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Freemium-Rant: Danke für gar nichts, Gameloft!

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Als Freund der gepflegten Egoshooter-Zockerei war mir Modern Combat 5 einen Sofortkauf in Höhe von 5,99 Euro wert. Mittlerweile bereue ich den Kauf zutiefst – dank einer langsam aber sicher außer Kontrolle geratenden Unart mancher Entwickler, große Mengen Geld mit Hilfe von In-App-Käufen abgreifen zu wollen.

Kommen wir zur Vorgeschichte: Ich verfasste einige Tage nach dem Erscheinen des Spiels ein Review , das erst einige Zeit später online ging. Als wir den Test schließlich veröffentlichten, beklagte sich mein treuer Leser Sertan bitterlich über folgende Passage:

In Zeiten von In-App-Kauf-Terror ist ein klassischer Egoshooter ein spielerisches Kleinod. GameLoft legt mit dem rund sechs Euro teuren Modern Combat 5 ein derartiges Game vor.

Es führt kein Weg daran vorbei – Modern Combat 5 ist trotz (oder gerade wegen) des Preises von weniger als sechs Euro ein absolutes Must Have. [...] GameLoft verdient großen Respekt dafür, dass sich das Unternehmen dem vorherrschenden Zeitgeist entgegenstemmt.

Da meine Wenigkeit – trotz guter Trinkfestigkeit – nicht zu Halluzinationen neigt, gibt es nur eine Erklärungsmöglichkeit. Unsere Freunde von Gameloft haben das Spiel anfangs ohne (beziehungsweise mit sehr minimalen) In-App-Käufen in den Store gestellt und die Daumenschrauben später angezogen. Das sieht man auch am Preis der App: Wir haben 5,99 Euro für das Programm gezahlt, aktuell steht es für 99 Cent zum Download bereit.

In dieser Situation sind Kunde und Journalist gleichermaßen gelackmeiert. Bei Google gibt's kein Geld zurück; und eine Senkung der Sternebewertung ist insofern sinnlos, als sie den Entwickler nicht mehr juckt. Denn faktisch „brummt“ ein Spiel im App-Store üblicherweise nur am Anfang seiner Karriere – und dann später noch einmal durch eine kräftige Preissenkung.

Es spricht nichts dagegen, im Play Store eine Beschwerde gegen den Anbieter einzureichen – wirklich hilfreich ist es nicht. Viel wirksamer ist es, das Spiel beinhart vom Telefon zu verbannen und den Entwickler in Zukunft nicht mehr mit Downloads zu belohnen – egal ob kostenpflichtig oder kostenlos.

Das Verbannen des Spiels vom Handy ist für den Entwickler kritisch. Die verbleibenden Zahler und fleißigen Nutzer von In-App-Käufen bauen ihr pathetisches Ego nämlich gerne damit auf, dass sie gegenüber nichtzahlenden Spieler einen Vorteil haben und quasi automatisch gewinnen. Wenn diese immer weniger werden, so entfällt die Befriedigung der von Experten gerne als „Wale“ bezeichneten Individuen und sponsern ihrerseits den Entwickler nicht mehr weiter.

Der In-App-Purchase-Terror nervt nicht nur mich. Der Vorschlag für einen bissigen Rant über die Thematik fasste trotz der für mich inherenten Peinlichkeit volle Unterstützung aller Redaktionsmitglieder. Mein Tippgeber Sertan fühlt sich zu Kommentaren hingerissen, die wir hier – trotz aller Zustimmung – aus presserechtlichen Gründen nicht wiedergeben wollen.

Wer sein eigenes Schlafzimmer verwüstet, muss sich nicht über unruhigen Schlaf wundern. Entwickler leben von ihren Kunden. Der Tag der Abrechnung – Stichwort Gamer-Gate – ist meiner Meinung nach nicht weit entfernt. Er wird grausam sein. Und ich hoffe sehr, dass die Entlassungen genau jene treffen, die für den In-App-Payment-Wahn verantwortlich sind!

Und nur der Fairness halber: Gameloft ist nicht allein. Aktuell sind Spiele-Schmieden wie Electronic Arts oder Atari dafür bekannt, die Namen ehemals toller Spiele mit fiesen Nachbauten zu verbrennen. Beispiele gefällig? Schaut Euch mal unsere Artikel zu Dungeon Keeper , Roller Coaster Tycoon oder Sim City an.

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