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iPhone 6 & Apple-Watch: Unsere Meinungen. Und Ihr?

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Nach der IFA folgt Apple. Und obwohl von Samsung, HTC, LG, Sony, Huawei und vielen anderen Herstellern auf der IFA neue Modelle am laufenden Band gezeigt wurden, gehörte die Apple-Konferenz zu unseren meistbesuchten Live-Blogs. Man kann Apple mögen oder hassen – auf Interesse stoßen die neuen Produkte immer.

Wir haben uns in der Redaktion umgehört und wollen vor Euch nicht verbergen, was wir von den neuen Apple-Produkten halten. Jeder für sich.

Vorwort: Vor einem Apple-Event gibt es immer viel Tam Tam. Das ist nicht die Schuld Apples, sondern die der publikativen Gewalt. Sprich unsere. Die Masse ist es gewohnt, hervorragende Produkte von Apple zu sehen. Wenn es jemand richtig machen wird, dann Apple – heißt es immer. Nun ist die neue iPhone-Generation raus, dazu gibt es eine Smartwatch. Darüber hinaus möchte Apple im großen Geldgeschäft mitmischen. Die ultimative Frage lautet nun: Hat Apple alles richtig gemacht? Obwohl die Frage von jedem selbst beantwortet werden sollte, schreibe ich an dieser Stelle: Nein. Warum? Es gibt einfach kein Produkt, das perfekt auf alle abgeschnitten ist – es gibt aber Dinge wie Menschlichkeit, Alltagsdenken, Komfort, Psychologie, Rationalität und Nutzen. Das sind die Faktoren, die Apple gerne mit Technologie kreuzt. Das Komplexe wird verschleiert. Dass das Unternehmen damit Erfolg hat, seht Ihr daran, dass wir uns heute über diesen einen Hersteller unterhalten (müssen)...

Daniel fragte mich gestern, ob wir nicht alle einen ersten Eindruck über die neuen Geräte publizieren wollen. Ich sagte: „Gerne, wenn die Leute es wollen“. Lieber sehe ich mir ein Produkt erst an, bevor ich mir eine Meinung bilde – aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Daher: Änderungen vorbehalten!

Kamals iPod touch
Kamals iPod touch

In den ersten Minuten, in den Apple die neuen iPhones enthüllte, war ich etwas enttäuscht. Ich dachte mir: „Schon wieder hat es Apple nicht geschafft, die Geräte geheim zu halten“. Denn immerhin sahen wir die iPhones, die Wochen zuvor durchgesickert waren. Weil die Optik einem bekannt vorkam, war der positive Überraschungsmoment nicht da. Im Gegenteil: Es war eine Desillusionierung. Jetzt, einige Tage später bin ich mit dem Design zufrieden; mir hat das Aussehen des iPod touch schon immer gefallen. Einen in der Farbe Blau mit Kratzern an der Oberfläche habe ich noch Zuhause liegen, siehe Bild. Was den Funktionsumfang betrifft, so finde ich, dass Apple einiges verfeinert und vieles nachgeholt hat. Ein hochauflösendes Display ist bei einem High-End-Telefon ein Muss. Wenn die Diagonale wächst, dann sollte auch der Darstellungsvektor größer werden, als in der vorherigen Generation. WLAN 802.11 ac und LTE Carrier Aggregation mit 150 Mbit/s sind dabei – das wurde auch Zeit. Die Kamera wurde deutlich verbessert, schade nur, dass nicht beide Modelle einen optischen Bildstabilisator erhalten haben.

Ich weiß nicht, was ich von den neuen Größen halten soll. Einerseits gut für all jene, die schon immer ein Phablet von Apple haben wollten, anderseits die Frage: Wo sind die Werte, die Apple auszeichnen? Es ist unerfreulich zu sehen, dass Apple wie alle anderen Hersteller auch nur das macht, was der Markt will. Damals definierte man den Markt selbst. „Die Menschen wissen nicht, was sie wollen, bis Du es ihnen zeigst.“ – sagte Steve Jobs einst. Das iPhone 5s, iPhone 5 sowie iPhone 5c – das waren alle sehr handliche Smartphones, die sehr erfolgreich verkauft wurden. Apple ist ein sehr Zahlen-gesteuertes Unternehmen. Und Zahlen sagen gerade, dass Leute große Telefone wollen. Aber wo bleibt die Magie und das Selbstbewusstsein zu sagen, dass wir mit unserem 4-Zoll-Smartphone gegen alle antreten können. Die innovative und rebellische Think-Different-Philosophie ist aus den Herzen der Verantwortlichen verschwunden – was übrig geblieben ist, sind Reststücke in der Marketingabteilung.

