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16 Grafikkarten im Vergleich
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Zwei neue Grafikkarten haben es in unseren Vergleich geschafft. Zum Jahresende erweitern wir unseren großen GPU-Test um die RTX 3060 Ti und die RTX 3070.

Grafikkarten sind für Spieler die wichtigste Komponente im PC. Sie bestimmen maßgeblich, wie realistisch die Spielewelt dargestellt wird, mehr noch als CPU oder RAM. Wir zeigen in diesem Vergleich, wie viel Leistung die unterschiedlichen Grafikkartenfamilien von AMD und Nvidia bringen. Seit Beginn unserer Testreihe 2018 haben wir mehr als 20 verschiedene Grafikkarten aus 16 GPU-Familien durch unseren Testaufbau gescheucht. Im Vergleich stellen wir diese Ergebnisse gegenüber und geben Tipps für jedes Budget.

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt Grafikkarten , dort finden sich auch alle Einzeltests zu speziellen Geräten. Darüber hinaus haben wir weitere Ratgeber verfasst, etwa zu eGPUs , die an Thunderbolt-Anschlüsse angesteckt werden. Wir haben uns zudem angesehen, wie gut Minecraft RTX auf den günstigsten RTX-Karten läuft und zeigen in der Themenwelt Gaming , wie man einen VR-tauglichen Gaming-PC unter 650 Euro zusammenstellt.

Neu im Update sind die Daten zur Geforce RTX 3060 Ti, basierend auf der KFA2 RTX 3060 Ti, und der Geforce RTX 3070.

Vor dem Vergleich eine wichtige Einordnung: Die RTX 3090 ist die wahrscheinlich schnellste Grafikkarte, die wir bislang im Test hatten. Sie ist so schnell, dass die anderen Komponenten unseres Testsystems zum Flaschenhals werden, die RTX 3090 kann ihre Leistung daher nicht wirklich ausspielen.

Wir nutzen für unsere Tests eine andere Herangehensweise als Kollegen anderer Magazine. Wir haben uns 2018 aktiv dafür entschieden, eine bezahlbare Spiele-Plattform zu nutzen statt ein hochgezüchtetes Testsystem. So nutzen wir etwa eine Core-i5 8400. Die CPU kam 2017 auf den Markt, hat sechs Kerne und taktet bis zu 3,2 GHz. Sie kostet aktuell um die 200 Euro, deutlich weniger als die High-End-CPUs von Intel. Dazu kommt ein Mainboard mit Z370-Chipsatz sowie 16 GByte RAM. Damals war das eine vernünftige Plattform für Mainstream-Zocker. Zwei Jahre später ist sie das immer noch, kommt aber in Kombination mit den High-End-Grafikkarten an ihre Grenzen. Das merken wir sowohl bei der RTX 3080 und extrem bei der RTX 3090.

Was bedeutet das für unsere Tests? Sie sind immer noch gültig, zumindest für alle, die ein ähnliches Setup haben. Sie zeigen schön, ab wann die Grafikkarte den Rest des Systems an die Grenzen bringt. Wenn die CPU nicht schnell genug ist, dann langweilt sich die GPU. Anders gesagt, es bringt wenig, eine 1500 Euro teure Grafikkarte in einen 500 Euro PC zu stecken.

Darum haben wir das System (noch) nicht aktualisiert: 2020 brachte mehrere Neuerungen auf dem PC-Markt. Dazu gehörten sowohl die neuen, schnellen AMD-Prozessoren und auch PCI Express 4.0. Dieser Standard verdoppelt die Bandbreite der PCI-Express-Slots. Neben der RTX 3090 unterstützen auch die kommenden AMD Radeon RX 6000 Karten diesen Anschluss. Allerdings waren passende Mainboards bislang eher Mangelware. Das ändert sich aktuell. Für 2021 haben wir daher ein komplettes Upgrade unserer Testplattform geplant, dann mit einer besseren CPU und PCIe 4.0. Der Nachteil dabei ist, dass die Werte dann nicht mehr 1:1 mit den aktuellen Tests überein stimmen. Wir werden versuchen, die wichtigsten Karten erneut zu testen, das kann aber etwas dauern.

Alle unserer Grafikkartentests finden auf dem gleichen Testsystem statt, einem Windows-10-Rechner mit 16 GByte RAM, einer Intel Core-i5-8400 CPU und einem Mainboard auf Basis des Z370-Chipsatzes. Das ist nicht mehr die aktuellste Hardware, aber immer noch aktuell genug, um relevant zu sein.

