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Mini-Drohne Zano: Darum ist sie auf Kickstarter gescheitert

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Die erfolgreichste Kickstarter-Kampagne Europas wurde zum Desaster: Circa drei Millionen Euro kamen zusammen, als die Mini-Drohne Zano auf Suche nach Unterstützern war. So viele zahlungswillige Interessenten hat noch kein anderes Crowdfunding-Projekt von Machern auf dem „alten Kontinent“ angesprochen.

Und mit drei Millionen, da sollte man ja auch ein ordentliches Produkt herstellen und ausliefern können. Könnte man meinen – tatsächlich wurden aber nur wenige hundert der Mini-Drohnen ausgeliefert, obwohl weit über 10.000 Unterstützer Geld in Zano investiert hatten. Und die wenigen tatsächlich ausgelieferten Quadrocopter haben mehr schlecht als recht funktioniert. Manche der im Vorfeld versprochenen Funktionen fehlten ganz.

Inzwischen ist das Unternehmen hinter Zano pleite und wird abgewickelt. Das Geld ist weg, die Kickstarter-Unterstützer werden wohl weder jemals eine Zano-Drohne in der Hand halten, noch Chance auf eine Erstattung haben. Wie es dazu kommen konnte, hat ein Journalist im Auftrag der Crowdfunding-Plattform Kickstarter recherchiert.

Los ging es demnach schon mit falschen Versprechungen. Ein auf Kickstarter veröffentlichtes Video hat Funktionen der Drohne gezeigt, die diese nie hatte – und wohl auch nie bekommen sollte. Automatisches Landen am Startpunkt etwa gehört dazu oder Steuern per Gesten. Das hat Erwartungen bei den „Käufern“ geweckt, die nie erfüllt werden konnten.

Eine Auszeichnung auf der CES 2015 hat den Hype weiter vorangetragen: Engadget bezeichnete Zano als eine der besten Roboter-Drohnen – obwohl kein funktionierender Prototyp zu sehen war. Binnen weniger Wochen nahm das Unternehmen hinter Zano drei Millionen Euro ein und versprach im Gegenzug 12.000 Kickstarter-Backern die Lieferung der Mini-Drohnen. Angepeilt hatten die Macher eigentlich einen Betrag von 125.000 britischen Pfund. Trotz der gigantischen Massen an Produkten, für die noch nicht einmal Produktionskapazitäten vorhanden waren, verlegte man das Auslieferungsziel nicht nach hinten: Bereits im Juni hätte der Versand beginnen sollen.

Ab diesem Punkt wurde dem jungen Unternehmen vielleicht noch zum Verhängnis, dass es zuvor erst ein einziges Projekt realisiert hatte. Denn nun wurden viele und teure Fehlentscheidungen getroffen, heißt es. Testläufe wurden aus Zeitgründen ausgelassen, Konstruktionsänderungen wurden teuer, weil bereits gelieferte Komponenten nutzlos wurden: Zehntausende nutzlos gewordene Propeller gammeln beim Hersteller herum.

Gleichzeitig versuchten tausende Kickstarter-Unterstützer, Kontakt mit den Machern aufzunehmen, was die Arbeit weiter ausgebremst hat. Der Druck auf den einzigen Entwickler wurde immer größer. Da inzwischen das Geld knapp wurde, gingen die ersten wenigen hundert Mini-Drohnen an die letzten Käufer – von den Kickstarter-Nutzern hatte man das Geld ja schon, und um an weitere Finanzmittel zu kommen, wurden zunächst die Nachbesteller versorgt. Das hat für Missmut bei den ursprünglichen Erstkäufern gesorgt. Gleichzeitig funktionierten die meisten Zanos nicht oder nicht so wie beschrieben.

Im November hat der Entwickler das Unternehmen verlassen. Kurze Zeit später war es für alle vorbei. Harris, der von Kickstarter beauftragte Journalist, glaubt übrigens nicht an einen geplanten Betrug. Das Projekt sei für das Unternehmen schlicht zu groß geworden, dazu gab es die Abhängigkeit von einem einzelnen Entwickler.

Generell ist es einfach wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen: Kickstarter & Co. sind keine Shops.

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