Die Uhr: Sie ist nicht die Schönste im Land, aber bei weitem die Intelligenteste. Kommt es darauf bei einer Smartwatch an? Ich habe seit einigen Monaten etwas Schwarzes, Rechteckiges und Südkoreanisches an meinem Handgelenk. Für den Beginn dieser Zeit bin ich zufrieden, allerdings wünsche ich mir mehr Können. Und das Allerwichtigste: Der Akku. Ich möchte nicht alle eineinhalb Tage meine Uhr aufladen müssen; ich habe genug andere Geräte, die täglich Strom brauchen. Nichtsdestotrotz sehe ich sehr viel Potential in der Apple Watch. Ich denke, sie wird (eine ganze Weile) industrieführend sein.

Ich werde mir das iPhone 6 in Space Grey, iPhone 6 Plus in Space Grey und die 42 mm große Watch Edition zulegen.

Auch als eingefleischter Android-Fan habe ich mich in den vergangenen Wochen mehrfach dabei ertappt, keine teuren Apps mehr zu kaufen. Vielleicht bekehrt mich Apple ja endlich mit einem größeren iPhone. Und für die iWatch hatte ich große Hoffnungen, was Sensorik, Design und Software angeht. Und nun? Die iPhones sind zwar größer, triggern bei mir aber keinen spontanen Haben-Will-Reflex. Und bei der Apple Watch scheinen Design und Software auf den ersten Blick zwar etwas durchdachter als bei der Konkurrenz – und die Sensorik wohl auf ähnlichem Niveau. Aber die latent vorhandene Euphorie ist fürs erste einer lauwarmen Gleichgültigkeit gewichen. Also habe ich Square Enix heute früh 15 Euro für den Android-Port von Final Fantasy in den Rachen geworfen.

Ich bin etwas enttäuscht: Ich hatte viel mehr von der Kamera erwartet. Der Bildstabilisator OIS ist nur bei der Plus-Version integriert und eine höhere Auflösung oder zumindest eine bessere Blende fehlt. Aber trotz dieser Enttäuschung freue ich mich über die neuen Funktionen, die mit iOS 8 kommen werden, und über die neuen Sensoren. Die Apple Watch dagegen ist nicht die schönste Smartwatch auf dem Markt. Trotzdem wird sie die Smartwatches massentauglich machen.

Ich werde das „kleine“ iPhone 6 in Space Grey kaufen und auf die Apple Watch warten.

Steve Jobs dürfte sich am gestrigen Tag einige Male im Grab umgedreht haben. Ein nur ansatzweise funktionierender Live-Stream und viele schon im Vorfeld geleakte Details? Sogar auf YouTube veröffentlichte Hands-on-Videos der noch nicht vorgestellten Produkte? Das scheint nur noch wenig mit dem großen Innovator Apple zu tun zu haben, der zu Steve Jobs Zeiten im Vorfeld der Keynote nichts nach außen dringen ließ.

Mit Sicherheit handelt es sich bei iPhone 6 und Apple Watch um keine schlechten Produkte, allerdings hätte ich mir dann doch mehr Innovation erwartet – gerade von der Smartwatch. Eine intelligente Uhr, die augenscheinlich noch nicht marktreif ist? Die wie die Konkurrenz jeden Abend aufgeladen werden muss und dann doch auch „nur“ Benachrichtigungen aufs Handgelenk bringt? Die es ermöglicht, auf Nachrichten zu antworten, austauschbare Zifferblätter bietet oder den Puls misst? Hat mich nicht besonders beeindruckt.

