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Zu Firefox OS: transparente Handys lösen das Problem nicht

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Mozilla konnte mit dem japanischen Netzbetreiber KDDI einen weiteren Partner für sein hauseigenes Betriebssystem gewinnen – ein als Fx0 bezeichnetes Smartphone ist am 25. Dezember in den Verkauf gegangen. Der wichtigste Unterschied zu den bisherigen Geräten ist das von Tokujin Yoshioka gestaltete transparente Gehäuse, das den einen oder anderen von euch an die transparenten Prototypen des Palm Vii erinnern dürfte.

KDDI verrät in der Pressemitteilung einige Details zur Hardware: das 4G-fähige Smartphone wird von einem Snapdragon-400-Prozessor angetrieben. Laut den Angaben hat der Bildschirm eine Größe von 4,7 Zoll, als Verkaufspreis sind durchaus gewagte 420 US-Dollar (¥50.000 japanische Yen) aufgerufen. Beim Arbeitsspeicher lies sich die als OEM auftretende LG nicht lumpen: die Maschine bekommt geräumige 1,5 GByte.

Es steht außer Frage, dass das Fx0 optisch attraktiv ist: das transparente Gehäuse sorgt mit Sicherheit dafür, dass der eine oder andere Mode- und Kawaii-verliebte Japaner ohne viel Nachdenken zugreift. Das System sticht aus der Reihe der ohnehin attraktiven Systeme hervor, die auf dem GSMA MWC 2013 angekündigt wurden.

Fraglich ist, inwiefern Firefox OS den Bedürfnissen eines High-End-Smartphones gewachsen ist. Firefox OS ist aufgrund des Auslassen des dedizierten GUI-Stacks in der Lage, auf vergleichsweise schwacher Hardware einen passablen Webbrowser anzubieten: da Entwickler ihre Programme zwangsweise in HTML5 und JavaScript realisieren müssen, sind der Erstellung komplexerer Programme enge Grenzen gesetzt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Quellcode einer FFOS-Applikation – systemimmanent und immer – offen ist.

Im Hause Mozilla arbeitende Hardliner sehen diesen Zwang zur „reinen Lehre des Open Source“ mit Sicherheit nicht ungern. Leider stehen sie damit relativ alleine da: meine Wenigkeit ist nicht der einzige Entwickler, der sein Programm zwecks Verhinderung der Offenlegung der Engine als Client-Server-Lösung aufgebaut hat.

Mozilla ist übrigens nicht das erste Unternehmen, das mit dieser Vorgehensweise Schiffbruch erleidet. Palm erlaubte am Pre anfangs auch nur die Arbeit mit Webtechnologien: der darauffolgende Aufstand der Entwicklerschaft ließ rasch Vernunft einkehren.

Somit besteht durchaus das Risiko des „Buyers Remorse“: Käufer könnten nach einiger Zeit feststellen, dass ihr zweifellos sexy aussehendes Gerät eigentlich nur als Briefbeschwerer taugt. Dies dürfte im technikverliebten Japan zu Problemen führen – Tomi Ahonens Zitat über die Fortschrittlichkeit des japanischen Smartphonemarkts gilt nach wie vor.

Aus meiner eigenen leidvollen Erfahrung als Entwickler muss man zudem anmerken, dass Mozillas Regionalmanager oft alles andere als „fein“ sind. Die in Europa mitunter funktionierende Vorgehensweise „Elefant im Porzellanladen“ führt in Japan binnen kürzester Zeit zu sozialer und geschäftlicher Totalisolation. Die Anfangserfolge von Firefox OS dürfen das Unternehmen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Entwicklung gegen das Betriebssystem arbeitet. RAM wird immer billiger: es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch Windows Phone und Android in einem 30$-Smartphone lebensfähig sind.

Firefox OS kann – meines Erachtens nach – nur dann überleben, wenn es seinen Entwicklern bald einen zuverlässigen Weg zur Erstellung von sicheren und leistungsfähigen Applikationen anbietet.

Damit seid Ihr am Zug: was haltet Ihr von Mozilla und seinen Freunden?

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