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Kommentar: Ärger mit Uber – und eine einfache Lösung

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Uber . Ein Start-Up aus den USA, es verspricht Personenbeförderung per App. Fahrer und Fahrgast finden sich zusammen, Fahrgast wird abgeholt, zu seinem Ziel gebracht und bezahlt. So weit, so einfach. Und offensichtlich auch so genial. Denn Uber wird an der Börse mit über 17 Milliarden US-Dollar gehandelt. Zum Vergleich: Das ist etwa so viel, wie MAN, Adidas oder die Commerzbank wert sind . Weit mehr als Porsche, Infineon, Metro oder die Lufthansa. Nur mit dem Unterschied, dass Uber keine Fabriken, Banken oder Flugzeuge hat. Nicht einmal die Autos, die durch die Gegend fahren – die gehören den Fahrern. Uber hat nur ein paar Programmierer.

Dieser aus Startup-Sicht vorbildliche Aufstieg weckt Begehrlichkeiten. Und Ängste. Uber will (und muss) expandieren, um auf Kurs zu bleiben. Und überall, wo Uber aufschlägt, gibt es kräftigen Gegenwind. Streiks in London , Gerichtsverfahren in Berlin und Hamburg . Taxifahrer, Gewerkschaften, Politik, alle stehen stramm. Und Uber sagt: Mensch Leute, eure Gesetze sind doch von vorgestern.

Recht haben irgendwie alle so ein Bisschen. Als Taxiunternehmen, das sich an elefantöse Kataloge aus Rechten und Pflichten halten muss, um überhaupt fahren zu dürfen, würden mich irgendwelche Privatfahrer auch stören, die sich einfach über Hürden hinwegsetzen. Als Fahrgast hingegen freue ich mich über Konkurrenz, günstige Preise oder eventuell mehr Service. Für einen kleinen Aufpreis in der fetten Luxuskarosse Richtung Flughafen? Warum nicht, wenn man das möchte. Wer ein Taxi bestellt, hat meist keinen Einfluss darauf, ob er nun von einem Dacia Logan oder einer Mercedes S-Klasse abgeholt wird.

Uber bietet mit Black und Pop zwei unterschiedliche Dienste an. Während bei Uber Black professionelle Fahrer in repräsentativen Limousinen unterwegs sind, richtet sich die günstige Pop-Alternative an Privatpersonen. Fahrer nehmen ihre Fahrgäste im privaten Auto mit. Ärger gibt's bei Uber Pop hauptsächlich aufgrund des Personenbeförderungsscheins – oder, korrekt ausgedrückt – aufgrund des Führerscheins zur Fahrgastbeförderung . Kurz und knapp zusammengefasst: Er ist erforderlich, wenn jemand gegen Bezahlung Personen befördert. Uber-Black-Fahrer besitzen diesen Wisch, Uber-Pop-Fahrer sind halt „normale Autofahrer” wie Du und ich – und haben ihn nicht.

Man bekommt dieses Zertifikat relativ problemlos. Füllt ein Formular aus, zeigt Personalausweis und Führerschein vor, legt polizeiliches Führungszeugnis und einen Auszug des Flensburger Punktekontos vor. Dazu braucht es noch ärztliche Gutachten, die die Fahrtauglichkeit und Sehkraft bescheinigen. Je nach Stadt und Einsatzzweck muss man unter Umständen noch Orts- und Straßenkenntnisse vorweisen können. Kostenpunkt für all das: Zwischen 200 und 300 Euro.

Stimmt, das Ding ist bürokratisch. Allein, wenn ich „Führerschein zur Fahrgastbeförderung“ lese, muss ich an verstaubte Behörden und "Nummer ziehen!"-Schilder denken. Aber dieser Personenbeförderungsschein ist eigentlich auch nicht ganz blöd. Nennt mich spießig, aber ich mag es, wenn mein (Taxi-) Fahrer sehen kann, sein Bremsfuß zuverlässig funktioniert und er zumindest einigermaßen den Weg kennt. Wer schon mal von vollkommen verrückten Harakiri-Taxifahrern abgezockt ist, wird verstehen, was ich meine. Erlebt habe ich die vor allem in Touri-Regionen im Ausland – und bin dann immer froh, dass wir in Deutschland so spießige und miefige Behörden haben, die den kompletten Wildwuchs zumindest ein bisschen eindämmen.

Zurück zu Uber. Was wäre so schlimm daran, auch von Uber-Pop-Fahrern eben diesen Schein zu verlangen? Ja, es würde vielleicht den einen oder anderen Gelegenheitsfahrer abschrecken. Schließlich bedeutet der Zettel Kosten und Aufwand. Aber wenn ich damit dem Großteil des juristischen Ärgers aus dem Weg gehen kann und gleichzeitig mehr Service und Sicherheit für meine Fahrgäste bieten kann, wäre das eine Überlegung wert. Und die Gerichte können sich um die anderen mehr oder weniger obskuren Probleme kümmern, mit denen Uber sich auseinandersetzen muss.

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