Das iPhone 6? Hm. Ich muss an Nivea-Shampoo denken. Früher gab es Nivea-Shampoo for Men. Genau eins. Genau das habe ich gekauft. Inzwischen gibt es Nivea-Shampoo for Men für fettige oder schuppige Haare, für trockene Kopfhaut und für oder gegen Wasweißich. Ich kaufe kein Nivea-Shampoo mehr, weil ich nicht weiß, was ich mir kaufen soll. So geht's mir mit dem neuen iPhone. Sieht nicht schlecht aus, aber wenn ich das „kleine“ Modell kaufe, verzichte ich auf die bessere Kamera und das höher auflösende Display. Die größere Version dagegen ist mir vermutlich zu groß. Dieses iPhone werde ich garantiert nicht vorbestellen. Blöd gelaufen, Apple.

Auf die iWatch hingegen freue ich mich. Seit ich weiß, dass es Smartwatches gibt, wollte ich eine haben. Ich habe etliche ausprobiert, keine hat mich bisher überzeugt. Ich denke, die von Apple kann das. Oder besser: Ich hoffe. Denn wenn nicht, hat sich das Thema Smartwatch erst einmal für mich erledigt – und ich spare mein Geld für Google Glass.

Mann, war das eine Veranstaltung! Man könnte meinen, das Internet kannte am Abend des 9. Septembers nur ein Thema: Apple. Ob ich denke, dass dieser Hype gerechtfertigt ist? Teilweise. Mit den beiden iPhones hat Apple nichts falsch gemacht. Steve Jobs Willen hin oder her: Der Markt will größere Displays, da muss auch Apple mitziehen. Die beiden Geräte sind eine sinnvolle Fortführung eines schon sehr guten Smartphones. Einen "Wow-Effekt" gab es bei den neuen iPhones jedoch nicht. Das lag nicht zuletzt an den Leaks im Vorfeld. Und zumindest die gab es zu Steves Zeiten nicht.

Ein Fan der Apple Watch bin ich wahrlich nicht, was nicht bedeutet, dass ich sie schlecht finde. Apple scheint sich einiges bei der Uhr gedacht zu haben. Die Benutzeroberfläche wirkt durchdacht und scheint einfach zu bedienen sein. Apple will Smartwatches massentauglich machen. Es gibt jedoch zwei Faktoren, die im Wege stehen: Zum einen ist es die geheimnisvolle Akkulaufzeit, über die Apple nicht gesprochen hat, und zum zweiten ist es einfach der unglaublich hohe Preis von 349 US-Dollar. Ich werde mir ein iPhone 6 kaufen. Die Watch kann Apple behalten. Brauch' ich nicht, will ich nicht.

Die Erwartungen im Vorfeld waren groß. Auch bei mir. Was Tim Cook dann aber aus dem Hut zauberte und uns schlicht als "Apple Watch" präsentierte, wirkte auf den ersten Blick dann doch nur durchschnittlich. Keine Möglichkeit, Blut zu messen, keine überraschende Sensorik. Nicht einmal die Möglichkeit, einen Herzinfarkt vorherzusehen, so wie man im Vorfeld schon gemutmaßt hatte.

Versinkt Apple in der Innovationslosigkeit? Das glaube ich nicht. Je länger ich mich heute mit der Apple Watch beschäftigte, desto fester bin ich von ihrem Erfolg überzeugt. Das User Interface wirkt durchdacht, das Design gefällt. Viel wichtiger ist aber die Tatsache, dass es aber nun endlich eine Uhr gibt, die alle Arten von Aktivitäten versteht und sogar aus meinen Bewegungsmustern lernt. Software, Baby. Software! Apple hat eine ganze Armada von Ärzten hinter sich, die seit Monaten und Jahren zusammen mit Entwicklern an Algorithmen für besseres Health-Tracking arbeiten. Das schafft Platz für Hoffnung, dass die iWatch, pardon, Apple Watch am Ende dann doch hält, was wir uns vorher von ihr versprochen haben.

Was bleibt, ist das Gefühl wie immer nach einem Apple Event: Die Tech-Welt scheint geteilt. Da sind die Einen, die aus dem Häuschen sind und die Anderen, die sich entweder viel mehr versprochen hatten beziehungsweise Apple per se ablehnen. Ich für meinen Teil bleibe weiterhin gespannt – und fälle mein endgültiges Urteil dann, wenn ich die Uhr an meinem Handgelenk durch die Stadt trage.

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