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Bessere Smartphone-Kameras mit gebogenen Bildsensoren?
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Nach krummen Fernsehern und gebogenen Smartphones hat es jetzt auch die Bildsensoren in Kameras erwischt: Sony arbeitet an lichtempfindlichen Chips, die wie die Rückseite des menschlichen Auges einen Bogen beschreiben. Das berichtet Kazuichiro Itonaga, Device Manager bei Sonys R&D-Abteilung, auf einem Symposium für integrierte Schaltkreise und Halbleitertechnologie in Hawaii.

Ein großer Vorteil von gekrümmten Bildsensoren liegt auf der Hand: Jeder Pixel auf dem Sensor kann so bei korrektem Krümmungsgrad die gleiche Entfernung zur Rückseite des Objektivs haben. Das ermöglicht Itonaga zufolge einfachere und kompaktere Linsenkonstruktionen sowie größere Blendenöffnungen für mehr Lichteinfall.

Welche krasse Voodoo-Technik Sony nutzt, um die krummen Sensoren zu fertigen, fragt Ihr Euch? Offenbar spannt der Hersteller die Chips schlicht und ergreifend in eine Maschine ein, die die Sensoren mit roher Gewalt verbiegt – und fixiert sie anschließend mit einer Keramik-Schicht auf der Rückseite in dieser Form. Itonaga zufolge weisen die bearbeiteten Lichtfänger eine vergleichbare Krümmung auf wie das menschliche Auge.

Der dadurch unter Spannung stehende Chip soll einen weiteren interessanten Effekt aufweisen: Itonaga zufolge wird die Bandlücke im Silikon verändert. Das wiederum habe einen positiven Einfluss auf die sogenannten Dunkelströme , die auch in kompletter Dunkelheit die Photozellen auf dem Sensor auslösen und damit für Bildrauschen sorgen. Das soll eine Empfindlichkeitssteigerung um den Faktor 1,4 in der Bildmitte und um den Faktor zwei am Bildrand ermöglichen.

Bislang waren zwei verschiedene gebogene Sensoren im Gespräch: einer mit 43 Millimetern Bilddiagonale, wie er in Profi-Kameras zum Einsatz kommt, und einer mit 11 Millimetern Diagonale, der dem Bericht vom IEEE Spectrum zufolge für Smartphones relevant sein soll. Einen 11-Millimeter-Chip gibt es bislang allerdings nur im Nokia Lumia 1020 – bei den üblichen Handykameras hat der Sensor gerade einmal die halbe Diagonale. Aber wenn der krumme Sensor dank kompakterer Linsensysteme dann auch in mein nächstes Android-Smartphone passt, bin ich schon ganz ruhig und zufrieden.

So, und jetzt leiste ich hier mal Überzeugungsarbeit, dass wir künftig auch mal irgendein Symposium in Hawaii besuchen.

Quelle: IEEE Spectrum

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