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iWork und Mavericks jetzt kostenlos – was Apple vorhat

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Als Tim Cook gestern in San Francisco auf der Bühne präsentierte, wirkten das neue iPad Air und das iPad mini 2 eher wie Statisten denn wie die großen Highlights. Den großen Knall gab es nämlich schon vorher. Apple hat verkündet, dass das Unternehmen künftig alle Programm-Updates für die Office-Suite iWork mit Pages, Keynote und Numbers sowie das neue Mac OS X Mavericks kostenlos machen wird. Unter iOS 7 gibt es die neuen Versionen der Software ebenfalls kostenlos.

Das ist durchaus erstaunlich. Die Upgrades von Mac OS X kosteten auch bisher nicht die Welt, aber dennoch immer um die 30 Euro. Die Office-Suite war ebenfalls vergleichsweise günstig. Dennoch kostete jedes der Programme um die 20 Euro. Wollte man also alle Anwendungen unter iOS und Mac OS X verfügbar haben, kostete der Spaß bislang gute 100 Euro.

Diese Zeit ist jetzt vorbei. Apple macht einen Software-Ausverkauf. Die Updates sind künftig kostenlos, und wer neue Hardware kauft, bekommt die Programme gratis dazu.

Alle Anwendungen haben deutliche Verbesserungen spendiert bekommen. Mavericks ist leistungsfähiger als frühere OS-X-Versionen. Apple verspricht, dass das Energie-Management zu längeren Akku-Laufzeiten führt. In 4 GByte Arbeitsspeicher sollen künftig bis zu 6 GByte an Daten passen. Es gibt einen komplett überarbeiteten Kalender, bessere Karten und ein neues Benachrichtigungszentrum.

Unter iWork hat sich auch eine Menge getan. Die Mac-Versionen von Keynote, Pages und Numbers sind von Grund auf neu entwickelt worden; die iOS-Versionen haben ein neues User-Interface. Das Beste dabei: Zukünftig können auch PC-Nutzer über einen normalen Webbrowser iWork-Dateien öffnen und bearbeiten. Apple setzt zusätzlich auf Collaboration, sprich: Ab sofort können mehrere Personen gemeinsam und in Echtzeit an Dokumenten, Präsentationen oder Tabellen arbeiten.

Der Funktionsumfang und die Möglichkeiten sind unter iWork aber um einiges besser als bei Google Docs. Es dürften also nicht wenige Menschen zukünftig die Apple-Services anstelle der Google-Varianten nutzen.

Die Google-Services sind es, die Android so besonders machen. Ob Maps, Docs, Kalender oder Gmail, viele Menschen setzen auf die kostenlosen und attraktiven Google-Dienste. Ist man einmal mit seinen Daten bei einem Anbieter, wechselt man nicht so leicht. Viele Kunden haben sich schon alleine wegen der Services für Android als mobiles Betriebssystem entschieden.

Apple dreht den Spieß nun um und bündelt unter iWork.com Kalender, Adressbuch und seine Office-Suite für jedermann. Kostenlos, so wie es bisher nur Google getan hat. Durch die feste Verzahnung mit den iWork-Clients und der iCloud macht es für Apple-Nutzer Sinn, künftig voll auf diese Lösung zu setzen. Alle Dokumente und Dateien sind nicht nur überall per Browser verfügbar, sondern lassen sich auch ganz bequem auf iPad, iPhone oder dem Mac weiterbearbeiten.

Man hat in Cupertino auch Microsoft fest im Blick und fährt in diese Richtung ebenfalls die Krallen aus. Die iWork-Nutzer können ab sofort Dateien direkt per E-Mail freigeben und an PC- beziehungsweise Windows-Nutzer senden. Die angehängten Dateien lassen sich dann im Browser öffnen.

Damit geht Apple einen sehr aggressiven, aber durchaus schlauen Weg. Man dürfte auf diese Weise eine Menge neuer Menschen auf die vielen Möglichkeiten von Keynote & Co. aufmerksam machen. Nicht wenige werden den Wechsel auf den Mac wagen.

Apple verzichtet auf mehrere hundert Millionen Dollar, wenn das Unternehmen die wichtigen Softwareprodukte verschenkt. Mittelfristig dürfte sich das aber richtig lohnen: Es werden weniger Menschen vom Apple-Ökosystem abwandern; gleichzeitig wird Apple neue Kunden gewinnen. Ohnehin ist die Kundentreue bei Apple überdurchschnittlich hoch.

Schließlich gibt es bei kaum einem anderen Smartphone-Anbieter so leistungsfähige Software für lau. Die Preissenkungen für iPads und Macs zahlen da auf das selbe Ziel ein: Der Tablet-Markt soll gesichert werden.

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