Touchscreens mit integriertem Fingerabdrucksensor kommen

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Wo befindet sich der Fingerabdrucksensor in Eurem Telefon – auf der Rückseite oder in der Home-Taste? In Zukunft wird man den Lesekopf vergebens suchen. Hier kommt die nächste (R)evolution in Smartphone.

In den Sicherheitseinstellungen Eures Telefons könnt Ihr darüber entscheiden, ob Ihr den Gerätezugang mit einer PIN oder einem Passwort sichert. Das ist wichtig: Damit schützt Ihr Eure Daten vor fremden Zugriffen. Aber(!): In einer Welt, wo wir laut Google durchschnittlich 80 bis 120 Mal auf unser Telefon blicken, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt, kann das ständige Runtergucken mit einer lästigen Eingabeaufforderung auf die Zeit den einen oder anderen Nerv kosten. Entweder muss das einfacher gehen, oder intelligenter – andernfalls macht es keinen Spaß.

Gute Nachrichten: Beide Attribute wurden bereits von der Industrie umgesetzt. Mit Android 5.1 Lollipop wird beispielsweise intelligent erkannt, ob der Nutzer an einem gekennzeichneten Ort ist oder ob sich ein vertrautes Bluetooth-Gerät in der Nähe befindet. Ist dies der Fall, so fragt das System nicht nach der Authentifikation. Bleiben wir doch bei „einfach“. Das Entsperren des Telefons mit einem Daktylogrammsensor ist heutzutage einfach: Gerät aktivieren, Finger drauf und das war’s. Zwei Schritte und keine zwei Sekunden Prozessdauer. Geht es noch schneller?

In Palm Beach Gardens im US-Bundesstaat Florida gibt es ein auf mobile Sicherheit konzentriertes Unternehmen mit dem Namen Sonavation. In ihrer gestern veröffentlichen Meldung teilen sie der Welt mit, dass sie eine Technologie besitzen, die einem Anwender das Entsperren eines Telefons auf der gesamten Display-Fläche erlaubt. Heißt: Ein kleiner Bereich wie eine Home-Taste, die ein Lesegerät inkludiert, ist dann überflüssig. Stattdessen kann der Finger überall auf dem Touchscreen platziert und so das Telefon komfortabler entsperrt werden.

Das Verfahren klappt mittels Ultraschall. Der Sensor soll seinen Platz unter einem gehärteten Mineralglas finden. Die Methode mache das Telefon nicht signifikant dicker oder schwerer, erklärt man. Wie genau die dreidimensionale Abbildung der Papillarleisten zustande kommt und auf dem Sensor belichtet wird, teilt Sonavation nicht mit.

„Als erstes bekanntes Unternehmen haben wir erfolgreich einen 3D-Fingerabdrucksensor entwickelt, der unter 400 µm dickem Schutzglas funktioniert. Damit bringen wir einen revolutionären Wandel mit dauerhaften Spuren in der Branche“, sagt Karl Weintz, Geschäftsführer von Sonavation.

Ob das Unternehmen mit Herstellern wie Apple, Samsung Electronics, Huawei Device, Google & Co. zusammenarbeitet, ist unklar. Zumindest nicht offiziell und wird auf Nachfrage auch nicht kommentiert. Im Februar dieses Jahres meldete Apple eine ähnliche Technologie beim US-amerikanischen Marken- und Patentamt an, man sprach von Touch ID 2.0.

Um die Frage „Geht es noch schneller?“ zu beantworten: Vielleicht geht es noch schneller, aber nicht so sehr, dass man einen Unterschied merkt. Viel mehr geht es wieder um die Einfachheit – und hier gibt es noch Luft nach oben.

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