Alle Grafikkarten müssen anschließend durch mehrere Benchmarks. Dazu gehören der 3D Mark, Szenarien Timespy, Timespy Extreme und, falls unterstützt, Port Royale sowie der VR-Mark. Letzterer misst die Tauglichkeit der GPUs für VR-Headsets (Themenwelt) . Um neben den synthetischen Benchmarks einen Eindruck bei echten Spielen zu bekommen, nutzen wir zusätzlich mehrere in Spiele integrierte Testverfahren. Aktuell messen wir mit Borderlands 3 und Crysis: Remastered.

Etwas schwierig ist es, von einem Grafikkarten-Design, etwa einer RTX 2060 oder einer RX 5700 XT, auf das wirklich konkrete Produkt eines Herstellers wie eine KFA2 Geforce RTX (1-Click-OC) (Testbericht) oder eine Gigabyte Radeon RX 5700 XT Gaming OC 8G (Testbericht) zurückzuschließen oder mehrere Produkte unterschiedlicher Hersteller miteinander zu vergleichen. Um zu klären, wie groß die Unterschiede von Produkten innerhalb einer Familie sind, haben wir im Artikel RTX 2060 Super: Grafikkarten mit Raytracing im Vergleich drei RTX 2060 Super-Grafikkarten von unterschiedlichen Herstellern und in unterschiedlichen Bauformen durch die gleichen Tests geschickt.

Unser Ergebnis war, dass die verschiedenen Grafikkarten andere Werte liefern, aber so nahe beieinander liegen, dass man mit einem Ergebnis eine valide Aussage für die komplette Familie geben kann – zumindest für Nutzer, die keine speziellen Anforderungen wie Overclocking, Wasserkühlung, extra leise oder extra kurze Bauweise haben. Unser Tipp hier ist also, dass man ruhig zur favorisierten Firma greifen oder nach dem Preis gehen kann, wenn man allgemein eine neue Grafikkarte sucht.

Leider hat sich hier nicht viel getan. Das liegt auch daran, dass zum Testzeitpunkt sämtliche neuen Grafikkarten entweder schwer oder gar nicht lieferbar sind. Gleichzeitig läuft die Produktion der alten Karten aus, was die Nachfrage verknappt und auch hier wenig Entspannung bietet.

Unser aktueller Tipp ist deswegen entweder eine günstige RX570, RX580 oder RX590 unterhalb von 200 Euro. Wer so eine Karte nicht möchte, der sollte abwarten. Denn bis 250 Euro bekommt man gerade mal eine RX 5500 XT und die sind in unserem Vergleich einfach nicht so viel besser als eine RX 580. Den GTX-Karten in diesem Preissegment geht es ähnlich. Sie sind nicht schlecht, aber es fehlen einfach Leistung und Funktionen, wie sie etwa die RTX 2060 liefert. Da aber selbst die Preise für RTX-2060-Karten massiv ansteigen, sollte man mit einem Budget von 250 Euro einfach noch warten. Das ist unbefriedigend, aber zum Testzeitpunkt ist einfach kein guter Moment für Schnäppchen.

Ganz klar, wer auf der Suche nach einem Schnäppchen ist, der greift zur RX 580 oder zur RX 5500 XT, die deutlich mehr VRAM bietet. Beide Karten haben ausreichend Leistung für 1080p-Gaming und VR in der aktuellen Generation. Oculus Rift S (Testbericht) oder HTC Vive Cosmos (Testbericht) lassen sich mit einer RX 580 nutzen. Allerdings wird das Ende absehbar, neuere Spiele schieben die Karte langsam an ihre Grenze. Wer diese Karte kauft, wird wahrscheinlich in ein paar Jahren wieder aufrüsten müssen.

Die Mittelklasse von 280 Euro bis 500 Euro leidet ebenfalls unter der schlechten Verfügbarkeit der Grafikkarten. Um es kurz zu sagen: Statt günstiger Preise sind die verfügbaren Karten teurer geworden. Es gibt aktuell eine RTX 3060 Ti für knapp 485 Euro, wer das im Budget hat, der sollte die anderen Karten voerst ignorieren. Im Bereich zwischen 300 und 400 Euro dagegen ist ganz klar AMD vorne. Dort finden sich Angebote zur RX 5600 XT und RX 5700 XT. Beides sind sehr gute Grafikkarten. Ihnen fehlt zwar ein hardware-seitiges Raytracing, wer darauf verzichten kann, der sollte zuschlagen. Die RTX 2060 allerdings sollte man zu diesem Preis nicht mehr kaufen. Ja, sie ist nicht schlecht, aber hier würden wir eher zu den AMD-Karten raten, da bekommt man einfach noch mehr Leistung fürs Geld.

