Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit

Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit

Weihnachtsbeleuchtung für innen und außen: smart steuern ab 10 Euro

Weihnachtsbeleuchtung für innen und außen: smart steuern ab 10 Euro

Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro

Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro

Praktische und kuriose Gadgets für Smartphones: Alkoholmessgerät, Geigerzähler und Laser-Gravierer

Praktische und kuriose Gadgets für Smartphones: Alkoholmessgerät, Geigerzähler und Laser-Gravierer

Wenn der Apple-CEO Tim Cook am kommenden Montag, den 10. Juni, in San Francisco zur Eröffnung der eigenen Hausmesse WWDC die Bühne betritt, hat er – höchstwahrscheinlich – auch das neue iOS 7 im Gepäck. Das neue Betriebssystem für iPhone, iPad und iPods soll grundsätzliche Designänderungen mit sich bringen. Dafür zeichnet sich seit Ende letzten Jahres der Design-Guru Jony Ive verantwortlich, der den langjährigen iOS-Chef Scott Forstall ablöste. Erstaunlich ist dabei, dass das neue Look & Feel gerüchteweise sehr viel weniger auftragend sein soll als die aktuelle Oberfläche. Statt bunten Farben und echt wirkenden Texturen wie Leder, Samt oder Filz, sollen vor allem schwarz-weiße und flache Oberfächen Einzug erhalten.

Es ist ja nicht so, als wären Schwarz und Weiß nicht schon immer beliebte Apple-Farben gewesen – sofern "Farben" in diesem Falle überhaupt der richtige Terminus ist. Immerhin bietet das Unternehmen seine iPhone- und iPad-Serien nur in diesen Tönen, und nicht etwa in Quietschrosa oder Tschernobylgrün an.

Trotzdem erstaunt so ein Paradigmenwandel in Sachen User-Interface. Schließlich birgt ein so krasser Designwandel genügend Gefahren: Kunden können bisweilen ungemein kritisch sein, wenn es zu tiefgreifenden Änderungen bei Nutzerführung oder Design kommt. Microsoft beispielsweise bekommt diesen Effekt seit der Einführung von Windows 8 aufgrund des fehlenden Start-Buttons immer wieder zu spüren.

Warum also nehmen Apple und Jony Ive so ein Risiko auf sich und führen offenbar so gravierende Änderungen ein? Es besteht zumindest eine große Chance, dass dies nicht nur damit zu tun hat, dass das iOS-Design mittlerweile in die Tage gekommen ist und der Konkurrenz lustlos hinterher hinkt. Das minimalistische Design – durchaus ein Markenzeichen von Ive – könnte auch damit zu tun haben, dass sich Apple für neue Geräteklassen wappnet, die mit deutlich weniger Energie als Smartphones oder Tablets auskommen müssen. So wie eine iWatch etwa…

Tim Cook hatte erst kürzlich in einem Interview betont, dass Wearable Computing und das "Handgelenk" eine interessante Option für sein Unternehmen wären, es aber wichtig sei, dass man damit auch Kunden überzeugen könne. Auch wenn Cook hier nicht speziell die Uhr beziehungsweise die iWatch genannt hat, so lassen seine Äußerungen stark auf ein solches Gadget schließen.

Und damit Apple seine Kunden überzeugen kann, sind neben außergewöhnlichen Funktionalitäten und dem Design vor allem eine lange Lebensdauer des Akkus notwendig. Eine Uhr bietet nicht viel Platz. Damit das Gerät dennoch im besten Fall über einige Tage mit Strom versorgt werden kann, ohne an eine Steckdose zu müssen, ist eine sinnvolle Kombination aus Displaytechnologie und User Interface nötig.

E-Ink-Displays, wie sie beispielsweise bei vielen eBook-Readern, aber auch beim Yota-Phone eingesetzt werden, haben einen entscheidenden Vorteil: Sie verbrauchen nur dann Energie, wenn sich das Bild verändert, aber nicht, um es anzuzeigen. Das Bild ist quasi auf das Display "gezeichnet" und selbst ein kleiner Akku kann einen solchen Bildschirm über Wochen antreiben – sofern sich der Bildschirminhalt nicht oft ändert. Der große Haken eines solchen Displays: Es beherrscht keine Farben.

Bekommt die Smartwatch dann ein E-Ink-Display? Eher nicht. Ganz ohne Farbe kommt auch Apple nicht aus. Vielmehr könnte ein OLED-Display zum Einsatz kommen. Weitere Alternativen wie LCD und Mirasol scheiden eher aus: LCDs benötigen vergleichsweise viel Strom, auch wenn sie nur wenig Informationen darstellen müssen, und Mirasol-Anzeigen benötigen eine Beleuchtung – sonst ist der Inhalt im Dunkeln nicht erkennbar.

OLEDs können auch bei wenig oder keinem Licht eingesetzt werden. Die einzelnen Pixel verbrauchen nur dann Strom, wenn sie leuchten, dunkle Elemente verbrauchen also gar keinen Strom. Und dank neuer Entwicklungen kommen weiße Bildpunkte, die noch vor kurzem noch ordentlich Power saugten, ebenfalls mit deutlich weniger Energie aus: Die Hersteller platzieren neben den Subpixeln in Rot, Grün und Blau nun auch eins in Weiß.

Packt Apple also am kommenden Montag neben iOS 7 auch gleich noch die iWatch aus? Vielleicht. Die neue Version des mobilen Betriessystems könnte aber der Vorbote neuer Geräteklassen sein. Apple legt wie kein anderes Unternehmen Wert auf eine intuitive Nutzerführung und auf eine Einheitlichkeit bei all seinen Geräten. Es spräche also einiges dagegen, dass das kalifornische Unternehmen lediglich bei einer Uhr sein User Interface reduziert. Dass Jony Ive auch noch das Ruder bei der Gestaltung in der Hand hat, zeigt die Wichtigkeit des Projekts.

Es geht wahrscheinlich um sehr viel mehr als ein wenig Farbe – es geht um Innovation und darum, Strom zu sparen.

Credits: Sascha Gilly Berlin (für die Inspiration); Daniel (für das technische Brainstorming)

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.