nötig, wohl aber für die Integration von Amazon Alexa und Google Assistant. IFTTT funktioniert ebenfalls, zudem gibt es ein – im Vergleich zu Nukis Lösung sehr klobiges – Keypad.

Smart Locks sind eine echte Bereicherung für den Alltag, vor allem die Autounlock-Funktion via Geofencing hat uns gefallen. Sie funktionierte im Test nahezu perfekt, vor allem Nuki und Tedee taten sich hier rühmlich hervor, aber auch das Yale Linus kam dabei nur auf eine sehr geringe Ausfallquote. Ungewollte Öffnungen, also quasi Fehlfunktionen, hatten wir im Testbetrieb mit keinem der Schlösser. Zum Betatester wird also kein Käufer.

Das Nuki-Schloss bietet die beste Integration ins eigene Smart Home und am meisten Zubehör. Außerdem ist es mit rund 190 Euro mit am günstigsten. Nachteil ist die starke Kunststoff-Lastigkeit und der laute Motor. Kunststoff als Werkstoff und fast ähnliche laute Arbeit kann man auch dem Türschlossantrieb für Homematic IP vorwerfen, außerdem beherrscht er kein Autounlock. Das raubt dem Schloss eine wichtige Komfortfunktion. Dafür ist das Modell mit rund 150 Euro das Günstigste im Testfeld und für Nutzer von Homematic IP ohnehin konkurrenzlos.

Das Yale Linus kommt da deutlich wertiger zum Käufer, ist aber ziemlich groß und enorm schwer. Dafür arbeitet es recht leise, bietet alle wichtigen Funktionen und mit einem Keypad über die Bridge hinaus ein weiteres spannendes Zubehör. Mit 209 Euro zum Testzeitpunkt ist es zudem kaum teurer als das Nuki Smart Lock. Bleibt noch das Tedee Lock. Das gefällt uns aufgrund seiner hohen Wertigkeit und der im Vergleich geradezu winzigen Bauweise am besten. Es bietet zudem alle wesentlichen Funktionen inklusive Autounlock. Formfaktor und Qualität lässt sich der Hersteller gut bezahlen: fast 280 Euro kostet das schicke Gerät. Beim Zubehör herrscht derzeit noch Fehlanzeige. Auch wenn der Hersteller Besserung gelobt, schauen derzeit noch Homekit-Nutzer und Interessenten an Dingen wie Keypad oder einem Opener wie bei Nuki in die Röhre.

Eine gute Ergänzung zu einem Smart Lock sind Video-Türklingeln. Die besten Sieben haben wir in dieser Bestenliste zusammengefasst. Außerdem zeigen wir die besten Überwachungskameras für Innen und Außen ab 40 Euro. Weitere Tipps geben wir in unserem Ratgeber: Technik gegen Dämmerungseinbrüche.

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