Wer kein RTX möchte, der ist aus Preis-Leistungs-Sicht bei älteren AMD-Grafikkarten noch immer gut aufgehoben. Sowohl die RX 5600 XT wie auch die RX 5700 XT sind sehr gute Karten, mit denen man unter 400 Euro durchaus in 1440p oder UHD flüssig zocken kann. Gerade der Sprung von der RX 5500 XT auf die RX 56000 XT ist dabei enorm. Der Abstand zur RX 5700 XT ist etwas geringer, so dass wir mit einem Auge aufs Preis-Leistungs-Verhältnis zu einer GPU mit RX 5600 XT raten würden.

Die Oberklasse der Grafikkarten teilt sich in zwei Bereiche auf: Neue Karten, die noch nicht oder überteuert erhältlich sind und die der letzten Generation. In den Tests zeigt sich bereits, dass es die RTX 3060 Ti mit der RTX 2080 Super aufnehmen kann - und das für knapp die Hälfte des Preises. Ähnlich sieht es mit den ersten Test der RX 6800 XT aus, die unsere Kollegen der c’t ähnlich gut einschätzen. Auch diese sind deutlich günstiger als die High-End-Karten der letzten Generation, zumindest, wenn sie im Handel wären.

Jeder, der eine RTX 3080, eine RTX 3090 oder eine RX 6900 XT kaufen möchte, der sollte sich darüber im Klaren, sein, dass der restliche PC mit der Karte mithalten muss. Klar, man kann eine High-End-Karte auch mit guten Ergebnissen in einem Mittelkasse-System betreiben, aber dann ist der Leistungssprung geringer als man sich vielleicht erhofft.

Was im Test auffällt, ist der seltsame Ort, an dem die RTX 3070 sitzt. Zwischen der RTX 3060 Ti und der RTX 3080 ist ein seltsamer Ort. Die RTX 3060 Ti liefert eine sehr gute Leistung, die in den meisten Fällen fast an die RTX 3070 heranreicht. Das sieht man vor allem bei Crysis: Remastered sehr gut. Die RTX 3080 schlägt sich hier noch mal deutlich besser, so dass wir allen, die sich die RTX 3070 überlegen, eher dazu raten, den Aufpreis zur RTX 3080 zu zahlen.

2020 geht im Bereich Grafikkarten enttäuschend zu Ende. Obwohl Nvidia und AMD komplett neu Grafikkarten angekündigt haben, die Preise sind immer noch hoch. Das liegt auch daran, dass die GPU-Bauer und die Dritthersteller kaum die Grafikkarten in vernünftigen Mengen auf den Markt werfen können. Gleichzeitig werden die günstigsten Karten nicht mehr produziert, die Preise fallen weniger, als man hoffen möchte. Wer also jetzt noch auf ein Schnäppchen hofft, der wird wahrscheinlich enttäuscht.

2020 hat mit den neuen Grafikkarten aber auch gezeigt, dass die meisten Midrange-Syteme an die Grenzen kommen. Eine RTX 3080 oder gar eine RTX 3090 zeigen Flaschenhälse brutaler auf als zuvor. Gleiches dürfte für die neuen AMD-Karten gelten, vor allem, weil sie auf PCIe 4.0 setzen, ein Standard, der sich jetzt langsam etabliert.

Was bedeutet das für unsere TechStage-Tests? Wir planen für 2021 zwei große Änderungen: Wir werden zunächst weiter mit unserem Mittelklasse-Testsystem arbeiten. Dieses ist weiter gut genug und vor allem so bezahlbar, dass es einen soliden Querschnitt zu einem guten Preis zeigt. Außerdem können wir so gut einschätzen, welche Systeme sich für welchen Preis lohnen. Parallel dazu arbeiten wir mit unseren Kollegen der c’t zusammen. Die Kollegen haben ein neues High-End-System aufgesetzt und können die neuen Grafikkarten richtig ausreizen. Wir werden zudem mehr auf Gaming-Tests setzen, etwa in Fortnite, und dazu nach und nach die älteren GPUs nachtesten.

Wer kann, der sollte jetzt noch mit dem Kauf warten. Wenn die neuen Radeon- und Geforce-Grafikkarten endlich in ausreichenden Mengen verfügbar sind, dann sollten die Preise endlich in vernünftige Bereiche fallen.

Lust auf ein Upgrade? Denn empfehlen wir neben diesem Beitrag auch einen Blick in die Mainboard-Ratgeber Motherboards für AMD-CPUs und Intel-Mainboards für PC-Bastler . Eine Übersicht zu den passenden Prozessoren liefern wir im Artikel Power, Penunzen, Prozessoren: Preis-Leistungs-Ratgeber CPU . Und wer einen passenden Full-HD-Monitor sucht, der sollte in unseren Vergleichstest Vier Full-HD-Monitore ab 100 € für Spieler im Vergleich klicken.

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